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USA 1995
Originaltitel:Four Rooms
Alternativtitel:Silvester in fremden Betten
Länge:92:58 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Quentin Tarantino, Robert Rodriguez, Alexandre Rockwell, Allison Anders
Buch:Quentin Tarantino, Robert Rodriguez, Alexandre Rockwell, Allison Anders
Kamera:Rodrigo García, Guillermo Navarro, Phil Parmet, An
Musik:Combustible Edison
SFX:KNB EFX Group, Design & Animation, Illusion Arts I
Darsteller:Tim Roth, Madonna, Ione Skye, Lili Taylor, Valeria Golino, Sammi Davis, David Proval, Jennifer Beals, Antonio Banderas, Tamlyn Tomita, Quentin Tarantino, Paul Calderon, Bruce Willis
Vertrieb:MAWA/VCL
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,55:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Produktionsnotizen:
    • Die Idee zum Film (4 Seiten)
    • Abenteuer eines Pagen (6 Seiten)
  • Schauspieler und Filmteam:
    • Antonio Banderas (5 Seiten)
    • Jennifer Beals (4 Seiten)
    • Valeria Golino (3 Seiten)
    • Madonna (5 Seiten)
    • David Proval (2 Seiten)
    • Tim Roth (3 Seiten)
    • Lili Taylor (3 Seiten)
    • Marisa Tomei (3 Seiten)
    • Ione Skye (2 Seiten)
    • Tamlyn Tomita (2 Seiten)
    • Die Regisseure (8 Seiten)
  • Trailer:
    • Terminator 2
    • Strange Days
    • Spawn
    • True Lies
Teds erster Arbeitstag im heruntergewirtschafteten Hotel Mon Signor, ehemaliger Treffpunkt der Stars und Sternchen von L.A., wird zu einem wirklich aufregenden Job. Ein Hexensabbat feiert hier die Anbetung und Auferstehung ihrer versteinerten Jungfrau und brauch dazu sein Sperma. Nicht ungefährlich, aber gar nichts im Vergleich zu Zimmer 404, wo er mitten in ein vertracktes Eifersuchtsspiel gerät und fälschlicherweise für den heimlichen Geliebten der von ihrem Mann geknebelten Angela gehalten wird. Aber auch die höfliche, aber nachdrückliche Bitte eines Mafiosis, in dieser Sylvesternacht auf seine Kinder aufzupassen, gerät zum Spiel um Kopf und Kragen. Denn die zwei Racker bringen sich gern in Schwierigkeiten und finden noch dazu eine Leiche im Hotelzimmer. Die Luft brennt schon, da wird Ted auf eine Neujahrsfeier gerufen und gedrungen, einem Gast bei Verlust einer leichtsinnigen Wette den kleinen Finger abzuschneiden ...
Wer "Four Rooms" bei uns als "Sylvester in fremden Betten" (ich erwarte irgendwie ein Fernsehspiel mit Herbert Herrmann bei der Erwähnung) eingedeutscht hat, gehört erschossen, obwohl dieses episodische Werk ein zwiespältiges Vergnügen ist. Der Film lebt im Nachhinein von zweien seiner Regisseure, nämlich Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, aber obwohl das Gesamtkonzept seinen Reiz hat und einiges wirklich amüsant ist, kann man das Unternehmen unter dem Strich wohl als fehlgeschlagen bezeichnen.

Der Plan war einfach: ein Hotelpage als Bindeglied für vier Episoden, die in der Sylvesternacht in ein und demselben Hotel (ehemals edel, jetzt leicht heruntergekommen) stattfinden. Dargestellt wird dieses Bindeglied von Tim Roth, der offensichtlich von allen Beteiligten Carte Blanche bekommen hat und per Overacting vom Leder zieht, als gäbe es kein Morgen. Etwas Chaplin, etwas Laurel und Hardy, eine Prise Looney Tunes und viel Benny Hill kommen zusammen, wenn diese Grimassenparade Roth Wellen von Slapstick hervorruft. Reizvoll ist auch noch der Auflauf an bekannten (oder relativ bekannten) Gesichtern, die sich hier ein mehr oder weniger kurzes Stelldichein geben. Die Qualität der erzählten Geschichten jedenfalls fällt stark ab.

Zum Ablauf: Allison Anders Story über einen Hexenzirkel, der seine versteinerte Göttin wieder zum Leben erwecken will und denen eine Zutat (Sperma!) fehlt, welche natürlich Ted, der Page erbringen muss, lebt zunächst noch vom skurrilen Spiel der Hexen (darunter eine launige Madonna in Latex, Lili Taylor und Ione Skye), doch als der Gag heraus ist, endet die Episode im Nichts auf dem Weg zum Höhepunkt. Ein herber Schnitt und das wars, es bleiben Fragezeichen.
Alexandre Rockwells "Der falsche Mann" ist nicht viel besser, eher noch schlechter, denn Ted gerät ins falsche Zimmer, in dem ein bewaffneter Gangster und seine an den Stuhl gefesselte Freundin (Jennifer Beals) eine Art durchgeknalltes Machtspiel runterreißen. Die Episode hat so ihre kurzen Momente, wirkt aber zerdehnt, trotz ihrer Kürze und zerfasert am Ende, indem sie wieder von vorn beginnt.
Das Highlight ist sicher Rodriguez Blaupause für seine "Spy Kids", jedoch mit noch wesentlich mehr Subversivität dabei. Antonio Banderas samt Gattin lassen für eine Party ihre beiden Kinder im Hotelzimmer zurück, mit Ted als Aufpasser. Die kleinen Racker gestalten jedoch nach und nach das Zimmer um, um sich halbwegs zu amüsieren und finden dabei einige unschöne Überraschungen. Flott, bissig, mit guten Leistungen aller Beteiligten (Banderas zieht das Overacting des feurigen Patriarchen ohne Wimperzucken durch) und einer Menge Witz (samt feurigem Ende) eine schöne Überraschung.

Um so platter fällt das Ende Tarantinos aus, dem offenbar im Schreibwahn nichts anderes eingefallen ist, als die alte Hitchcock-TV-Episode, mit dem nie versagenden Feuerzeug und der Daumenwette neu zu inszenieren, wenn auch mit leiser Pointe. So ziemlich alles ist hier misslungen: Zunächst mal ist der dünne Witz unerträglich auf 20 Minuten gedehnt, dann begeht Tarantino den Fehler die bleidialogschwere Episode auch noch selbst zu spielen und labert sich um Kopf und Kragen. Ein total unwichtiger Bruce Willis hält die Story dann noch mit Faseleien auf und schwupps sind 10 Minuten um, ohne das auch nur ein Hauch passiert wäre. Wie Ted möchte sich der Zuschauer entfernen, als es dann endlich doch noch zur Sache, aber die ursprüngliche Geschichte wird hier auf das Kürzeste parodiert. Der finale Knalleffekt genügt, um den Film mit einem Schmunzeln zu beenden, aber die gut 18 Minuten davor hätte man sich auch komplett sparen können, denn sie ist zäh wie Schuhleder und keinesfalls von der pointierten Klasse eines "Pulp-Fiction"-Dialogs.

Au weh, wenn im Jahr 2004 ein Label einen Tarantino auf DVD in solch einer Qualität herausbringen würde, wie es hier bei MAWA / VCL mit "Four Rooms" geschehen ist, dann würden ihm die Fans die Scheibe um die Ohren hauen. Diese hier ist von 1998, trotzdem aber keine Entschuldigung, bei der Bildqualität so zu schludern. Erstmal wirkt das Geschehen sehr milchig und unscharf, was durchaus zum Retro-Look des gesamten Filmes passen könnte, den Heimkinofreund aber nur verärgern wird. Der Kontrast ist viel zu hart eingestellt, so dass helle Flächen auf ihre Umgebung überstrahlen und Details in tiefschwarzen Flächen untergehen. So ist Madonnas Kleid ebenso eine einheitlich schwarze Fläche wie auch Tim Roths eigentlich blaue Uniform. Die Anzahl der Bilddefekte ist noch im grünen Bereich und erinnert schon etwas an eine benutzte Kinorolle, dafür erschillern feingliedrige Strukturen Moire bedingt in den wunderschönsten Regenbogenfarben. Wenn das doch nur für die Farbgebung gelten würde, die ist teilweise etwas zu blass geworden. Für einen Streifen aus den 60er ganz gut, aber 1995? 2 Punkte, mit leichter Aufwärtstendenz! Auch, weil das Bildformat mit ca. 1.55:1 (statt 1.66:1 auf dem Cover) einfach falsch ist. Gedreht wurde "Four Rooms" nämlich im Format von 1.85:1, was vermuten lässt, dass an dieser Version hier rumgeschnitten wurde.

Den Ton gibt es als 5.1- und als Surround-Variante, beide recht gut verständlich in den Dialogen und ein wenig nach hallenden Kinosound klingend. Der Bass ist zwar kräftig, rumpelt aber zeitweilens durch das oft eingesetzte Instrument gleichen Namens zu unkontrolliert. Leichte Verzerrungen sind in einigen Passagen feststellbar, ebenso ein deutliches Rauschen, insgesamt liegt die Qualität aber im guten Bereich. Auch fehlen die echten Surround-Informationen, denn auf den hinteren Boxen ertönt meist ein Soundgemisch aus Dialogen, Musik und Umgebungsgeräuschen. Das bringt zwar räumliches Leben in die Bude, hat aber eigentlich keine richtigen Surroundeffekte zu bieten und lärmt auch zu sehr. Der Originalton wurde weggelassen, schändlich bei diesem Staraufgebot und ein weiterer Grund, hier nicht zuzugreifen.

Das Menü ist sehr übersichtlich aufgebaut, aber unbewegt und tonlos. Darunter finden wir Biografien und Auszüge aus den Filmografien der wichtigsten Darsteller und der Regisseure. Fakt ist, dass die Seiten schlecht genutzt wurden und dadurch nur sehr wenig Informationen pro Texttafel untergebracht sind. Einen kurzen Einblick gibt es aber und unter Produktionsnotizen finden sich weitere Informationen zur Entstehung des Projektes. Filmmaterial ist (bis auf eine Trailershow in schlechter Qualität) nicht vorhanden, der DVD-ROM-Teil, der auf dem Cover angesprochen wird, ebenso wenig.

Insgesamt ein unstetes Werk, das man der Vollständigkeit halber gesehen haben sollte, um zu wissen, zu welchen Auswüchsen das Kino in der Lage war, als Tarantino und sein Stil Mitte der 90er die Kinowelt beherrschten. Die DVD von MAWA / VCL ist nur zu empfehlen, wenn man unbedingt einen deutschen Ton braucht, andernfalls greift man auf eine ausländische Variante zurück. Hoffen wir auf eine ordentliche Neuauflage mit anständigem Bild und Ton sowie einiger Extras mehr, als hier geboten wird.


Film+++---
Bild++----
Ton+++---
Bonus+-----


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