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IT, USA 1983
Originaltitel:Nati con la camicia
Alternativtitel:Get go for it
aka. Fino in fondo
aka. Trinity: Hits the Road
Länge:104:30 Min. (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Enzo Barboni
Buch:Marco Barboni
Kamera:Ben McDermott
Musik:Franco Micalizzi
Darsteller:Terence Hill, Bud Spencer, Buffy Dee, David Huddleston, Riccardo Pizzuti, Faith Minton, Dan Rambo, Susan Teesdale, Dan Fitzgerald, Al Nestor, Christine Troples, Woody Woodbury, Jeff Moldovan, Mal Jones
Vertrieb:3L
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:22.10.2009 (Kauf)
Specials:
  • Dt. Originaltrailer (2:52 Min.)
  • Slideshow (16 Bilder)
  • Filmo- und Biografien:
    • Bud Spencer (15 Seiten)
    • Terence Hill (18 Seiten)
Der Globetrotter Rosco (Terence Hill) und der gerade aus dem Knast entlassene Doug (Bud Spencer) werden nach einer Schlägerei in einer Raststätte mit zwei CIA Top-Agenten verwechselt, die den Verbrecherring des geheimnisvollen K1 zerschlagen sollen. Da die beiden Geheimagenten wider Willen schnell Spaß am luxuriösen Agentenleben finden, möbeln sie kurzerhand die Verbrecher ordentlich auf. Dabei bringen die beiden Freizeitspione nicht nur K1 und den amerikanischen Geheimdienst um den Verstand, sondern werden nebenbei noch zu den Rettern der gesamten Erde - natürlich nicht, ohne vorher noch einiges in Schutt und Asche zu legen.
Interner Link"Stirb an einem anderen Tag" wird nachgesagt, er sei der zwanzigste Bond-Film. Offiziell mag das auch stimmen. Die Dunkelziffer liegt aber weitaus höher: Es gibt Massen von Bond-Parodien in allen Farben und Formen. Zum Ende ihrer großen Zeit haben auch Bud Spencer und Terence Hill im Jahr 1983 ihren Teil dazu beigetragen, und zwar mit ihrem Roadmovie-Abenteuer "Zwei bärenstarke Typen".



Typisch ist es für Regisseur Enzo Barboni, seine Beiträge zum Spencer/Hill-Universum mit Verwechslungssituationen zu würzen. Das hat er schon in Interner Link"Vier Fäuste gegen Rio", Interner Link"Zwei außer Rand und Band" und Interner Link"Die rechte und die linke Hand des Teufels" gemacht. Auch hier wendet er sein altes Rezept wieder an, und es funktioniert zumindest auf der naiven Schiene immer noch ausgezeichnet.

Diesmal stellen Spencer und Hill zwei Vagabunden namens Doug und Rosco dar, was seit ihren gemeinsamen Westernkomödien eine Rollenrichtung ist, die sie blind beherrschen. Es hat sich lediglich die Umgebung verändert. Die Cowboys wurden zu Asphalt-Cowboys, die ihre dreckigen Lumpen gegen Holzfällerhemd und Jeans getauscht haben. Das ziellose Umherstreifen durch die Gegend ist jedoch geblieben.
So macht gerade die erste halbe Stunde unglaublich viel Spaß, wenn sie sich auch atmosphärisch deutlich vom restlichen Film unterscheidet und mehr Landei-Charme versprüht als Agenten-Flair. Der drückend platte Humor jedoch wird jeden Fan des Prügel-Duos zum Jubeln bringen. Das ungezwungene Kennenlernen von Rosco und Doug in einer Kneipe für LKW-Fahrer versprüht im Sekundentakt dumme Ideen, dämliche Fratzen und die allseits beliebten Improvisationen der Synchronsprecher um Thomas Danneberg. Rosco (Hill) provoziert durch Bauchreden eine Prügelei zwischen Doug (Spencer) und ein paar Sauf- und Raufbolden, die es nicht besser verdient haben, als eins auf die Nase zu bekommen.
Und dann geschieht etwas Seltenes: Spencer und Hill gehen eine freundliche, gegenseitigen Respekt erweisende und auf beiden Seiten freiwillige Kooperation ein, was nach Filmen wie Interner Link"Das Krokodil und sein Nilpferd" oder Interner Link"Vier Fäuste für ein Halleluja" wahrlich nicht alltäglich ist.



Ab hier beginnt die Verwechslungsszenerie, indem zunächst einmal die beiden neuen Freunde in einen Laster einsteigen, von dem jeder denkt, er gehöre dem anderen. Eines kommt zum anderen, bis sich Rosco und Doug plötzlich mit einem Geldkoffer von einer Million Dollar Inhalt wiederfinden und vom Umfeld als Geheimagenten gehalten werden. Schaltet man nun das Gehirn aus in bezug auf die Tatsache, dass die CIA schon einen durchschnittlichen Kindergarten-IQ aufweisen müsste, damit ihr eine solch verheerende Verwechslung tatsächlich passiert, bekommt man nun gerade mit dem im Hinterkopf sitzenden Wissen über die Bond-Filme eine richtige Gaudi geboten, der man nur allzu gerne folgt.

Der Humor resultiert aus der Tatsache, dass man den beiden Landstreichern hunderte von exzellenten Fähigkeiten nachsagt, die einzige wirkliche Fähigkeit der lizenzlosen Geheimagenten aber in der besagten Bauchrednerei Roscos liegt. Die letztendliche Darstellung des Humors ist zweifellos Geschmackssache, für Kenner aber ein erlesener Tropfen. Unvergesslich bleibt Dannebergs jämmerlich-fröhliche Bemerkung "Ich brauche keine Waffen. Ich bin ein lustiger Vagabund!" und das anschließende gegenseitige Hände-Hochnehmen von Polizisten und Streunern, oder das Stürmen der Flughafen-Toilette mit Sprüchen wie "Mach ja keinen Scheiß!" oder "Verdrück dich nicht!".
Auch ein Running Gag wird aufgefahren und verfehlt auf der Verwechslungssituation beruhend nicht seine Wirkung, wenn sämtliche Kontaktpersonen der vermeintlichen CIA-Agenten flehen, doch bitte die Missgeschicke im Bericht nicht zu erwähnen. Das unterstreicht nochmals die Blödheit der Mitarbeiter, wodurch eine unübersehbare Übertreibung und Ironisierung erreicht wird, mit der nun wirklich niemand mehr darauf hinweisen kann, wie unrealistisch es ist, dass zwei Vagabunden von offizieller Seite her für Top-Agenten gehalten werden. Darauf kann man nur erwidern: Ja, es ist unrealistisch, aber das ist es mit voller Absicht.



Nach der Instruktion durch den Oberboss Tiger (eine Parallele zu "M") und die Begutachtung der Gimmicks vom ansässigen Ingenieur (eine Parallele zu "Q") geht die Bond-Parodie so richtig los. Im sonnigen Miami stoßen Rosco und Doug auf Last und Lust des Geheimagenten-Daseins. Im Klartext: Protzige Karren, Strand und Sonne, große Hotelzimmer, massenweise bestes Essen, schöne Frauen, aber auch schräge Killer, ausgebuffte Fallen, Verfolgungsjagden, Explosionen, Pistolen und wahnsinnige Welteroberer. Bei ihrem Treiben werden Rosco und Doug sowohl von gesichtslosen Hundestreichlern beobachtet (eine Parallele auf Blofeld und seine Katze) als auch von hässlichen Handlangern (eine Parallele zu Schergen wie dem Beißer) und unberechenbaren Frauen (eine Parallele zu Pussy Galore) verfolgt. Nicht fehlen darf letztendlich die sowohl aus Spencer/Hill-Sicht als auch aus Sicht der Bondreihe typische finale Massenkonfrontation mit anonymen "bösen" Mitarbeitern (hier weiß gekleidete Matrosen, die aus unerfindlichen Gründen schwarze Masken tragen) und dem total bekloppten Boss, von dem bis dahin nur die Hände zu sehen waren, der nun aber zur Erläuterung seines Welteroberungsplans mit seiner fiesen Fratze an die Öffentlichkeit gelangt.
Von der Inszenierung her bleibt es nach wie vor ein Spencer/Hill-Film. Die Buddies nehmen bei all den Parodien-Elementen dank ihrer durchringenden Charaktereigenschaften weiterhin die Mittelposition ein. Die finale Klopperei ist nicht ganz so geschickt choreographiert wie einige andere aus früheren Tagen, und überhaupt halten sich die Prügeleien in diesem Film im Rahmen. Dafür trumpfen Spencer und Hill diesmal mit all ihrem Charme voll auf.


Das darf dann auch als Fazit gelten. Die Action wird zugunsten der parodistischen und humoristischen Einlagen zurückgefahren, was dank des hohen Tempos und der ständig wechselnden Locations wunderbar funktioniert. Spencer und Hill geben auf der Zielgeraden nochmal richtig Gas und zaubern eine verblüffend gut funktionierende Bond-Parodie nach Spencer/Hill-Art, für die sich das Anschauen lohnt. Auch diese DVD lohnt gegenüber Erstauflage von e-m-s dank der Aufarbeitung des Materials. Die alte DVD war zwar schon eine gute Sache für den 1983er Film, die neue bringt aber noch ein paar Detailverbesserungen mit sich. Sehr positiv ist die absolute Sauberkeit des Materials, die Farbfreude, die trotz leichter Verfärbungen (Grün und Gelb dominieren stellenweise) dem amüsanten Geschehen sehr gut steht und die durchweg tolle Schärfe. Diese wurde zwar mit Nachschärfung erreicht, das Bild sieht aber nicht detaillos oder überschärft aus. Kritikpunkte sind lediglich die Bildhelligkeit, die in einigen Szenen höher sein könnte (z.B. während Bud im Knast mit seinen Zellengenossen spricht), und die in manchen Szenen im Detail unsaubere Kompression (siehe Anfang 73. Minute). Insgesamt aber eine kleine Wohltat für den Film.


Auch beim Ton wird man nicht enttäuscht - höchstens, falls man ausgefeilte Stereoeffekte erwartet. Die bekommt man überhaupt nicht zu hören, denn "Zwei bärenstarke Typen" klingt sehr nach Mono, aber mit einer sehr guten Sprachqualität. Die Musik klingt zwar wie der gesamte Ton etwas mittenlastig, aber nicht alt. Auch das Ausbleiben von Rauschen ist eine tolle Sache für den Film. Schwach ist allerdings das Ausbleiben des Originaltons und deutscher Untertitel. Wieviel Auflagen sollen denn noch kommen, bevor man daran denkt?

Die Extras der "New Digital Remastered"-Edition sind sich oftmals ähnlich. Auch hier darf man dem Titelsong im Menu und während der Slideshow, die mit Aushangmaterial vollgepackt ist, lauschen. Dazu gibt es den deutschen Trailer (qualitativ etwas angeschlagen) und Informationen zu den beiden Hauptdarstellern.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+/----


Druckbare Version
Zwei Bärenstarke Typen
Zwei bärenstarke Typen (Limited Edition)
News3L- und Wicked-Vision-Gewinnspiel zum Spencer/Hill-Comeback!
Zwei bärenstarke Typen
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