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USA 1958
Originaltitel:Screaming Skull, The
Länge:64:58 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Alex Nicol
Buch:John Kneubuhl
Kamera:Floyd Crosby
Musik:Ernest Gold
SFX:Donald W. Roberson
Darsteller:John Hudson, Peggy Webber, Russ Conway, Tony Johnson, Alex Nicol
Vertrieb:Edition Tonfilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:02.02.2012 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (0:44 Min.)
  • Deutsche Kinofassung (63:18 Min.)
  • 4-seitiges Booklet mit Zertifikat
Der durch den Tod seiner ersten Frau Marion bereits wohlhabende Eric Wilson plant die junge Jenny zu ehelichen. Beide beziehen dazu seine alte Villa, die seit damals leer steht. Nur der leicht behinderte Gärtner Micky wohnt auf dem Grundstück in einer Holzhütte. Die erste Nacht in dem Haus wird für die psychisch labile Jenny zum Alptraum. Seltsame Geräusche und die Visionen eines schreienden Schädels plagen sie. Geht die erste Ehefrau als Gespenst in dem Haus um? Jenny verfällt zunehmend dem Wahnsinn. Alles nimmt plötzlich einen unerwarteten Lauf und auch Eric fürchtet um sein Leben. Das Geheimnis des schreienden Schädels wird bald gelüftet.
Wenn nur wenige Figuren in einem krimiähnlichen Gruselfilm aus den Fünfzigern mitmischen, ist die Auflösung manchmal nur allzu offensichtlich und der Spuk leicht erklärbar. Positiv ist hingegen, wenn sich die Erzählung bis zum Schluss noch ein Türchen für übersinnliche Aspekte offen hält.

Eric und Jenni sind frisch verheiratet und wollen in das einsam gelegene Haus seiner verstorbenen Frau Marion ziehen. Doch bereits in der ersten Nacht hört Jenni unerklärliche Geräusche, während sie Marions Portrait an ihre eigene, bei einem Unfall verstorbene Mutter erinnert. Könnte der geistig zurückgebliebene Gärtner Mickey einen Grund haben, das Paar rasch wieder loszuwerden?


Es ist schon herrlich einen Score zu hören, der heutzutage allenfalls für Trash oder eine Parodie Verwendung finden könnte, denn die Sopranistin schmettert annähernd drei Oktaven in einem Takt, bis kurz vorm Zerspringen der Kronleuchter. Dennoch sorgen die musikalische Untermalung und der anfangs zurückhaltend eingesetzte Grusel für eine angenehm morbide Stimmung, die durch den Gärtner, auch wenn er von seinem Profil her recht klischeebeladen daherkommt, noch verstärkt wird.

Des Weiteren mischt allerdings nur ein befreundetes Paar (er ist Reverend) mit, welches nur sekundären Einfluss auf die Situation des Paares hat. Aufgrund dieser wahrlich übersichtlichen Figurenkonstellation kommen ergo nur wenige Möglichkeiten in Betracht, welches Geheimnis sich hinter dem titelgebenden Schädel verbergen könnte und tatsächlich wird man noch vor Beginn des letzten Drittels darin bestätigt. Allerdings wartet der Showdown mit einem kleinen Twist auf, der sogar einige Fragen im Unklaren lässt, womit nicht nur rational erklärbare Elemente den Fokus der Geschichte diktieren.


Für zeitgenössische Verhältnisse sind die Effekte natürlich absolut käsig, denn der Schädel oder auch milchige Gesichter werden mit überlagerten Aufnahmen in Szene gesetzt, wobei phasenweise ohne Stativ gearbeitet wurde, was einen unfreiwilligen Schmunzler hervorbringt, wenn ein leicht zittriger Totenschädel an der Wand erscheint. Gelungen ist hingegen das Spiel mit Licht und Schatten, beispielsweise bei einer Verfolgung im leicht verwucherten Garten oder dem ängstlichen Gesicht Jennis im Schein einer Kerze. Zwar fördert das Interieur des Hauses nur wenig Atmosphäre zutage, doch der Teich und die Bewucherung im hinteren Teil des Gartens können dem entgegenwirken.

Leider kommt die simple Story zu Beginn nur schwer in die Gänge und auch im Mittelteil sind kleine Durchhänger zu verzeichnen, da das Timing nicht immer günstig ist, die Dialoglast oft gegen zu kurze Gruseleinlagen überwiegt und die leicht hölzern agierenden Mimen zu wenig Charisma mitbringen, um die Geschichte nur mit ihrer Performance zu tragen. Glücklicherweise vermag der Showdown noch etwas unerwartete Abwechslung ins Spiel bringen, obgleich die Effekte erneut einen nicht zu verachtenden Schmunzelfaktor mitbringen.


Insgesamt hätte der Streifen also mehr Grusel und weniger Worte vertragen, wobei die geringe Anzahl an Protagonisten zwangsläufig dazu führt, dass weniger Bewegung und Abwechslung im Spiel sind und entsprechend mehr mit Dialogen gearbeitet wird. Die Atmosphäre bildet im Zusammenhang mit den schlichten, aber immer noch effektiven Spukeinsätzen ein paar nette Momente und auch die simpel gestalteten Effekte wissen zumindest zu erheitern. Doch der Kern der Geschichte ist, auch für damalige Zeiten, zu banal gestrickt, um Ratefüchse dauerhaft bei Laune zu halten, auch wenn es final noch eine kleine Wendung zu verzeichnen gibt.

Vom originalformatigen Bild (1,33:1) darf man keine Hochglanzoptik erwarten und muss sich auf altersbedingte Erscheinungen, vor allem diverse Verschmutzungen, Kratzer und Laufstreifen, einlassen. Das Bild erreicht nur durchschnittliche Schärfewerte, weil der Detailgrad nicht optimal dargestellt wird und das Bild über die gesamte Laufzeit etwas zu weich dargestellt wird. Der Kontrast wiederum sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen hellen und dunklen Bereichen dieses Schwarzweiß-Films, so dass keine Details verschluckt werden. Überstrahlungen sind zwar vorhanden, doch betrifft es meist sehr helle Bildbereiche auf dunklem Hintergrund, was hauptsächlich durch die Beleuchtung dieser Szenen zustande kommt. Bildrauschen ist dezent im Hintergrund zu vernehmen, doch besitzt der Film ohnehin einen etwas unruhigen Bildstand, wodurch das Rauschen nicht sonderlich auffallen wird. Mit etwas Nachbearbeitung wäre sicherlich mehr möglich gewesen, doch da es sich bei "Das Geheimnis des schreienden Schädels" um eine Nischenproduktion in limitierter Auflage handelt, dürfte der finanzielle Mehraufwand bei einem Ersttitel, der zudem im Ursprungsland Amerika unter Public Domain-Lizenz läuft, nicht kalkulierbar sein. Immerhin, das Zielpublikum wird ganz sicher nicht enttäuscht werden.


Untertitel sind keine vorhanden, doch bietet die DVD neben der seltenen deutschen Synchronisation auch den englischen O-Ton, der im direkten Vergleich die Zeit deutlich besser überstanden hat. Auch mit geringen Englischkenntnissen wird man der Originalfassung gut folgen können, da die Dialoge ebenso simpel wie die Handlung ist. Altersbedingt treten Rauschen und Knacksen im Hintergrund mal mehr, mal weniger stark in Erscheinung. Die Verständlichkeit betrifft das nicht. Im Deutschen nehmen diese Effekte deutlich zu und es kommt ein teils störendes Pfeifen im Höhenbereich hinzu. Die Dialoge wirken allerdings etwas klarer und nicht so dumpf wie im Original. Auch hier gilt, dass eine Nachbearbeitung Wunder bewirkt hätte, die aus Kostengründem allerdings nicht stattfand.

Es wird klar gewesen sein, dass man nicht allzu viel Bonusmaterial erwarten darf. So darf man sich über den kultigen Trailer freuen, der dem Kinopublikum in bester William Castle-Manier verspricht, dass wenn ein Besucher während des Films vor Angst stirbt, die Produktionsfirma für die Bestattung aufkommt. Schade, dass solche Marketinggags heutzutage nicht mehr in Erwägung gezogen werden. Des Weiteren gibt es die deutsche Kinofassung, die sich in den Credits unterscheidet und bildqualitativ auch etwas schlechter ist. Im KeepCase befindet sich noch ein 4-seitiges Booklet mit drei seltenen Aushangfotos sowie auf der Rückseite ein Zertifikat mit der Limitierungsnummer.

"Das Geheimnis des schreienden Schädels" ist für Freunde altbacken inszenierten Grusler aus der charmanten Schwarzweiß-Ära ein schlichter Happen für Zwischendurch, alle anderen werden ihn wohl eher als kalten Kaffee abstempeln. Auch wenn der Film keine Perle vergangener Tage ist, als Wiederentdeckung vergessener Filme, die man selbst im TV nicht zu sehen bekommt, ist es definitiv ein gelungener Einstand. Die Auflage ist auf 1500 Stück limitiert. Da der Retro-Horror gerade richtig angesagt ist, sollte man sich überlegen, ob man nicht doch schnell zugreift.


Film+++---
Bild+++---
Ton+/----
Bonus+-----


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