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USA 1997
Originaltitel:High Voltage
Alternativtitel:High Voltage - Tödliche Bande
Länge:88:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Isaac Florentine
Buch:Mike Mains
Kamera:Philip D. Schwartz
Musik:Stephen Edwards
SFX:George Phillips
Darsteller:Antonio Sabato Jr., Shannon Lee, William Zabka, Lochlyn Munro, Mike Mains, Amy Smart, George Cheung, James Lew, John Koyama, Veralyn Venezio, Antonio Sabato, Scott Rose
Vertrieb:Imperial Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.), Dolby Digital 2.0 (Dt., Engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Retrocover
DVD-Start:19.04.2012 (Kauf)
Specials:
  • Trailershow:
    • Retroactive (2:05 Min.)
    • Erbe der 18 Bronzekämpfer (3:36 Min.)
    • Overkill (1:31 Min.)
Eigentlich erledigen die Nachwuchsgauner Johnny und seine Bande nur kleinere Jobs. Ihr nächster geplanter Coup hat es aber in sich: Bei dem Überfall auf die hauseigene Bank der Yakuza fällt ihnen Drogengeld der vietnamesischen Mafia in die Hände. Eine gnadenlose Jagd beginnt. Auf ihrer Flucht bekommen sie unerwartet Unterstützung durch die Freundin des Mafiabosses, jedoch steht ihnen der unvermeidliche Showdown erst noch bevor ...
Mit diesem frühen Film kam die Karriere von B-Movie-Ausnahmeregisseur Isaac Florentine ("Special Forces") langsam aber sicher ins Rollen. Er ist hier als Macher hinter der Kamera schon merklich die treibende Kraft, auch wenn sein exzentrischer Stil noch nicht ganz so ausgeprägt ist. Für seine Fans ist das aber sicherlich ein interessanter B-Actionthriller, dem noch die Unverwechselbarkeit anhaftet, der aber bereits solide unterhält.



In dieser eigentlich unspektakulären Geschichte bekommt es die junge Clique von Nachwuchsverbrechern, angeführt von Johnny Clay (Antonio Sabato Jr., "The Big Hit"), mit einer vietnamesischen Unterweltgröße zu tun, weil sie sich versehentlich erdreisteten eine Bank auszuräumen, in der in dicken Scheinen seine private Altervorsorge im Safe vor sich hinschimmelt. Ängstlich machen sie flugs deswegen die Biege, nehmen ihn dann aber wenig später doch wie eine Weihnachtsgans aus und treten die Flucht an. Wenn man ihnen schon ans Leder will, dann auch aus einem guten Grund!

So konventionell der Ablauf auch ist, Florentine ist in Sachen Action bekanntlich beschlagen und das zeigt er auch hier, obwohl die Klasse seiner folgenden Werke noch fehlt. Dennoch, seine Markenzeichen und Vorbilder sind schon offensichtlich: der Italowestern und das Actionkino Hongkongs.
Die regelmäßigen, akrobatischen Shootouts glänzen mit Papierschnipsel geschwängerter Luft, durchlöchertem Interieur oder Protagonisten, die beidhändig ballernd, sich springend und rutschend oder Wände hochlaufend, bewegen beziehungsweise Gegenstände auch mal zweckentfremden. Natürlich alles öfter in Slowmotion festgehalten, weil Eleganz und Ästhetik hier klar vor Gewalt geht. Auch die zahlenmäßig unterlegenen Martial-Arts-Szenen können sich sehen lassen, weil Stunt-Koordinator und Fight-Choreograph Koichi Sakamoto, seit Florentines "Power Rangers"-Zeiten ein alter Bekannter, selbst aus den weniger Kampftalent mitbringenden Recken noch passable Fighter macht. Für Qualität bezüglich der gut ausschauenden Actionszenen ist damit gesorgt, aber dafür garantiert der Name Florentine ohnehin.



Er selbst hat hier wohl auch beim Casting ein Wörtchen mitreden dürfen, denn Bruce Lees Tochter ist ja nun nicht gerade wegen ihrer zahlreichen Filmrollen eine Bekanntheit. Da dürfte eher Florentines Faszination für Bruce Lee eine Rolle gespielt haben. Weiter sind bekannte Gesichter wie die damals noch unbekannte Amy Smart (Interner Link"Rat Race") mit dabei und die gesamte Sabato-Sippe wurde auch eingeladen. Papa Antonio Sr. darf zum Schluss mit der Schrotflinte hantieren und stolz, zigarrenrauchend, seinen muskelbepackten Oberkörper präsentieren, Sohnemann Jr. hat die Hauptrolle und Töchterchen Simonne hat zumindest einen Cameo als Bardame. Donald Gibb darf als alter "Bloodsport"-Veteran auch kurz ran und selbst Gesichter wie Lochlyn Munro oder George Cheung, dem man am ehesten noch aus Interner Link"Rambo: First Blood Part II" kennt, sind nicht unbekannt.

Als einziges Manko erweist sich nur die Story, die selbst so prall nicht ist, in den handelsüblichen, unscheinbaren Locations angesiedelt wird und in ihrer Vorhersehbarkeit auf einen Mexican Standoff hinausläuft. Die Truppe um Johnny klaut halt die Milliönchen und verduftet, worauf ihnen bald die Schergen, habgierige Helfer und sich überschätzende Rocker in den Weg stellen oder hinterher jagen. Dazwischen gibt es gute Action, nur leider herrscht auch mehrmals Leerlauf vor. Die Handlung flott voranzutreiben, war jedenfalls nicht Florentines Ding und wenn dann tatsächlich einer der Jungs stirbt, noch fix posthum heiratet und dann unter Tränen in der Wüste verschart wird, könnte man ebenso gut zur Vorspultaste greifen. Darüber sind die Dialoge auch nicht erinnernswert, zumal die Stärke von Typen wie Antonio Sabato Jr. dort auch nicht liegt. Das Zusammenspiel mit seinem Vater ist dennoch recht witzig.


Als ausgerechnet nervig erweist sich der sehr eintönige Score von Florentines Stammkomponist Stephen Edwards, der, wenn er denn in Form ist, eigentlich der beste Komponist im B-Geschäft ist, hier aber gar nichts zustande bringt. Auch deswegen braucht man hier noch nicht in Jubelarien ausbrechen und das schreibe ich als einer der Junkies, die Florentines spätere Filme in den B-Movie-Himmel hieven. Der Maestro sammelte eben noch Erfahrungen und konnte sicherlich auch noch nicht mit seinem ganzen Ideen experimentieren, sonst hätte ihn die Produzenten vermutlich vor die Tür gesetzt.

Auch wenn die 08/15-Handlung hin und wieder Leerlauf zulässt, weil Isaac Florentine das Tempo nie so recht anzieht, so ist "High Voltage" dank seiner sorgfältigen Inszenierung ein gelungenes B-Movie mit vielen bekannten Gesichtern und guten, wenn auch nicht sehr guten Actionszenen, von denen es ruhig ein paar mehr hätte geben können, aber da hatte vermutlich das Budget noch das ein oder andere Wörtchen mitzureden. Für Florentines Fans lohnt der Streifen kompletthalber allemal, denn die Charakteristika seiner dann folgenden Werke sind hier bereits in einem frühen Stadium, wenn auch ohne den letzten Schliff, bereits erkennbar. Und wenn es nur die "Swoosh"-Geräusche sind.

Das Vollbild verfügt über ein passables Schärfeniveau, welches sich in Nahaufnahmen positiv auswirkt. In Totalen sieht es allerdings schon wieder anders aus: Hier werden deutliche Detailverluste ersichtlich. Feinheiten sind dennoch wahrnehmbar und nur selten zu verschwommen. Der Farbgebung hätte etwas Sättigung gut getan, da außer Rottöne Wendecoverkaum eine Farbe brilliert. Die starke rötliche Dominanz darf man einem nicht optimalen Color Timing zuschreiben, worunter besonders ältere Actionfilme oftmals leiden. Der Kontrast arbeitet überwiegend gut, könnte in dunklen Szenen doch etwas kräftiger ausfallen. Ein Rauschen ist des Öfteren vorhanden, verbleibt aber glücklicherweise in einem angenehmen Rahmen. Die Kompression sorgt für leichte Unruhen, dafür sind Schmutz und Defekte kaum vertreten.

Sowohl Originalton als auch die deutsche Synchronfassung sind in Dolby Surround auf der DVD vorhanden, weswegen es nicht überrascht, dass der ebenfalls vertretene deutsche 5.1-Mix ein Upmix ist. Dieser wirkt etwas lauter, bietet ansonsten aber keine Vorzüge gegenüber den Surround-Spuren. Man darf behaupten, dass Surround sogar die bessere Wahl ist, weil sich Musik und Effekte auch auf den hinteren Boxenbereich verteilen, während dies beim Upmix passiert, der die Dialoge ebenfalls nach hinten legt. Zumindest entsteht kein unnatürlicher Hall, wie es oftmals der Fall bei einem Upmix ist. Beide Surround-Spuren bietet ein gutes, aber bedingt durch die Tonart beschränktes Klangbild. Der O-Ton wirkt etwas natürlicher, ist ansonsten aber weitestgehend identisch mit dem deutschen Pendant. Etwas mehr Dynamik hätte man sich bei allen drei Tonspuren gewünscht, denn während der zahlreichen Schießereien fehlt es etwas an nötigem Druck. Die Dialogverständlichkeit ist stets unproblematisch und auch sonst wird in allen drei Abmischungen ein sauberes und fehlerfreies Klangbild erzeugt.


Extras zu diesem kleinen B-Action-Film waren von Seiten des Lizenzgebers nicht zu bekommen. Selbst ein Trailer zum Film konnte nicht in den Archiven ausgegraben werden. Lediglich eine kleine Trailershow ist vorhanden.

"High Voltage" ist ein netter, kleiner Actionfilm aus den Anfangstagen von B-Movie-Spezialist Isaac Florentine mit anspruchsloser Handlung aber mit gut umgesetzten Actionszenen. Bild- und Tonqualität der Imperial Pictures-DVD sind solide, erinnern allerdings an einen Actionfilm aus den 1980er. Fans von Florentine oder allgemein B-Movies können hier beruhigt zugreifen.


Film++++--
Bild+++---
Ton+++/--
Bonus------


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