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D, AT, IT 1967
Originaltitel:Kommissar X - Drei gelbe Katzen
Alternativtitel:Commissaire X, halte au L.D.S.
aka. Death Is Nimble, Death Is Quick
aka. Operazione tre gatti gialli
Länge:92:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Rudolf Zehetgruber, Gianfranco Parolini (als Cehett Grooper)
Buch:Rudolf Zehetgruber
Kamera:Klaus von Rautenfeld
Musik:Gino Marinuzzi Jr.
SFX:Richard Richtsfeld
Darsteller:Tony Kendall, Brad Harris, Ann Smyrner, Dan Vadis, Siegfried Rauch, H.D. Kulatunga, Michèle Mahaut, Philippe Lemaire, Erno Crisa, A. Jayarati, Rudolf Zehetgruber, Werner Hauff
Vertrieb:Anolis / Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:31.01.2013 (Kauf)
Specials:
  • 12seitiges Booklet
  • Österreichische Fassung (96:08 Min.)
  • Audiokommentar mit Brad Harris und Jörg Jedner
  • Kinotrailer (2:10 Min.)
  • Werberatschlag (5:31 Min.)
  • Filmprogramm (3:46 Min.)
  • Bildergalerie (1:09 Min.)
Auf dem Weg zur amerikanischen Botschaft in Ceylon wird ein Entführungsversuch auf Babs Lincoln (Ann Smyrner) durchgezogen; nur mühsam und auf Kosten seines eigenen Lebens kann ihr Beschützer das verhindern. Dabei wurde er von dem Karatekiller King (Dan Vadis) außer Gefecht gesetzt und deswegen der amerikanische Experte Tom Rowland (Brad Harris) in die Gegend geschickt. Dieser ist eigentlich Chef der New Yorker Mordkommission, aber ebenso wie sein Freund Jo Walker (Tony Kendall) eh in der Nähe. Beide nehmen sich des Mädchens an und entdecken die Geheimorganisation der Drei Gelben Katzen, die ihren Bakterienkampfstoff mit Lösegeldforderungen finanzieren ...
Teil 2 der nicht gerade umschwärmten Reihe macht schon einiges besser, was wahrscheinlich auf den Regiewechsel zurückzuführen ist. Parolinis trocken-langweilige Bebilderung ändert sich nun zu einer Inszenierung, die hier und da auch mal etwas Tempo erlangt; zwar sporadisch nur, aber immerhin. So kommt sogar etwas Interesse für den Stoff auf. Selbst das Drehbuch macht es sich nicht ganz so einfach und erweckt etwas Neugier. Sicherlich sind die Steigerungen nur gegenüber dem lahmen Start spürbar, die minimale künstlerische Absicht sollte aber trotzdem anerkannt werden.



Dankenswerte Erneuerungen fallen vor allem beim Weglassen des Titelsongs auf. Begonnen wird diesmal mit einem Prolog, der auch zur Geschichte gehört. Als Motto dient die gegensätzliche Nutzung von Karate: In den Händen der Unterwelt von skrupellosen Elemtenten missbraucht, aber für die Polizei unentbehrliches Mittel im erbarmungslosen Kampf gegen Verbrecher und Gangstertum. Der Einstieg ist schnell erfolgt und stellt gleich die Weichen für die fortwährende Handlung, die sich relativ geradlinig vollzieht. Zu geradlinig, denn zwischendurch wird deswegen mit verschiedenen getarnten Identitäten etwas herumgespielt sowie der Plotschwerpunkt erstmal verlagert. Das kreativste Skript konnte man dann doch nicht fabrizieren, aber auch hier sind einige Ideen erkennbar und die Logik ist viel mehr inhärent - zumindest in normalen Erzähltraditionen verankert.



Mittig hat man durch diverse Mordanschlägen und entsprechender Vereitelung für etwas Aufregung gesorgt; sogar Actionmomente wurden gesetzt, gar nicht so üble eigentlich auch. Bereits bei der einleitenden Entführung erwischt es Babs' Beschützer ungewohnt heftig mit dem Auto. Der Stuntman war allerdings gut in Form und schmeißt die Szene nicht. Eine Flucht über die Hausdächer sowie der beherzte Sprung auf eine Palme und dann abwärts hat man sich dann allerdings doch nicht in einem Take getraut und erfolgt dementsprechend weniger überzeugend. Dafür wird aber fix eine Verfolgung Auto – Zug drangehängt.
Sollten die Vorgänger tatsächlich ihr Geld eingespielt und sich damit das Budget weniger hierarchisch verteilt bzw. erhöht haben? Die Idee mit einem gefürchteten, feuerspeienden Ungeheuer zur Einwohnerabschreckung hat man sich bei Interner Link"Dr. No" entliehen – ebenso wie die Badattacke von Interner Link"Goldfinger". Die spätere Entzündung des so bewachten Totensees in ein Flammenmeer schafft allerdings ebenso seine Schauwerte wie die vorherige Explosion des Hauptquartiers.



Auch ansonsten hat man sich etwas mehr Mühe gegeben. Die Location entspricht mit dem Fernen Osten allgemein mehr der Exotik und bringt vor allem genug saturierte Würze hinein. Zwar erschöpft sich das zumeist schnell mit dem Porträtieren von ehedem postkolonialen Touristikzentren, aber entspricht mit seinen fremdländisch-rassigen Ceylonesinnen und den sonst nur aus dem Zoo bekannten Tieren viel mehr der Vorstellung von der für den Bundesbürger unbekannten (Geheimdienst-)Welt.
Auch die vorher veranstaltete SciFi-Utopie hat man sich jetzt verkniffen, beinhielt doch auch die erzählende Prosa keine Texte zur Popularisierung von Wissenschaft und Technik. Das einzige an Hightech hier sind dann auch stinknormale Tonbandgeräte sowie ein Bild-Funk-Gespräch nach Miami. Man bleibt also in der Nahphantastik. Ansonsten verlässt man sich auf Pistolen – natürlich wird zumeist nur die Waffe aus der Hand geschossen – sowie getreu der Prämisse auf Handkanten. Dabei ist die Tom Rowland–Figur plötzlich Karateexperte, zumindest laut Drehbuch. Davon sieht man zwar nichts überzeugendes, aber für '66 und eine europäische Produktion mag es in Ordnung gehen. Erfreulicher ist die Zurücknahme der amourösen Mätzchen von Kommissar X, der zwar anfangs natürlich gleich zwei Stewardessen auf seinen Hinflug klar gemacht hat, aber diesmal nicht gleich jede Frau angräbt. Rowland dafür entwickelt sich irgendwann zwischendurch zum gleichberechtigten Partner statt zum Stichwortgeber. Als Team funktioniert das Duo schon gleich viel sympathischer. Für eine Empfehlung muss aber noch so Einiges her.



Die Nummer 2 der "Kommissar X"-Reihe wird im anamorph kodierten Widescreen-Transfer von 2,35:1 präsentiert und fällt zu Beginn leider nicht berauschend auf. Man erkennt zu allererst den harten Kontrast, wodurch das Bild sehr dunkel wirkt. Schwarz ist äußerst tief und lässt in dunklen Szenen viele Details verschwinden. Die Schärfe ist mittelmäßig und die Farbdarstellung zu satt und intensiv. Verstärkt wird dies durch starke, stehende Rauschmuster. Nach wenigen Minuten wird das Bild zum Glück schlagartig besser und zeigt eine frische, saubere Farbgebung mit einem guten Kontrast und sauberen Schwarzwert. Die Schärfe fällt gut aus und zeigt immer wieder kleinere Details in Nahaufnahmen, während das Bild in Totalen etwas weicher und hin und wieder leicht unscharf wirkt. Die Konturen zeigen Spuren von Nachschärfung, wodurch das Bild meist aber angenehm plastisch und knackig wirkt. Bildrauschen ist im geringen Maß vorhanden und die Kompression arbeitet sauber im Hintergrund, ohne störende Artefakte oder stehende Rauschmuster zu zeigen. Defekte und Schmutz ist ebenfalls nur geringfügig vorhanden und die wenigen Totalausfälle was Schärfe etc. angeht ist u.a. der Kameraarbeit von Kameramann Klaus von Rautenfeld zuzuschreiben. Insgesamt ein gut restauriertes Bild.


Die deutsche Monospur überzeugt mit einer gute Sprachwiedergabe ohne im Hochtonbereich zu verzerren. Musik und Dialoge werden sehr kräftig wiedergegeben, können ihr Alter natürlich nicht verbergen und klingen etwas betagt. Da traf es die englische Synchronfassung härter, denn diese klingt weniger offen und im Dialogbereich wirken die Stimmen sehr unnatürlich und leicht kratzig. Hinzu kommt ein massives Hintergrundrauschen, das in der deutschen Fassung in dieser Intensität nicht zu hören ist. Deutsche Untertitel sind optional.

Als Bonus gibt es neben den obligatorischen Werberatschlägen, Bildergalerien und Filmprogrammen noch den Original-Trailer und die ästerreichische Fassung des Films. Diese Fassung enthält vier Szenen, die in allen bekannten Versionen fehlen. Man vermutet, dass es sich dabei um eine österreichische Verleihfassung handelt. Alle "neuen" Szenen sind in Deutschland offensichtlich Zensurmaßnahmen zum Opfer gefallen. Es handelt sich um einige leicht schlüpfrige Humorszene (ein Tonband wird abgehört), zwei Szenen im Labor des Bösewichts und eine Einstellung (Blutspucken) in einem Karatekampf. Scheinbar mussten sie für eine 16er-Freigabe entfernt werden. Da der Weltvertrieb über Deutschland lief, fehlen diese Szenen auch im Ausland. Leider lag für diese Szenen kein Ton vor und für eine weitere Szene nur Ton, aber kein Bild, weshalb Anolis sich dazu entschied, diese Fassung als Bonus auf die Disc zu packen. Da die zusätzlichen Szenen aber zum Teil sehr lang sind, wollte das Label diese nicht einfach stumm belassen und begannen das selbe Spiel wie damals schon bei Interner Link"Ungeheuer von Loch Ness", nur etwas extremer.
Satz für Satz, teilweise Wort für Wort wurde der Dialoge mit Tönen aus anderen Filmen nachempfunden, in dem Gert Günther Hoffmann synchronisiert hat. Auch die Geräusche wurden nur aus 60er Jahre-Filme entnommen, neue Töne hätten einen zu großen Bruch ergeben. Die Musik entstammt dem Originalsoundtrack. Das Ergebnis ist natürlich nur ein Kompromiss und wer es nicht mag, schaut sich die reguläre Kinofassung an. Als Bonus aber ein absolutes Highlight auf der DVD.


Ein weiterer Höhepunkt ist der Audiokommentar mit Brad Harris, der von Jörg Jedner interviewt wird. Man kann es nicht oft genug erwähnen, aber Brad Harris ist sympathisch, offenherzig und witzig. Er spricht sehr gern und ausführlich über seine Karriere, über die alte Zeit und man hört ihm gern zu. Anolis ließ den Kommentar deutsch untertiteln und liefert die Disc zusätzlich mit einem 12seitigen Booklet mit weiteren Hintergrundinformationen aus. Zudem enthält die Disc ein FSK-Wendecover und passt beim DVD-Rücken sich wie bereits die anderen "Kommissar X"-Filme in die Sammeledition ein.


Film++/---
Bild++++/-
Ton++/---
Bonus++++/-


Druckbare Version
Kommissar X - Jagd auf Unbekannt (#1)
Kommissar X - Drei grüne Hunde (#4)
Kommissar X - Drei blaue Panther (#5)
Kommissar X - Drei goldene Schlangen (#6)
Kommissar X - In den Klauen des goldenen Drachen (#3)
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