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BE, IT 2010
Originaltitel:Christopher Roth
Länge:87:55 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Maxime Alexandre
Buch:Maxime Alexandre
Kamera:Maxime Alexandre
Musik:Claude Samard
SFX:Stefano Corridori, Adrian Popescu
Darsteller:Joaquim de Almeida, Anna Galiena, Ben Gazzara, Nathalie Rapti Gomez, Francesco Guzzo, Inigo Placido, Jessica Bonanni
Vertrieb:Mr. Banker Films / Lighthouse
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:09.03.2012 (Verleih) / 23.03.2012 (Kauf)
Specials:
  • Trailershow:
    • The Mercenary (1:34 Min.)
    • The Hidden (1:50 Min.)
    • The Shooter (1:48 Min.)
    • Double O Kid (1:48 Min.)
    • Fight Of The Dragon (2:02 Min.)
    • Freddy Got fingered (2:16 Min.)
    • Stahlkappen (2:28 Min.)
    • Born To Ride (1:29 Min.)
Christopher Roth ist ein erfolgreicher Romanautor, der vor allem mit sehr intensiven Romanen über grausame Serienkiller sein Publikum gefunden hat. Doch nun hat er das Gefühl, dass die perversen Ideen, die er für seine Geschichten ausbrütet, ihn langsam übernehmen. In seinen Träumen wird er von seinen Visionen heimgesucht und so verkündet er seinem Agenten, dass er etwas anderes schreiben will, das es ihm nicht abnötigt, sich in die geistige Verfassung eines Killers zu versetzen. Der Agent hält dies für Karriereselbstmord und empfiehlt eine Auszeit. Roth hört auf ihn und fährt mit seiner Frau nach Umbrien, wo er mit der Arbeit an einem romantischen Roman beginnt. Alles scheint sich zu normalisieren, doch dann wird die Idylle zerstört, denn in der Gegend geht ein Serienkiller um. Aber gibt es diesen Killer wirklich? Oder verbirgt sich hinter der Identität des Mannes ein Geheimnis, das Roth für alle Zeiten in den Wahnsinn treiben wird?
Zuweilen gelingt es ja einigen Leuten im Filmgeschäft, aus dem großen Schatten eines populären Regisseurs zu springen und sich selbst einen Namen als Genrespezialist zu machen. Regisseur Maxime Alexandre, der vor allem für Alexandra Aja in Fällen wie Interner Link"High Tension", Interner Link"Mirrors" oder Interner Link"The Hills have Eyes" eine recht ambitionierte Arbeit hinter der Kamera ablieferte, versucht sich mit einem düsteren Thriller, der in einigen Punkten an den klassischen Giallo erinnert, jedoch weit von der Klasse eines Dario Argento entfernt ist.



Im Zentrum der Geschichte steht der titelgebende Horrorautor Christopher Roth, der just gemeinsam mit Frau Catherine einen längeren Urlaub in Umbrien, Italien einlegt, um inspirative Kraft zu schöpfen und von der Dauerbelastung seiner brutalen Geschichten Abstand zu gewinnen. Doch als kurz darauf ein Paar im Wald ermordet aufgefunden wird, zweifelt Roth an seiner Fähigkeit, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden ...

Die Hauptfigur fungiert gleichermaßen als Off-Erzähler und sprichwörtlicher Romanautor, der seine Gedanken und Philosophien mit dem Betrachter teilt und phasenweise sogar einen Mord als Beobachter schildert. Allerdings wirken einige Passagen arg bemüht und konstruiert, da einige Dialoge etwas knapp ausfallen und der Rest im Off erledigt werden muss. Der Ansatz dieser Erzählweise führt allerdings auch dazu, mit der Hauptfigur einen nachvollziehbaren Blickwinkel zu teilen und sich zeitgleich zu fragen, ob Roth nun wirklich die Linie zwischen Wahrheit und Vision überschreitet.



Zunächst kann das nette Setting punkten, doch im Verlauf wird dieses zu wenig ausgeschöpft. Das kleine Dorf, die umliegende Gegend, der dicht bewachsene Wald - all dies wird zu selten genutzt um Atmosphäre zu schüren, während die Einrichtung des Ferienhauses eher mithilfe klassischer Musik im Hintergrund ein wenig veredelt wird.

Die Erzählung benötigt zwar eine ganze Weile, bis überhaupt ein erwähnenswertes Ereignis eintritt, doch bis dato ist man noch bei den größtenteils sympathischen Figuren, der leicht bedrückenden, geheimnisvollen Stimmung um Roth und seinen merkwürdigen Visionen, die beim Mord im Wald ihre erste blutige Einstellung liefert, denn das Markenzeichen des Killers ist der Zahn eines Wildschweins im Kiefer seines Opfers.



Allerdings füllen auch einige völlig redundante Szenen die Geschichte, wie das Austesten einer Pasta-Maschine oder die ausführliche Thematisierung eines Begrüßungsbriefes, der rein gar nichts zum Weiterkommen der Story beiträgt. Indes kommen die Nebenfiguren viel zu kurz, wie der benachbarte Jäger und dessen leicht griesgrämig dreinblickende Tochter und auch die Ausrichtung wirkt auf Dauer zu aufgeplustert, ob denn Roth nun der Killer ist oder jemand anderes die Romane von ihm als Vorbild nutzt.

Während einer Gewitternacht, welche zunächst noch einigermaßen stimmungsvoll in Szene gesetzt ist, erfolgt ein Break und die unheilvolle Stimmung setzt deutlichere Akzente, indem die Erzählung vage in Richtung Folterfilm tendiert. Zwar wird hier nicht allzu explizit und vor allem auch nicht mehr als einmal eingegriffen, doch die Höhle, in der die letzten Minuten des Streifens stattfinden, kann nicht ansatzweise Suspense schüren, zumal die Ausleuchtung teilweise unter aller Sau ist. Insofern schade, als dass kurz zuvor noch ein Badezimmer-Mord mit tollen Kontrasten untermauerte, wie treffsicher der Regisseur eigentlich mit Licht und Schatten, starken Farben und kontrastarmen Schauplätzen umgehen kann.



Zwar ist der Plottwist einigermaßen brauchbar und die wenigen Splattereinlagen wie die Sache mit dem Wildschweinzahn und einige Kehlenschnitte fallen inszenatorisch passabel aus, doch am Ende vermag das Gesamtbild weniger zu überzeugen als das Handwerk, wobei sämtliche Darsteller nicht besser als Mittelmaß agieren. Die Verpackung, einschließlich Score, Kamera und Schnitt ist relativ makellos, doch innerhalb der Geschichte hapert es final doch an einigen Ecken und Enden, wobei der unspektakulär in Szene gesetzte Showdown der Sache noch einen leichten Dämpfer versetzt. Bei Maxime Alexandre ist noch viel Luft nach oben - insofern sollte er besser weiter im Dienste guter Regisseure arbeiten, um zu lernen, wie man eine spannende Geschichte treffsicherer auf den Punkt bringen kann.

Der anamorphe Transfer geht in Ordnung, ist aber verbesserungswürdig. Die annehmbare Schärfe besitzt für eine aktuelle Produktion leichte Schwächen in Form von zu weichen bzw. zu detailarm wirkenden Stellen. Beim Kontrast lassen sich sicherlich noch mehr Feinheiten herausholen, da dieser steil gewählt wurde, was zu leichten Überstrahlungen in hellen Bereichen, genauso in dunklen Szenen zum Absaufen von Details führt. Die Farbgebung wirkt etwas schwach, ist allerdings stilistisch so gewählt. Defekte sind keine auszumachen, doch sorgt die Kompression immer wieder für dezente Unruhen und Blockbildungen. Rauschen fällt lediglich in dunklen Passagen des Films etwas deutlicher auf, wirkt jedoch nicht störend.


Die Dolby Digital 5.1-Spur von "Christopher Roth" konzentriert sich in erster Linie auf die Dia- bzw. Monologe, die sauber und gut verständlich auf dem Frontbereich erklingen. Leider wirkt die Synchronisation im Vergleich zum ebenfalls vorhandenen Originalton in 5.1 sehr steril und künstlich in der Sprechweise. Damit verbunden geht auch etwas von der Atmosphäre verloren, die zumindest im Original auszumachen ist. Beiden Fassungen ist das sehr zurückhaltende räumliche Klangbild gleich: Musik und Effekte sind nur sehr verhalten aus den hinteren Boxen zu hören. Zusätzlich gibt es eine deutsche Dolby Digital 2.0-Stereospur. Fehler oder anderweitige Defekte sind in keiner der Tonspuren auszumachen.

Extras gibt es keine und selbst der Filmtrailer hat es nicht auf die DVD geschafft. Einzig eine Trailershow mit weiteren Titeln des Anbieters ist vorhanden.

Christopher Roth" versucht den Giallo zu beleben. In Ansätzen ist dies gelungen, wodurch der Film mal angeschaut werden kann. Die DVD aus dem Hause Mr. Banker Films ist solide produziert, wobei man von einer aktuellen Produktion etwas mehr erwarten darf.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus------


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