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UK 1993
Originaltitel:Beyond Bedlam
Alternativtitel:Bedlam - Jenseits des Wahnsinns
aka. Nightscare
Länge:85 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Vadim Jean
Buch:Vadim Jean, Rob Walker, nach einer Romanvorlage von John Brosnan
Kamera:Gavin Finney
Musik:David A. Hughes, John Murphy
Darsteller:Craig Fairbrass, Elizabeth Hurley, Keith Allen, Anita Dobson, Jesse Birdsall, Craig Kelly
Vertrieb:Cineworld/One World
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Sprache:Deutsch
Specials:
  • 2seitiger Einleger
  • 2 Bio-/Filmografien
  • Trailer:
    • Bedlam
    • In Cold Blood
    • Roadblock
Die Neurologin Stephanie experimentiert mit der Psychodroge BFND an dem inhaftierten Gewaltverbrecher Marc Gilmour mit dem Ziel, ihn auf diese Weise zu beruhigen oder möglichweise sogar zu resozialisieren. Doch Gilmour ist kein unbeschriebenes Blatt: vor seiner Gefangennahme war er als ein brutaler Irrer namens "der Knochenmann" bekannt. Nebenher untersucht Inspektor Hamilton, Gilmours Erzfeind, eine Ansammlung mysteriöser Todesfälle, was ihn sehr bald in die geschlossene Anstalt auf die Fährte des intelligenten Gilmour bringt. Doch die Ergebnisse der Droge, die Stephanie auch an sich selbst testet, sind unvorhersehbar und Gilmour nutzt fortan seine neu entstandenen psychischen Kräfte, um Personen seinen Willen aufzuzwingen oder sie durch Visionen in den Wahnsinn zu treiben ...
Zu Beginn ein kurzes Zitat des Werbetrailers: 'Der ultimative Psychohorror nach Interner Link"Schweigen der Lämmer"'. Wow, wenn dem wirklich so ist, dann hab ich hier ja das gefundene Fressen für alle, denen Interner Link"Hannibal" (der kam natürlich erst viele Jahre nach "Bedlam") zu wenig psychotisch und zu sehr Kasperletheater war.
Tatsächlich haben wir es mit einem kleinen Klon von Thomas Harris Meisterroman zu tun. "Bedlam" dreht sich ebenso wie sein großes Vorbild um einen Häftling, dem trotz seiner dunklen Vergangenheit die Ehre zu teil wird, der Menschheit einen Dienst zu erweisen. Aber nicht als smartes Superhirn, mit dessen Hilfe andere Irre aufgespürt werden, sondern als Versuchskaninchen für ein neuartig entwickelten Droge. Dieses Experiment geht natürlich gehörig nach hinten los und es entwickelt sich ein mehr oder minder spannender Thriller daraus, der zu Beginn ganz gehörig unter Einfallsarmut und Müdigkeitserscheinungen leidet. Dabei gibt sich "Bedlam" so schlicht wie ein TV-Krimi oder ein billiger B-Psychothriller und lässt keineswegs den Witz und die Raffinesse eines Interner Link"Das Schweigen der Lämmer" durchblitzen.

Das Schauspieler-Rudel lässt sich auch gleich auf nur drei wichtige Personen reduzieren, mit denen man 90 Prozent des Filmes ausstaffiert. Wichtigste Person (zumindest in meinen geblendeten Äuglein) ist die fesche Elizabeth Hurley als unbedachte Wissenschaftlerin. "Die Geister, die ich rief" sollte die Frau mit dem ungeheuren Sex-Appeal zu ihrem Leitspruch erheben. Ihr Aussehen hilft ihr in der Umsetzung ihrer Rolle aber nicht viel, denn sie erweist sich nicht gerade als beste Schauspielerin - was eigentlich sogar Understatement pur ist, denn die meiste Zeit tappst sie sehr unbeholfen durch die Szenerien. Oft in Begleitung des heldenhaften Polizisten Hamilton, gespielt vom B-Action-Veteranen Craig Fairbrass (Interner Link"Cliffhanger", "Terminal Force"). Beide haben Dreck am Stecken und nachdem der Zuschauer die ersten Halbzeit des Films überstanden hat, in der es neben ein paar unspektakulären Morden nicht viel zu sehen gibt, wird erstmals genauer die Hintergrundgeschichte der Hauptcharaktere erzählt.
Sie begeben sich per Selbsttest der Droge BFND auf einen schaurigen Trip. Und schon gewinnt der Film an Fahrt und die lang angekündigte Psychoatmosphäre greift, als sich beide gefangen in einem Strudel aus real erscheinenden Absurditäten wiederfinden. Beeinflusst duch die psychischen und telepathischen Kräfte des sicher verwahrt geglaubten Häftlings waten sie von einer Vision in die andere. Sehr lustig ist dabei Terrys ständig wiederkehrende, tote Gemahlin, die mit einem deutlich sichtbaren Einschussloch in der Brust die beiden Detektive mit Tee und allerlei sich ständig wiederholenden Geschwätz versorgt. Hinzu kommen einige Rückblicke und Halluzinationen, in denen Terry und Steph mit ihrer dunklen Vergangenheit konfrontiert werden. Eine düstere Stimmung und einige gute Schockmomente erheben diese Szenen zum Highlight des Films, um gleich im Anschluss darauf alles wieder rapide abflauen zu lassen.

Ist auf einmal die Puste raus, fragt man sich, wenn die zwei von einem Ort zum nächsten entschwinden, vergleichbar mit der Vorgehensweise in einem Adventure-Computerspiel. Dabei werden Sinnlosigkeiten aneinander gereiht und der bisherige Plot so zurecht gemeißelt, wie es die Situation gerade benötigt. Beispielsweise ist es nach dem Einsturz des Tunnels völlig aus mit der Logik, wenn der irre Psychopath Gilmour (der übrigens in einer Zelle mit Glasgitterstäben sitzt!) in die Körper der Protagonisten schlüpft und ihnen sprichwörtlich an die Wäsche möchte. Hier beachtet man schon kaum noch, dass die Hintergrundgeschichte der Charaktere kaum weiter ergründet wird und man mit einigen haarsträubenden Einlagen abgespeist wird, die sich durch eine ständig tappsige Ms. Hurley und dümmliche B-Niveau-Kommentare auszeichnen. Je mehr man sich also dem Ende nähert, um so unausgegorener wird dieses Psychospielchen, das sich plötzlich mit einer endlos erscheinenden Finalklopperei noch als Actionfilm etablieren möchte.

Bei der schlechten Bildqualität fällt mir fast mein linkes Holzauge aus. Na klar haben wir da schon wesentlich schlechteres gesehen, aber muss es bitte sein, dass "Bedlam" mit einer so geringen Schärfe negativ auffällt. Matschig ist das einzige, was mir dazu einfällt. Der Kontrast zieht die Qualität weiter herunter, denn einerseits erscheinen die großen Schwarzflächen ab und zu dunkelgrau und andererseits sind eben diese übergroßen Kontrastschwächen dafür verantwortlich, dass in dunklen Szenen, von denen der Film recht viele besitzt, die Gesichter immer zu einem großen Teil im Schatten stehen und kaum mehr als eine schemenhafte Kontur erkennbar ist.
Zu erst dachte ich, man hätte nur den Monoton des Films auf die zwei Stereoboxen. Scheinbar handelt es sich hierbei aber um einen "echten" Zweikanalton, den man aber nur mit sehr viel Mühe oder anhand der Frequenzkurven erkennen kann. Schwierigkeiten mit der Sprachverständlichkeit gibt es keine, aber dafür ist der Ton minderer Qualität, was man oft an den Verzerrungen in der Musik nachvollziehen kann. Apropos Musik: Durch die gesamten anderthalb Stunden zieht sich ein ständig wiederkehrendes, dramatischen Streicherthema, welches mir nach spätestens der Hälfte der Spielzeit derart überdrüssig wird, dass ich am liebsten den Ton ausschalten möchte. Dieses Manko kann man natürlich nicht in die Tonbewertung der DVD einfließen lassen, aber ein wenig mehr Abwechslung in Sachen Soundtrack dürfte es schon sein.
Im Bereich Bonusmaterialien versagt diese DVD ansatzweise. Für Interessenten weiterer Produkte aus dem Hause One World gibt es neben dem Trailer zum Hauptfilm (jeweils auf deutsch und englisch) Vorschauen zu "Roadblock" und "In Cold Blood". Weiterhin ist eine Filmo-/Biografie von Elizabeth Hurley und Craig Fairbrass auf insgesamt 3 Texttafeln auf der Scheibe vorhanden.

Regisseur Vadim Jean hat es vermurkst, aus einem vielversprechenden Skript einen ordentlichen Thriller zu basteln, anders kann man es einfach nicht sagen. Statt sich auf die beklemmenden, düsteren Momente des Filmes zu konzentrieren, geht eine Menge Spannung an den altbackenen Hatzsequenzen und einigen blutigen Szenen verloren, wobei man aber sagen muss, dass die Traum-/Tripsequenzen am besten umgesetzt sind. 2 Punkte für den Film und einen Extrapunkt für die hübsche Elizabeth Hurley. Damit ist "Beyond Bedlam" gerade einmal reif für die mitternächtliche TV-Wiederholung im Fernsehen. Die DVD bietet kaum nennenswertes Bonusmaterial und die Bild- und Tonqualität bewegt sich im VHS-Bereich.


Film+++---
Bild++----
Ton++----
Bonus+-----


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