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D, IT, YU 1965
Originaltitel:Kommissar X - Jagd auf Unbekannt
Alternativtitel:Dodici Donne d'Oro
aka. Kiss Kiss, Kill
Länge:88:06 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Gianfranco Parolini (als Frank Kramer)
Buch:Paul Alfred Müller (als Bert F. Island), Gianfranco Parolini (als Frank Kramer), Giovanni Simonelli (als Sim O'Neill), Theo Maria Werner (als Werner Hauff)
Kamera:Francesco Izzarelli
Musik:Mladen Gutesa (als Bobby Gutesha)
Darsteller:Tony Kendall, Brad Harris, Maria Perschy, Christa Linder, Nikola Popovic, Giuseppe Mattei, Ingrid Lotarius, Giovanni Simonelli, Jaques Bezard, Danielle Godet, Liliane Dulovic
Vertrieb:Anolis / Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover und Schuber
DVD-Start:05.10.2012 (Kauf)
Specials:
  • 12-seitiges Booklet
  • Sammelschuber
Hauptfilm-Disc:
  • Original Kinotrailer (2:07 Min.)
  • Super-8-Fassung (17:27 Min.)
  • Deutsche Titelsequenz (2:52 Min.)
  • Filmprogramm (3:56 Min.)
  • Werberatschlag (5:47 Min.)
  • Bildergalerie (0:53 Min.)
Bonus-Disc:
  • Dokumentation: "Die X-Männer schlagen zurück (141:19 Min.)
  • "Wie alles begann" mit Jo Steinbeck (7:34 Min.)
Der New Yorker Privatdetektiv Jo Walker (Tony Kendall) wird von der hübschen Nancy Hyatt angeheuert, den verschwundenen Atomphysiker Bob Carroll zu suchen. Dabei stößt er auf den internationalen Waffenhändler O'Brien, dessen Geschäftspartner kürzlich in die Hölle gebombt wurden. O'Brien vermutet den letzten der 4 Teilhaber hinter dem Drahtzieher und scheint Recht zu behalten, als er vor Walkers Augen erschossen wird und tot ins Wasser fällt. Denkste ...
Lupenreiner James Bond-Ripoff. Eine biedere Mixtur aus damals schon sämtlich zum Klischee gewordenen Storyelementen von Geheimagentenschinken, die im Fahrtwasser von 007 mitzuschwimmen versuchten und meistens nach etwas Hundepaddeln das Vorhaben wieder aufgaben. Zu ungelenk und konditionsschwach die Leistungen, zu voll das Feld. "Kommissar X" hielt sich zumindest quantitativ relativ gut, hat allerdings auch eine auflagenstarke Groschenheftreihe (mit insgesamt 1740 Bänden) hinter sich, die das anspruchslose Publikum jetzt auch in bewegten Bildern unterhalten konnte.


Das belletristische Rückgrat hilft der Story gar nicht, denn selbst Klein–Michel kann sich die Mär vom größenwahnsinnigen Weltenbeherrscher und seinem Kontrahenten ausdenken. Die Zutaten gibts in jedem Bahnhofskiosk. Unweit daneben dann auch das Kino. Wobei der Film optisch noch soweit einiges hermacht und seine Herkunft dahingehend nicht verleugnen muss. Sicher ist alles eine Spur zu bunt, aber man befindet sich ja auch nicht in einem Bergman, es kann ruhig optisch knallen. Die Ausstattung geht auch soweit: eine große Yacht (mit einem monströs riesigen Maschinenraum), eine gut ausgerüstete Villa sowie andere Luxusgüter wie Flugzeugträger und privater Geheimzentrale sorgen für das Vorgaukeln eines gewissen finanziellen Produktionsniveaus. Die Landschaften sind blühend und zumindest dem damaligen Pauschaltouristen nur aus dem Fernsehen bekannt und halten daher gut als große weite Welt her, besonders wenn öfters mal die Worte "New York" und "Washington" dazu ergänzend fallen gelassen werden.
Wo man sich nun genau befindet, wird allerdings verschwiegen. Sehr weit weg von Deutschland wird man sich bei einer italienisch – jugoslawisch - germanischen Koproduktion nun nicht aufhalten.


Walker ist laut Berufsbezeichnung zwar eigentlich Privatdetektiv, und tummelt sich in der Heftreihe auch bevorzugt im von Kriminellen verseuchten Moloch New York herum, ist hierbei aber sichtlich eine Kopie des britischen Agenten, samt Superauto und eigenem plärrenden Titelsong. Die Lizenz zum Töten besteht allerdings nicht. Die meistens Gegner werden nur mit einem Hieb unschädlich gemacht. Sollte sich eine Frau auf der Antagonistenseite befinden, reicht auch schon mal ein Kuss. Sowieso steckte die Emanzipation hierbei - wie das Talent der Filmemacher - noch arg in den Kinderschuhen, aber weibliches Publikum hat das Kasperletheater wahrscheinlich auch so nicht gefunden, noch nicht einmal scheltendes.
Auch die Polizisten sind alles Pfeifen: Rowland - weitab von einem dicken Choleriker - checkt hier und da mal was, aber braucht meistens auch Walkers Fährte, um am Ende plötzlich wegen Schützenhilfe am richtigen Platz zu sein. Weshalb Kommissar X allerdings mittig einen Alleingang gegen den Willen seines Buddies veranstaltet, weiß anscheinend weder er und schon gar nicht die anderen - wir eingeschlossen. Rowland rotiert dann ohne erkennbaren Grund und weiß später ebenso ohne Hinweis auf einmal alles. Das Geheimnis mancher Drehbuchkniffe wird nur für Kinderaugen vom Autor überzeugend als rational erklärlich gestaltet.


Auch wenn der Bösewicht letztlich wie üblich den Helden vorher noch mit seiner Zentrale, Funktion und Zielen vertraut macht, erläutert das noch nicht einmal den Anlass – das eigene Gold verstrahlen?! - und ansonsten auch nicht wirklich viel. Es stellt zumindest kein gutes Zeugnis für filmische Logik aus. Und dabei ist der Konsens schon vorausgesetzt, dass gewisse Elemente der Erzählung nicht realistisch sein können. Merken wird man die Auffälligkeiten eh nur, wenn man von der dahinplätschernden Handlung nicht ganz eingeschlafen ist, denn der Film hat kein Tempo, keine Spannung, kein Nichts.


Anfangs überraschen zumindest noch einige eingebrachte Spielchen um Vorstellung und Realität: Da wird mehrmals mit den Erwartungen gespielt und scheinbar gefährliche Situationen später als harmlos entlarvt. Wahrscheinlich hat man das Credo dann auf den gesamten Film bezogen und sich deswegen nicht wirklich ins Zeug gelegt. Der Plot ist so glasklar, dass von Parolini wirklich nur bebildert wird; das Geschehen ist mit dem geringen Anteil von Konstruieren und Destruieren zudem von Beginn an mit "Jagd auf Uninteressant" besser betitelt. Es fehlt an Action; ein paar Schlägereien sind alle mit sehr ungelenkigen Judotricks aufgemotzt, die Schießereien bleiben nicht nur vom Munitionsverbrauch her in der Einzahl.
Der Trashlevel hält sich ebenso in Grenzen, weil es nicht lustig ist, sondern langweilig. Da hilft das Bedienen methodischer Instrumentarien der Science Fiction auch nicht mehr. Weder die Armee uniformer, willenlos gemachter Mädels noch ein liebeskranker Eisenbeißer-Verschnitt tragen zur Aufregung bei. Der spekulative Ansatz ist hoch, der Unterhaltungswert gering. Das war nichts.


Der erste Teil der kultigen "Kommissar X"-Reihe wird von Anolis in einer sehr hübschen Sammlerbox und mit einer Bonus-Disc ausgeliefert. "Die X-Männer schlagen zurück" ist eine 142minütige Dokumentation über Brad Harris, Tony Kendall und Gianfranco Parolini, die nach über 20 Jahren erstmals gemeinsam auftraten, um beim "Geheimnisvollen Filmclub Buio Omega" ihres Lebenswerks gewürdigt zu werden. Herausgekommen ist eine hervorragende Dokumentation, die diese unvergessliche Veranstaltung, und alles was Drumherum passiert ist, würdigt. Es gibt Einblicke hinter den Kulissen der Veranstaltung, das komplette Interview mit den Dreien, sowie ausführliche Impressionen von der Autogrammstunde. Wer an diesem Abend dabei war, kann bestätigen das die drei absolute Energiebündel sind und allen voran Regielegende Gianfranco Parolini ... irrsinig, übermütig und einfach unbeschreiblich. Eine Dokumentation wie man sie selten zu Gesicht bekommt. Zudem werden immer wieder aktuellere Interview-Blöcke mit Brad Harris eingeblendet, in welchen Jo Steinbeck das Event Revue passieren lässt. Dabei sieht man Harris durchaus an, dass er mit den Tränen zu kämpfen hat, wenn das Thema Tony Kendall aufkommt, der kurz nach der Veranstaltung verstorben ist. Als Bonus gibt es noch ein kleines Interview mit Jo Steinbeck, der erzählt mit wieviel Aufwand er Parolini und Kendall nach Deutschland holte.


Auf der Hauptfilm-DVD befindet sich neben Werberatschläge, Filmprogramme und einer Bildergalerie, noch die deutsche Titelsequenz, der Original-Trailer und die Super-8 Fassung als Bonus auf der Disc. Zudem liegt der DVD noch ein 12seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen bei. Die Disc selbst erscheint mit einem FSK-Wendecover.


Der anamorphe Widescreen-Transfer von 2,35:1 hinterlässt einen guten Eindruck und basiert auf einer ordentlichen, wenn auch nicht mehr gut erhaltenen Vorlage, die ihr Alter nicht verbergen kann. Es gibt viele Defekte und Bildpunkte, was aber niemals wirklich störend ausfällt, sondern vielmehr den Nostalgiecharakter des Filmes unterstreicht. Die Schärfe geht in Ordnung, viele Details sollte man aber nicht erwarten. Der Kontrast arbeitet ordentlich, jedoch leidet das Bild unter sichtbaren Doppelkonturen und Treppchenbildung, was auf Nachschärfung schließen lässt. Der Schwarzwert fällt ebenfalls gut aus, lässt in dunklen Sequenzen aber leider immer wieder Details missen. Dafür sind die Farben sehr satt und kräftig und auch die Kompression arbeitet durchweg sehr sauber und ruhig im Hintergrund. Insgesamt ein ordentlicher Transfer.


Der Ton liegt jeweils in Dolby Digital 2.0 Mono und hier ist es diesmal die deutsche Tonspur die deutlich besser zu gefallen weiß als die englische Synchronfassung. Rauschen ist kaum auszumachen, dafür knistert und knackst es immer wieder im Hintergrund, was durchaus Charakter hat und niemals störende Ausmaße annimmt. Dialoge sind hierbei gut und klar zu verstehen und insgesamt klingt die deutsche Tonspur weniger muffig und teilweise sogar überraschend dynamisch, wobei der Score teilweise etwas zu dominant in Erscheinung tritt. Deutsche Untertitel sind optional.


Egal wie man zu der "Kommissar X" - Reihe steht, diese Veröffentlichung aus dem Hause Anolis Entertainment, welche in Zusammenarbeit mit Koch Media und Studio Canal entstand ist absolut Liebeswert und aufwendig. Technisch wie inhaltlich befindet sich diese auf 1200 Stück limitierte Auflage auf dem gewohnt hohen Niveau anderer Anolis Veröffentlichungen. Hier heißt es eigentlich nur zugreifen und genießen.


Film++/---
Bild+++---
Ton++/---
Bonus+++++-


Druckbare Version
Kommissar X - Drei grüne Hunde (#4)
Kommissar X - Drei blaue Panther (#5)
Kommissar X - Drei gelbe Katzen (#2)
Kommissar X - Drei goldene Schlangen (#6)
Kommissar X - In den Klauen des goldenen Drachen (#3)
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