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USA 1972
Originaltitel:Carrie
Alternativtitel:Carrie - Des Satans jüngste Tochter
aka. Stephen King's Carrie - Des Satans jüngste Tochter
Länge:93:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Brian De Palma
Buch:Lawrence D. Cohen, Stephen King
Kamera:Mario Tosi
Musik:Pino Donaggio
SFX:Greg Auer (als Gregory M. Auer), Ken Pepiot (als Kenneth Pepiot)
Darsteller:Sissy Spacek, Amy Irving, Piper Laurie, John Travolta, William Katt, Nancy Allen, P.J. Soles, Priscilla Pointer, Betty Buckley, Sydney Lassick, Stefan Gierasch, Michael Talbott, Doug Cox, Harry Gold, Noelle North, Cindy Daly, Deirdre Berthrong, Anson Downes, Rory Stevens, Edie McClurg, Cameron De Palma
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Upmix)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Spanisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Dokumentation: Die Schauspieler (42:42 Min.)
  • Dokumentation: Umsetzung von Wort zum Bild (41:32 Min.)
  • Featurette: Das Musical Carrie (6:22 Min.)
  • Animierte Bildergalerie (78 Bilder)
  • Original Trailer (2:01 Min.)
  • Stephen King und die Entstehung von Carrie:
    • Stephen King and the Writing of "Carrie"
    • From Novel to Script
    • Book & Film Comprasion
Die introvertierte Carrie White, Tochter einer religiösen Fanatikerin und bespötteltes Mauerblümchen an ihrer High School, entdeckt mit dem für sie schockierenden Eintritt in die Pubertät ihre telekinetischen Fähigkeiten. Schnell erkennt sie, daß ihr nun ein wirksames Mittel zur Rache an ihrer Umwelt zur Verfügung steht. Als sie Opfer eines besonders grausamen Streiches ihrer Mitschülerinnen wird, kommt es zur Katastrophe.
"Carrie" war nicht nur Stephen Kings erster Roman, sondern auch der Erste, der verfilmt wurde. Als Lektüre eine ungewöhnliche Mischung aus Nacherzählung der Beteiligten und Ausschnitten aus einem Buch über die Vorgänge, bietet der Film Brian de Palmas eine stringent erzählte Handlung. Mit viel Weichzeichner und gedämpftem Licht wird hier das Schicksal der jungen Carrie beschrieben, die zwischen dem religiösen Wahn ihrer Mutter (Piper Laurie als Hassobjekt erster Güte) und ihren eigenen rudimentären Wünschen erwachender Teenagersexualität hin- und hergerissen ist. Jedoch gelingt die eigene Wegfindung nicht, denn als Metapher für die Teenage-Angst, entwickelt Carrie in Stresssituationen telekinetische Kräfte, die sie nicht kontrollieren kann. Mentale oder physische Gewaltausübung gegen sie, Agressivität und schlechte Behandlung provozieren ihren Zorn und führen später zur Katastrophe.

Diese ist unausweichlich, dass Carrie keinerlei Hilfe an die Hand gegeben wird. Ihre Mitschüler betrachten sie mehr als eine Art debil-verklemmtes Landei, werden anzüglich bis grausam in ihrer agressiv gelebten eigenen Sexualität, spätestens als Carrie beim späten Einsetzen ihrer Periode den Blutung vollkommen hilflos gegenüber steht. Die Schulleitung stiehlt sich dabei aus der Verantwortung, überantwortet sie ihrer Mutter (meldet sie krank), die die Schuld an dieser biblischen Sünde wieder an Carrie zurückgibt, um den Teufel Sexualität (oder was sie dafür hält) mit Beelzebub auszutreiben und ihre Tochter durch Quälereien zu läutern. Die Sportlehrerin, wohl die einzige mit einem echten Sinn für Gerechtigkeit, ist dann auch mit der Situation überfordert, ihr fehlt die Bindung an die Schüler, Kennzeichen für eine Ermüdung ihres Sinns für diese Profession.

Ohne die sexuelle Ebene wäre "Carrie" ein simples Horror-High-School-Drama, das letztendlich in einer Katastrophe kulminiert. Auf dem Schulball erfolgt die Rache der geschassten Mitschülerinnen, der einzige interessierte Mitschüler und Carries Begleiter fällt einem geworfenen Eimer zum Opfer, das Mädchen selbst wird in Schweineblut getauft und kann ihren geistigen Zorn danach nicht mehr kontrollieren, um einen tödlichen Rachefeldzug zu beginnen. Da sie jedoch keinerlei Halt von beiden Seiten bekommt, weder von der Schule noch daheim von ihrer Mutter, führt die Haltlosigkeit am Ende zu ihrem eigenen Tod. Es gab keinen Platz auf dieser Welt für eine Carrie White.
De Palma arbeitet sehr effektiv mit seinen Kameraeffekten, gibt durch den Weichzeichner den Bildern fast einen nostalgischen Anstrich und setzt schließlich beim finalen Schulball die Splitscreen ein, um Ursache und Wirkung in aller Deutlichkeit gleichzeitig zu zeigen, das alles überwältigende Grauen fällt aus drei Kameraperspektiven zugleich auf die Zuschauer hinab. Dabei bleibt der Film aber immer auch Charakterdrama, präsentiert mit Sissy Spacek eine Idealbesetzung für das versponnene und verschüchterte Kind, wenn sie auch schon etwas zu alt erscheint. "Carrie" ist ein hochemotionaler und erschütternder Trip, an dem der Zuschauer in praktisch jeder Szene gefühlsmäßig Anteil nimmt. Nicht der typische Horror - aber gerade deshalb der effektivere.



Die Mittlerweile dritte Auflage des Klassikers, erscheint dieses mal im Rahmen der MGM Gold Edition. Bei der Bearbeitung des vorhandenen Materials scheint man sich große Mühe gegeben zu haben und auch wenn man bei einem knapp 30 Jahren alten Film keine Wunder erwarten darf, kann sich der anamorphe Transfer sehen lassen. Zu Beginn ist die Bildqualität zwar nur durchschnittlich und zeigt sich sehr verrauscht, blaustichig und mit einigen Defekten versehen, so wird das Bild kurze Zeit später deutlich besser. Bildrauschen ist zwar weiterhin zu erkennen, aber nicht mehr in dieser Intensivität wie zu Beginn und gibt sich von nun an recht wechselhaft. Sobald das Rauschen wieder stärker wird, nimmt die Detailschärfe im Bild zu, welche vor allem in Nahaufnahmen zu überzeugen weiß. Leider merkt man allzu oft den Einsatz von Rauschfiltern, welche dem Transfer die nötige Schärfe rauben. In vielen Aufnahmen wirkt das Bild deutlich zu weich, in den Nächsten ist das Ergebnis wieder zufriedenstellend, aber nie wirklich gut. Die Farben wirken satt und kräftig und auch der Kontrast ist sehr gut ausgefallen und offenbart jegliche Details. Dafür arbeiten die Kompressionen nicht ganz so sauber und zeigen leichtes Blockrauschen im Hintergrund und leichtes Nachziehen in schnellen Bewegungen. Defekte und Verschmutzungen treten zwar immer wieder auf, wirken aber bis auf die ersten 5 Minuten nie wirklich störend. Wir können also mit dem vorliegenden Transfer vollkommen zufrieden sein. Besser wird "Carrie" auf einer DVD wohl nicht mehr zu sehen sein.
Alle drei vorhandenen Tonspuren wurden auf 5.1 aufgepumpt und zum Glück wurde die deutsche Fassung nicht neu synchronisiert. Der Upmix beschränkt sich hier zwar lediglich auf eine weiträumigere Musikabmischung und der Rest der Dialoge und Effekte bleiben dem Centerkanal vorenthalten, aber so wird uns zumindest eine räumliche wirkende Klangkulisse geboten. Optional lassen sich wie üblich deutsche Untertitel hinzuschalten.

Kommen wir nun zu den Extras der "Gold Edition", welche sehr umfangreich geworden sind. Den Anfang macht eine 42minütige Dokumentation über die Schauspieler von "Carrie". Eine wirklich sehr informative und ausführliche Dokumentation, in der die Schauspieler, sowie einige Crew-Mitglieder die Vergangenheit Revue passieren lassen und über die Produktion, die Dreharbeiten und ihre Rollen sprechen. John Travolta kommt hier leider nicht zu Wort. Unter dem nächsten Menüpunkt "Umsetzung vom Wort zum Bild" ist ein erneut 42minütiges Featurette, welches sich um die Entstehung des Drehbuches dreht. Hier erfahren wir die Unterschiede zur Kingschen Vorlage und was schlussendlich beim Dreh verändert wurde. Aber auch hier bekommen wir einige weitere Infos rund um die Produktion, das Setdesign, sowie Umsetzung der einzelnen Szenen erklärt. Das alles gespickt mit Originalfilmszenen, sowie diversem Bildmaterial und Produktionsfotos. Ebenfalls sehr informativ und im eigentlichen Sinne ein sehr tiefgründiges Making of. Das knapp 7 Minuten lange Featurette "Das Musical Carrie" beschäftigt sich kurz und knapp über die Musical Version von "Carrie" und lässt den Drehbuchautor des Kinofilms Lawrence D.Cohen und Betty Buckley, die Darstellerin der Margaret White, zu Wort kommen. Weiter geht es dann mit dem "Original Kinotrailer" und einer "animierten Fotogalerie". Zum Schluss gibt es noch diverse Texttafeln mit Hintergrundinfos zu "Stephen King und der Entstehung von Carrie". Geschrieben von Laurent Bouzerau bekommen wir in drei Untermenüs ausführliche Infos zum originalen Roman, der Umsetzung zum Filmskript und die wichtigsten Unterschiede zwischen Buch und Film. Leider wurden die Texttafeln in Englisch belassen, aber dafür wurden die anderen Extras deutsch untertitelt.



"Carrie" hat nach all den Jahren nichts von ihrem Reiz verloren und gehört auch heute noch zu den besten, obgleich ruhigsten Horrorfilme, welche es ohne übermäßige Gewalt geschafft haben, das Publikum zu schockieren und in seinen Bann zu ziehen. Die MGM Gold Edition zollt dem Film ihren nötigen Respekt und bietet neben einer guten Extra-Ausstattung einen gute Bildqualität und einem ordentlichen 5.1 Upmix. Das Cover der "Gold Edition" dürfte zwar für viele gewöhnungsbedürftig sein, aber auf den Inhalt kommt es an und der stimmt.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++----
Bonus+++---


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Carrie 2 - Die Rache
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