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USA 2001
Originaltitel:Freddy Got Fingered
Länge:83:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tom Green
Buch:Tom Green, Derek Harvie
Kamera:Mark Irwin
Musik:Michael Simpson
SFX:Ron Trost
Darsteller:Tom Green, Rip Torn, Marisa Coughlan, Eddie Kaye Thomas, Harland Williams, Anthony Michael Hall, Julie Hagerty, Jackson Davies, Connor Widdows, John R. Taylor, Bob Osborne, Fiona Hogan, Drew Barrymore, Shaquille O'Neal
Vertrieb:Savoy Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Dt.), Dolby Digital 5.1 (Engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:20.04.2012 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Tom Green
  • Featurette (4:19 Min.)
  • MTV Movie Premiere Special (20:41 Min.)
  • PG Film Version (3:19 Min.)
  • Originaltrailer (2:16 Min.)
  • Deleted Scenes (10:16 Min.)
  • TV Spots (1:46 Min.)
  • Trailershow:
    • Nobody Knows Anything (2:50 Min.)
    • The Hidden (1:50 Min.)
    • The Shooter (1:48 Min.)
    • Double O Kid (1:48 Min.)
    • Fight of the Dragon (2:02 Min.)
    • Tempelritter der Apocalypse (1:51 Min.)
    • Stahlkappen (2:28 Min.)
Als der talentierte Comiczeichner Gord Brody (Tom Green) nach Hollywood fährt, um die dortigen Produzenten von seinem Talent zu überzeugen, muss er schnell feststellen, dass seine Zeichnungen dort nicht gewürdigt werden. Mit ein paar Tipps im Gepäck macht er sich auf den Rückweg, um zu Hause wieder neuen Mut zu fassen. Dort erwartet ihn nicht nur sein streitsüchtiger Vater, sondern auch eine querschnittsgelähmte Krankenschwester, die sich in ihn verliebt ...
"Freddy got fingered" ist ein Film, an dem sich die Geister scheiden. Fans des US-Komikers werden den Film vergöttern, während der Mainstream und besonders Filmkritiker nichts mit ihm anfangen konnten. Nicht umsonst hagelte es "Goldene Himbeeren", die sich Tom Green als einer der wenigen sogar wirklich abholte.



Die Story um den Comiczeichner, der auszieht, um in Hollywood groß herauszukommen, aber schnell einsehen muss, dass seine Talente dort nicht gewürdigt werden und er daher mittellos nach Hause zurückkehren muss, ist im Grunde nur ein beliebiger Leitfaden, um die Gags Greens nicht nur lose aneinanderzureihen.

Wer glaubt schon viele Komödien zu kennen, in denen es geschmacklos zugeht und Tabus gebrochen werden, der wird mit diesem Film wohl den Gipfel des morbiden Humors zu sehen bekommen. Greens wirre Phantasie strotzt nur so vor kranken Ideen, politisch alles andere als korrekten Einfällen und recht brutalen Unfällen. Da wird ein totgefahrener Elch aufgeschlitzt und sich in seinen Gedärmen gesuhlt, weil ihm geraten wurde, sich besser in seine tierischen Comicfiguren zu versetzen. Pferden und Elefanten wird aus Spaß an der Sache am Schniedel gespielt, bis diese ejakulieren. Bei harmlosen Aktionen, wie eine verunglückte Aktion mit dem Skateboard, fängt Green an offenen Brüchen herumzuspielen und Entbindungen nimmt er im Krankenhaus gleich selbst vor, indem er die Nabelschnur einfach durchbeißt und das Kind wild durch die Gegend wirbelt, bis es zu schreien beginnt. Seine Freundin ist querschnittsgelähmt, lässt sich daher am liebsten von ihm mit einem Rohrstock auf den Beinen rumprügeln, worauf sie ihm einen bläst. Klar, dass da für Romantik herzlich wenig Zeit bleibt. Sein ewig nörgelnden Vater bezichtigt er, seinen Bruder Freddy zu fingern (daher der Filmtitel ...), worauf dieser in eine Anstalt gesteckt wird.



Jedes Mal wenn man glaubt, dass Green das jetzt nicht bringen kann, dann tut er es. "Freddy got fingered" zelebriert den wohl kränksten Humor, der jemals auf der Kinoleinwand zu sehen war und in Deutschland nun mit deutlicher Verspätung auf DVD erschien. Die Charaktere sind grundsätzlich debil, Tom Green selbst agiert wie ein Psychopath. Vor nichts macht der Mann halt: Witze werden nicht nur über Behinderte und Tiere gemacht, denn auf kleine Kinder hat er es besonders abgesehen. Sein Nachbarsjunge ist ein laufender Running Gag, dem in jedem Auftritt etwas Schreckliches passiert (läuft gegen Auto, bekommt Baseball oder Flasche ins Gesicht geworfen, Flugzeugrotor ...) und in einer Anstalt für sexuell missbrauchte Kinder schauen die Patienten Interner Link"Texas Chainsaw Massacre" als Freizeitbeschäftigung.

Die Gags lesen sich nicht nur reichlich geschmacklos, sondern sind auch so inszeniert: Möglichst realistisch und mit viel Blut wird der schlechte Geschmack von Tom Green dirigiert. Gastauftritte von seiner damaligen Frau Drew Barrymore und Shaquille O'Neal fallen da gar nicht weiter auf.



Wer Tom Greens Humor kennt und sich für ihn begeistern kann, dem sei dieser Film bedenkenlos empfohlen. Doch wer ihn entweder nicht kennt oder keiner seiner Fans ist, dem rate ich von diesem niveaulosen Machwerk ab. Für schwache Nerven ist diese oft vulgäre Komödie nämlich absolut nichts. Ich persönlich hatte meinen Spaß und konnte mich trotz leichter Verflachung in der zweiten Hälfte vor Lachen kaum halten.

Dieser Film besitzt Partytauglichkeit, so lange man etwas mit geschmacklosen Witzen über Behinderte, Tiere anfangen kann und die teilweise überzogen brutale Darstellung von aus harmlosen Unfällen entstehende Verletzungen nicht stört. In vielen Szenen, in denen man glaubt, dass Green sein Reservoir ausgeschöpft hat, setzt er noch mal einen drauf. Mit Vorsicht zu genießen, aber einen Happen verdaut kann man nicht mehr aufhören.



Kommen wir zum technischen Teil dieser Komödie. Die Vorlage erreicht leider keine vier Punkte, was vor allem am durchgehenden Rauschen und an den Schärfeproblemen liegt. Ersteres hält sich erfreulicherweise in Grenzen und kann noch als dezent bezeichnet werden. Die Schärfe ist über weite Strecken angenehm, das Bild erweist sich aber als zu detailarm. Immer wieder stößt man auf Einstellungen, die zu weich wirken. Ein paar schnelle Bewegungen leiden sogar unter deutlichen Unschärfen. Jedoch hält sich dies in Grenzen und entwickelt sich zu keinem störenden Faktor. Der Kontrast bietet eine gute Balance, wobei helle Flächen immer wieder eine Neigung zum Überstrahlen entwickeln. Die Farbgebung wirkt realistisch und bietet kräftige Töne. Defekte oder stehende Rauschmuster sind keine zu finden. Die Kompression meistert ihre Aufgabe fast ohne Probleme. Lediglich Blockrauschen und Blockbildung ist gelegentlich in geringem Ausmaß zu beobachten.

Der deutsche Stereoton bietet das für eine Komödie übliche Klangbild. Dialoge werden gut verständlich und unproblematisch wiedergegeben, während die Abmischung ein ausgewogenes Klangbild bietet. Wer etwas mehr Action im Heimkino möchte, muss auf die Originalfassung umstellen, die als 5.1-Mix auf der DVD vorhanden ist. Zwar darf man auch bei dieser kein Feuerwerk erwarten, dafür ist das Genre der Komödie nicht ausgelegt, doch wenn es etwas actionlastiger zur Sache geht, macht auch der Raumklang ordentlich mit. Ansonsten werden die hinteren Boxen für die Zuspielung der Musik genutzt. Deutsche Untertitel wären eine nette Beigabe gewesen, doch sparte man an dieser.


Nicht gespart wurde an den Extras, die komplett von der US-DVD übernommen wurden, allerdings ohne diese zu untertiteln. Schade, denn der Audiokommentar von Tom Green ist ein Höhepunkt und ebenso verrückt wie der gesamte Film. Man wird bereits die Tränen vor Lachen in den Augen haben, wenn Green zu Beginn des Films das Jingle von 20th Century Fox ausführlich kommentiert. Das kurze Featurette ist etwas Werbung für den Film mit einem Blick hinter den Kulissen, der aber im MTV Movie Premiere Special eine noch ausführlichere Würdigung erfährt. Die Deleted Scenes zeigen etwas mehr von Gords Arbeit in der Käsesandwichfabrik, sind aber zu Recht aus dem Film geflogen. Richtig toll ist die PG Film Version, die auf 3 Minuten gestrafft wurde, um das junge amerikanische Publikum vor den derben Zoten zu bewahren. Übrig bleiben der Originaltrailer, ein paar TV-Spots sowie eine Trailershow mit weiteren Titeln.

"Freddy got fingered" wurde zu Unrecht verrissen, weil der Humor nicht jedermanns Sache ist. Wer sich drauf einlässt, kann allerdings ein Zwerchfellgewitter erleben. Die DVD ist solide produziert und bietet nettes Bonusmaterial.


Film+++++-
Bild+++/--
Ton++++--
Bonus+++---


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