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USA, D 1999
Originaltitel:8MM
Alternativtitel:Eight Millimeter
Länge:118:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Joel Schumacher
Buch:Andrew Kevin Walker
Kamera:Robert Elswit
Musik:Mychael Danna
SFX:Al Griswold, Dick Wood
Darsteller:Nicolas Cage, Christoph Bauer, Joaquin Phoenix, James Gandolfini, Peter Stormare, Anthony Heald, Catherine Keener, Myra Carter, Jenny Powell
Vertrieb:Columbia
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Hebräisch, Hindi (Indisch), Isländisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch, Tschechisch, Ungarisch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • 4seitiges Booklet
  • Audiokommentar
  • Kinotrailer (2:26 Min.)
  • Filmdokumentation (5:08 Min.)
  • Filmografien:
    • Joel Schumacher (3 Seiten)
    • Nicolas Cage (4 Seiten)
    • James Gandolfini (3 Seiten)
    • Peter Stormare (3 Seiten)
    • Catherine Keener (3 Seiten)
    • Joaquin Phoenix (2 Seiten)
Privatdetektiv Tom Welles wird mit einem gar ungewöhnlichen Fall beauftragt: Im Nachlass ihres verstorbenen Mannes findet die wohlhabende Witwe Mrs. Christian eine 8-mm-Filmrolle, auf der ein junges Mädchen vor laufender Kamera zu Tode kommt. Welles soll nun rausfinden, wer das Mädchen ist und ob es hierbei nur um gute Effekte handelt. Dafür ermittelt er tief im Milieu des Pornofilms und lernt die Abarten von Sex und Gewalt kennen. Dabei begiebt er sich selbst und seine Familie in höchste Gefahr.
Nun ja, da haben wir ihn nun, den schmutzigen Thriller um das Tabuthema Snuff. Routiniert von Joel Schumacher in Szene gesetzt mit emotionalen Nicolas Cage.
Der Privatdetektiv Tom Welles soll für eine reiche Dame Nachforschungen anstellen. Sie fand im Nachlass ihres Mannes einen Snuff-Film, in dem ein Mädchen getötet wurde. Welles soll nun herausfinden, ob dieses Mädchen noch lebt. Also steigt er in den Pornosumpf ein und stößt überall auf Ärger, wo er Snuff erwähnt. Nachdem er die Identität des Mädchens herausgefunden hat und dessen Mutter kennen lernt, entwickelt er persönliche Gefühle für diesen Fall und will die Mörder unbedingt zur Strecke bringen. Mithilfe des Insiders Max California (Joaquin Phoenix) kommt er den Mördern auf die Schliche. Leider stellen sie ihm eine Falle, aus der er entkommen kann. Er greift zur Selbstjustiz ...

Man wird intelligent und behutsam in dieses Thema eingeführt. Leider stört mich an der Sache, dass Cage zu sehr von seiner Arbeit fasziniert ist. Seine Familie kümmert ihn kaum. Zu untypisch für einen Vater. Dazu fand ich es ziemlich unpassend, dass er erst noch die Mutter der Toten am Telefon hysterisch gemacht hat, bevor er einen der Killer tötete. Trotzdem bleibt der Film spannend und faszinierend, da man mal einen Einblick in die Pornoindustrie bekommt. Die Atmosphäre passt, obwohl es teilweise eigentlich noch ein Stück "dreckiger" hätte sein können. Trotzdem hat das Undergroundfeeling der Pornoindustrie eine gewisse eigene Atmosphäre, die dieser Film nur ansatzweise rüberbringt. Vor allem zum Ende hin, als Cage bei der Entstehung des Films zusehen will, verliert der Mythos seinen Zauber. Ein wenig verschenkt. Wieso den Film nicht nachts irgendwo in den Slums drehen? Die Musik ist eine Mischung aus leisem Instrumentalem, Hip Hop, Nacktbarmucke, wird also immer an das Umfeld angepasst. Am spannendsten sind jedoch die Szenen, in denen die Musik die Hauptrolle spielt, z.B. das Ende bei Machine im Haus ist wirklich Nerven aufreibend.
Nicolas Cage jedoch hat man schon besser schauspielern sehen. Leider wirkt er mir gegenüber seiner Familie zu emotionslos, da er den Tod des Mädchens umso persönlicher nimmt. Ansonsten ist er der ruhende Pol im Film, der immer überlegt handelt. Deswegen verstehe ich auch seinen Ausraster am Ende nicht so ganz. Man hätte es vielleicht etwas offener lassen und Cage nicht noch seine Selbstjustiznummer durchziehen lassen sollen. Joaquin Phoenix spielt dagegen Max California besser. Mir ist zwar nicht ganz klar, wie ein Musiker so tief in die Pornoindustrie abgleiten kann und so viele Kontakte knüpfen kann, jedoch merkt man ihm an, dass er eigentlich gern da raus würde. Doch leider besitzt er die Mittel nicht. Er endet tragisch ...

Der Käufer wird mit dieser DVD sicherlich nicht enttäuscht werden, was die Technik angeht, denn bis auf ein paar Szenen wurde kinogerecht auf 35mm gedreht. Das Bild erreicht in der Schärfe zwar keine Topwerte und hier und da sind restlich verbliebene Rauschmuster erkennbar (aber nur beim genauen Hinschauen), aber das reißt den sehr guten Gesamteindruck nicht herunter. Besonderes Lob geht an den guten Kontrast, der im düsteren Ambiente des Films nie den Eindruck erweckt, es würden wichtige Details in den Schatten verloren gehen. Die Farbgebung ist kühl, die Vermutung einer insgesamt blassen Erscheinung auf DVD wird aber sehr oft entkräftet durch viele Gegenstände, die natürlich und kräftig erscheinen. Anzeichen von Fehlern in der Kompression gibt es nicht und auch Nachzieher konnte ich nicht beobachten, dafür sind selten ein paar Kratzer vorhanden.
In diesem Film wird der starke Einsatz der Musik auffallen, der immer wieder für Bewegung auf den hinteren Lautsprechern sorgt. Die Dialoge sind sowohl in der deutschen als auch in der englischen Tonversion etwas leise abgemischt. Die Verständlichkeit ist trotz der teils kräftig einsetzenden Musik immer gut, Soundfehler existieren natürlich nicht. Ein paar echte Surroundeffekte werden gegen Ende hin hörbar, zu wenig aber um eine sehr gute Note zu erreichen. Wer sich aber damit zufrieden gibt, dass der unheimlich atmosphärische Score, der etwas mehr Bass gebrauchen könnte, den Hauptanteil auf den hinteren Lautsprechern ausmacht, dem wird ein toller, sauberer Ton geboten.
Das beigelegte Booklet entpuppt sich leider nur als 4seitiger Kapiteleinleger mit einer Hand voll Szenenfotos, dafür ist aber der Audiokommentar vom Regisseur Joel Schumacher deutsch untertitelt, was auf einen verschwindend geringen Prozentsatz an fremdsprachigen Audiokommentaren zutrifft. Schumacher hat einen leicht ermüdenden Tonfall, seine Ausführungen sind aber recht interessant, also gebt diesem Feature bitte eine Chance, es ist auch das Einzige, welches wirklich Hintergrundinformationen zum Film bietet. Das tut die mit 5 Minuten recht kurze "Filmdokumentation" nicht, die ganz offensichtlich als überlanger Trailer mit einigen Interviews (eigentlich erzählen ein paar Leute nur, was sich im Film abspielt) konzipiert ist. Auch die 6 Möchtegern-Biografien (2 bis 3 Stichpunkte + Überblick über das filmische Schaffen) halten nicht das Versprechen von Bonusmaterial, welches auf dem Cover der Columbia-DVD erwähnt wird.

"Acht Millimeter" ist ein leider zu "mainstreamig" gemachter Thriller, der jedoch spannend ist und ein Tabuthema aufnimmt. Für einen ruhigen Videoabend aber immer gut, zumal Bild- und Tonqualität der DVD gefallen, welche noch ungeschnitten ist, zumindest wenn man in Betracht zieht, dass bisher keine Unrated-Fassung (also ohne Auflagen der MPAA) existiert. Für mehr hält die DVD mangels umfangreichem Bonusmaterial aber nicht her.


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus++----


Druckbare Version
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Daniel Pereé am 08.02.2004
Bewertung:

Cage against Snuff
Viele von euch werden sagen: "Was für ein scheiß Film!". Da sagten auch die meisten "Fachzeitschriften" und liegen meiner Meinung nach wirklich falsch. Sicher, "8MM" ist kein Meisterwerk, aber auch kein schlechter Film. Die Gewaltdarstellungen im Film sind ziemlich hart und brachten wohl den Autor des Drehbuches Andrew Kevin Walker ("Sieben") auch dazu, sich von dem Film zu distanzieren. Die Szene, in der Cage sich telefonisch von der Mutter des ermordeten Mädchens die Erlaubnis einholt, den Täter zu töten, fand ich einfach genial ...
"8mm" ist an einigen Szenen wirklich schockierend und in keiner Weise witzig, vielleicht ist das gerade der Grund, warum der Film weniger erfolgreich war.



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