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USA 2004
Originaltitel:Anacondas: The Hunt for the Blood Orchid
Alternativtitel:Anacondas 2: The Hunt for the Blood Orchid
Länge:92:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Dwight H. Little
Buch:Hans Bauer, Jim Cash, Jack Epps Jr., John Claflin, Daniel Zelman, Michael Miner, Edward Neumeier
Kamera:Stephen F. Windon
Musik:Nerida Tyson-Chew
SFX:Photon VFX, Studio Kite, Makeup Effects Laboratories, Animal Logic
Darsteller:Johnny Messner, KaDee Strickland, Matthew Marsden, Nicholas Gonzalez, Eugene Byrd, Karl Yune, Salli Richardson, Morris Chestnut, Andy Anderson, Nicholas Hope
Vertrieb:Columbia TriStar
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Polnisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Polnisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:08.03.2005 (Verleih) / 05.04.2005 (Kauf)
Specials:
  • Making Of "Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee" (10:39 Min.)
  • Entfallene Szenen (8:47 Min.)
  • Trailer:
    • Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee (2:04 Min.)
    • Boa vs. Python: Duell der Killerschlangen (1:29 Min.)
    • Frankenfish (1:18 Min.)
    • Hellboy (2:21 Min.)
    • Spider-Man 2 (1:27 Min.)
    • S.W.A.T. - Die Spezialeinheit (2:21 Min.)
    • Die Vergessenen (2:17 Min.)
    • Welcome To The Jungle (2:21 Min.)
    • White Chicks (2:00 Min.)
Im Dschungel ist niemand, egal ob Mensch oder Tier, seines Lebens sicher ...
Das erfährt auch eine Gruppe von Wissenschaftlern am eigenen Leib, als sie im Urwald von Borneo zu einer Expedition aufbricht. Eine ebenso seltene wie wertvolle rote Orchideenart - die Blut-Orchidee - deren Serum ewige Jugend verspricht, soll ihnen Geld und Ruhm bescheren. Doch schon bald werden die Jäger zu Gejagten. Denn sie haben nicht nur mit schlechtem Wetter und unwegsamer Vegetation zu kämpfen, sondern auch mit einem weitaus gefährlicheren, todbringenden Gegner, der in seinem tropischen Revier an der Spitze der Nahrungskette steht - und Dank der besonderen Wirkstoffe der gesuchten Orchidee schneller, größer und gefährlicher ist als je zuvor.
"Womit habe ich das verdient?", fragte der Quotenschwarze, als er von einer Anaconda durch die Pampa gejagt wurde.
Das kann ich beantworten. Jede Figur, die dermaßen klischeehaft zum x-ten mal die Horrorfilm-Verhaltensweisen schabloniert, hat es verdient, zu sterben. Und in diesem Fall schlägt die Gerechtigkeit noch viel zu selten zu.


Anacondas. Nur ein Konsonant steht zwischen dem Original von 1997 und seinem etwas überraschenden Sequel. Der Effekt: Eine Pluralisierung, was gleichzeitig eines der typischsten Versprechen einer Fortsetzung ist. Mehr Monster, mehr Tote, mehr Action, mehr Spannung. Wer sich dabei jetzt aber an die ersten beiden Interner Link"Alien"-Teile erinnert fühlt, ist selbst schuld. Lieber sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass schon Interner Link"Anaconda" grandioser B-Schrott war, der aber bestens unterhalten hat. Dann kann eigentlich nix mehr schiefgehen - oder?

Mit weniger Starpower versehen als der Jon Voigt/Ice Cube/Jenny Lopez-Film konnten hohe Erwartungen nämlich eigentlich nicht das Problem sein. Höchstens verwirrend war der Umstand, dass "Anacondas" es tatsächlich ins Kino geschafft hat und nicht à la Interner Link"Mimic 2 & 3" in die Videotheken verbannt wurde. Aber ansonsten hat niemand genial animierte Schlangen erwartet, niemand hat auf eine brillante Story gehofft, niemand ging ins Kino, um exquisite Schauspielkunst erleben zu dürfen. Und keine Sorge, von den genannten Punkten wird auch nichts geboten. Alles, was man sich von dem Film erhoffte, damit er mit seinem Vorgänger gleichauf zog, war Unterhaltung. Und die ist leider nur bedingt gegeben.


Schematisch beginnt jedenfalls alles wie gehabt. Ein Prolog zeigt mal wieder am Beispiel eines menschlichen Opfers (damals Danny Trejo, jetzt ein unbekannter Einheimischer), wie gefährlich die Schlangen sind - inklusive einem Tiger, der sich vor Angst ins Fell macht. Ein abrupter Schnitt führt uns in die zivilisierte Welt, mal wieder unterlegt mit dem penetranten Gehupe des Straßenverkehrs, das nach den vorhergehenden Naturaufnahmen die Andersartigkeit des Stadtlebens verdeutlichen soll. Neue Ideen wären mal willkommen.
Kurz darauf lernen wir langsam die Crew kennen, die im folgenden als Schlachtplatte für das Dschungelgetier dient. Hier wird klar, dass Stars auch vollkommen unnötig sind, denn unbekannte Gesichter geben ein ebenso buntes Potpourri. Man war sichtlich bemüht, keine zwei identischen Charaktere auf Blumenjagd gehen zu lassen.

Apropos Blumen. Das Hauptmotiv für die Urwaldreise ist ein derart offensichtlicher McGuffin, dass es sich nur um ein B-Movie handeln kann. Optik und Location wirken zwar durchweg professionell, aber spätestens, als von einer lebensverlängernden Orchidee die Rede ist, sollte man aufhorchen. Ich begrüße diese unsinnig aufgezogene Handlung sogar, denn so kann niemals der missverständliche Eindruck entstehen, dass es sich um einen ernsthaften Horrorfilm handelt. Wobei man von einem Horrorfilm sowieso nicht reden kann, da Schockeffekte vollkommen auf der Strecke bleiben. Es ist eher eine Art Abenteuerfilm mit Monster-Beteiligung.


In der ersten Hälfte wird noch ganz frech der Handlungsverlauf von Interner Link"Anaconda" kopiert. Nach dem Prolog sucht man sich einen erfahrenen Bootsmann (gut, auf Jäger Jon Voigt traf man erst auf dem Amazonas) und schifft durch den Fluss (vielleicht auch in den Fluss, aber das geschieht dann im Off). Als zusätzliches Nerven-Zuckerli begleitet ein kleines Äffchen die Crew. Och, wie süß. Wenn Herr Nilsson sich im Wald verirrt und auf die Schlange trifft, ist das für den Zuschauer natürlich noch viel schlimmer, als wenn ein böses Menschlein verputzt wird. Gerade, wenn man das Original gesehen hat und weiß, wie lecker kleine Äffchen für Anacondas sind. Das ist natürlich auch ein abgegriffenes Mittel des Horrorfilms, welches nur normalerweise in urbanen Horrorgeschichten mit Hunden und Katzen ausgeführt wird. Hier geht's dann eben etwas exotischer zu, aber es kann nicht verleugnet werden, dass sich "Anacondas" jeglicher Mittel bedient, die das Genre üblicherweise so hergibt.
Ebenso geben sich die Dialoge innerhalb der Gruppe. Die eine Hälfte heult, weil sie nach Hause will, die andere sagt in ihrer unendlichen Coolness kein Wort, und einer geht mal wieder über Leichen und hat nur Dollarzeichen in den Augen. Die ganze Chose ist ein Schmierentheater erster Güte und wird unterlegt mit den nervigsten Klischeeverhalten, die man sich vorstellen kann. Der anfangs angesprochene Quotenschwarze ist nur die Spitze eines Eisberges.


All das ist aber noch zu vertragen, wenn denn nur Action und Atmosphäre stimmen. Letztere stimmt dann tatsächlich auch halbwegs. Spannung, die die Luft zerteilt, sucht man zwar vergebens, aber die Location ist sehr schön anzusehen und übertrifft stellenweise sogar den Vorgänger. Es werden zwar nur selten weitflächigere Landschaftsaufnahmen gezeigt, aber es gibt wieder saftiges Grün mit viel Kleingetier, das für Vielfalt sorgt. Nur etwas mehr Regen hätte es gern sein dürfen.
Aber ausgerechnet mit Action hapert es. Ausgerechnet mit dem, was uns der Titel unterschwellig suggeriert. Mit dem Hinweis auf mehrere Schlangen in der Paarungszeit erwartet man auch, von einem Anaconda-Overkill erschlagen zu werden. Statt dessen zeigen sich die eigentlichen Attraktionen des Films etwa so oft, wie sich ein wildes Tier in Gefangenschaft den Zoobesuchern zeigt. Die Angriffe der Schlangen sind darüber hinaus, wie es der Zahn der Zeit erfordert, viel zu schnell geschnitten; wahrscheinlich auch in dem Wissen, nicht gerade die beste Animationsarbeit geleistet zu haben. Interner Link"Anaconda" traute sich dagegen durchaus, das computeranimierte Vieh mal längere Zeit auf einmal zu zeigen. Ein Verbergen der schlechten Animationsarbeit ist da meiner Meinung nach überhaupt nicht notwendig, denn solange man sich des B-Charakters des Films bewusst ist und die gezeigten Bilder dynamisch aussehen, macht das überhaupt nix. Anaconda Nr. 1 konnte sich zeitweise wundervoll präsentieren. Die Unterwasserschlange mit dem Bauch in Menschenform war ein Bild für die Götter, der Angriff auf den Kahn bei Nacht wirkte wie der furiose Angriff eines einarmigen Octalus, und die Attacke in der verlassenen Holzhütte sah trotz fehlenden Realismus sehr spektakulär aus; ich bin fast geneigt zu sagen, wie die Light-Version der finalen Raptoren-Attacke auf den T-Rex in Interner Link"Jurassic Park". Solche denkwürdigen Szenen fehlen in der Fortsetzung leider vollends. Es gibt ein paar Verfolgungsjagden, die in ihrem Schnitte- und Verwischungswahn den Autoverfolgungsjagden der Bourne-Filme Konkurrenz machen. Ekliges wie das Verschlingen eines Menschen bei lebendigem Leibe wird ebenfalls vermieden. Nur das Bild einer toten Schlange mit aufgeschlitztem Bauch, aus dem die Beine des im Prolog verspeisten Opfers herausragen, kann einen ähnlichen Ekel erzeugen. Ansonsten gefällt aus Action-Sicht noch die Szene mit dem Wasserfall, aber das war's auch schon. Die Orchideen, das eigentliche Ziel, kommen gar nicht mehr zum Vorschein; dabei hätte ein riesiges Orchideenfeld den perfekten Untergrund gegeben für eine finale Schlacht.


Passend zum Filmtitel erscheint die deutsche DVD als blutrote Scheibe. was natürlich keinen großen Nutzen hat, aber toll aussieht.
Das lässt sich auch für die anamorphe Abtastung im breiten 2,35:1-Format sagen, die nun einen etwas souveräneren Eindruck macht als der Vorgängerfilm. Der sah zwar auch schon ganz gut aus, der Schärfebereich war aber immer ein wenig unterentwickelt. Das passiert "Anacondas" nicht mehr, denn nun bekommt man ein überwiegend knackscharfes, bestens ausgeprägtes Bild geboten, das in beinahe allen Bereichen überzeugen kann. Die letzten Quäntchen ließen sich zwar nicht im Detailbereich herausarbeiten, aber sonst ist wirklich alles in Ordnung. Das Dschungelumfeld sorgt für einige etwas düstere, manchmal neblige Aufnahmen, die aber von Kompression und Kontrast problemlos verarbeitet werden. Farblich kann man selbst in dunklen Szenen die erdigen Töne aufrecht erhalten. Rauschen sieht man nur in geringem Maße und auf die wenigen Kratzer, die sich über die gesamte Spielzeit verteilen, muss man schon sehr genau achten, um sie zu sehen.


Gleiches Ergebnis auch beim Ton, der wie schon bei Interner Link"Anaconda" durch die geschickte Verbindung von stets präsenten Umgebungsgeräuschen (Wetter, Dschungellaute) und einem kraftvollen Score eine explosives Gemisch auf allen Lautsprechern ergibt. Besonders eindrucksvoll sind natürlich die Schlangengeräusche oder knackende Äste, die wunderbar durch die Lautsprecher rotieren. Ein EX-Modus wäre da sicherlich sehr interessant. Der englische wie deutsche Ton leisten haargenau das selbe in diesem Bereich und unterscheiden sich auch bei den bestens eingebrachten Dialogen nicht voneinander. Den Vogel schießt mal wieder die polnische Version ab, bei der sich jedem Filmfan die Nägel aufrollen. Dort synchronisiert nämlich ein männlicher Sprecher alle Stimmen, indem er kurz auf die eigentlichen, englischen Dialoge in einem lustlosen Ton das Geschehen zusammenfasst. Wer da nicht gleich die Untertitel nutzt, die es in deutscher, englischer, polnischer und türkischer Spache gibt ...

Das Making Of ist ganz ok geworden, schließlich geht es nicht nur darum, den Film anzupreisen. Ein paar Szenen vom Dreh, ein paar Spezialeffekte und Interviews, und fertig ist die 10minütige Einführung in den Film. Die "entfallenen Szenen" vermisst man dagegen kaum. Lediglich eine längere Abfolge, bei der sich die Anzeichen des Riesenviehchs schon früh abzeichnen, ist sehenswert. Im Trailer-Paket sind neben weiteren Tierhorror-Ankündigungen auch der normale Hollywood-Schrott vertreten.


"Anacondas" ist ein optisch tadelloses, inhaltlich aber vollkommen misslungenes Sequel, das an den eigenen Grenzen des Machbaren scheitert. Die teilweise schon unverfrorenen Klischees mag man noch verzeihen, aber nur mit deutlich angehobener Action hätte man das Interesse des Zuschauers gewinnen können. Fakt ist aber, dass Interner Link"Anaconda" die erinnerungswürdigeren Schlüsselbilder zu bieten hatte, an denen es hier trotz höherer Schlangenzahl mangelt. Zumindest vom Aufwand her gegenüber Interner Link"Mimic 2" und vor allem Interner Link"Mimic 3" die bessere Wahl; trotzdem setzt man lieber aufs Original oder auf Renny Harlins Haischocker Interner Link"Deep Blue Sea".
Ganz gute DVD, die aber dank aggressiver Kopierschutzmechanismen in die Tonne gehört. Deswegen seien bitte auch die seltsamen Screenshots entschuldigt, denn ein vernünftiges Spulen ist wegen dem verhunzten Authoring kaum möglich.


Film++/---
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++----


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Anacondas - Die Jagd nach der Blut-Orchidee
Anaconda
Anaconda - The Offspring
Anacondas - Trail of Blood
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