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CN 2004
Originaltitel:Shi mian mai fu
Alternativtitel:Hero 2
aka. Lovers
aka. House of the Flying Daggers
Länge:114:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Zhang Yimou
Buch:Feng Li, Bin Wang, Yimou Zhang
Kamera:Xiaoding Zhao
Musik:Elmer Bernstein
SFX:Shigeru Umebayashi
Darsteller:Takeshi Kaneshiro, Andy Lau, Zhang Ziyi, Song Dandan
Vertrieb:Highlight / Constantin Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Chinesisch
Untertitel:-
Verpackung:Digipack im Schuber
Specials:
Film-DVD
  • Trailer: "Fantastic Four" (2:18 Min.)
Bonus-DVD
  • Making Of (44:53 Min.)
  • Storyboards:
    • Tanz im Pavillon der Pfingstrose (3:17 Min.)
    • Kampf am Wasserbecken (1:20 Min.)
    • Befreiung aus der Gefangenschaft (0:58 Min.)
    • Ritt durch den Wald (2:50 Min.)
    • Kampf im Feld (3:02 Min.)
    • Gefangennahme im Bambuswald (5:30 Min.)
  • Bildergalerie (28 Bilder)
  • Kostümentwürfe (18 Bilder)
  • Setdesign (18 Bilder)
  • Die Filmrequisiten (6 Bilder)
  • Musikvideo: "Lovers" (4:08 Min.)
  • Dreharbeiten zu "House of Flying Daggers" (6:23 Min.)
  • TV-Spots:
    • TV-Spot 1 (1:02 Min.)
    • TV-Spot 2 (0:32 Min.)
    • TV-Spot 3 (0:17 Min.)
    • TV-Spot 4 (0:12 Min.)
    • TV-Spot 5 (0:12 Min.)
    • TV-Spot 6 (0:12 Min.)
    • TV-Spot 7 (0:17 Min.)
    • TV-Spot 8 (0:17 Min.)
    • TV-Spot 9 (0:12 Min.)
  • Internationale Trailer:
    • Trailer 1 (1:57 Min.)
    • Trailer 2 (1:09 Min.)
  • Interviews:
    • Zhang Yimou (1:33 Min.)
    • Ziyi Zhang (1:08 Min.)
    • Andy Lau Tak Wah (1:58 Min.)
    • Takeshi Kaneshiro (0:58 Min.)
    • Tony Ching Siu Tung (0:45 Min.)
  • Darsteller-Infos:
    • Andy Lau Tak Wah
    • Takeshi Kaneshiro
    • Ziyi Zhang
    • Song Dandan
  • Der besondere Filmtipp: "Hero" (3:06 Min.)
  • Trailershow:
    • House Of Flying Daggers (2:08 Min.)
    • Vom Suchen und Finden der Liebe (2:33 Min.)
    • Kammerflimmern (1:54 Min.)
    • Napola (2:10 Min.)
    • Die Nach der lebenden Loser (1:58 Min.)
    • Im Rennstall ist das Zebra los (2:25 Min.)
    • The Grudge (1:18 Min.)
    • Alexander (1:42 Min.)
Leo und Jin sind Polizisten und sollen die Anführerin der revolutionären Gruppe House of Flying Daggers ausspionieren. Sie nehmen erst einmal die Rebellin Mei, eine schöne Tänzerin, gefangen. Jin gewinnt Meis Vertrauen und "flieht" mit ihr zum Hauptquartier der Rebellen, während Leo heimlich folgt. Doch Jin und Mei verlieben sich.
"If I die under a skirt, I can still flirt as a ghost." - Jin

Früher hat Zhang Yimou Filme über Menschen gedreht. Heute könnte man meinen, dreht er Filme, in denen Menschen nur noch als Marionetten in einem akrobatischen Puppenspiel vorkommen. Nachdem die internationalen Zuschauer mit Lees "Crouching Tiger, Hidden Dragon" und Zhangs vorherigem Hit Interner Link"Hero" verzaubert wurden, reicht letzterer mit "House of Flying Daggers" nur zwei Jahre später gleich den nächsten kunstvollen Martial-Arts-"Tanz"-Film nach. Hatte schon Interner Link"Hero" inhaltliche Schwierigkeiten, ist sein Nachfolger, leider ein Alibifilmchen für immer spektakulärere Effektszenen geworden. Figuren, Motivationen und Geschichten sind in den Hintergrund gerückt.


Die Geschichte verfolgt das Schicksal zweier Armeeleutnants, die versuchen die radikale "Fliegende Messer" - Gruppierung zu zerschlagen, die die wankende Tang-Dynastie stürzen wollen. Leo (Interner Link"Infernal Affairs"-Star Andy Lau) bleibt im Hintergrund, scheint der Stratege der beiden Protagonisten zu sein, während Jin (Takeshi Kaneshiro) die jugendliche, fast unbeschwerte Exekutive ihres Teams bildet. Da die neueste Tänzerin im Pavillon des Dorfes nicht nur blind, sondern auch höchst verdächtig ist, wird sie durch einen Trick Leos in die Gefangenschaft der Armee gebracht. Hier stellt sich heraus, dass Mei (Zhang Ziyi) nicht nur zu den "Fliegenden Messern" gehört, sondern höchstwahrscheinlich auch noch die direkte Tochter des mittlerweile getöteten Befehlshabers über die Gruppe zu sein scheint.



"Every girl here is named after a flower. Why is yours so plain?" - Jin

Jin gibt sich als romantisch-wankelmütiger Vagabund aus und befreit Mei in einem gestellten Überfall aus dem Gefängnis, damit sie ihrem neuen Beschützer das Versteck der "Fliegenden Messer" verrät. Diese Geschichte aus der sich ein klassisches Eifersuchtsdrama entwickelt, klafft nur so von Logiklöchern. Es scheint besonders im letzten Drittel des Films so, als würde Zhang Yimou Plot-Twists nur des Effekts willen verteilen - denn seine kühnen Wendungen machen im Kontext der bisherigen Story nicht immer gerade Sinn. Mit der überraschendsten Enthüllung kippt der Regisseur sogar jegliche verständliche Motivation für die Charaktere, die die Geschichte erst ins Rollen gebracht haben.
Genauso, wie die Plot-Twists nur zum Überraschungseffekt eingeflochten zu sein scheinen, sind all die aufwändigen Akrobatiksequenzen nur zum Ausspielen gängiger Computertricks gedacht. Die Sequenz, in der Andy Lau und Zhang Ziyi im Pavillon das Trommelspiel vollführen, ist komplett nur auf Effekt gedreht. Schöne Landschaften gibt es, aber Zhang Yimou scheint sich von jeglicher natürlichen Schönheit abgewandt zu haben. Jede Szene, die uns den Atem rauben soll, wird durch Computermanipulation, Drahtseiltricks oder Bildverfremdung erzeugt. Dadurch wirkt die Welt in "House of Flying Daggers" künstlich und irgendwie steril. Dass es sich bei dem Film dann eigentlich um ein Liebesdrama handelt, ist umso kurioser, da Gefühle und Emotionen in diesem in alle optischen Extreme hochstilisierte Optikopus kaum Raum für Charaktertiefe und Tiefsinn lässt.


Regisseur Zhang Yimou war clever genug, um sich von all den politischen Inhalten zu distanzieren, die einst Interner Link"Hero" etwas schwachbrüstig machten. Die historische Epik lässt er komplett außen vor und konzentriert sich lediglich auf sein Dreigestirn. Die Ereignisse, an denen wir Teil haben dürfen, sind lediglich ein Puzzleteil in einer viel größeren, politischen Intrige, die hier nie thematisiert oder aufgeschlüsselt wird. Am Ende sind es nicht die politischen Lager und Ansichten, um die es zur Auflösung des Konflikts in dem Film geht, sondern lediglich die Liebe. "House of Flying Daggers" könnte somit auch ein "Romeo und Julia"-Verschnitt sein, denn am Ende ist es nur wichtig, dass die beiden Liebenden ihre Liebe füreinander nicht leben können, da ihre Hintergründe (hier sind sie politisch, bei Shakespeare waren sie familiär) zu verschieden sind. Und nach diesem Moment, in dem die Positionen noch einmal simplifiziert werden und wir all die Slowmotion-Shots und Bullet-Time-Effekt-Spielereien vergessen können, funktioniert der Film auch wieder ganz gut: In den letzten zehn Minuten kann der Film erstmals wirklich berühren, wenn Zhang Yimou ein grandioses Finale entfesselt.


"We cannot. We belong to two opposing sides. If we meet again ... one of us will have to die." - Mei

"House of Flying Daggers" ist eine Rundschau in die Effektwelt Chinas. Zhang Yimou versteht es optische Leckerbissen mit allen physikalischen Gesetzen trotzenden Akrobatikeinlagen zu drehen, kann seinen visuellen Leckerbissen aber nicht mit genug Substanz oder Kohärenz ausstatten, dass sein Film auch auf anderen Ebenen funktionieren würde. Die Kampfszenen sind allesamt gut inszeniert, die Schauspieler machen im Rahmen ihrer durch die dünnen Rollen limitierten Möglichkeiten ihr Bestes - und dennoch ist "House of Flying Daggers" eine Enttäuschung. Zu künstlich ist er geworden um uns wirklich eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte nahe zu bringen.


"... Referenzwerte in puncto Raumklang und Surroundeffekte ..."

Der anamorphe Widescreen-Transfer überzeugt unser geschultes Auge nicht nur durch satte und kräftige Farben, welche trotzdem stets natürlich sind, sondern auch durch einen ausgewogenen Kontrast, der zudem mit einem nahezu perfekten Schwarzwert aufwartet. Details werden hier nicht verschluckt. Was jedoch nicht so recht überzeugen will, ist die Schärfe, welche im Detailbereich einiges zu wünschen übrig lässt und vor allem in den Totalen recht weich und etwas matschig erscheint. Nahaufnahmen hingegen wirken stellenweise sehr detailliert und scharf und auch die Kantenschärfe macht eine gute Arbeit, wobei die Konturen hin und wieder etwas schwammig wirken. Außerdem arbeiten die Kompressionen nicht ganz so sauber und machen immer mal wieder durch Blockrauschen und Artefaktebildung auf sich aufmerksam (siehe Bambuswald). Derweilen wirkt der Transfer auch etwas grobkörnig und hin und wieder lässt sich dezentes Rauschen ausmachen, sowie leichtere Nachzieheffekte. Dafür ist der Transfer nahezu frei von Verschmutzungen und anderweitigen Defekten.


Wo das Bild noch mit einigen Schwächen zu kämpfen hat, dreht die DVD akustisch aber voll auf und Highlight / Constantin Film präsentiert uns Referenzwerte in puncto Raumklang und Surroundeffekte, welcher aber dennoch nicht für volle sechs Punkte reichen. Grund: Immer wieder passiert es, dass in ruhigen Dialogszenen die Front dominiert und die Stimmen hin und wieder etwas zu dumpf erscheinen. Ansonsten gibt es aber nichts zu kritisieren und vor allem der Score verteilt sich sauber auf alle Kanäle. Die gut eingestreuten Effekte lassen einen alles drumherum vergessen und den Zuschauer mitten in das Geschehen versinken, wo er sich über einen dynamischen und an den richtigen Stellen druckvollen Track erfreuen kann, der sich vor allem durch seine äußerst präzisen und glasklaren direktionalen Einstreuungen auszeichnet. Weiterhin wirkt die Geräuschkulisse sehr fein und keines noch so kleine Detail geht in den Actionszenen unter, was heißen soll, dass man selbst das Rascheln der Blätter und das Ziehen der Schwerter ins kleinste Detail wahrnimmt, was der Abmischung zusätzlich noch eine besondere Note verleiht. So ist es dem kompletten Zusammenspiel von Score, Umgebungsgeräuschen und einem hervorragenden Einsatz der Surroundeffekte zu verdanken, dass die deutsche Synchronfassung trotz einer etwas dumpf klingenden Dialogwiedergabe so überzeugend daherkommt. Der brachiale Basseinsatz sorgt zudem dafür, dass den Nachbarn hin und wieder die Uhr von der Wand fallen wird. Der chinesische Originaltrack klingt in den Dialogen natürlicher, jedoch hat man bei Highlight Film doch tatsächlich die deutschen Untertitel weggelassen, was mehr als nur ärgerlich ist. Der Unterschied zwischen dem deutschen Dolby Digital 5.1- und DTS 5.1-Ton ist diesmal im Detail zu finden. So zeichnet sich die DTS-Spur durch einen etwas besseren Dynamikumfang aus, wirkt vor allem im Bassbereich etwas kräftiger und klingt insgesamt deutlich lauter. Aber wie bereits geschrieben: Für die volle Punktzahl reicht es nicht ganz ...


Kommen wir nun zum Bonusmaterial, welches sich komplett auf der beiliegenden Bonus-DVD befindet. Die Hauptfilm-DVD beinhaltet nur den selbstlaufenden Trailer zu Interner Link"Fantastic Four". Nüchtern betrachtet ist das Bonusmaterial auf der zweiten Disc etwas enttäuschend, vor allem für eine Premium Edition. Zwar wird uns ganz zu Beginn ein knapp 45 Minuten langes Making of spendiert, welches durch das permanente Zeigen von Filmsequenzen aber nur gestreckt wurde. Richtig informativ wird es hier nie und selbst kleine Einblicke hinter die Kulissen und die kurzen Interviewblöcke täuschen nicht vor der Oberflächlichkeit des Featurettes hinweg. Zudem sollte man sich das Making of auf jedenfall erst nach Sichtung des Filmes anschauen, weil hier doch schon sehr stark gespoilert wird und man dem Zuschauer schon nach 3 Minuten den Schluss zeigt. Weiter geht es mit vier hübsch animierte und selbstlaufende Bildergalerien, welche unterteilt sind in Bildergalerie, Kostümentwürfe, Setdesign und Filmrequisiten. Viel gibt es hier allerdings nicht zu bestaunen und so kommt man schnell zu den Storyboards, welche aufgeteilt in sieben Clips einen direkten Vergleich zwischen Film und Storyboardskizzen zeigen. Zum Schluss gibt es noch ein Musikvideo von Kathleen Battle und ein knapp 6minütiges B-Roll Featurette mit dem Titel Dreharbeiten zu "House of Flying Daggers", welches leider zu 98% aus bekannten Material des "Making ofs" besteht.
Das war es dann, zumindest im Menüpunkt Specials. Unter weitere Extras finden wir noch neun kurze TV-Spots, zwei internationale Trailer, Darsteller-Infos in Form von vier kurzen Filmografien, Interner Link"Hero" als besonderen Filmtipp, acht weitere Trailer diverser Highlight Film-DVDs und fünf Interviews mit Cast & Crew, welche wie auch das "Making of" deutsch untertitelt wurden, aber nicht wirklich informativ geworden sind. Wer dann noch etwas mehr über die Darsteller erfahren möchte, kann sich das beiliegende Booklet durchlesen und sich schlussendlich über eine schöne Digipack-Verpackung im Hochglanzschuber freuen.


Leider ist das Bild der DVD nicht so brillant wie der deutsche Ton und mehr als die etwas oberflächlichen Extras ärgert es uns, dass hier wie bei Interner Link"Hero" einfach die deutschen Untertitel beim Originalton weggelassen wurde. Dann kann man sich in dem Fall auch gleich den Originalton sparen. Selbst die HK-DVD hatte englische Untertitel, was ja schon einmal eine Alternative gewesen wäre. Ansonsten für Soundfetischisten bis auf kleine Mängel absolute Pflichtscheibe fürs Wohnzimmer.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus+++---


Druckbare Version
House of the Flying Daggers (Acrylic Case Limited Edition, 2Disc)
IMDb.com OFDb.de



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