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USA 2000
Originaltitel:They Nest
Alternativtitel:Creepy Crawlers
Länge:88:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ellory Elkayem
Buch:John Claflin, Daniel Zelman
Kamera:Philip Linzey
Musik:Vinny Golia
SFX:Sundog Films
Darsteller:Thomas Calabro, Dean Stockwell, John Savage, Kristen Dalton, Tom McBeath, Mark Schooley, Travis MacDonald, Dean Wray, Lee Jay Bamberry, Shaina Tianne Unger, Marcel Maillard, Alexander Pollock, Deb Pickman, Walter Marsh, Rebecca Toolan, Jessica Schreier, Lloyd Berry, D. Neil Mark
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:13.11.2001 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer dt. (1:55 Min.)
  • Originaltrailer engl. (1:54 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Two Hands (1:52 Min.)
    • Retro Puppet Master (1:34 Min.)
Der zivilisationsmüde, alkoholkranke Chirurg Dr. Ben Cahill zieht sich nach seiner Scheidung auf die einsame kleine Insel Orrs Island an der Küste von Maine zurück. Seine neuen Nachbarn begegnen ihm mit Ablehnung und Misstrauen. Kurz nach seiner Ankunft gibt es mehrere seltsame Todesfälle. Die Körper der Toten weisen eigenartige Insektenbisse auf. Bei der Obduktion eines Opfers entdeckt Cahill, dass dessen Brusthöhle mit Insektenkokons angefüllt ist. Der Chirurg findet heraus, dass eine seltene afrikanische Kakerlakenart von der Insel Besitz ergriffen hat und sich von ihren menschlichen Bewohnern ernährt. Aber niemand will Cahill glauben ...
Bevor Ellory Elkayem mit Interner Link"Arac Attack" XXL-Spinnen auf das Kinopublikum losließ, probte er das Ganze eine Nummer kleiner auf TV-Ebene. Das Ergebnis nennt sich "They nest" und ist sogar fast so gut wie sein Nachfolger, kann aber natürlich nicht mit Genrekönig "Arachnophobia" mithalten.


Ob weiße Haie, Spinnen, Mörderkrokodile, Piranhaschwärme, schlecht animierte Anakondas, Bienen, blutrünstige Fledermäuse oder Dieter Bohlen: Mutter Natur hat schon viel unsympathisches Getier auf uns losgelassen. Dieses Mal ist eine seltene Art der Kakerlaken am Zug, die sich auf einer isolierten Insel an den dortigen Einwohnern gütlich tot.


Auf diese Insel verschlägt es Dr. Ben Cahill (Thomas Calabro), der ohne einen ordentlichen Schluck Selbstgebrannten nicht mehr zitterfrei schnippeln kann und daher, vorübergehend suspendiert, ein Haus renovieren will, dass er vor seiner Scheidung dort erwarb. Noch nicht mal dort angekommen, wehen ihm schon die eisigen, alkoholhaltigen Fahnen der sturen Inselbewohner entgegen, die so gar nichts von dem Stadtmenschen halten und auch gleich den durch Ärmlich- und Arbeitslosigkeit aufgestauten Frust entladen können. Zum Glück gibt es da noch die lokale Schönheit, welche den Neuankömmling auf Anhieb sympathisch findet. Die Fronten sind geklärt, die Charaktere erklärt (an denen ändert sich auch nichts), also darf munter geschlüpft werden.


Es dauert ein wenig, bis das große Krabbeln beginnen kann, denn das Budget war knapp und irgendwie musste Spielfilmlänge erreicht werden, so dass man sich, bis auf einem Appetithappen vorab, erstmal auf den Konflikt der Gemüter konzentriert, in dem John Savage einmal mehr hübsch versoffen und unsympathisch den Widerling abgibt. Damit es während dessen nicht zu langweilig wird, werden immer ein paar Unheil ankündigende Kameraschwenks eingeflochten, die den Zuschauer bei der Stange halten und Erwartungen aufkeimen lassen.


Da Elkayem selbst weiß, dass mit so einer abgenudelten Idee kein Blumentopf zu gewinnen ist, nimmt "They nest" sich nicht sonderlich ernst und hat daher manchmal freiwillig, manchmal unfreiwillig komische Szenen, in denen der Doc mal im Affekt die zahme Vogelspinne der Grundschule zu Brei verarbeitet oder in einem futuristisch anmutenden Kostüm die Chemiekeule schwingt (übrigens kein Vergleich mit dem kultigen Auftritt John Goodmans in "Arachnophobia"), bis auch der letzte Krabbler aus seinem Haus flüchtet.

Obwohl immer genau dann weggeblendet wird, wenn man es etwas Ekliges erhaschen will, funktioniert "They nest" überraschend gut und hat einige prominente, vorzeitige Abschiede zu verzeichnen. Dass der Spaß stets erhalten bleibt, liegt zum einen an der sehr ordentlichen Kameraarbeit, die insbesondere aus den Blickwinkeln der Killerkakerlaken, einige nette Motive zu bieten hat und zum anderen an den ordentlichen Effekten, die als solche zwar deutlich ausgemacht werden können, für eine TV-Produktion aber durchaus ansehbar sind.


Leider wird es aber zum Ende hin, bei dem Elkayem lieber klotzt statt kleckert, arg abstrus. Die Krabbelmonster bekommen Flügel, schwirren schon bald ins Dorf, der Doc trifft ins Fettnäpfchen ("Vorsicht, die Bohlen sind morsch" und schon kracht's), nimmt einen Luftröhrenschnitt vor (gehört zum Repertoire jedes Filmarztes) und brutzelt die ganze Plage (na sicher ...) final genüsslich per Leuchtpistole ab. Unwissende Einwohner sind so schnell Käfer und Larve, dass man sich fragt, wieso der kühle Erich im Kühlschrank so lange reifen musste und warum die Viecher eine Phobie vor Nieselregen haben, weiß auch kein Mensch. Interessiert aber in der Situation eh keinen ...


Für eine kleinere Produktion ist die deutsche DVD, die nun schon seit 2001 auf dem Markt ist, gut aufgearbeitet worden. Besonders überzeugend ist die gute Auflösung, die lediglich durch das feine Rauschen etwas eingedämmt wird. Auch in Bewegungen ändert sich an diesem guten Eindruck nichts. Am Anfang erkennt man noch ein paar Kratzer, aber das gibt sich schnell. Schwächen, wenn auch keine störenden, ergeben sich beim Kontrast und der Farbgestaltung. Während die Helligkeitsverhältnisse nicht immer jenes klare Bild produzieren, was man erwartet, sind die Farben manchmal ein wenig blass. Das trifft dann aber nur auf wenige Szenen zu. Die durchschnittliche Schärfe sollte für eine höhere Wertung auch noch etwas besser sein. Trotzdem überzeugend.

Mehr ist nicht immer besser. Das soll für den deutschen Dolby Digital 5.1-Ton gelten, der eine etwas sehr kräftige Vertonung bekommen hat, die es an einigen Stellen etwas übertreibt. Das bezieht sich auf einige etwas sehr intensive Passagen des Scores als auch auf den merkwürdig starken Basston bezieht, der auch ohne zusätzliche Aufarbeitung durch den Receiver sehr brummig ausfällt. Grundsätzlich merkt man dem 5.1-Ton seine Abstammung von Stereo nicht unbedingt an, besonders ertragreich im Surround-Bereich ist er aber auch nicht. Das Krabbeln der fiesen kleinen Käferchen und einige andere Geräusche erklingen manchmal aus den hinteren Lautsprechern, viel mehr sollte man aber nicht erwarten. Der englische Ton, den es nur in Stereo gibt, ist mitunter etwas schwächlich und nicht immer ganz so sauber wie die deutsche Version. Untertitel werden ebenfalls angeboten.

Bonusmaterial ist leider Fehlanzeige, da nur der Trailer in zweifacher Ausführung mit drauf ist.


Ansehbarer Krabbelschocker, der sich nicht immer ernst nimmt (und das ist auch gut so) und ordentliche Darsteller, sowie gute Effekte zu bieten hat. Schade, dass am Ende auf die Tube gedrückt wird, so dass der Ekelfaktor flöten geht. Erfreulich dabei aber, dass das Geschehen gradlinig präsentiert wird, anstatt ewig um den heißen Brei zu reden und daher selbst dieser faden Story noch Restleben einhaucht. Gibt wesentlich Schlimmeres auf diesem Gebiet! Den Schlussgag (braucht wohl jeder Tierhorror) verzeihe ich trotzdem nicht.


Film+++---
Bild++++--
Ton++++--
Bonus/-----


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