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DK 2003
Originaltitel:Grønne slagtere, De
Alternativtitel:Green Butchers, The
Länge:95:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Anders Thomas Jensen
Buch:Anders Thomas Jensen
Kamera:Sebastian Blenkov
Musik:Jeppe Kaas
SFX:Lauge Voigt
Darsteller:Line Kruse, Nikolaj Lie Kaas, Mads Mikkelsen, Nicolas Bro, Aksel Erhardtsen, Bodil Jørgensen, Ole Thestrup, Lily Weiding, Camilla Bendix, Jakob Cedergren, Kristian Halken, Per Holm Henriksen
Vertrieb:EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt.), Dolby Surround 2.0 (dän.)
Sprache:Deutsch, Dänisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:22.12.2004 (Verleih) / 07.01.2005 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Kinotrailer (2:16 Min.)
  • Trailershow:
    • Carolina (2:08 Min.)
    • Eine italienische Hochzeit (2:28 Min.)
Die beiden Metzger Bjarne und Svend haben die Nase voll, ständig von ihrem tyrannischen Chef herumkommandiert zu werden. Deshalb beschließen sie, eine eigene Metzgerei zu eröffnen. Es kommt jedoch keine Kundschaft. Aus Versehen schließt Svend eines abends einen Elektriker im Kühlraum ein. Als Svend am nächsten Morgen den Erfrorenen findet, beschließt er in seiner Panik, die Leiche auf sehr ungewöhnliche Art und Weise zu entsorgen. Auf einmal brummt das Geschäft, die Leute sind förmlich verrückt nach Svends und Bjarnes neuer Fleischspezialität "Chicky Wickies". Svend sorgt fortan eifrig für Nachschub. Immer mehr ihm unsympathische Menschen verschwinden spurlos. Als Bjarnes geistig behinderter Zwillingsbruder Eigil überraschend aus dem Koma erwacht und bei ihnen in der Metzgerei auftaucht, haben die Beiden alle Hände voll zu tun, ihr dunkles Handwerk geheimzuhalten.
Wie lange haben wir Freunde des makaberen Humors auf diesen Film gewartet? Einen Film, der nur so vor makaberem, gerade zu perversem Humor strotzt, sich dabei aber nie im Ekel verliert und zudem eine großartige Geschichte und sympathische Charaktere zu bieten hat. Nicht viele Streifen können das von sich behaupten. Aber "Dänische Delikatessen", der Genie-Streich vom skandinavischen Drehbuch-Ass (und hier auch gleich noch Regisseur) Anders Thomas Jensen, ist ein Ausnahmefilm!


"Dänische Delikatessen" strotzt nur so von Genialität in jeder Szene und ist ein absolutes Festessen für Freunde (tief-)schwarzem Humor. Das geht schon bei der Story los, die sauber ausgedacht, fein konstruiert und in jedem Punkt gekonnt geschrieben und mit der nötigen Raffinesse garniert wurde. Vor allem was die Figurenzeichnung angeht, hat man sich extrem viel Mühe gegeben. Selten gab es in einer schwarzen Komödie solch sympathische Bösewichter wie hier. Bjarne und Svend sind Menschen wie du und ich bzw. wie der nette Angestellte von der Fleischerei nebenan. Sie haben die normalen Probleme, nur dass sie eben an diese Probleme anders rangehen, als die Meisten. Dabei werden die Charaktere im Laufe der Filmzeit ordentlich und ausreichend vorgestellt, es wird ihnen die nötige Tiefe gegeben, so dass man fast mit ihnen mitfühlen kann, ihr Treiben sogar regelrecht versteht, obwohl man es natürlich im wahren Leben nie gutheißen könnte. Mit diesen zwei Typen hat man alles richtig gemacht.

Aber nicht nur diese beiden Charaktere haben es in sich. Auch die Nebenfiguren wurden optimal ausgedacht und passen brillant ins Gesamtbild. Da gibt es den bösen Ex-Chef, der natürlich genauso aussieht und agiert, wie man es sich von einen harten Fleischer vorstellt. Dann die liebevolle Astrid, in die sich Bjarne irgendwie verguckt hat. Und Eigil, Bjarnes geistig zurückgebliebener Bruder, der für die Dramatik des Films zuständig ist. Aber dazu später mehr ...



Kommen wir nun zu den Gags des Filmes, die wie bereits erwähnt absolut unglaublich makaber und deftig ausgefallen sind. Hiermit stellt Jensen sein Publikum wirklich auf eine harte Probe. Zimperlichkeiten und Verharmlosungen gibt es keine, es wird wirklich ein Bad Joke nach dem anderen vorgeführt. Und man lacht, man lacht wirklich. Denn wenn man auf schwarzen Humor steht, wird man hier wirklich bestens bedient. Blindgänger kann man an einer Hand abzählen, nahezu jeder Witz ist ein absoluter Volltreffer. Das liegt aber vor allem daran, dass Jensen seinem Publikum keine Ekelhaftigkeiten vor Augen führt, sondern den Witz eigentlich ausschließlich in die Dialoge legt. Man sieht weder Szenen, in denen die Beiden irgendwelche Leute vierteilen noch größere Blutmengen oder Ähnliches. Zwar fliegen schon mal ein paar abgetrennte Gliedmaßen durch die Luft, mal wird schon ein Leichenteil in die Knochenmaschine gesteckt und auch im Kühlraum hängt das ein oder andere Körperteil herum. Aber der größte Teil der Witze liegt in Dialogen, wie z. B. "Wo ist sein Bein?" - "Daraus habe ich 12 Filets hergestellt und habe sie in Marinade gebadet" oder "Was ist das da, in der schwarzen Tüte?" - "Das ist ein kleiner Schwede. Den habe ich im Park gefunden" oder "Das Fleisch im Kühlraum ist in bester Ordnung! Nur ein paar Joints liegen auf dem Boden herum, aber das ist ja überall so!" Absolut zum Brüllen, vorausgesetzt natürlich, man kann über so etwas Böses lachen!



Dass der Zuschauer dem schwarzen Humor nicht überdrüssig wird, dafür sorgt Jensen mit seiner Nebenhandlung, die ungefähr nach der Hälfte des Films eintritt und mehr auf die menschliche Seite der Figuren eingeht. Die Geschichte von Bjarnes geistig zurückgebliebenen Zwillingsbruder Eigil wurde glaubwürdig eingefügt und passt sich hervorragend in die Geschichte ein. Zudem wird er von seinem Darsteller (ebenfalls Nikolaj Lie Kaas) überzeugend (niemals albern oder überzogen) dargestellt, so dass man diese Figur schnell lieb gewinnt. Zwar wird Eigil auch für ein paar Witze benutzt, aber man macht sich niemals über ihn lustig oder stellt ihn falsch dar. Und so muss es schließlich auch sein, damit alles passt.

Die Darstellern haben sich ebenfalls alle Mühe gegeben und wurden unter den Besten der Besten (Dänen) gecastet. Nikolaj Lie Kaas spielt seine Doppel-Rolle absolut klasse und kann vollauf überzeugen. Genauso wie Mads Mikkelsen (Interner Link"Hannibal") als ewig schwitzender Kumpel Svend, der schon durch sein schräges Aussehen für heftige Lacher sorgen kann. Auch alle Nebendarsteller sind optimal besetzt. Ausfälle gibt es in keiner Filmminute ...


Die DVD wird seit 2005 von EuroVideo vertrieben und enthält als Bonusmaterial lediglich den deutschen Original-Kinotrailer und zwei weitere Trailer des Labels. Leider entpuppt sich die Cover-Angabe bis heute als fehlerhaft. Denn weder liegt "Dänische Delikatessen" in 2,35:1 vor, noch wurde er anamorph kodiert. Das ist in der Tat ärgerlich, schließlich entspricht 2,35:1 dem Originalbildformat, und eine anamorphe Abtastung stellte 2005 keine Seltenheit mehr dar. Trotz des beschnittenen Bildformates und des noch dazu nötigen Aufzoomens des Bildes, bietet das Bild eine angenehme Schärfe, ohne übermäßig ins Detail zu gehen. Nahaufnahmen zeigen immer wieder feine Details, während das Bild in Totalen Plastizität und Tiefe vermissen lässt. Konturen wirken etwas schwammig, aber neigen nicht dazu, auszufransen oder zu überstrahlen. Der Kontrast gibt sich ausgewogen und harmonisch, während der Schwarzton aufgrund des stilistischen, sehr kühlen Farbtons etwas schwach ausfällt. Die Farbgebung erweist sich als leicht unterkühlt mit einem dezent grünen Anstrich, was den Film sehr schmutzig wirken lässt. Die Kompression arbeitet ruhig im Hintergrund, weshalb man auch heute noch von einem guten, wenn auch nicht mehr zeitgemäßen Transfer sprechen kann.

"Dänische Delikatessen" ist ein sehr dialoglastiger Film, weshalb der deutsche 5.1-Mix weitgehend sehr frontlastig klingt. Es verteilen sich aber immer wieder kleinere Nebengeräusche oder Effekte auf die hinteren Lautsprecher, und dank der klaren und sauberen Front erzeugt der deutsche Mix dennoch eine angenehme, wenngleich nicht sehr ausgeprägte Räumlichkeit. Wenn nötig, darf der Subwoofer etwas in die Vollen gehen, wobei der Film genrebedingt nicht mit vielen Sequenzen aufwarten kann, die einen aktiven Mehrkanal-Mix unterstützen. Der dänische Originalton liegt in Dolby Surround 2.0 vor, bietet optional deutsche Untertitel, unterscheidet sich technisch aber nur marginal vom deutschen Pendant.



Tiefschwarze, unheimlich makabere aber dennoch zum Brüllen komische "Fleischer"-Komödie, nach der man sich garantiert zwei Mal überlegt, was man sich beim Metzger um die Ecke das nächste Mal bestellt. Brillante, wenn auch bitterböse Gags, dazu sympathische Figuren und eine großartige Story geben dem Film mindestens genauso viel Würze wie die hier servierten "Delikatessen"! Ein absoluter Geniestreich aus Dänemark und ein klarer Geheimtipp!

Leider gibt es bisher keine neue DVD. Wer "Dänische Delikatessen" sein Eigen nennen mag, muss mit der vorliegenden Disc aus dem Hause EuroVideo Vorlieb nehmen. Qualitativ geht die Scheibe absolut in Ordnung, selbst über die fehlende anamorphe Kodierung kann man hinwegsehen. Doch das falsche Bildformat ist ein absolutes No-Go. Eine Alternative gibt es aber leider auch nicht.


Film+++++/
Bild++++--
Ton++++--
Bonus/-----


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