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KR 2000
Originaltitel:Seom
Alternativtitel:Isle, The
Länge:86 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kim Ki-Duk
Buch:Kim Ki-Duk
Kamera:Suh Sik-Hwank
Musik:Sang Yun Jun
Darsteller:Suh Jung, Yoosuk Kim, Jae Hyun, Hang -Seon
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Koreanisch, Deutsch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Filmografie Kim Ki Duk (14 Seiten)
  • Behind the Scenes (7:04 Min.)
  • Videoclip (4:09 Min.)
  • Interviews mit Darstellern und Regisseur (8:29 Min.)
  • Originaltrailer (1:58 Min.)
  • Trailershow:
    • Seom - Die Insel (1:58 Min.)
    • Windfall (2:45 Min.)
    • Flying Virus (2:48 Min.)
    • Vidocq (2:02 Min.)
    • J.S.A. (2:30 Min.)
Eine bezaubernd schöne, mysteriöse junge Frau lebt am Ufer eines Sees und versorgt Angler mit Lebensmitteln, Ködern und käuflicher Liebe. Die Urlauber, vor allem Männer, wohnen in winzigen Hütten auf schwimmenden Plattformen und vertreiben sich die Zeit mit Angeln, Kartenspielen, Saufen und Sex. Der zuletzt eingetroffene Gast ist auf der Flucht. Er hat seine Frau aus Eifersucht getötet und ist hierher gekommen, um zu sterben. Zwischen der geheimnisvollen Schönheit und dem Mörder wächst eine bizarre, von äußerst gewalttätiger Sexualität geprägte Leidenschaft, aus der es für beide kein Entkommen gibt.
Ich denke mal, dass ich "Seom - Die Insel" als Kunstfilm bezeichnen kann, fernab von jeder kommerziellen Erzählstruktur, gehört Kim Ki-Duk's Film zum Kino der Schmerzen und stellt eine Visualisierung des Leidens da, die den Zuschauer teilweise verstören wird und viel Spielraum für eigene Interpretationen der von einer unheimlichen Bildgewalt in den Hintergrund rückenden Story lässt. Von Beginn an spürt man bei "Seom" eine gewisse Beklemmtheit und Trauer, welche durch die blassen Farbtöne und den Soundtrack verstärkt wird. Hier wird uns nicht filmtypisch die Geschichte näher gebracht und wir stehen als Zuschauer vor einem großen Loch. Wer ist das stumme Mädchen und warum macht sie diesen undankbaren Beruf und versorgt die Angler nicht nur mit Lebensmitteln ...?

Direkt am Anfang wird er Zuschauer schon geschockt, indem sie ihren Körper an einen Angler verkauft, der danach noch nicht mal bezahlen will, sie sich aber auf ihre Weise für diese Demütigung rächt. Dies ist einer der viele Stellen im Film, die den Zuschauer verwirren. Aber das war erst der Anfang. "Seom" ist 86 Minuten Stille, 86 Minuten Schmerz und Gewalt. Wer hier jetzt denkt, er bekommt einen derben Actioner oder Thriller geboten, liegt aber vollkommen falsch.

Duk inszeniert die Gewalt auf rein psychischer Basis und schafft es so, den Zuschauer komplett zu verstören und teilweise aus der Fassung zu bringen. Das Mädchen sagt im ganze Film kein Wort und der Hauptdarsteller, der sich auf eine der Boote geflüchtet hat, um sich umzubringen, redet in den ersten 20 Minuten nicht. Man bemerkt, dass hier was nicht stimmt und wird durch ein paar Traumsequenzen, in denen er seine Frau und dessen Geliebten tötet, aufgeklärt, wieso sich der von der Polizei Gesuchte umbringen will. Jedoch scheitert sein Versuch, da das Mädchen auf unkonventionelle Art ihn am Suizid hindert, in dem sie durch das Floß mit einem Messer sticht und im am Bein verletzt, wodurch er die Waffe ins Wasser fallen lässt. Ab da merkt man, dass zwischen den beiden eine Verbindung entsteht und in der Tat, sie kommen sich näher. Doch was ab diesem Moment passiert, hat nichts mit Liebe zu tun. Ihre Beziehung ist ebenso bizarr wie gewalttätig und einer der wohl schockierensten Szenen ist es, wo sich der Gast erneut umbringen will und sich Angelhaken in den Mund stopft, die Stumme zwar erneut zu Hilfe kommt, aber anstelle einen Arzt zu holen, klemmt sie ihm ein Stück Holz in den Mund, damit er nicht schluckt und zieht ihm die Hose aus, um in zu reiten. Diese Szene ist wirklich unheimlich hart geworden, sogar so hart, dass eine Pressevorführung unterbrochen werden musste, da ein Journalist in Ohmacht fiel. Nun ist das natülich wieder ein Extremfall gewesen, aber trotzdem geht Kim Ki-Duk hier oftmals an die Grenzen des Ertragbaren, auch wenn das nicht bedeutet, dass der rote Saft in Strömen fließt, denn darauf wird mehr oder minder verzichtet. Es ist diese Stille und Atmosphäre, die den Film so beänstigend macht.
"Seom", Kino der Schmerzen aus Korea, der für Neulige des asiatischen Films weniger zu empfehlen ist, als dass sie die Erzählstruktur sicherlich befremdend finden werden, so befremdend, wie dieses anspruchsvolle Kinoereigniss pervers ist ...

Anfänglich hätte ich nicht gedacht, dass die Firma Sunfilm den Film wirklich ungeschnitten bringt, jedoch scheint man bei der FSK den Kunstcharakter erkannt zu haben und somit ist er nicht nur ungeschnitten, sondern auf frei gegeben ab 16 Jahren. Die DVD in Zusammenarbeit mit Rapid Eyes Movies bietet uns eine leider nicht so gute Bildqualität. Das Bild weist zwar einen geringen Rauschanteil auf, was wohl an dem Einsatz diverser Filter liegt, die dem Bild viel an Schärfe rauben. Egal bei welchen Szenen, das Bild wirkt nie wirklich scharf und auch der Kontrast kann nicht als optimal bezeichnet werden. Die Farben wirken blass und kalt, was aber wohl eher vom Regisseur so geplant war. Einzig und allein der schwache Schwarzwert lässt sich hierbei bemängeln. Dafür sind die Kompressionen gut gelungen und es gibt nur selten was daran auszusetzen. Der letzte Negativpunkt sind wohl die vielen Defekte, die ständig im Bild zu sehen sind, mal mehr mal weniger. Im Groben ein eher ausreichendes Bild, welches im Format 1,78:1 anamorph codiert wurde und dank des wenigen Rauschens und der guten Kompressionen gerade noch so die Kurve kriegt.
Der Ton liegt wie fast immer in Dolby Digital 5.1 und Dolby Surround auf Deutsch und Koreanisch vor und in DTS 5.1 auf Deutsch. Hier darf man kein Effektgewitter erwarten, jedoch ist die Dialogverständlichkeit sehr gut geworden. Der 5.1-Ton lässt einen guten Raumklang aufkommen wobei man sich hierbei oft auf Umgebungsgeräusche beschränken muss, die wie der gesamte Soundtrack sehr natürlich wirken. Der deutsche DTS-Ton ist wie immer nur etwas lauter und der koreanische Originalton wirkt in seinem Klang viel natürlicher als die deutsche Synchronisation, ist dafür aber etwas linkslastiger ausgefallen. Insgesamt ein guter, wenn auch nicht herausragender Ton mit optional ausblendbaren Untertiteln.
Als Bonus gibt es einen Trailer, sowie eine Filmografie des Regissuers Kim Ki Duk als Texttafel, dann bekommen wir ein 7minütiges Making of zu Gesicht, welches uns hinter die Kulissen der Dreharbeiten führt. Zum Schluss gibt es noch einen Videoclip mit dem Titel "Worm" von der Gruppe Concore und 9 Minuten an Interviews, die leider nur englisch untertitelt wurden.

"Seom - Die Insel" ist ein beindruckender Film in einer leider schwachen DVD-Umsetzung.


Film+++++-
Bild+++---
Ton+++---
Bonus+++---


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