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USA 2007
Originaltitel:Already Dead
Alternativtitel:Rache - Vergeltung hat ihren Preis!
Länge:89:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Joe Otting
Buch:Joe Chappelle, Robert Archer Lynn, David Alford
Kamera:Eric Trageser
Musik:Nathan Furst
Darsteller:Ron Eldard, Til Schweiger, Patrick Kilpatrick, Geoff Pierson, Marisa Coughlan, Christopher Plummer, Conery Hoffman, Victoria Vande Vegte, Freddie Joe Farnsworth, Sonny Tipton, David Rowden
Vertrieb:Circlethree / Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit Wendecover
DVD-Start:01.04.2008 (Verleih) / 01.04.2008 (Kauf)
Specials:
  • Entfallene Szenen:
    • Allein in der Küche (0:20 Min.)
    • Auf dem Polizeirevier (0:40 Min.)
    • Atempause (3:44 Min.)
    • Finale Schüsse (0:56 Min.)
  • VFX-Film-Vergleich (2:08 Min.)
  • Trailer (2:02 Min.)
Thomas Archer hatte alles, was sich ein Mann nur wünschen kann: eine wunderbare Familie und einen traumhaften Job. Bis zu der tragischen Nacht, in der seine Frau brutal misshandelt und sein Sohn ermordert wird. Einige Zeit später nimmt sein Leben erneut eine dramatische Wendung, als er in einer verlassenen Lagerhalle auf den vermeintlichen Mörder seines Sohnes trifft. An einem Stuhl gefesselt ist er Thomas Archers Rachegelüsten wehrlos ausgeliefert ...
Die Fallhöhe, die ein Mensch erleiden kann, war schon immer von besonderer Wichtigkeit im Hollywood-Kino, um extreme Verhaltensweisen zu begründen. Durch die Vermischung zweier Handlungsstränge - dem in der Gegenwart auf ein unbekanntes Ziel zusteuernden Thomas Archer (Ron Eldard) und dessen erfolgreiches Berufs- und heiles Familienleben in der Vergangenheit - wird schnell deutlich, welch hartes Schicksal den Mann ereilt hat.



Ein unbekannter Einbrecher hat seinen Sohn getötet (und nebenbei auch das Kindermädchen), seine Frau misshandelt und ihn niedergeschlagen. Seit dieser Zeit ist der erfolgreiche Architekt weder in der Lage zu arbeiten, noch kann er das Geschehene verarbeiten. Dazu lässt ihn die Polizei noch im Stich, da sie ihre Ermittlungen aus Personalgründen einstellt, aber immerhin unterstützt ihn der Polizeidetektiv (Patrick Kilpatrick), der ihm rät, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Durch einen Tipp gerät er an den Psychiater Dr. Heller (Christopher Plummer), der ihm - nachdem die Sitzungen bei ihm keinen Erfolg zeigen - eine Geheimorganisation empfiehlt, die ihm gegen eine üppige Bezahlung die persönliche Gelegenheit zur Rache geben kann. Aus Sicht des Psychiaters die einzige Möglichkeit für Archer, sein Trauma zu überwinden.

Während diese Ereignisse noch einmal in Archers Erinnerung ablaufen, bewegt er sich auf einen geheimen Ort zu, wo der Täter schon darauf wartet, von Archer bestraft zu werden. In einer versteckten Folterkammer stehen ihm eine Vielzahl von Folterinstrumenten zur Verfügung und Archer fackelt nicht lange, bis er beim Versuch die rechte Hand zu nageln, bemerkt, dass der Unterarm nicht über die Tätowierung verfügt, die ihm beim häuslichen Angriff aufgefallen war. Er beginnt die Schuld des gefesselten Mannes (Til Schweiger) in Zweifel zu ziehen ...



"Rache" entwickelt sich nach diesem Auftakt zu einer Art Kammerspiel, in dessen Mittelpunkt nur Archer und der verdächtige Mann stehen. Bis auf geringe Ausnahmen zu Beginn, beschränkt sich der Film auf eine Location - ein riesiges verwaistes Industriegebäude, aus dem die beiden Protagonisten fliehen wollen. Bei den Verfolgern handelt es sich um anonyme, maskierte Männer und es braucht beinahe bis zum Ende des Films bis die Gegner ein Gesicht bekommen.

Eine solche Konzentration auf das Wesentliche hat einige Vorteile in der Inszenierung, die atmosphärisch sehr gut genutzt werden. Auch die schauspielerischen Leistungen der unfreiwilligen Partner können überzeugen, aber die größte Notwendigkeit einer solchen Konstellation liegt in der Schlüssigkeit der psychologischen Verhaltensweise - und hier versagt "Rache" vollkommen.

Das beginnt schon bei dem eigentlichen Verbrechen, dessen Motiv nie deutlich wird. So ist es nicht nachvollziehbar, warum der Einbrecher das Kind tötete, aber seine Eltern am Leben ließ - mit dem Risiko wiedererkannt zu werden. Dass die Polizei aus Personalgründen die Nachforschung bei einem solchen Schwerverbrechen aufgibt, gehört in den Giftschrank üblicher Paranoia-Vorstellungen bei Rachefilmen, die immer davon ausgehen, dass das Gesetz unfähig ist, die Täter zu bestrafen, um damit der Selbstjustiz die notwendige Legitimität mitzugeben.



Völlig misslungen ist auch die Charakterisierung des Thomas Archer, dem man die Fähigkeit für das Foltern keine Sekunde abnimmt. Vielmehr versteht man, dass er dem Gegenüber, als er Zweifel an dessen Schuld bekommt, eine Chance gibt. Das passt zu dem eher weichen Typus, dem man Sensibilität im Beruf und Familienleben ebenso glaubt, wie die anfängliche Unfähigkeit mit der Waffe zu schießen. Deshalb wirken die Folterungen trotz einer gewissen optischen Härte nicht wirklich bedrohlich, weil man nie den Eindruck verliert, dass hier jemand nur Foltern "spielt".

Til Schweiger als "The Man" ist in seiner zurückhaltenden, nicht an wirklicher Aufklärung interessierten Art die überzeugendste Figur und letztlich die Einzige, von der etwas Spannung - sprich Unklarheit - ausgeht. Aber auch sein Zusammenspiel mit Archer krankt an den unschlüssigen Voraussetzungen. Der gesamte Hintergrund der Aktion, den Täter unter der Obhut einer Geheimgruppe durch das Opfer liquidieren zu lassen, wirkt konstruiert. Die Idee von geheimen Organisationen, die das Gesetz in eigene Hände nehmen, ist nicht neu, aber in der Regel konnten diesen immerhin so etwas wie Wahnsinn oder eigene negative Erfahrungen angedichtet werden.


In "Rache" bleiben deren Motive dagegen unschlüssig. Wenn ihnen an der Bestrafung von Tätern gelegen ist, die nicht vom Gesetz überführt werden konnten, stellt sich die Frage, warum sie das nicht gleich selbst mit ihrer Privatarmee bewerkstelligen - sie haben ja auch keine Hemmungen, sofort auf Archer und "The Man" zu schießen, nachdem die Sache nicht wie geplant läuft. Und damit immerhin auf einen Unschuldigen. Ähnlich ließe sich ihr Verhalten begründen, wenn es ihnen ums Geld ginge - quasi mit einem geschickt getarnten Psychobetrug labiler Opfer. Spätestens wenn das Opfer in ihrer Obhut wäre, bräuchte man ihm nur das Geld abzunehmen und ihn erschießen. Warum dann noch die Umsetzung des Geschäftes beginnen? Von Mundpropaganda bei Erfolg lebt die Truppe sicherlich nicht.

Diese Überlegungen könnte man natürlich hinten anstellen und einfach die optisch ordentlich umgesetzte Action genießen, deren Anlass "Rache" spätstens nach dem ersten Drittel gar kein Thema mehr ist - folgerichtig heißt der Originaltitel des Films "Already Dead". Nur fällt dieser Genuss äußerst schwach aus, da nie echte Spannung aufkommt, weil die Motive der Beteiligten und ihre Verhaltensweisen keinen nachvollziehbaren Hintergrund haben. Positiv könnte man auch bemerken, dass hier kein Selbstjustiz verherrlichendes Opus herausgekommen ist, aber das ist kein echter Verdienst der Macher, sondern nur die Folge davon, dass es dem Film niemals gelingt, wirkliche Emotionen zu vermitteln - und seien sie noch so fragwürdig.


Die auf DVD gebannte 35 mm-Aufnahmen sehen nahezu immer sehr plastisch und detailreich aus. Auch das in dunklen Szenen stärker werdende, körnige Rauschen ändert nichts an der filigranen, tiefenscharfen und sehr natürlichen Darstellung vieler Szenen, die mitunter so gut aussehen, dass man eine hochwertige Digitalaufnahme dahinter vermutet. Allerdings fallen einige Einschübe, die im Halbdunkel stattfinden, etwas zu stark ab, um den guten Gesamteindruck unbehelligt zu lassen. Besonders Rückblicke verfallen in eine etwas unscharfe und auch kontrastschwache Qualität, die möglicherweise den Zeitsprung stilistisch verdeutlichen sollen. Die Actionszenen in den dunklen Gängen sehen dafür weitestgehend knackig aus und sind für eine Kleinproduktion auf hohem technischem Niveau. Die Farbdarstellung ist anfangs noch natürlich, verschreibt sich mit schlechter werdenden Lichtverhältnissen dann aber etwas dem Gelb- bzw. Braunton. Der Schwarzwert ist der einzig kritische Faktor, denn oftmals gelingt es nicht, ein tiefes Schwarz zu erzeugen, wie es für viele Momente notwendig wäre. Auch die in Schatten etwas verschwindenden Details zeugen von einer schwierigen Drehbedingungen. Nichtsdestotrotz ein sehr überzeugendes, anamorphes Bild.

Der Dolby Digital 5.1-Ton bietet eine durchweg atmosphärische Untermalung des optischen Geschehens. Die Dialoge sind weich eingebettet und lassen die stets leise Hintergrundmusik und die detaillierte Geräuschkulisse sehr gut durch. Brachial wird es nie, lediglich ein paar Schusssalven, Explosionen und der Zuglärm zu Beginn machen darauf aufmerksam, dass die Bassbox angeschaltet ist. Auch die Surround-Kanäle wurden stimmig eingearbeitet, ohne dass man das Gefühl hat, sie würden jemals die Klanggebung übernehmen. Auch den englischen Ton kann man mit gleichwertigen Eigenschaften hören, wahlweise mit deutschen Untertiteln.

Während die entfallenen Szenen (mit anwählbaren deutschen Untertitel) entweder sehr kurz oder nahezu redundant sind, werden im VFX-Film-Vergleich Einblicke in die Tricks der CGI-Profis gewährt. Der Trailer ist ebenfalls auf der Disc.


Film+/----
Bild++++/-
Ton++++/-
Bonus+/----


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