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USA 2005
Originaltitel:Amityville Horror, The
Länge:85:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Andrew Douglas
Buch:Scott Kosar, Jay Anson, Sandor Stern, George Lutz, Kathy Lutz
Kamera:Peter Lyons Collister
Musik:Steve Jablonsky
SFX:KNB EFX Group, Asylum VFX, Industrial Light & Magic
Darsteller:Ryan Reynolds, Melissa George, Jesse James, Jimmy Bennett, Chloe Moretz, Rachel Nichols, Philip Baker Hall, Isabel Conner, Brendan Donaldson, Annabel Armour, Rich Komenich
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:06.10.2005 (Verleih) / 03.11.2005 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar
  • Was Geschah im Haus der DeFeos (17:33 Min.)
  • Quelle des Bösen - Making Of "Amityville Horror" (26:29 Min.)
  • Am Set - Einblicke in verschiedene Szenen
  • Entfallene Szenen (mit opt. Audiokommentar):
    • Ein Toast auf die Familie (1:14 Min.)
    • Kathy kauft Lebensmittel ein (0:57 Min.)
    • Kathy badet Chelsea (0:24 Min.)
    • Charlie und seine Freundin besuchen George (1:11 Min.)
    • Chelsea erzählt Michael von Jodie (1:14 Min.)
    • Lichterspiele im Haus (1:16 Min.)
    • Kathy macht sich Gedanken (1:26 Min.)
    • Originalskizze: Jodies Gesicht (0:03 Min.)
  • Fotogalerie:
    • Tatorte (75 Bilder)
    • Haus Interieur (18 Bilder)
    • Geister und Folterung (25 Bilder)
  • Trailer "Deuce Bigalow: European Gigolo" (1:10 Min.)
  • Hidden Feature
Dies ist die Geschichte der Familie Lutz, die erfahren muss, dass ihr Traumhaus Schauplatz unerklärlicher Verbrechen war - und dass das bizarre, schrecklich Böse noch immer in diesem Haus lauert.
Am 13. November 1974 erhielt die Polizei einen panischen Anruf, der sie zum Tatort eines grausigen Verbrechens im Haus der Defeos in Amityville, Long Island, führte: eine ganze Familie war in ihren Betten abgeschlachtet worden. In den folgenden Tagen gestand Ronald Defeo Jr., seine Eltern und die vier Geschwister der Reihe nach im Schlaf erschossen zu haben. Er gab an, dass ihn "Stimmen" im Haus dazu getrieben hätten, diese Morde zu begehen. Im Jahr darauf zogen George und Kathy Lutz mit ihren Kindern in das Haus der Defeos, von dem sie dachten, es sei die Erfüllung ihrer Träume. Doch bereits kurz nach dem Einzug ereigneten sich bizarre und unbeschreibliche Dinge: albtraumhafte Visionen und gespenstische Stimmen des Bösen, das noch immer in diesem Haus lauert.
Offenbar gehen den kreativen Köpfen in Hollywood so langsam aber sich die bekannteren Kulthorrorfilme der 70er Jahre aus, die sich für ein Remake lohnen. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass jetzt auch der auf angeblich wahren Begebenheiten beruhende Interner Link"The Amityville Horror" von Produzent Michael Bay zurück ans Tageslicht geschleppt wurde, der zwar landläufig auch immer wieder in die Kultecke gedrängt wird, dort aber nicht wirklich mit den Großen des Genres mithalten kann. 8 Fortsetzungen brachte der Originalfilm bereits mit sich, die es zumeist ohne weiteres geschafft haben, das etwas dröge Original in Sachen Tempo und Spannung locker zu überbieten, wobei das natürlich nicht automatisch bedeutet hat, dass sie qualitativ gut waren.


Jetzt hat sich also Krawall-Patriotismus-Regisseur Michael Bay, wohl angestachelt durch seinen Erfolg mit dem von ihm produzierten Interner Link"Texas Chainsaw Massacre"-Remake, als Produzent des guten alten Spuckhauses angenommen. Die Story wurde dabei mehr oder weniger belassen, der psychologische Faktor wurde etwas herausgenommen, der Konflikt zwischen dem Stiefvater und den Kindern etwas beschnitten und die ganze Geschichte ordentlich gestrafft, was in diesem Fall wahre Wunder bewirkt. Bay und sein bisher im Spielfilmbereich unerfahrener Regisseur Andrew Douglas schaffen es mit ihrer klassischen, auf Atmosphäre angelegten Inszenierung, einem alten Subgenre durchaus ein wenig neues Leben einzuhauchen.


Die Story basiert dabei wieder einmal auf Jay Ansons auf angeblichen Tatsachen basierendem Buch "The Amityville Horror", das er nach den Erzählungen der Familie Lutz geschrieben hat, die immerhin bis heute an ihren Aussagen festhält und auch bei einem Lügendetektortest nicht als Lügner überführt werden konnte.
1974 erschießt Ronald DeFoe in einer kalten, regnerischen Nacht seine gesamte Familie. Er behauptete später, dass er von einer geheimnisvollen Stimme die Anweisung dazu bekommen haben sollte. Ein Jahr später ziehen Georg und Kathy Lutz in eben dieses Haus in Amityville. Sie ahnen nichts von seiner Vergangenheit. Georg und Kathy sind frisch verheiratet, wobei Kathy aus einer früheren Ehe 3 Kinder mitbrachte. Die Spannung zwischen Georg und den Kindern, die ihn nicht als neuen Vater akzeptieren wollen, sind spürbar. Bereits kurz nach dem Einzug beginnt Georg sich zu verändern. Er hört Stimmen, sieht, wie auch die kleine Tochter, Dinge, die nicht real sind, und wird magisch vom großen Keller des Hauses angezogen. Die Situation eskaliert immer mehr und erst als auch ein Priester den Zorn des Hauses bzw. seiner Geister zu spüren bekommt, beginnt Kathy den Kampf aufzunehmen.


Soweit ist also alles beim Alten geblieben. Einer der wohl größten Pluspunkte des Remakes ist das Tempo, das Andrew Douglas anschlägt. Er lässt erst gar keine Langeweile aufkommen. Nach dem Einzug der Lutz geht es praktisch Schlag auf Schlag und immer wenn es Nacht wird in Amityville kann man sich sicher sein, dass auch schon der nächste Schocker ausgepackt wird. Diese Momente sind zwar nicht wirklich neu, werden aber allemal effektiv eingesetzt und wissen doch auch erfahrene Gruselfans noch zu überraschen. Sicher, mit der Zeit nutzen sich die Effekte etwas ab, so etwa das immer und grundsätzlich in jedem Spiegel das Gesicht auftaucht kann man sich spätestens nach dem dritten mal denken, aber wie gesagt, die eine oder andere Überraschung hat der Film auf diesem Gebiet dann doch zu bieten.
Da ist die Story an sich dann schon wesentlich unaufgeregter und überraschender. Auch wenn man das Original nicht kennt, wird man hier kaum Überraschungen erleben, außer dem doch erstaunlich geringen Bodycount. Aber man hat es hier eben auch nicht mit einem weiteren Slasher Movie zu tun, sondern mit einem schon fast klassischen Geisterhausfilm.
Da macht es dann auch wenig, wenn der psychologische Faktor und die Spannungen innerhalb der Familie eher nebenbei abgehandelt werden, denn sind wir mal ehrlich, die haben im Original auch wenig zum Film beigetragen und den Film eher ausgebremst.


Somit liegt das Hauptaugenmerk beim 2005er "The Amityville Horror" dann auch ganz klar bei den Schauwerten und da kann der Film auch ordentlich punkten. Das Haus ist in düsteren Bildern eingefangen und wirkt selbst am helllichten Tag noch bedrohlich und geheimnisvoll. Mit ausgefallenen Kamerawinkeln und dunklen erdigen Farben wird dem Zuschauer ein wundervolles Gänsehaut-Feeling verpasst, das durch den dezenten, einzig in der Fliegenszene übertriebenen, Einsatz von CGI-Effekten noch verstärkt wird. Einzig das Finale im Keller will so gar nicht zum Rest des Films passen und versucht durch möglichst viel Kunstblut und einige etwas lächerlich anmutende Szenen dem Zuschauer dann doch noch eine Erklärung zu präsentieren. Schade, zumal der Film davor nahezu blutarm auskommt und seine Stärken aus der Spannung und dem inszenatorischen Aufbau der Szenen gewinnt.


War es im Original noch James Brolin, der sich den Mächten des Hauses aussetzen musste, wurde mit Ryan Reynolds ein wahrer Glücksgriff gelandet. Reynolds, der bisher zumeist durch College-Komödien und einige Serienauftritte auf sich aufmerksam machen konnte, zeigt eine eindrucksvolle Verwandlung vom Familienvater hin zum mordgierigen Irren, der weder sich noch die Situation unter Kontrolle halten kann. Eine Leistung, die ihm sicherlich nicht viele zugetraut haben, die man hier aber ganz klar würdigen muss. Er ist hier ganz eindeutig der Mittelpunkt und schafft es ohne große Probleme den Film durchweg zu tragen. Da bleibt dann zwar für die anderen Darsteller nicht mehr viel übrig, aber auch Melissa Georg, Phillip Baker Hall und die Kinderdarsteller überzeugen durchweg.


Bei der deutschen DVD lässt MGM nichts anbrennen, schließlich lief der Film auch im Kino, aber so richtig restlos überzeugend ist es nicht, was man hier abliefert. Diese Einschätzung ergibt sich vor allem aus dem überzogenen Kontrast, der das Bild vielleicht gleichzeitig dunkler aber auch etwas überleuchteter erscheinen lässt. Das gefällt mir nicht wirklich, ist aber vielleicht auch etwas Ansichtssache. Zumindest die herbstlichen, manchmal etwas unterkühlten Farben lassen darauf schließen, dass hier absichtlich so vorgegangen wurde. Bei der Schärfe erzielt man gute, aber nicht überragende Ergebnisse. Grund dafür ist es, dass Details immer mal wieder abgeschwächt werden und auch Konturen nicht immer hundertprozentige Abgrenzung erfahren. Seine Natürlichkeit verliert das Bild jedoch nicht, ich hätte nur etwas mehr von einer MGM-Scheibe erwartet. In Sachen Rauscheindämmung, fehlerfreier Kompression und sauberem, ruhigen Bildstand ist aber alles in Ordnung.


Die Tonspuren sind ganz im Trend moderner Horrorfilme gestaltet. Die Dialoge sind klar und werden fast dauerhaft durch sehr geringe Geräusche auf den hinteren Lautsprechern unterstützt. In Schreckmomenten, die relativ häufig eingesetzt werden, wird dann durch den Ton die nötige Spannung bzw. Spannungsauflösung auf den Zuschauer übertragen. Die Dynamik in solchen Sequenzen ist hervorragend, aber auch die Musik sorgt für eine nette Akustik. Weniger gefällt mir dafür die sehr harmonisierte Front, die sich insbesondere auf die Stimmen niederschlägt. Die klingen deutlich zu weich, etwas gehaucht und sind kaum vergleichbar mit den etwas kernigeren Dialogen des Originals. Im Surroundbereich verhalten sie sich aber sehr ähnlich und auch die Lautstärke unterscheidet sich nicht voneinander. Zu jeder Sprache werden auch Untertitel mitgegeben.


Auch der Bonusbereich ist überzeugend. Für alle, die auf Infos, manchmal sogar Detailwissen in entspannter Runde aus sind, die sollten sich in den Audiokommentar mit dem Hauptdarsteller Ryan Reynolds und den beiden Produzenten Andrew Form und Brad Fuller reinhören. Streckenweise ist er zwar etwas öde (bzw. nicht wirklich lustig), aber die meiste Zeit über wissen die Drei interessante Dinge zu sagen. Wie auch schon bei der DVD zum Originalfilm aus den 70ern enthält diese DVD eine Dokumentation über die Geschehnisse in der real existierenden Vorlage. Vielleicht mochte man sich gegenüber der gerade angesprochenen Dokumentation nicht wiederholen, aber es geht hier relativ seicht zu. Es werden zwar drei Augenzeugen befragt, die das Mysterium aus unterschiedlicher Sichtweise wiedergeben, aber dass man bis auf ein paar Fotos auf keinerlei Originalmaterial zurückgreifen konnte, macht schon den Eindruck einer Folge aus "PSI Faktor". Das Making Of bereitet da schon eher Tatsachen auf und besteht aus einem bunten Mischmasch aus Interviews, Szenen vom Set und auch Filmausschnitten. Letztere werden im Verlauf immer weniger und es wird ein wenig über die Effektarbeit gesprochen. Interessant ist hier sicherlich die Erarbeitung der Szene, bei der das kleine Mädchen auf dem Dachsims entlang läuft. Die "Einblicke in verschiedene Szenen" sind 9 kurze Setaufnahmen, die sich aber leider nicht einzeln aktivieren lassen, sondern während des Abspielens des Hauptfilms von allein starten. Wer den Film nicht unbedingt noch ein drittes Mal anschauen möchte, dem sei gesagt, dass er nicht allzu viel verpasst.
Die entfallenen Szenen sind dann meist sehr kurze Handlungselemente, die man schwerlich im Film vermisst. Neben dem englischen Originalton mit optionalen deutschen Untertiteln existiert für alle (bis auf die nur 3sekündige Skizze) ein Audiokommentar, der aber eher von den Produzenten als von Ryan Reynolds eingesprochen wird, wie es im Menu vermerkt ist. Zuletzt hat man noch Zugriff auf drei Bildergalerien mit Material, welches direkt im Film genutzt wurde. Die erste Galerie enthält die Zeitungsberichte, Polizeimeldungen und Obduktionsunterlagen der im Intro angeschnittenen Vorgeschichte des Hauses. Leider sind die Zeitungsartikel kaum lesbar. Das Menu wurde animiert und mit stimmigen Effekten ausgestattet.


Der 2005er "The Amityville Horror" hat durchaus Schwächen, sei es in der Vorhersehbarkeit der Story, der mangelnden Tiefe oder dem etwas überzogenen Ende, aber man kann ihm nicht absprechen, dass er eine gehörige Menge Spaß macht und beste Gruselatmosphäre bietet. Also eher was für den gemütlichen Kinogang mit der Freundin, der so manch anderer Horrorfilm zu hart ist, oder aber um sich auch im Kreise von Freunden mal wieder ordentlich zu gruseln. Mit einem Bier und der richtigen Einstellung ist der Film ein kleines Highlight und eine der durchweg gelungenen Neuauflagen von (vermeintlichen) Klassikern.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++++--


Druckbare Version
Amityville Horror, The (Special Edition)
Amityville - Das Böse stirbt nie
Amityville II - Der Besessene
Amityville III - The Demon
News"Amityville Horror" Anfang November auf DVD
Amityville Horror - Eine wahre Geschichte, The
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