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HK 2006
Originaltitel:Gau ngao gau
Alternativtitel:Dog Bite Dog
aka. Dog Eat Dog
aka. Gou Yao Gou
aka. Kau Ngao Kau
Länge:108:08 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Pou-Soi Cheang
Buch:Matt Chow, Kam-Yuen Szeto, Melvin Li
Kamera:Yuen Man Fung
Musik:Ben Cheung
SFX:Shui Fun Chi, Asia Legend
Darsteller:Edison Chen, Sam Lee, Weiying Pei, Siu-Fai Cheung, Yiu-Cheung Lai, Suet Lam, Ka Wah Lam, Ho Yam, Kam-wah Koo, Ask Lee, Chi Wai Lao, Ka Wing Lee, Phongpranot Kitkorn
Vertrieb:Legend / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:DTS 5.1 (dt.), Dolby Digital 5.1 (dt., kant.)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Mediabook
DVD-Start:06.12.2011 (Kauf)
Specials:
  • 15-seitiges Booklet mit Essay zum Film
Disc 2 (Bonus-DVD)
  • Nicht verwendete Szenen (9:48 Min.)
  • Das witzigste Video (17:17 Min.)
  • Am Set (9:09 Min.)
  • Ansichten zum Film (66:46 Min.)
  • Meine zweite Sprache (3:56 Min.)
  • Schlachtfeld (2:56 Min.)
  • Fotogalerie (39 Fotos)
  • Originaltrailer (2:21 Min.)
Pang ist ein Killer. Auf den Straßen von Kambodscha hat er zu überleben gelernt. Ohne Gnade und ohne Schmerz tritt er seinen Gegnern entgegen und prügelt sie zu Tode. Für seine Mafiabosse ist er kaum mehr als ein Tier. So wird der junge Mann unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Hongkong verschifft, um einen Auftragsmord zu erledigen. Doch als sich die Cops nach dem Blutbad an seine Fersen heften, ist Pang völlig auf sich allein gestellt. Fast instinktiv zieht es ihn zu Hongkongs gigantischen Müllfeldern. Denn Schmutz und Tod - das sind die Dinge, die Pang unausweichlich umgeben. So ist es wohl eher Schicksal als Zufall, dass er dort auf die von ihrem Vater vergewaltigte Yue stößt und das Mädchen, gerührt von ihrem Leid, von ihrem Peiniger befreit. Vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben spürt der gefühllose Pang eine Perspektive und tatsächlich kommen sich die beiden vorsichtig näher. Aber Polizei und Mafia sind dem Jungen unerbittlich auf der Spur und der Tod bleibt seine Bestimmung ...
Es gab vor nicht all zu langer Zeit eine Phase in der Filmlandschaft Hong Kong, wo der geneigte Zuschauer meinen konnte, dass die besten Zeiten für Filme aus dieser Region vorbei seien. Selbst bekannte Schauspieler wie Donnie Yen sprachen von einer großen Krise, der man nur mit einer Frischzellenkur entgegentreten könne. Erste Erfolge werden nun dank eines konsequent verfolgten, neuen Weges geliefert. Ansprechende Drehbücher, gepaart mit guten Schauspielern und einer rasanten und sehr modernen Filmform präsentieren neue Highlights wie die beiden Interner Link"Election"-Filme, oder "Exiled" (ebenfalls von Johnny To) sowie Jet Lis Interner Link"Fearless". Interessant ist an dieser Stelle, dass die neue Welle guter Filme von alten und geschätzten Bekannten des asiatischen Filmes geliefert wird. Sei es Johnny To, Ronnie Yu oder eben Soi Cheang, der nach einer Reihe eher belangloser Filmchen mit "Home Sweet Home" und "Love Battlefield" bewiesen hat, das viel mehr in ihm steckt.



Sein 2011er Film "Dog Bite Dog" ist nun das radikalste Werk, was mir seit langem unter die Augen gekommen ist. Die Geschichte, die Umsetzung, der Sound, alles ist so garstig und böse in Szene gesetzt, dass es einem als Zuschauer schmerzt! Hier hat das, manchmal arg strapazierte CAT III–Siegel seine volle Berechtigung!
Die Geschichte dreht sich um einen kambodschanischen Auftragskiller Pang, der emotionslos seine Aufträge auch unter schwierigsten Bedingungen ausführt. Als Kind unter extremsten Bedingungen herangewachsen (die Kinder mussten eine Art Hahnenkampf für Schaulustige veranstalten, der Gewinner bekam dann die Nahrung), nahm ihm das die Fähigkeit, Emotionen zu fühlen.



Erst als er, den Mord an eine Staatsanwältin ausführend, dabei recht schnell von der Polizei gefasst, und unter den Beamten und unschuldig Anwesenden ein Blutbad veranstaltend, auf der Flucht ist, lernt er auf einer Müllkippe ein junges Mädchen kennen, welches regelmäßig von ihrem Vater vergewaltigt wird. Diesen beseitigt er sofort, um dann gemeinsam mit dem Mädchen zu fliehen. Dabei wird er von einem manischen Polizisten gejagt, dessen Kollegen er auf dem Gewissen hat. Es entwickelt sich ein Katze und Maus–Spiel, welches in seiner Dramatik und Rasanz selten so zu sehen war.


Der Schauspieler Edison Chen (bekannt aus Interner Link"The Grudge 2", Interner Link"Infernal Affairs" oder "The Twin Effect") liefert als Auftragskiller ebenso eine hervorragende Leistung wie sein Kollege Sam Lee als manischer Cop (gerne gesehen in Interner Link"Gen - X Cop", Interner Link"Bio Zombie", "Beast Cop" oder Interner Link"One Nite in Mongkok"). Aber der wahre Schauwert ist die Inszenierung. Dreckige, braun-graue Färbung, trostlose Umgebung, deprimierte Menschen mit verstörenden Biografien, alles unterlegt mit einem passenden Soundtrack der zwischen Industrialklängen, Soundcollagen und Gitarrenspiel wechselt! Grandios auch die ungewöhnlichen Kamerafahrten, die einem verstörende Perspektiven liefert, und so dem Zuschauer visuell den Boden unter den Füßen wegzieht in dem er ihn seiner Orientierung beraubt.

"Dog Bite Dog" ist so angenehm wie ein fester Tritt in den Bauch! Trotzdem ist es faszinierend, die Charaktere zu ergründen und ihren wirklich fesselnden Weg nach ganz unten zu verfolgen. Ganz klar auch heute noch ein wahres Highlight des asiatischen CAT III-Kinos ...


Die Veröffentlichung aus dem Hause Legend Home Entertainment liegt bereits ein paar Jahre zurück. Im Rahmen der neuen Kino Kontrovers-Reihe veröffentlicht Legend im Vertrieb von EuroVideo Soi Cheangs "Dog Bite Dog" in einer neuen Auflage. Inhaltlich ist alles gleich geblieben, lediglich das DVD-Menü und die Verpackung der Veröffentlichung haben sich verändert und wurden dem derzeitigen Kino Kontrovers-Design angepasst. In einer etwas abgewandelten Form eines Mediabooks liegt der Auflage noch ein Booklet mit Essay zum Film bei, während das FSK-Logo fester Bestandteil der Covergestaltung ist und nicht entfernt werden kann. Die alten Trailer der Erstauflage wurden ebenfalls entfernt.


Das Bonusmaterial wurde wie damals schon auf eine zweite DVD ausgelagert und beinhaltet über 100 Minuten Material. Begonnen wird mit 9 Minuten an nicht verwendeten Szenen, die neben ein paar Versprechern auch Aufnahmen zeigen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben. Im 17minütigen "Das witzigste Video" zeigt man dem Zuschauer einen kleinen Zusammenschnitt von B-Roll-Material mit Quatsch und Albernheiten, die während der Drehpausen entstanden sind. "Meine zweite Sprache" zeigt, wie die Darsteller noch am Set die ihnen fremde Sprache Thailändisch antrainiert bekommen, was nicht immer optimal klappt. Desweiteren gibt es noch drei Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 80 Minuten, die dem Zuschauer einen umfangreichen Einblick in die Produktion gewähren. Man darf sich anschauen, wie der Regisseur einzelne Szenen vorbereitet, die Darsteller unterweist oder die Stunt-Crew ihre Arbeit verrichtet. Desweiteren gibt es eine umfangreiche Bildergalerie sowie einen Trailer zum Hauptfilm. Das Bonusmaterial wurde deutsch untertitelt.


Bildtechnisch wird einem leider kein Höhepunkt spendiert, zumindest in Anbetracht einer Neuauflage, für die man sich eine Steigerung gewünscht hat. Der unruhige Bildaufbau resultiert durch eine falsche Normwandlung (Ghosting in jeder Bewegung), wodurch die Schärfe stark zu leiden hat und nur dann besser wird, wenn das Bild keine Bewegungen zeigt. Dies geschieht leider äußerst selten, weshalb man beim Betrachten Kopfschmerzen bekommt. Auch der grünliche Filter über dem Bild ist ein negativ Punkt und lässt keine Natürlichkeit aufkommen. Der Kontrast ist ebenfalls unzureichend und schafft es nicht, Schwarz als solches darzustellen. Da sich "Dog Bite Dog" überwiegend im Dunklen abspielt, fällt diese Manko besonders stark auf. Zumindest werden in der Dunkelheit nicht noch zusätzlich Details verschluckt. Der Transfer ist demnach durchschnittlich, besetzt mit einigen Verschmutzungspartikeln und Kratzern und einer soliden Kompression.


Da macht der Ton deutlich mehr Spaß und überzeugt von Beginn an. Der Score verteilt sich sehr kräftig und natürlich auf sämtliche Kanäle und auch die Hervorhebung von einzelnen Effekten klappt ganz gut. Die Surroundabmischung fällt teilweise sogar sehr aggressiv aus, lässt aber etwas an Konsequenz missen. Große Unterschiede zwischen der deutschen DTS 5.1- und Dolby Digital 5.1-Tonspur gibt es nicht und auch der kantonesische Originalton steht dem deutschen Pendant in nichts nach. Zwar werden die Surround-Kanäle nicht permanent genutzt und die Balance zwischen Umgebungsgeräuschen, Musik und Dialogen könnte etwas harmonischer sein. Hin und wieder gibt es ein paar nette Bassschübe und die Dialoge sind in allen drei Sprachfassungen sehr gut zu verstehen, wobei die deutsche Synchronisation ein wenig steril klingt. Optional gibt es deutsche Untertitel, während die Dialoge in der thailändischen Sprache mit festen deutschen Untertiteln unterlegt wurden.


Mehr dieser Momente hätten geholfen bzw. eine etwas stetigere Ausnutzung der Surround-Kanäle, denn zwischen "stumm" und "aufbrausend" existieren manchmal keinerlei Abstufungen. Klanglich sind aber alle drei Tonspuren auf Zack und besitzen auch nette Bassschübe. Dialoge sind in allen Fassungen bestens zu verstehen und die Abmischung klingt sauber, auch wenn sehr hohe Frequenzen eher selten genutzt werden. Untertitel gibt's in deutsch dazu.


"Dog Bite Dog" wimmelt von genialen Ideen. Etwa, als der Vermittler der Polizei den Killer in ein Gespräch verwickeln will, um ihn zur Aufgabe zu überreden, dieser aber kein Wort versteht, da er dieser Sprache nicht mächtig ist, oder die Momente, wo in all der Hektik und Brutalität die anrührende Fürsorge für das junge Mädchen den sonst kalt reagierenden Killer menschlich erscheinen lassen. Die Kunst, Emotion und Gewalt unter einen Hut zu bekommen, und dabei ein faszinierendes Gesamtwerk hinzubekommen, zeigt, dass die wahre Filmkunst mittlerweile vorwiegend aus Asien kommt! Ein zwar meistens trüber und zynischer, aber durchweg faszinierender und mitreißender Film aus dem modernen, neue Filmtrends setzenden Hong Kong. Wer die alte Legend-DVD besitzt, muss keinen Neukauf in Erwägung ziehen. Technisch sind beide Discs identisch mit der Erstauflage von 2007.


Film+++++/
Bild+++---
Ton++++--
Bonus++++--


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Dog Bite Dog - Wie räudige Hunde (Magneticase 2 Disc Edition)
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