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USA 2006
Originaltitel:Gag
Alternativtitel:Bonesaw - Das Martyrium
Länge:75:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Scott W. Mckinlay
Buch:Kirk Sever
Kamera:Giuseppe Asaro
Musik:Dennis Dreith
Darsteller:Brian Kolodziej, Gerald Emerick, Vince Marinelli, Scott W. Mckinlay, Amy Wehrell, Trent Haaga, Malcolm Brownson, Crystal White
Vertrieb:Illusions Unltd. Films
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,56:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.), Dolby Digital 2.0 (Dt.,Engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:30.05.2012 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Scott W. Mckinaly und Produzent Vince Marinelli
  • Originaltrailer (1:28 Min.)
  • Deleted Scenes (1:59 Min.)
  • Alternatives Ende (0:50 Min.)
  • Behind the Scenes (6:29 Min.)
  • Bildergalerie (3:35 Min.)
  • Musikvideo (4:21 Min.)
Die professionellen Diebe Tony und Detroit brechen in ein Haus ein, weil sie den Safe ausräumen wollen. Sie finden den Safe auch recht schnell, doch direkt daneben befindet sich ein gefesselter und geknebelter Mann, der offensichtlich auf das Brutalste gequält wurde. Erst halten die beiden dies für den Teil eines perversen Sexspiels, doch dann werden sie von einem Unbekannten attackiert, der sie gefangen nimmt. Tony kann entkommen, aber die schlimmste Nacht seines Lebens ist noch lange nicht vorbei. Denn obwohl es ihm gelingt, den beiden anderen zu helfen, hat er doch nicht einmal an der Oberfläche der Perversion dieses Folterers gekratzt. Die Wahrheit ist schlimmer als alles, was Tony sich vorstellen kann ...
Einigen deutschen Verleihfirmen ist es offenbar immer noch nicht peinlich, mit plakativen Filmtiteln ein größeres Klientel anzulocken, auch wenn zum x-ten Male Interner Link"Saw" eingebunden wird, mit dessen Franchise vorliegender Streifen natürlich rein gar nichts gemein hat. Vielleicht hätten das äußerst niedrige Budget von 40.000 Dollar und die sehr späte Veröffentlichung nach sechs Jahren bereits im Vorfeld zu denken geben sollen, sich auf das komplett einfältige Werk einzulassen.



Die beiden Einbrecher Tony und Detroit haben den Safe in einem bestimmten Haus im Visier und stoßen bei ihrer Suche in den Räumlichkeiten auf einen geknebelten Mann. Doch da geraten die Kriminellen bereits ins Visier eines Psychopathen, der seine Opfer vorzugsweise mit Knebel ruhig stellt ...

Auch wenn die Grundidee "Kriminelle treffen auf Psychopathen" in jüngerer Zeit bereits häufiger zum Einsatz kam, so lässt sich dieses Sujet an sich gut ausschöpfen, indem durch die Umverteilung der Sympathien ein gewisser Unterhaltungsfaktor ins Spiel kommt, der hier allerdings kaum gegeben ist. Die Einbrecher wirken von vornherein recht harmlos und scheinen kaum einer Fliege etwas zuleide tun zu können, während der Psychopath zu keiner Zeit seine Motivation offenbart. Selbst der Hintergrund einer Entführung wird per Flashback nur vage angedeutet und ergibt im Nachhinein genauso wenig Sinn, wie einige Szenen vor dem minimalen Twist, welche weder erklärt, noch unter rationalen Aspekten in die Geschichte integriert werden können.



Dass der Irre vom äußeren Erscheinungsbild eigentlich aus einer angesagten Boygroup entsprungen sein könnte, ist zwar eine leichte Innovation, doch alles andere wirkt gnadenlos uninspiriert und dazu auch noch reichlich blutarm. Ein, zwei nicht so überzeugend in Szene gesetzte Kehlenschnitte sind auszumachen, ein Holzspeer, der aus verdecktem Blickwinkel in den Körper gerammt wird (man sieht nur das schreiende Opfer) und eine kurze Sequenz unter Narkosemitteln, die zu den wenigen Highlights des Streifens zählt, bei der mit kleinen Auflockerungen gearbeitet wird und kurze kannibalistische Elemente zum Einsatz kommen.

Ansonsten wird viel gerungen, gebettelt, Betäubungsspritzen gesetzt und sich befreit, doch in Sachen Folter dürften Splatterfreunde auch bei der ungeschnittenen Fassung von gerade einmal 75 Minuten rasch die Freude verlieren. Es kommt zu selten Spannung auf, die Story verläuft fast komplett vorhersehbar, zudem trüben einige Kontinuitätsfehler und dumme Verhaltensweisen das einfältige Geschehen, welches fast ausschließlich in einer ranzigen Wohnung mit wenig Equipment unter kaum klaustrophobischer Atmosphäre stattfindet.



Auch wer in Sachen Folter und fieser Todesspielchen noch nicht soviel gesehen hat - über heiße Münzen auf dem Bauch eines Opfers, welche gerade mal für rote Flecken und noch nicht einmal tiefe Brandwunden sorgen, muss sich noch nicht einmal ein zart besaitetes Gemüt scheuen. "Bonesaw" kann man hingegen als Horrorfan im Allgemeinen scheuen, denn der bietet bis auf einigermaßen passable Darsteller und einer brauchbaren Grundidee keinen Grund für eine Sichtung. Unausgegoren erzählt, unspannend inszeniert und vergleichsweise blutarm ausgestattet, findet ein Mitfiebern allenfalls auf Sparflamme statt, was folgerichtig keiner Empfehlung gleichkommt.

Technisch gehört "Bonesaw" zudem zur Kategorie Film, die mit wenig Budget und Handhabung auskommen müssen. Dementsprechend darf man auch keine herausragende Bildqualität erwarten. Da "Bonesaw" einen dreckigen Eindruck zu vermitteln versucht, geht das noch in Ordnung, doch überzeugen kann der Transfer für eine breite Käuferschaft sicherlich nicht. Besonders das deutliche Rauschen und der minimale Schärfegrad sind ein negatives Kriterium. Details werden meist nur unzureichend dargestellt und auch die Kantenschärfe lässt zu wünschen übrig. Die Farbgebung wirkt deutlich reduziert, was allerdings je nach Ausleuchtung des Bildes variiert. Jedoch wird nur selten ein natürlicher Eindruck geschaffen. Besser sieht es beim Kontrast aus, der zwar auch nicht optimal ausfällt, doch zumindest in dunklen Bereichen keine wichtigen Details absaufen lässt. Bildfehler oder Schmutz sind nicht vorhanden, durch die Kompression sind aber dezente Artefaktbildungen vorhanden. Man kann mit dem Bild unter Anbetracht einer kleinen Produktion leben, doch überzeugen kann es leider nicht.



Deutsche Untertitel gibt es nicht, was schade ist, weil man schon nach kurzer Zeit in Erwägung zieht, auf das englischsprachige Original umzuschalten. Der deutsche 5.1-Mix ist passabel, doch die Synchronstimmen gehen überhaupt nicht. Die Sprecher rattern ihre Texte einfach nur runter und von Betonung kann nur selten die Rede sein. Zudem ähneln sich die Sprecher ungemein, wodurch man manchmal gar nicht unterscheiden kann, wer gerade etwas von sich gibt. Die Dialoge werden unproblematisch wiedergegeben und sie landen auch nicht auf den hinteren Kanälen, was angesichts der nach einem Upmix klingenden Tonspur in Ordnung ist. Echter Raumklang klingt anders, weil hinten die gleichen Effekte wie auch aus den vorderen Boxen zu hören sind, was auch für die Musik gilt, die sich auf den hinteren Bereich verteilt. Deswegen gefällt die ebenfalls vorhandene deutsche Stereospur besser. Gleiches gilt für die englische Stereospur, die bedingt durch den natürlicheren Eindruck weit mehr überzeugt.

Die DVD bietet einige Extras, die jedoch nicht untertitelt sind. Der Audiokommentar mit Regisseur Scott W. Mckinlay und Produzent Vince Marinelli ist das Herzstück des Bonusmaterials und bietet einen interessanten Einblick in die Geschichte von "Bonesaw". Das Duo geht besonders auf einzelne Szenen ein und man erfährt, dass einiges gar nicht im Drehbuch stand und vor Ort improvisiert wurde. Mann muss sich allerdings an die schnelle Sprechweise der beiden Erzähler gewöhnen - da hätten begleitende Untertitel Wunder gewirkt. Die Deleted Scenes als auch das alternative Ende sind dagegen belanglos und damit zu Recht nur Bestandteil des Bonusmaterials. Im kurzen Behind the Scenes erläutert der Regisseur die Entstehungsphasen des Films, neben Drehortsuche über das erste Vorsprechen bis hin zu den Effekten. Der Originaltrailer, ein Musikvideo sowie eine Bildergalerie mit Produktionsfotos schließen den Bonusbereich.


"Bonesaw" ist trotz der Anspielungen weder ein würdiger Interner Link"Saw"-Nachfolger noch ein innovativer Film. Technisch befindet sich die DVD, unter Berücksichtigung der Produktionsumstände, auf akzeptablen Niveau. Wer unbedingt alles sehen muss, was der Terrorfilm hergibt, wird mit wenigen Erwartungen auch an "Bonesaw" herantreten. Nur sollte man darauf achten, sich die ungekürzte Fassung aus Österreich von Illusion zu besorgen. Die deutsche Kaufhausfassung ist das Opfer der Zensurbehörde geworden, obwohl der Film gar nicht so sehr als brutal gilt.


Film++----
Bild++/---
Ton+++---
Bonus++/---


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