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IT 1983
Originaltitel:Rush
Alternativtitel:Blood Rush
Länge:76:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Tonino Ricci
Buch:Tito Carpi, Tonino Ricci
Kamera:Giovanni Bergamini
Musik:Stelvio Cipriani, Francesco De Masi
Darsteller:Bruno Minniti, Gordon Mitchell, Paolo Celli, Rita Furlan, Luigi Lodoli, Birgit Pelz, Osiride Pevarello, Riccardo Pizzuti, Daniele Stroppa, Laura Trotter
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:kleine Hartbox
DVD-Start:21.12.2012 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar von Christian Kessler
  • Erweiterte Szene (2:05 Min.)
  • Bildergalerie (1:05 Min.)
  • Trailershow (6:32 Min.):
    • Zeder
    • Black Demons
    • Das unheimliche Auge
Eine große Katastrophe hat die Erde verwüstet, der Tod hielt reiche Ernte. Die Überlebenden vegetieren dahin und kämpfen verzweifelt um ihre Existenz. Die neue "Weltregierung" besteht aus einer Clique skrupelloser Banditen, die schwer bewaffnet Jagd auf Männer und Frauen machen und sie in Arbeitslager stecken. Dort wird Rauschgift angebaut, das zweimal wöchentlich an alle verteilt wird. Apathisch dämmern die Menschen dahin - an Flucht ist nicht zu denken. Die Felder sind verwüstet, die Städte zerstört, die Wälder verbrannt, die Hölle kann nicht schlimmer sein. An wenigen Stellen auf der Erde hat die "Weltregierung" den Boden reaktiviert und Bäume gepflanzt, aber zu diesen Wäldern haben nur ein paar Bonzen Zutritt. Doch die Herrschenden haben ihre Rechnung ohne Rush gemacht, eine schier unbändige Kampfmaschine. Er kämpft den Kampf seines Lebens - Rush ist nicht zu stoppen!
Die Filmografie von Regisseur Tonino Ricci fördert sehr verschiedene Genre zutage, unter der sich jede Menge trashige Italo-Feinkost, wie Interner Link"Die Leoparden kommen" oder "Thor - Der unbesiegbare Barbar", versteckt. Der vorliegende "Rush", benannt nach dem Protagonisten im Muskelshirt, geht also in eine niedrig budgetierte Richtung. Die Filmsets lassen sich schon mal an einer Hand abzählen: Den Anfang macht ein alter Steinbruch, der wie ein Wüstengebiet aussehen soll - und das dank des eingesetzten Rotfilters am Horizont sogar tut. In dieser Einöde wächst nichts - Grund unbekannt! Man darf annehmen, dass ein alles vernichtender Krieg oder Naturkatastrophen die Menschheit an den Abgrund gebracht haben, aber erklären möchte dieser Film davon nichts. Lediglich die tyrannische Weltregierung hat ein Monopol auf den Anbau von Nahrung. Zur Grundversorgung der Bevölkerung zählen auch halluzinogene Pflänzchen, die das Volk ruhig stellen soll. Denn nur so gelingt es den etwa "200 Soldaten", die restlichen 2 Millionen Menschen unter Kontrolle zu halten.

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Allerdings hat die Dystopie genügend Aufständische hervorgebracht, die sich das nicht gefallen lassen wollen. Rush beispielsweise ist ein kämpferischer Einzelgänger, der sich irgendwie durchs Leben schlägt. Vermutlich auf der Suche nach Nahrung düst er in einem futuristisch anmutenden Golf-Buggy in die nächste Stadt bzw. das, was jetzt noch davon übrig ist. Dort rekrutieren die Soldaten der "Weltregierung" Überlebende für ihr Arbeitslager - natürlich unfreiwillig. Die gesichtslosen Schergen tragen ihre Wumme immer im Anschlag, wenn sie durch die Ruinen streifen, und haben einen "Lebensdetektor" dabei, der knuffig-spacige Geräusche von sich gibt, wenn er auf Menschen trifft. Warum er nicht auf die eigenen Soldaten anspricht? Naja, Hintergründe und logische Zusammenhänge sind keine Stärke von "Rush".

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Nachdem Rush aufgespürt wurde und auf der Flucht noch eben einen menschenähnlichen Roboter vernichten konnte, wird er viele andere auch überwältigt und in ein Arbeitslager verschleppt. Dort befindet sich mit jeder Menge Gewächshäuser in einer Art Lagerumzäunung Drehort Nr. 3, in welchem kleine Pflänzchen zu begehrten Drogen stilisiert werden. Auch ein großräumiges, unterirdisches Bergwerk, in welchem Waffen, Munition und der Fuhrpark gelagert sind, kommt vor. Die Situation ist ebenso, wie man es sich von einem schlechten Film vorstellt: Die Aufseher laufen großmäulig durch die Gegend und schikanieren die Sklaven, welche unter der Strahlung zu leiden haben, welche die Beimengung von Plutonium zur Muttererde als Düngemittel hervorruft.

Auch dieser Filmabschnitt ist sehr klar und einfach strukturiert: Rush wird von den Sklaven als Anführer auserkoren und bringt Unruhe in die Situation, die in einem halbwegs geglückten Ausbruch mündet. Zuvor macht der Zuschauer Bekanntschaft mit altbekannten Gesichtern des Italo-Genres: Spencer/Hill-Dauergast Riccardo Pizzuti (Interner Link"Die rechte und die linke Hand des Teufels") prügelt sich anfangs mit Rush, gehört dann aber doch irgendwie zu den Guten; Gordon Mitchell (Interner Link"Die Leichenfabrik des Dr. Frankenstein") ist dagegen etwas farblos in seiner Rolle des fiesen Lagerleiters (bzw. "Ministers"), was gleichfalls an der insgesamt flachen Figurenzeichnung liegen mag wie an der Tatsache, dass sein Charakter nur gut genug ist, andere anzuschnauzen und am Ende möglichst spektakulär ins Gras zu beißen; Laura Trotter (Interner Link"Großangriff der Zombies") entpuppt sich dafür als Schnuckel des Helden, die ihn noch aus besseren, weil gemeinsamen Tagen her kennt - genaueres vermag das Drehbuch nicht rauszurücken. Leider ist auch die Zeigefreudigkeit der Darstellerinnen gering, Sex-Appeal bleibt unter Textilien verdeckt.

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Der große Glücksgriff (oder auch Griff ins Klo - je nachdem, ob man sich für oder gegen Trash entscheidet) ist allerdings Bruno Minniti ("Afghanistan Connection"), der mit weniger Muskeln als Sly Stallone auskommen muss, dafür aber in jeder Filmminute mit perfekt eingeöltem Oberkörper "glänzt". Minniti besitzt die mimischen Fähigkeiten einer Einbauküche, bekommt dahingehend aber auch äußert wenig zu tun - jemand überrascht? Seine Präferenzen lassen sich im Überlebenskampf finden. Der Trash-Anteil steigt sofort an, wenn er einen seiner choreographisch vermurksten Nahkämpfe antritt oder den Finger am Abzug des MGs hat, dass er wie ein kleines Kind mit simuliertem Rückstoß durchschüttelt. Und das großartige ist, dass Rush mit einer handvoll Kugeln ein ganzes Batallion an Soldaten auslöschen kann, welche das "Ins-Bild-Hineinrennen" mit anschließendem Synchronumfallen perfektioniert haben. Zudem sind Rushs Fähigkeiten am Lenkrad legendär, gelingt es ihm doch minutenlang im alten Bergwerk um die Gänge zu kreiseln, ohne die Orientierung zu verlieren. Wahnsinn!

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Obwohl inhaltlich kaum die Nulllinie überschritten wird und in einigen Abschnitten Material sehr deutlich zweit- und drittverwertet wird - wie oft wird nur während der Verfolgung im Bergwerk gegen die Wand geschossen? -, wird "Rush" nicht dröge. Grundsätzlich wird das Tempo stets hoch gehalten, auch wenn keine Actionszene spektakulär ist. Daran ist der stoische Protagonist ein wenig selbst schuld, denn statt das Gewehr der niedergeschlagenen Soldaten zu greifen, wird immer wieder mit leeren Händen weitergerannt. Um die Schauwerte trotzdem hoch zu halten, wird im Waldgebiet, welches Rush zuletzt mit dem Cross-Motorrad durchquert, auf Kriegsgerät aus dem letzten Weltkrieg zurückgegriffen. An sterbewilligen Statisten mangelt es auch nicht. Nur an blutigen Szenen, denn für einen Italiener ist "Rush" zu zahm. Zwar werden ein paar Einschüsse mit roten Farbbeuteln hübsch garniert, aber davon gibt es zu wenig.

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Zu den lustigen Szenen zählen nicht nur die lachhaften Drohgebärden im Lager und die dummdreiste Suchaktion nach Rushs Flucht, auch an anderer Stelle wird der Zuschauer gehörig für blöd verkauft - und genießt es hoffentlich. Es kann uns doch niemand ernsthaft verkaufen, dass Wachen die in 1 Meter hinter einer winzigen Tonne sitzenden Häftlinge auf ihrem Patrouillengang nicht sehen können. Auch dass es einem ganzen Dutzend bewaffneter Wachen nicht gelingen mag, den Helden zumindest per Streifschuss zu verletzen, ist höchst sonderbar.

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Wenn man sich die Bildqualität so anschaut, kommt man nicht umhin der Annahme, dass eine gut erhaltene Kinorolle abgetastet wurde. Dies würde zumindest den stellenweise unruhigen Bildstand und die permanent auftretenden Laufstreifen und Defekte erklären, die mal stärker und mal schwächer durch das Bild huschen. Zudem befindet sich die Schärfe auf einem durchschnittlichen Niveau und hinterlässt meist einen nicht sonderlich detaillierten Eindruck. Während ein Großteil des Kontrastes gute Werte abliefert und selbst in dunklen Sequenzen kaum Details verloren gehen, fallen immer wieder extrem milchige und blasse Szenen auf, die das Bild wie eine Aura umgeben. Die Farbgebung darf als durchaus natürlich und kräftig gewertet werden, ausgenommen der oben beschriebenen blassen Aufnahmen. Das Bildrauschen und die stehenden Rauschmuster sorgen zudem für leichte Unschärfen, die in Bewegungen zunehmen. Die Kompression arbeitet solide, aber nicht ganz unauffällig im Hintergrund.

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Der deutsche Mono-Mix wurde auf die beiden Frontkanäle aufgesplittet und klingt aufgeräumt und gut erhalten. Rauschen oder dumpfe Klänge sucht man vergebens. Dabei sind Einschränkungen im Dynamikbereich und in den Höhen für Alter und Herkunft des Titels durchaus normal. Stimmen sind jedoch klar und deutlich zu verstehen und Verzerrungen fallen äußerst selten negativ auf. Score und Nebengeräusche werden mit dem nötigen Druck wiedergegeben, den man bei einem Mono-Track nicht erwarten würde. Der englische Mix klingt etwas dumpfer. Dialoge werden dort etwas kratzig wiedergegeben und neigen zu deutlichen Übersteuerungen im Hochtonbereich. Deutsche Untertitel gibt es nicht.
Die Nummer 97 der "Trash Collection" wird wie immer in einer kleinen Hartbox ausgeliefert und enthält neben einem Trailer zum Hauptfilm und einer Trailershow des CMV-Label-Programms noch einen amüsanten wie interessanten Audiokommentar von Christian Keßler, der seine Zuhörer wie so oft zu unterhalten weiß. Auch die 2 Minuten an erweiterten Szenen sind sehr interessant und scheinen von einem japanischen Tape zu stammen. Dies lässt zumindest die Untertitel vermuten.

"Rush" macht nur zu Beginn den Eindruck von atmosphärischer Dystopie. Kurz darauf wird er zu einer billigen, aber unterhaltsamen Interner Link"Rambo"-Kopie, bei der die begrenzte Anzahl an Kulissen und Fuhrpark eine höhere Budgetklasse vorgaukelt. Wir freuen uns schon jetzt auf die Sichtung des Quasinachfolgers "Rush 2", wieder mit Bruno Minniti in der Hauptrolle - hoffentlich ebenso sinn- und logikbefreit wie dieser hier. Wer Filme wie Interner Link"The Riffs" mag, wird hier gut bedient. Allerdings kommt auch ein Minniti nicht an die gockelhafte Eleganz eines jungen Mark Gregory heran!


Film++++/-
Bild+++---
Ton++/---
Bonus++----


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NewsItalienische Endzeitaction zu Weihnachten 2012
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