USA 1991
Originaltitel:Dollman
Länge:78:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Albert Pyun
Buch:Charles Band, David Pabian, Chris Roghair
Kamera:George Mooradian
Musik:Anthony Riparetti
SFX:Logan Frazee
Darsteller:Tim Thomerson, Jackie Earle Haley, Kamala Lopez-Dawson, Humberto Ortiz, Nicholas Guest, Judd Omen, Michael Halsey, Frank Doubleday, Frank Collison, Vincent Klyn, John Durbin, Merle Kennedy
Vertrieb:Eightyfour Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Hartbox
DVD-Start:01.12.2010 (Kauf)
Specials:
- Making Of (7:41 Min.)
- Deutscher Trailer (1:15 Min.)
- Die Demonic Dolls-Reihe (2:22 Min.)
- Artwork-Galerie (4:43 Min.)
- Filmographie von Tim Thomerson (1:11 Min.)
- Filmographie von Jackie Earle Haley (0:30 Min.)
Auf dem Planeten Arturus gibt es keinen besseren Cop als ihn. Eine wilde Verfolgungsjagd im All mit seinem Erzfeind schrottet sein Raumschiff und zwingt ihn zur Notlandung ... auf der Erde.
Hier wird er zum Dollman, denn die Menschen sind für ihn wie Riesen. Winzig und ohne Treibstoff für sein Raumschiff stellt sich Dollman seinem Widersacher und einer Gangsterbande.
Dollman bringt Recht und Ordnung auf die Erde und hilft einer wehrlosen jungen Frau und ihrem Sohn, sich gegen die ständigen Angriffe zu verteidigen. Er mag zwar klein sein, aber seine Knarre schießt gewaltige Löcher - in jeden!
Beim Namen
Full Moon fallen einem Filmreihen wie
"Puppetmaster",
"Subspecies" und
"Trancers" ein. Gründer
Charles Band verstand es in den 1980ern bis in die Mitte der 1990er Jahre mit geringen Budgets vortreffliche Unterhaltung zu schaffen. Heutige Produktionen
Bands sind allenfalls nur noch mäßige Filmchen, die zwar immer noch ihre Fangemeinde besitzen, an die guten alten Zeiten aber nicht mehr anknöpfen können. So freut man sich immer, wenn sich Filme aus der Blütezeit der Produktionsschmiede in den Rechtestock eines Labels verirren und eine neue Chance auf dem digitalen Medium erhalten.
Einer dieser Filme ist
"Dollman", ein Sci-Fi-Actioner, inszeniert von Trashspezialist
Albert Pyun (
"Nemesis").
Pyun, dessen Schaffen von totalem Müll bis hin zu perfekter Low-Budget-Unterhaltung reicht, ist hierbei beste Unterhaltung auf
Full Moon-Niveau gelungen.
Der ehemalige
Trancersjäger Tim Thomerson spielt den Spacecop Brick Bardo, der ultracool auf seinem Heimatplaneten Arturos für Recht und Ordnung sorgt. Als sein Erzfeind Sprung, ein fliegender Kopf, sich Richtung Erde absetzt, folgt er ihm. Inmitten der Bronx landet Bardo und muss schnell feststellen, dass die Kriminalitätsrate dort deutlich höher ausfällt als auf seinem Planeten. Das ist allerdings nicht sein Hauptproblem; schlimmer ist seine Körpergröße, denn auf der Erde misst Bardo nur noch knapp 30 cm. Als Dollman und auch mit Hilfe seiner Megawumme stellt aber auch dieses Problem bald keine allzu große Hürde mehr dar. Sprung und der Rest der kriminellen Subjekte wird bald klar, dass ein neuer Sheriff in der Stadt ist ...
So trashig wie sich die Inhaltsangabe anhört, ist der Film auch, denn
"Dollman" ist eine verdammt schräge Angelegenheit. Trashfans und Anhänger von
Full Moon werden bei diesem Spaß hundertprozentig auf ihre Kosten kommen.
Thomerson ist einfach eine ultracoole Sau und überzeugt wie schon in
"Trancers" als Cop, der immer einen knackigen Spruch auf den Lippen hat oder ohne Umschweif die Schusswaffe betätigt. Als
Thomersons Widersacher darf der durch
"Watchmen" und dem unsäglichen
"Nightmare"-Remake zu Ruhm gekommene
Jackie Earle Haley auftreten, der in solchen B-Rollen weitaus besser aufgehoben erscheint. Weitere bekannter Gesichter, die sich ein kleines Stelldichein geben, sind
Nicholas Guest und
Vincent Klyn, beide Darsteller, die schon in diverse Filme von
Pyun auftraten. Der restliche Cast inklusive der von
Kamala Lopez-Dawson gespielten, weiblichen Hauptrolle hinterlassen einen passablen, wenn auch nicht bleibenden Eindruck.
Wirklich Spaß wird man mit den Effekten haben, denn die Actionszenen sind vollkommen übertrieben dargestellt. Gerade in den ersten 20 Minuten auf dem Planeten Arturos zerplatzen die von Bardo getroffenen Personen munter in ihre Einzelteile. Damit aber nicht genug, denn der Feuerwaffeneinsatz und Actionszenen sind über die gesamte Laufzeit nahezu perfekt verteilt. Bardos Endkampf gegen eine ganze Gang stellt dann schließlich den absoluten Höhepunkt dar. Wie bei
Full Moon üblich sind die Spezialeffekte aufgrund des stark begrenzten Budgets einfach zu durchschauen, sehen allerdings recht gut aus. Lediglich mit den Größenverhältnissen zwischen Dollman und seiner Umwelt kam
Pyun nicht ganz zurecht. Besonders auffällig wird das, sobald sich der Dollman und Menschen im selben Bild befinden. Diese Szenen sehen schlecht einkopiert aus, weswegen es nicht verwundert, dass die meiste Zeit Menschen und Dollman getrennt voneinander abgefilmt wurden, was dann wiederum sogar sehr ansehnlich wirkt. Des Weiteren schlägt sich das Budget auf die Kulisse nieder: Hauptsächlich gibt es Fabrikhallen oder vergammelte Hinterhöfe zu sehen. Jedoch nutzten
Pyun und
Band diesen Umstand gekonnt aus, schließlich ist die Bronx alles andere als der Garten Eden. Leider ist der ganze Zirkus schon nach knapp 80 Minuten wieder vorbei und behandelt die Story nur mehr oberflächlich. Wer Wert auf eine Charakterisierung legt, ist bei
Full Moon allerdings so oder so an der falschen Adresse.
Wie üblich darf man in Sachen Bildqualität von einer
Full Moon-Produktion keine Wunder erwarten. Das Bild hinterlässt trotz des deutlichen Rauschfaktors einen ordentlichen Eindruck und liegt im originalen Vollbildformat vor. Ein paar Beeinträchtigung entstehen durch verschiedenste Filter, die den Film dunkler gestalten und so die Arbeit des Kontrasts erschweren. Die Auswahl der Farben, die von einer braungelben Sepiatönung bis hin zu realistischen Farbnuancen reicht, steht dem Film gut zu Gesicht und trägt zur Atmosphäre bei. Die Schärfe erreicht lediglich Mittelmaß und lässt das Bild stets etwas weich aussehen. Abzug gibt es allerdings für die Kompression, die durch vorlaufende Blockbildungen negativ in Erscheinung tritt. Insgesamt aber noch ein zufrieden stellendes Ergebnis.
Die deutsche Synchronfassung als auch die englischsprachige Originalfassung befinden sich im Stereoformat auf der Scheibe. Begleitende deutsche Untertitel sind nicht vorhanden, was sichtlich schade ist, weil die deutsche Fassung qualitativ vom Originalton ausgestochen wird. Die Verständlichkeit der Dialoge ist zwar stets gegeben, doch wirkt die deutsche Vertonung nicht so differenziert und lässt nicht solch einen fülligen Klang entstehen wie das Original, das immer wieder mit ein paar netten Stereoeffekten aufgelockert wird. Das deutsche Pendant klingt mehr dumpf und lässt die Abmischung etwas bedrückt klingen.
Im Bonusbereich gibt es eine Folge der
Full Moon-
Making of-Reihe
"VideoZone" zu sehen, die passend zum Film ein 7-minütiges Interviewsegment mit den Darstellern bietet. Hintergrundwissen wird zwar nicht vermittelt, jedoch dürfen die Hauptdarsteller ihre Rolle nochmal kurz beleuchten und sogar etwas Kritik am amerikanischen System äußern, schließlich spielt der Film innerhalb der Bronx. Löblich ist es, dass
Eightyfour deutsche Untertitel für die
"VideoZone" erstellen ließ. Des Weiteren gibt es den alten deutschen
Videotrailer, diverse
Artworks der weltweiten
"Dollman"-Veröffentlichungen,
Filmographien zu den beiden Hauptdarstellern
Thomerson und
Haley sowie ein Text, der die Zusammenhänge der kommenden
"Demonic Dolls Quadrilogy" näher bringt, zu sehen.
Mit dieser ungekürzten Veröffentlichung von
"Dollman" schließt sich eine weitere Lücke im
Full Moon-Universums. Fans als auch Freunde des Trash-Films werden völlig auf ihre Kosten kommen. Auch, weil man bereits weiß, dass die Quasi-Fortsetzungen ebenfalls in der Pipeline von
Eightyfour Entertainment stehen. Wie beim Label üblich gibt es diverse Artworks auf den Hartboxen, die man sich zudem noch als limitierte Großbox mit chicen Schuber als auch als unlimitierte Kleinbox ins Regal stellen kann.