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UK 2009
Originaltitel:Day of the Triffids, The
Alternativtitel:Triffids - Pflanzen des Schreckens, Die
Länge:180:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Nick Copus
Buch:Patrick Harbinson, John Wyndham
Kamera:Ben Smithard
Musik:Alan D. Boyd
SFX:Neal Champion, Nick P. Phillips
Darsteller:Dougray Scott, Joely Richardson, Eddie Izzard, Brian Cox, Vanessa Redgrave, Jason Priestley, Ewen Bremner, Shane Taylor, Troy Glasgow, Andreas Hoppe, Genevieve O'Reilly, Nora-Jane Noone
Vertrieb:Polyband
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:28.10.2011 (Kauf)
Specials:
  • Making of (34:05 Min.)
  • Deleted Scenes (6:16 Min.)
Die Triffids - riesige, nicht standortfeste Pflanzen mit hoher Intelligenz und einem unlöschbaren Hunger nach menschlichem Fleisch - werden in großen Mengen gezüchtet, um ein wertvolles Öl zu produzieren und so den Energiebedarf der Menschheit zu decken. Als nach einem Sonnensturm der Großteil der Menschen durch das extrem helle Licht erblindet, nutzen die Triffids das Chaos, um sich endlich zu befreien und grausame Vergeltung zu üben. Nur wenige Menschen wurden von der Erblindung verschont. Können sie die tödlichsten Widersacher der Erdbevölkerung aufhalten und dem apokalyptischen Desaster entgehen?
Bereits 1951 erscheint der Roman "Die Triffids" von John Wyndham, welcher seiner Zeit um einiges voraus war, denn im Ursprung geht es um alternative Energiegewinnung auf pflanzlicher Ebene. Zwei eher durchwachsenen Verfilmungen folgte schließlich vorliegendes Remake der BBC auf Basis eines Zweiteilers, der neben einigen bekannten Gesichtern vor allem eine grundsolide Ausstattung vorzuweisen hat.



Die natürlichen Energieressourcen der Erde sind aufgebraucht, alternativ werden seit einigen Jahren Triffids gezüchtet, aus denen Öl gewonnen wird. Diese fleischfressenden Pflanzen müssen jedoch streng überwacht werden, da sie sich selbstständig bewegen und Menschen mit ihrem abgesonderten Gift binnen weniger Sekunden töten können. Dr. Bill Mason (Dougray Scott) liegt just mit einer Augenbinde im Krankenhaus, als ein Sonnensturm tobt und sämtliche Menschen nach dessen Anblick erblinden. Mason und eine Handvoll Sehende müssen dringend eine Lösung finden, denn die Triffids vermehren sich ungehindert und fressen alles, was ihnen in die Quere kommt ...

Die Handlung steigt wie ein typischer Katastrophenfilm ein und präsentiert nach den ersten Puzzleteilen eines später komplettierten Flashbacks die wesentlichen Figuren der Geschichte in Form parallel ablaufender Handlungsstränge. Mason untersucht die Triffids mit Schwerpunkt der Kommunikation und ist seit dem Tod seiner Mutter vor dreißig Jahren wie besessen, ihre Laute zu entschlüsseln. Reporterin Jo Playton befindet sich während des Sonnensturms in Londons U-Bahn-Tunnel, während Torrence mit Sonnenbrille und Mütze im Flugzeug schläft und während des Absturzes geistesgegenwärtig handelt und somit überlebt. Nach und nach erscheinen zwar weitere Nebenfiguren, doch die Form der parallel ablaufenden Erzählebenen wird bis zum Finale beibehalten.



Seine Stärken offenbart der Streifen primär innerhalb der ersten Stunde, als der Sonnensturm tobt und die meisten Menschen nach einem grellen Licht erblinden. Chaos macht sich in London breit, die Metropole gleicht einem Trümmerfeld und zeitgleich wird die Stimmung eines Endzeitszenarios vermittelt. Als die orientierungslosen Blinden auf die wenigen Sehenden zugehen, wirken sie wie Zombies und auch die erblindeten Wachen ihrer Majestät können sich die Horde nur mit ziellosem Geballer vom Leib halten. Mittendrin Mason und Jo, die erst einmal in Erfahrung bringen müssen, was genau vorgefallen ist, während Mason bereits ahnt, dass der zuvor eingefangene Saboteur die Triffids in der Plantage freigelassen hat.

Die Gestaltung der fleischfressenden Pflanzen kommt zwar nicht an die Qualität der detaillierten Trümmerlandschaften heran, doch die CGI können sich dennoch sehen lassen, zumal im Verlauf einige Leute niedergestreckt werden, was mit kleinen Schnittwunden bis hin zu starren Pupillen der Getöteten einhergeht. Besonders zum Finale, als Dutzende von Triffids ein Haus umzingeln, punktet die bedrückende Atmosphäre im Zusammenhang mit den trüben Farben und leichten Nebeleffekten.



Da der Streifen insgesamt eine stolze Laufzeit von 180 Minuten aufweist, verwundern kleine Durchhänger nicht, denn im Mittelteil nehmen die Machtspiele der rivalisierenden Sehenden ein wenig Drive aus dem Geschehen und auch einige Stationen Masons treiben die Handlung nicht wirklich voran. Anderweitig ist die regelmäßig stattfindende Action ordentlich auf den Punkt gebracht, da die Kamera immer auf Höhe des Geschehens ist, schnelle Szenenwechsel für Abwechslung sorgen und auch der Score phasenweise passables Material liefert, obgleich er im Gesamtbild nicht so sehr auffällt.

Dafür sorgen hingegen einige Darsteller, vor allem in Nebenrollen: Vanessa Redgrave überzeugt mit ihren wenigen Szenen als zwielichtige Nonne, Eddie Izzard liefert einen markanten Auftritt als Bösewicht Torrence ab, während Brian Cox und Jason Priestley eher ein wenig gelangweilt wirken. Richtig gut ist allerdings Dougray Scott in der Hauptrolle des Bill Mason, denn seine charismatische Erscheinung in Verbindung mit der starken Performance sorgt von Beginn an für einen überzeugenden Sympathieträger.



Hier sind also Freunde von Endzeitszenarien (eher erste Hälfte) genauso gefragt, wie Fans intelligenter Pflanzen (mehr in der zweiten Hälfte) und dem damit verbundenen Monsterhorror. Zwar bleiben einige Genreklischees nicht außen vor und auch kleinere Leerlaufphasen sind zu verzeichnen, doch insgesamt weiß das Handwerk ebenso zu überzeugen wie die Mehrheit der Darsteller. Oft spannend, teilweise mit sozialkritischen Untertönen angereichert und mit kleinen emotionalen Einschüben ausgestattet, ist "Triffids" im Gesamtbild all jenen zu empfehlen, die eine zeitgemäße Verfilmung des gleichnamigen Romans relativ nah an der Vorlage sehen möchten.

Die Neuverfilmung von "Die Triffids" kann sich einmal mehr sehen lassen, denn der zweiteilige TV-Film wird auf der DVD von Polyband in sehr hochwertiger Präsentation geboten, an der es kaum etwas auszusetzen gibt. Höchstens an stilmittelbedingten Kleinigkeiten, wie den etwas zu steil gewählten Kontrast, kann man sich stören. Das sollte kaum der Fall sein, denn das Bild ist sehr plastisch und beweist, dass aus dem Medium DVD immer noch einiges rauszuholen ist ohne gleich zur Blu-ray greifen zu müssen. In Nahaufnahmen wird eine sehr hohe Detailschärfe geboten, die kleinste Details erkennen lässt. In Totalen wirkt das Bild nicht ganz so brillant, vermutlich weil in diesen Szenen oftmals mit Computereffekten gearbeitet wurde und versucht wurde, den Übergang in Realaufnahmen besser zu kaschieren, was aber nicht immer gelingt. Die Farben wurden passend zur Kulisse großteils entsättigt, wirken aber immer noch natürlich. Der Schwarzwert ist ausgezeichnet und unterstützt den Kontrast nahezu perfekt. Wie es sich für eine aktuelle Produktion gehört sind keine Schmutzpartikel oder anderweitige Defekte auszumachen, selbst die Kompression arbeitet tadellos. Einzig wenig Rauschen im Hintergrund sorgt dafür, dass keine volle Punktzahl möglich ist.



Beim Ton schneidet der Film ebenfalls sehr gut ab und kann mit einem durchgehend hochwertigen 5.1-Mix sowohl in deutscher Synchronfassung als auch im englischsprachigen Original überzeugen. Von der ersten Minute an gelingt "Die Triffids" eine räumliche Klangkulisse. Nur selten wird es im hinteren Boxenbereich ruhig. Ansonsten werden der gelungene Score als auch zahlreiche Effekte auf das gesamte Boxensystem übertragen. Wie es sich für einen Science Fiction-Film gehört, sorgt auch der Subwoofer für eine kraftvolle Unterstützung des Geschehens. Dialoge werden gut verständlich wiedergegeben und integrieren sich nahezu perfekt in den Mix, der einen harmonischen Klang im Zusammenspiel mit Dialogen, Musik und Effekten bietet. In Anbetracht einer TV-Produktion sehr gelungen; wären noch deutsche Untertitel auf der Disc, könnte man rundum zufrieden sein.

Das Bonusmaterial, das sich auf der zweiten Scheibe befindet, fällt hingegen nicht ganz so umfangreich aus, Klasse statt Masse hieß wohl die Devise. Man kann zwischen sehenswerten Deleted Scenes und einem gut 35minütigen Making of wählen. Das Making of kann zurecht als solches bezeichnet werden; neben Setaufnahmen kommen Beteiligte von vor als auch hinter der Kamera zu Wort. So wird ein interessanter Einblick in die Entstehung von "Die Triffids" ermöglicht. Sehr schön ist, dass deutsche Untertitel zugeschaltet werden können.


Mit "Die Triffids" erscheint eine gelungene Neuinterpretation des Romans von John Wyndham. Um eine durchweg hochwertige Qualität bieten zu können, veröffentlicht Polyband den zweiteiligen TV-Film auf zwei DVDs. Damit überzeugen Bild, Ton als auch die interessanten Extras. Einzig ein Wendecover vermisst man wegen dem FSK-Flatschen. Für interessierte Zuschauer ist das ein uneingeschränkter Kauftipp.


Film++++--
Bild+++++-
Ton+++++-
Bonus++/---


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