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USA 1990
Originaltitel:Another 48 Hrs.
Alternativtitel:48 Timmar ...igen
aka. 48 heures de plus
aka. 48 horas más
Länge:91:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Walter Hill
Buch:John Fasano, Jeb Stuart, Larry Gross
Kamera:Matthew F. Leonetti
Musik:James Horner
SFX:Chuck Gaspar
Darsteller:Eddie Murphy, Nick Nolte, Brion James, Kevin Tighe, Ed O'Ross, David Anthony Marshall, Andrew Divoff, Bernie Casey, Brent Jennings, Ted Markland, Tisha Campbell-Martin, Felice Orlandi
Vertrieb:Winkler Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Surround 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:15.02.2013 (Kauf)
Specials:
  • Original-Trailer (1:31 Min.)
Polizist Jack Cates hat mächtig Ärger: Auf seiner Jagd nach dem mysteriösen Drogenbaron "Iceman" hat er wieder alle möglichen Polizeivorschriften missachtet und wird vom Dienst suspendiert. Er bekommt 48 Stunden, um Iceman hinter Gitter zu bringen, sonst ist er seinen Job endgültig los. Der einzige, der ihm dabei helfen kann, ist Reggie Hammond. Aber der sitzt mal wieder im Gefängnis. Als die beiden dann endlich wieder zusammen loslegen, ist Action angesagt ...
Ach ja, die Achtziger. Eine Dekade, in der Actionfilme noch politisch unkorrekt, verharmlosend, linear, actionreich und einfach gut waren. Ein Kino für die Fans, komplett auf unbeschwerte Unterhaltung ausgelegt. In Anbetracht der heutigen Filmlandschaft lernt man das damals Geleistete erst so richtig zu schätzen. Walter Hill (Interner Link"Die letzten Amerikaner", "Last Man Standing") leistete Anfang der Achtziger in diesem Bereich mit seinem längst zum Klassiker avancierten Interner Link"Nur 48 Stunden" Pionierarbeit. "Lethal Weapon" und Co. hätte es ohne diesen Streifen vielleicht nie gegeben.
Der ehemalige "Saturday Night Live"-Komiker und bis dato unbekannte Eddie Murphy (Interner Link"Beverly Hills Cop", "Doctor Dolittle") und der damals ebenfalls längst nicht etablierte Nick Nolte (Interner Link"Ausgelöscht", Interner Link"Kap der Angst") prügelten, ballerten und rasten, einander nicht sonderlich gut leidend, durch einen Actionthriller mit Oneliner-Garantie, halsbrecherischen Stunts und tödlichen Shootouts. Das Buddyduo war geboren ...


Bis Anfang der Neunziger bevölkerten Filme, die diese so erfolgreiche Formel nachahmten, die Kinos, kamen dann aber, nicht mehr dem Zeitgeist entsprechend, aus der Mode – genau wie ihre sich nur noch mühsam über Wasser haltenden Helden. Aus der scheidenden Ära entstammt auch die relativ späte Fortsetzung "Und wieder 48 Stunden". Walter Hill, der mit Interner Link"Red Heat" längst sein eigenes Erfolgsrezept wiederholt angewandt hatte, konnte Nick Nolte und den inzwischen zum Star gewachsenen Eddie Murphy, der sich in Folge nur noch mühsam durch schwache Komödien kalauern sollte, für einen zweiten Teil gewinnen. Und der steht dem Erstling trotz fehlender Originalität in nichts nach.


Sicher, das Thema war nun bekannt, und wenn wir ganz ehrlich sind, kann Hill dem Stoff auch nichts Neues abringen. Das macht aber nichts, denn dafür stimmt hier alles andere. Walter Hill ist und war ein Verehrer des Wilden Westens, hat beispielsweise mit "The Long Riders" selbst einen gedreht, mit "Last Man Standing" das durch Interner Link" Für eine Handvoll Dollar" berühmt gewordene "Yojimbo"-Thema neu aufbereitet und versteckte beispielsweise auch in "Undisputed - Sieg ohne Ruhm" diverse Anspielungen (z. B. der Name "Sweetwater", der ebenso in "Last Man Standing" auftaucht und einen direkten Hinweis auf Interner Link"Spiel mir das Lied vom Tod" darstellt). Genau deswegen ist der Beginn auch eine einzige Reminiszenz an das heute leider fast völlig tote Genre. Nicht unähnlich dem Stile Peckinpahs und inszenatorisch auf Sergio Leone verweisend, zelebriert er den tödlichen Zwischenfall in einer abgelegenen Wüstenbar nach den alten Regeln des Genres. Den einzigen Unterschied machen hier die Fahrzeuge. Auch Komponist James Horner (Interner Link"Aliens", Interner Link"Braveheart") orientiert sich nicht nur hier deutlich an Westernklängen.
Wichtig ist diese Opening-Szene für den weiteren Filmverlauf nicht, sie zeigt aber in welche Richtung "Und wieder 48 Stunden" sich entwickeln soll.


Alles ist beim Alten geblieben. Jack (Nick Nolte) prügelt, ballert und flucht sich immer noch durch seinen Job, hat nicht viele Freunde unter seinen Kollegen, sondern genießt einen befremdlichen Respekt, muss sich aber, als auf ihn geschossen wird und er in Notwehr den Angreifer tödlich niederstreckt, mit der Dienstaufsicht auseinandersetzen. Schließlich wird die Waffe des Angreifers nicht gefunden. Lediglich 48 Stunden bleiben ihm, um die Sache aufzuklären. Da niemand Jack Glauben schenkt und er am Tatort ausgerechnet ein Foto des kurz vor der Entlassung stehenden Reggie (Eddie Murphy) entdeckt, besucht er ihn. Der baldige Ex-Knacki ist nur wenig begeistert ...


Beide nach acht Jahren wieder in Aktion zu erleben macht schlicht und einfach einen riesigen Spaß. An ihrer Beziehung hat sich wenig geändert. Als problematisch erweist sich nur, dass Jack Reggie in all den Jahren nie im Knast besucht hat und die abgekühlte Freundschaft erst wieder auf Betriebstemperatur kommen muss. Diese Tatsache gibt zunächst Anlass für eine Menge Streitereien mit Lachgarantie zwischen den beiden. So keift und prügelt sich das wieder unfreiwillige Duo erneut durch die ersten Minuten, bis aus dem Spaß plötzlich tödlicher ernst wird. Denn Reggie steht auf der Abschussliste des ominösen Iceman. Nun sind beide wieder aufeinander angewiesen.
Neben den tollen Wortgefechten, besticht "Und wieder 48 Stunden" vor allem durch seine Actionszenen. Insbesondere der Wahnsinnsunfall des sich zigmal überschlagenden Gefangenentransports sei dabei als Highlight genannt. Blutige, perfekt inszenierte Shootouts, Verfolgungsjagden (unvergesslich: der Sprung durch die Leinwand des Pornokinos) und deftige Prügeleien ergänzen jedes Mal die Ermittlungen des Duos. Insbesondere Jack darf auch hier wieder zünftig austeilen und einstecken. Alles unter der bewährten Kameraarbeit von Matthew F. Leonetti (Interner Link"Phantom Kommando", "Star Trek - Der erste Kontakt").


Eddie Murphy hat sich ausnahmsweise mal unter Kontrolle und liefert eine überraschend erträgliche Performance ab, hat zwar immer eine lockere Lippe, nervt aber nicht so mit seinem standardisierten Laberattacken. Eingekleidet in Designerzwirn unterscheidet er sich grundlegend von seinem Partner Nick Nolte. Der zweite Part des Duos kriegt zwar nicht ganz so oft und viele auf die Fresse, ist als streitsüchtiges, rabiates Raubein aber immer noch eine Bank. Ständig steht er unter Dampf, lässt sich provozieren, ist auf Kloppereien aus und fängt sich auch schon mal ein paar ein, ist nichtsdestotrotz ein pflichtbewusster Cop, der die Dinge halt etwas unkonventionell und am Rande der Legalität angeht. Die Chemie zwischen den beiden stimmt jedenfalls. In Nebenrollen sind übrigens der diabolische Interner Link"Wishmaster" Andrew Divoff, der kultige Dauermaniac Brion James (Interner Link"Blade Runner", Interner Link"Tango & Cash") und Interner Link"Red Heat"–Bösewicht Ed O'Ross zu sehen.


Rückblickend ist das Setting noch ein weiterer, wichtiger Grund "Und wieder 48 Stunden" nicht zu verpassen. Die schummrigen Kneipen, die Autos, die Discotheken und die Musik atmen den nostalgischen Charme der Achtziger. Fans jener Zeit werden daran ganz besonderen Spaß haben. Dank der nächtlichen Großstadt, den Neoreklamen und der allgemeinen, wuseligen Geschäftigkeit der Metropole erlangt der Film seine ganz eigene, eben wieder typisch der Zeit entsprechende Atmosphäre.


"Und wieder 48 Stunden" war jahrelang indiziert und nur als alte VHS-Kassette zu bekommen. 2012 sicherte sich Winkler Film die Rechte und ließ den Action-Thriller nach Listenstreichung erneut von der FSK prüfen, wodurch er seine verdiente Freigabe ab 16 Jahren erhielt. Allerdings veröffentlicht man die actiongeladene Fortsetzung von Interner Link"Nur 48 Stunden" lediglich auf DVD, und der anamorph kodierte Transfer scheint auf ein altes Master zu beruhen. Zwar ist das Bild weitgehend sauber und zeigt nur wenige Alterserscheinungen, doch die Schärfe erzielt lediglich mittelmäßige Werte. Viele Szenen wirken schwammig, unscharf, und der Detailgrad ist nur wenig ausgeprägt. Hinzu kommen ein starkes Bildrauschen und ein mäßiger Kontrast, der helle Flächen deutlich überstrahlen lässt und in dunklen Passagen aufgehellt und milchig wirkt. Die Farbgebung zeigt ein etwas ausgewaschenes Bild mit reduzierten und blassen Farben. Ein großes Manko ist zudem die schwache Kompression, die selbst auf kleinen Betrachtungsflächen enorme Bildunruhen und Kompressionsartefakte zeigt. Sehr schade, dass es anscheinend noch kein gescheites Master von diesem Film gibt.

Während der englischsprachige Originalton in Dolby Digital 5.1 vorliegt, muss man sich bei der deutschen Synchronisation mit einem Stereo-Mix begnügen. Dieser klingt zumindest solide, auch wenn Dialoge oft übersteuern und kratzen. Dies geht zu Lasten der Sprachverständlichkeit, bleibt aber noch akzeptabel. Musik und Nebengeräusche werden zumindest nicht in den Vordergrund gerückt, wodurch der Stereo-Mix weitgehend homogen klingt. Der englische Mix bietet einen bessere Sprachverständlichkeit, ein wenig Räumlichkeit, und im nötigen Moment lässt der Subwoofer von sich hören. Auch wenn die deutsche Synchronfassung allein wegen Eddie Murphys deutscher Stimme Kult ist, ist der Originalton aufgrund der besseren Qualität zu bevorzugen. Optional gibt es deutsche und englische Untertitel. Als Bonus liegt lediglich ein Trailer vor, und die Disc wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.


"Und wieder 48 Stunden" wiederholt grundsätzlich nur das erfolgreiche Rezept des Vorgängers und muss sich den Vorwurf der Einfallslosigkeit gefallen lassen. Allein was die Entwicklung der Charaktere angeht, ist beispielsweise die "Lethal Weapon"–Reihe den beiden Filmen weit voraus. Dennoch gelang Walter Hill auch hier wieder ein sehr charmanter Actionthriller mit reichlich Wortwitz, toll choreographierten Ballereien, Blechschadenorgien (Mei, dieser Gefangenentransporter überschlägt sich aber auch oft...) und zwei gut aufgelegten, harmonierenden Hauptdarstellern. Etwas besser bewertet als er eigentlich ist, weil ich diesen Filmen und ihrer Zeit jedes Mal aufs Neue hinterher weine.

Technisch leider keine sonderlich gute Umsetzung, aber besser als gar keine Veröffentlichung. Für kleines Geld kann man den Kauf riskieren und hoffen, dass es irgendwann ein neuen Transfer geben wird.


Film+++++-
Bild+++---
Ton+++/--
Bonus/-----


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Nur 48 Stunden (Widescreen Collection)
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