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USA 1994
Originaltitel:True Lies
Länge:135:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:James Cameron
Buch:James Cameron, Claude Zidi, Simon Michaël, Didier Kaminka
Kamera:Russell Carpenter
Musik:Brad Fiedel
SFX:Fantasy II Film Effects, Digital Domain, Cinesite u.a.
Darsteller:Arnold Schwarzenegger, Jamie Lee Curtis, Tom Arnold, Tia Carrere, Art Malik, Bill Paxton, Eliza Dushku, Grant Heslov, Marshall Manesh, James Allen, Dieter Rauter, Jane Morris, Katsy Chappell, Crystina Wyler, Charlton Heston
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,21:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase im Pappschuber
Specials:
  • Trailer:
    • Deutsch (1:27 Min.)
    • Englisch (2:10 Min.)
  • Interviews (15:20 Min.)
  • Teaser (0:59 Min.)
  • Eindrücke von der Premiere (5:30 Min.)
  • TV-Spot (0:30 Min.)
  • Fotogalerie (10 Bilder)
  • Making Of (22:38 Min.)
  • Produktionsnotizen (9 Seiten)
  • Weitere Trailer:
    • Terminator 2 (1:58 Min.)
    • Red Heat (2:08 Min.)
    • The Good Cop (2:36 Min.)
    • Million Dollar Baby (2:22 Min.)
Harry Tasker (Arnold Schwarzenegger) ist ein geheimer Superagent der USA. Nicht irgendeiner, sondern der, der auch James Bond wie einen Anfänger aussehen lassen würde. Sich nach außen hin als langweiliger, einsilbiger Vertreter gebend, hat er zwar mit einem monotonen Familienleben zu kämpfen, kann dafür jedoch alles Böse der Welt plätten. Gegen eine kriselnde Ehe ist allerdings auch kein Superagent gefeit!
Interner Link"Terminator 2: Judgment Day" war nicht mehr zu toppen - das wusste auch Arnold Schwarzenegger und da das Machokino der Achtziger in den letzten Atemzügen lag, versucht er sich, sein Image und das gesamte Actiongenre, das ihn groß gemacht hat, auf die Schippe zu nehmen. Der erste Versuch "Last Action Hero" schlug leider fehl, was Arni dazu veranlasste nach den beiden Interner Link"Terminator"-Filmen erneut mit Kumpel James Cameron (Interner Link"Aliens", "Titanic") zusammenarbeiten. Der verhalf ihm dann auch zu seinem selbstironischen Geniestreich.


"True Lies" ist mit Sicherheit Arnis bester Versuch Action mit Humor zu kombinieren - seine beste Komödie sowieso. Schwarzenegger stolziert hier zwar zunächst unkaputtbar wie eh und je durch die Szenerie, wird von Cameron aber mit so vielen ironischen und übertriebenen Unmöglichkeiten beschäftigt, dass kaum ein Auge trocken bleibt. So offensichtlich zu Beginn die James-Bond-Parodie auch sein mag, abseits der Villa wird schnellstmöglich umgeschaltet und auf Arnis Image abgezielt. Die Gegner fallen in Scharen und spätestens wenn Arni zwei Kampfhunde aneinander klatscht und den letzten Verfolger mit einem trockenen Spruch abserviert, gibt es kein Halten mehr. Camerons Regie ist während dieser Flucht deutlich von seinem Händchen für das Actionkino geprägt. Es knallt an allen Ecken und Enden, Explosionen gallore und die Kugeln pfeifen Harry nur so um die Ohren.


Seinen weiteren humoristischen Nährwert bezieht "True Lies" aus der kriselnden Familienbeziehung der Taskers. Harry ist so beschäftigt mit seinem ewigen Kampf gegen international gesuchte Bösewichte, dass Frau und Tochter viel zu kurz kommen. Ihm fehlt die Bindung zu seiner Familie und als ein Missverständnis ihn glauben lässt, dass seine Frau fremd geht, beginnt erst der eigentliche Film. Anstatt seine Frau direkt anzusprechen, observiert er sie und gerät schließlich mit ihr in die Gefangenschaft eines islamischen Terroristen, der mal eben eine Atombombe in Amerika zünden möchte.


Einen Großteil zum Gelingen der Chose tragen natürlich auch die Nebendarsteller bei. Tom Arnold ("Cradle 2 the Grave") als fürsorglicher Kollege und gestresster Freund ist stets die mahnende Vernunft im Hintergrund, die so langsam am starrköpfigen und immer bierernsten Arni verzweifelt und für einige Lacher gut ist. Das Zusammenspiel der beiden so unterschiedlichen Darsteller ist grandios, das Zuwerfen der Bälle klappt auf Zuruf, ihr nicht immer herzliches Umgehen miteinander ist bärig. Die Chemie stimmt absolut und deshalb funktioniert auch der Wortwitz hier so gut. Da wird dann auch deutlich, dass Arni Komikertalent besitzt - nur überreizen darf man es halt nicht. Jamie Lee Curtis zeigt ihre steife Figur bald von einer völlig anderen Seite und soll später noch viel Mut beweisen. Dass sie eine begnadete Komödiantin ist, war bis dahin bekannt, nur hier mutiert sie noch selbst zu einer Art Agentin wider Willen.

Genau den Mittelweg zwischen Action und Humor findend, rührt James Cameron einen Genremix zusammen, der fast immer den richtigen Ton trifft. Einzig und allein das zu ausschweifende Einbeziehen von Ehefrau Helen (Jamie Lee Curtis, Interner Link"Halloween", Interner Link"A Fish Called Wanda") in die spätere Handlung ist als Negativpunkt zu nennen. Ich hätte Arni gern noch länger und ausführlicher in Action gesehen.


Es gibt zig Szenen, die das Publikum kaum vergessen wird. Seien es die humorigen Einlagen, wie Arnis Einschüchterungsversuche gegenüber seinem Nebenbuhler, oder die unzähligen, wirklich perfekt inszenierten Actionlagen. Da sei nur Harrys feurige, explosive und bleihaltige Flucht aus dem Terroristencamp, die anschließende Brückenszenerie und der abschließende Kampf in luftiger Höhe genannt. Cameron brennt hier ein Feuerwerk ab, dass während des Showdowns kaum Zeit zum Luftholen lässt. Arni hantiert mit einem Flammenwerfer, Arni ballert Dutzende von Terroristen platt und Arni langt auch mal ordentlich zu - dass dann, ohne von fehlgeleitetem Humor verwässert zu werden.


Seit der durchschnittlichen VCL-DVD sind ja nun auch schon einige Jahre ins Land gegangen und grundsätzlich ist die Kinowelt durch aufgefrischte Farben (teils neu abgeglichen), einen satteren und mittlerweile guten Kontrast und endlich auch einen anamorphen Transfer besser ausgefallen. Etwas problematisch beim weitgehend bereinigten Bild ist aber die Schärfe. Meist erreicht man hier zwar gute Werte, die zwar nicht mit dem Detailreichtum aktueller Blockbuster gleichziehen können, insgesamt aber nötige Klarheit und Auflösung gewährleisten. Dann fallen aber immer wieder mal Kleinigkeiten wie stehendes Rauschen in Bewegungen, eine nicht ganz saubere Kompression und vor allem Unschärfen in einigen Szenen auf, die das Gesamtergebnis auf ein "nur gut" drücken.


Der Score profitiert von der Dolby Digital 5.1-Technik, ist wuchtig, sehr dynamisch und sorgt für gute Auslastung der Rears, zumindest in den sehr aktiven Actionszenen. Somit ist der noch etwas bassstärkere deutsche Ton dem klanglich ausgereiften, sehr klaren O-Ton ebenbürtig. Nur die Handlungsszenen könnten ein wenig mehr Fülle vertragen, denn trotz heftiger Schussgeräusche und einiger Umgebungsgeräusche wird die Kapazität des Surround-Vermögens nicht völlig ausgeschöpft. So bleiben zum Beispiel die Dialoge sehr statisch und etwas dünn auf dem Center und auch die Umwelt der jeweiligen Szene ist auch nur selten richtig gut fühlbar. Trotzdem ein guter, ab und zu sogar sehr guter Ton, bei dem es ordentlich kracht und zu dem sich deutsche Untertitel zuschalten lassen. Die DTS-Spur ist übrigens nicht sehr nützlich, das selbe bekommt man auch beim Dolby Digital-Ton geboten.


Neben Standard-Extras wie Trailer, Teaser, einem TV-Spot und einer kurzen Bildergalerie gibt es ein 15minütiges Interview-Segment mit Arnold Schwarzenegger, Jamie Lee Curtis und James Cameron. Zwar etwas oberflächlich, zumindest aber nicht mit Filmsequenzen aufgebauscht. Bei den "Eindrücken von der Premiere" werden sozusagen im Vorbeigehen Arnie und Cameron interviewt und kurz huschen auch Danny DeVito, Bill Paxton und Linda Hamilton durchs Bild. Das Making Of ist ein professionelles Promotion-Reel, das einige Behind-The-Scenes-Aufnahmen enthält und von Curtis gehostet wird, insgesamt aber nur wie sehr langes Rockvideo wirkt, das man besser vor als nach dem Film sehen sollte. Am besten gefielen mir dann die als Textseiten angelegten Produktionsnotizen, da hier wirklich Hintergrundwissen vermittelt wird. Die Menus sind auf angenehme Art animiert und die DVD steckt in einem Pappschuber.


Vollgestopft mit spektakulärer Action, coolen Sprüchen, Wortwitz und Arni in Topform, erweist sich "True Lies" als, wenn auch realitätsferner, schwer unterhaltsamer Streifen der üblichen Cameron-Qualität. Soundtrack, Stunts, Action, Humor - hier stimmt einfach alles. Auch wenn ich kein sonderlich großer Fan von Parodien bin, kann man Schwarzenegger und Cameron zu dem Endresultat nur gratulieren. Abgedrehtes Popcornkino auf hohem Niveau, das nie enttäuscht und seinen Ansprüchen gerecht wird, ohne seine Vorbilder zu beleidigen. Fun pur, bei dem alle Beteiligten ihren Spaß hatten.
Zwar ist die Kinowelt-VÖ noch kein technisches Glanzstück, sie sticht die VCL-DVD aber in allen Belangen aus. Die Extras sind nicht besonders überzeugend, dafür dürfte der Preis für diese Special Edition bei unter 10 Euro jeden Arnie-Fan zum Kauf animieren.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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True Lies - Wahre Lügen
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