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USA 2007
Originaltitel:House
Länge:84:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Robby Henson
Buch:Rob Green, Ted Dekker, Frank Peretti
Kamera:Marcin Koszalka
Musik:David E. Russo
Darsteller:Michael Madsen, Leslie Easterbrook, Bill Moseley, Lew Temple, Julie Ann Emery, Reynaldo Rosales, Allana Bale, J.P. Davis, Heidi Dippold, Weronika Rosati, Pawel Delag
Vertrieb:Savoy Film / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:18.10.2009 (Verleih) / 08.01.2010 (Kauf)
Specials:
  • Trailershow:
    • Freebird (1:37 Min.)
    • Die Vollchaoten (1:36 Min.)
    • Embodiment of Evil (1:23 Min.)
    • Dying God (1:45 Min.)
    • Russian Transporter (1:48 Min.)
    • 20 Years After (2:03 Min.)
    • Autumn of the Living Dead (1:40 Min.)
    • The Disappeard (2:23 Min.)
    • How To Be (1:51 Min.)
    • Plasterhead (1:03 Min.)
    • Phantom Commando: Die Rückkehr (2:03 Min.)
Jack und Stefanie, ein junges Paar, haben auf einer einsamen Landstraße eine Autopanne und suchen vor dem Regen Schutz in einem alten Landhotel. Das alte Haus wird von einer bedrohlichen Frau und ihrem irrsinnigen Sohn geleitet, bis auf ein weiteres gestrandetes Paar gibt es keine weiteren Gäste. Die vier müssen nicht nur gegen grauenhafte Visionen aus ihrer Vergangenheit kämpfen, sondern stehen auch einem maskierten Psychopathen gegenüber, der ein brutales Spiel mit ihnen spielt. Bis Sonnenaufgang muss einer sterben, dann können die anderen drei gehen. Falls nicht, werden alle ihre Leben auf bestialische Weise verlieren.
Wenn zum austauschbaren Stoff ein passender Titel fehlt, nimmt man besser einen, der nicht allzu viel über den Inhalt aussagt. Gute Begriffe sind da: Darkness, Fear, Nightmare oder eben "House". In diesem geht zwar allerlei Spuk und Dämonisches ab, doch eine klare Linie fährt der Streifen nicht.



In jenem einsam gelegenen Haus am Waldrand sieht man zu Beginn, wie ein Typ seine Frau mit einem Gewehr abknallt. Kurz darauf finden sich hier über Umwege zwei einander fremde Paare ein, die sich zunächst im Hotel wähnen und allenfalls Gedanken über die drei merkwürdigen Gastgeber machen. Doch dann werden die vier mit dem persönlichen Trauma ihrer Vergangenheit konfrontiert, während draußen ein Vermummter versucht, ins Gebäude einzudringen: Wenn drei überleben wollen, muss es vor Sonnenaufgang einen Toten geben ...

So eine Geschichte steht und fällt größtenteils mit seinen Sympathieträgern und hiervon ist auf weiter Flur niemand auszumachen. Jack und Steph, welche während des Vorlaufs im Mittelpunkt stehen und die während ihrer Autofahrt begleitet werden, zicken sich gegenseitig an; sie macht ihm dauernd Vorwürfe, sich verfahren zu haben und lässt die Diva einer (augenscheinlich eher unbekannten) Country-Sängerin raushängen, während Jack zu wenig Kontra gibt und innerhalb einer Autopanne mit zwei Platten (man ahnt es: eine Falle ...) kaum Eigeninitiative zeigt. Die beiden, die sich bereits im großräumigen Haus befinden, erhalten noch weniger Profil: Sie ist angehende Psychologin (nimmt man ihr kaum ab) und er hat was mit Hotels und Finanzen zu tun, aber eine Vorgeschichte erhalten beide nicht. Das ist insofern schade, als dass die Stimmung beim Betreten des Hauses an alte Gruselklassiker erinnert. Die alte Betty beispielsweise könnte auch die Hauswirtin in einer Variante von Interner Link"Bis das Blut gefriert" sein und das bereits aufgetischte Gedeck für die vier erinnert frappierend an Interner Link"Blut für Dracula". Überhaupt gefällt das Interieur des Gebäudes, denn es wirkt einerseits morbide und angestaubt, andererseits entfaltet es etwas Bedrückendes, welches sich auch auf die Stimmung der Protagonisten überträgt. Gleichermaßen auf den Zuschauer, der gespannt ist, was es denn nun mit den merkwürdigen Gastgebern und ihren dubiosen Andeutungen auf sich hat.



Diese Stimmung kann leider nicht gehalten werden, als sich die Gruppe aufgrund der Mitteilung durch den Belagerer trennt (der bereits mit dem Gewehr ohne Erfolg ins Haus ballerte) und nach und nach Flashbacks in die Realität übergehen. Steph erlebt den Unfalltod ihrer Tochter noch einmal und muss gegen steigendes Wasser in einer Kammer ankämpfen, während ihr Mann Jack jenen Unfall aus seiner damaligen Perspektive noch einmal erlebt, aber nicht aktiv eingreifen kann.
Worauf die Sache hinauslaufen könnte, mag man sich an dieser Stelle zwar bereits ausmalen, doch die Umsetzung jener Konfrontationen mit der Vergangenheit lässt auf dramaturgischer Ebene stark zu wünschen übrig.

Dummerweise nimmt der Spannungspegel bereits ab da ab, als man weiß, dass möglichst alle vier ums Leben kommen sollen, denn an sich, sollte von dort an das Mitfiebern erst richtig losgehen. Stattdessen kommt man im letzten Drittel noch mit einem dämonischen Doppelgänger, einem dubiosen Mädchen (Geist, Dämon, verlorene Seele ...) und bringt einen finalen Plot Twist, den man in dieser Form innerhalb der letzten Jahre schon einige Male erleben konnte - inszenatorisch wirkt er zumindest nicht wie mit der Brechstange auf den Punkt gebracht und während des Showdowns ist immerhin eine leichte Temposteigerung zu verzeichnen.

Trotz mindestens zwei bekannteren Gesichtern (Bill Moseley als einer der zwielichtigen Gastgeber und Michael Madsen als noch dubioserer Cop) wird man kaum mit den Figuren warm und gruselt sich allenfalls während der Exposition im gleichnamigen Haus, als man noch nicht weiß, worauf die Chose hinausläuft, aber Geheimniskrämerei und Misstrauen im Vordergrund stehen. Danach verstrickt sich das Skript und verliert seine klare Linie, verliert zudem Figuren aus den Augen und bindet sie erst viel zu spät wieder ins Geschehen ein, als man jene beinahe schon unter den Opfern gesehen hat. Nette und auch atmosphärische Ansätze, handwerklich grundsolide, aber im Endeffekt zu unausgewogen erzählt, um konstant bei Laune zu halten.


Das anamorphe Bild der deutschen DVD zeigt sich von einer guten Seite. Die Farben besitzen gerade in dunklen Szenen einen natürlichen Anstricht, während Szenen bei Tageslicht mit reduzierten Tönen auskommen. Dieses Stilmittel dient der Unterteilung des Filmes in Ebenen und der Schaffung von Atmosphäre. Der Schwarzwert ist dagegen kraftlos und sorgt dafür, dass der Kontrast mit Problemen zu kämpfen hat, denn in dunklen Bereichen werden Details verschluckt und in hellen Szenen sind leichte Überstrahlungen vorhanden. Weiterhin macht sich ein deutliches Rauschen in dunklen Szenen bemerkbar, wodurch die Schärfe ein paar Detailverluste hinnehmen muss. Die Plastizität geht weitestgehend verloren, weil Feinheiten einfach nicht ausreichend herausgearbeitet werden.

Auch die Akustik ist in Ordnung, bleibt allerdings hinter den Erwartungen zurück. Die Möglichkeiten, direktionale Klangeffekte einzubringen und eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, sind zwar da, wurden aber nicht richtig genutzt. Dies betrifft sowohl die deutsche als auch die englische Sprachfassungen, die beide sehr frontlastig abgemischt wurden und nur selten die hinteren Boxen in das Geschehen eingreifen lassen. Wenn es dennoch der Fall ist, sind diese Szenen jedoch sehr stimmig. Die Dialoge sind in beiden Fassungen gut zu verstehen, wobei die deutschen Synchronsprecher etwas dominanter klingen, was diese Fassung an Natürlichkeit verlieren lässt. Das Zusammenspiel von Dialogen, Musik und Effekten ist beim Originalton einfach etwas besser. Zumindest besitzen beide Abmischungen eine gute Dynamik und einen angenehmen Bass. Insgesamt solide, für einen aktuellen Film in Dolby Digital 5.1 ist das aber noch zu wenig. Untertitel gibt es in deutscher und englischer Sprache, letztere jedoch nur im Film anwählbar.
Schwachpunkt der DVD ist die Bonussektion, denn außer einer Trailershow ist nichts weiter vorzufinden.


Die Veröffentlichung von Savoy Film ist zwar technisch in Ordnung, hätte aber mehr hervorbringen können. Es liegt vermutlich daran, dass dem Film kein allzu großes Budget zur Verfügung stand. "House" selbst ist kurzweilige Gruselunterhaltung, die zumindest jenen Filmfan bedient, der keinen Anspruch an die Handlung stellt.


Film+++/--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus------


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