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USA 2006
Originaltitel:World Trade Center
Alternativtitel:September
Länge:123:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Oliver Stone
Buch:Andrea Berloff
Kamera:Seamus McGarvey
Musik:Craig Armstrong
SFX:Jeremy Hays
Darsteller:Nicolas Cage, Michael Pena, Jay Hernandez, Armando Riesco, Maria Bello, Maggie Gyllenhaal, Donna Murphy, Patti D'Arbanville, Brad William Henke, Lucia Brawley, Wass M. Stevens, William Mapother
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Dgital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Türkisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:25.01.2007 (Verleih) / 15.02.2007 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar Oliver Stone
  • Audiokommentar Will Jimeno, Scott Strauss, John Busching und Paddy McGee
  • Vorab-Trailer "Dreamgirls" (1:03 Min.)
  • Entfernte / Erweiterte Szenen:
    • Erweitert: Umkleideraum (1:37 Min.)
    • Erweitert: Aufruf (2:02 Min.)
    • Besorgte Geschäftsfrau (0:49 Min.)
    • Feuerwehrmann Johnny (0:55 Min.)
    • Original Loch 2 bis Allison Mittagessen macht (5:16 Min.)
    • Judy erfährt, dass es Jay gut geht (2:17 Min.)
    • Johns Geist (1:29 Min.)
    • Erinnerung an das Grillfest (1:02 Min.)
    • Sanitäter kommt zu John (1:44 Min.)
Als am 11. September 2001 von Terroristen gekidnappte Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Centers jagen, rücken sämtliche Rettungsteams sofort aus. Unter ihnen sind auch die beiden Polizisten John McLoughlin und William Jimeno. Die beiden sind unter den ersten Helfern vor Ort und sollen die letzten Menschen sein, die später aus den Trümmern der kurz nach Ihrer Ankunft eingestürzten Türme gerettet werden.
"On Americas Darkest Day, Two Men Held On... To Hope."

Regisseur Oliver Stone (Interner Link"Natural Born Killers", Interner Link"Alexander") ist immer dann in seinem Element, wenn es um die Auslotung der Extreme geht. Mal rechnet er kompromisslos mit Good Old America ab, dann wiederum suhlt er sich auch gern einmal ganz tief im Bottich patriotisch-christlicher Verlogenheit. So ansehnlich und mitunter eindrucksvoll ihm das auch bislang immer gelingen mochte, nie positionierte er sein Statement so unpassend und ärgerlich wie in "World Trade Center", der Verfilmung des wahren Schicksals zweier New Yorker Polizisten, die in den Trümmern von Asche und Staub versinken.


Mag der Beginn, Polizei-Papi Nic Cage (ganz der Interner Link"Family Man") als John McLoughlin macht sich in der Frühe auf den Weg zur Arbeit, die Stadt erwacht langsam, der Verkehr beginnt - die alltäglichen Szenerien eben - noch vermuten, einen dezenten, perspektivisch nicht völlig gewöhnlichen Film zu sehen, wird man schnell eines Besseren belehrt. Wenngleich der Anschlag nur kaum mit zusätzlichen Effekten versehen wird (alles andere wäre ohnehin inakzeptabel) und sich auch die voyeuristische Befriedigung in Grenzen hält, bedient sich Stone dennoch einer vollkommen unpassenden, populistischen Einzelschicksalsromantik. Die Regeln des Story Tellings sind in diesem Genre zwar bewusst dahingehend angelegt, eine oder mehrere Figuren in den Mittelpunkt zu rücken, um das Geschehen greifbar zu machen, im Falle des realen und vor allem zeitlich noch so nahen Anschlags vom 11. September 2001 ist dies allerdings ein Trugschluss. Jegliches Drama, das Stone fokussiert, wenn er ab dem zweiten Drittel die Geschichte von lediglich zwei Menschen erzählt, kulminiert im Leerlauf und lässt sich eben nicht in festgefahrene Genremuster pressen.



Er inszeniert die Geschichte als Parallelstrang (Wechsel zwischen Verschütteten und unwissenden Hinterbliebenen) mit simpelster Dramaturgie, jedem nur erdenklichen Klischee und plattesten Dialogen. Die völlig verfehlte Idee, das Ausmaß des Ganzen, die Tragik und Sinnlosigkeit des Anschlags, ergreifend festzuhalten, möchte zu keinem Zeitpunkt gelingen. Stattdessen entwickelt sich "World Trade Center" vielmehr zu einem formal völlig austauschbaren Katastrophenfilm - das Todesurteil für diese unbemühte Darstellung des großen amerikanischen Traumas. Wie kann Stone ernsthaft geglaubt haben, eine Wirklichkeit, dramatischer, beklemmender und schockierender als ein Film je sein könnte, auf Zelluloid festhalten zu können. Wenn er die große Geschichte der Feuerwehrmänner, Polizisten und anderer Helfer hätte erzählen wollen, wäre eine Dokumentation glaubwürdiger, nicht zuletzt womöglich wesentlich eindringlicher gewesen. Seine verklärte und wenig subtile Helden- und Passionsdudelei ist höchstens unfreiwillig komisch, schrecklich langweilig und absolut nichts sagend. Und das sollte ein Film diesen Sujets wohl in der Tat nicht sein.


Dass Stone den Zuschauer mit seinen künstlichen Unfug plappernden Hauptdarstellern und den sorgenvollen Ehefrauen, deren Charakterisierung ungefähr auf der Niveauebene eines Modekatalogs angelegt ist, komplett kalt lässt, ist die eine Sache. Seine fragwürdigen politischen Tendenzen jedoch überspannen den Bogen des Films. Die Kraft zu Leben, so das Produkt seiner penetranten Implikationen, kann nur aus Gottes Quelle geschöpft werden: Der gute Christ siegt zwangsläufig über den bösen Muslim. Spätestens wenn dem malträtierten Nicolas Cage im Delirium Mineralwasser-Jesus persönlich erscheint, stellt sich die erwartete, völlig berechtigte Frage nach der Notwendigkeit eines solchen Films. Wer braucht so etwas? Stone gibt eine deutliche Antwort: Niemand.


"A True Story Of Courage And Survival"

Beim anamorphen Film, welcher hier unerwarteter Weise in 1.78:1 gedreht wurde, hat mich sich sichtlich Mühe gegeben, ein gestochen scharfes Bild herbei zu zaubern. Neben einer kräftigen und zu Beginn noch recht warmen Farbgebung, sowie einem hervorragenden Kontrast, überzeugt das Bild vor allem durch seine knackigen Konturen und die sehr schöne Detailzeichnung. Kaum eine Szene wirkt zu weich oder leidet unter dem dezenten Rauschfiltereinsatz. Vielmehr scheint man jedes noch so kleine Detail erkennen zu können und der Transfer wirkt bis auf wenige Ausnahmen sehr plastisch und scharf. Selbst in den Sequenzen, als die Polizisten verschüttet in den Trümmern der "Twin Towers" liegen und Dunkelheit das Geschehen dominiert, werden stets alle nötigen Details wiedergegeben. Bildrauschen ist hierbei kaum auszumachen und weder Defekte noch anderweitige Verschmutzungen lassen sich hier ausmachen. Da stört es auch nicht, dass leichtes Blockrauschen und hin und wieder auftauchende Artefakte aufgrund einer etwas zu geringer Bitrate zu sehen sind.
So gut wie das Bild ist schlägt sich auch der deutsche Dolby Digital 5.1-Mix. Hier wird viel Wert auf ein atmosphärisches Klangbild gelegt, welches aufgrund einer sehr schönen Weiträumigkeit einen überzeugenden Mix abliefert. Ein brachiales Effektspektakel bleibt uns zwar verwehrt, was aber daran liegt, dass sich der Großteil der Geschichte in den Trümmern des World Trade Centers abspielt. Der Score spielt hierbei nur eine untergeordnete Rolle und ist lediglich dezent im Hintergrund zu vernehmen. Stattdessen setzt man voll und ganz auf feine Umgebungsgeräusche, welche für ein realistisches Klangbild sorgen und eine angenehme Räumlichkeit an den Tag legen. Dabei hätte der Subwoofer ruhig etwas kräftiger ausfallen dürfen, denn als der Tower zusammen stürzt, klingt dies zwar recht gut, aber es fehlt deutlich an Tiefenbass. In weiteren Verlauf des Filmes wird voll und ganz auf eine saubere Sprachwiedergabe, authentische Umgebungsgeräusche und hin und wieder eingesetzte Effekte wert gelegt. Der englische Mix unterscheidet sich dabei kaum hörbar von seinem deutschen Pendant, offenbart hin und wieder jedoch feinere Details, wenn es um Umgebungsgeräusche und allgemeine Klangkulisse geht. Das dürfte allerdings den wenigstens auffallen. Optional lassen sich unter anderem deutsche Untertitel hinzuschalten.


Neben Trailer beim Starten der DVD finden wir im eigentliche Bonusmaterial neun entfernte und erweiterte Szenen, welche optional vom Regisseur kommentiert werden und eine Gesamtlaufzeit von knapp 17 Minuten ausmachen. Weiterhin gibt es noch zwei Audiokommentare, welche beide deutsch untertitelt wurden. Einmal ein Kommentar mit dem Regisseur Oliver Stone und einmal ein sehr interessanter Kommentar mit Will Jimeno, den ebenfalls an der Rettungsaktion Beteiligten Scott Strauss, John Busching und dem New Yorker Police Officer Paddy McGee. Letzteres ist sehr hörenswert und vor allem informativ ausgefallen und es würde sich sogar lohnen den Film allein deshalb noch einmal zu schauen. Wann bekommt man schon einmal die Möglichkeit, Augenzeugen zu Wort kommen zu lassen?!?

Über den Film selber kann man denken wie man will, die DVD ist aber bis auf das magere Zusatzmaterial wirklich sehr gut produziert worden. Warum nach Interner Link"München" nun auch "World Trade Center" keine Special Edition spendiert bekommt, weiß wohl nur Paramount. Aber sei's drum: Bild und Ton sind wirklich top!


Film+-----
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++----


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