Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1997
Originaltitel:Retroactive
Länge:87:14 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Louis Morneau
Buch:Michael Hamilton-Wright, Robert Strauss, Phillip Badger
Kamera:George Mooradian
Musik:Tim Truman
SFX:John C. Hartigan
Darsteller:James Belushi, Kylie Travis, Shannon Whirry, Frank Whaley, Jesse Borrego, M. Emmet Walsh, Sherman Howard, Guy Boyd, Kristina Coggins, Robbie Thibaut Jr., Roger Clinton
Vertrieb:Imperial Pictures / StudioCanal
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt., Engl.), Dolby Digital 2.0 (Dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:15.03.2012 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Trailer (2:05 Min.)
  • Originaltrailer (2:04 Min.)
Karen ist Polizeipsychologin und hat nach einem katastrophalen Einsatz eine Autopanne in der texanischen Wüste. Frank und seine Frau Rayanne nehmen sie mit. Während eines Streits tötet Frank seine Frau und Karen gelingt es, dem Psychopathen zu entkommen. Sie landet in einem geheimen Labor, das mit Zeitreisen experimentiert. Mit dem Leiter lässt Karen sich in die Vergangenheit zurück versetzen - sie will das Morden rückgängig machen, doch Frank tötet wieder und wieder und wieder ...
Als eine kleine B-Perle darf "Retroactive" wahrhaftig bezeichnet werden, da die Mischung aus Timetravel und Roadthriller hier überraschend gut funktioniert und inszeniert ist, so dass Louis Morneaus (Interner Link"Bats") kleines Meistwerk ein gewisser Kultstatus nicht abzusprechen ist.



Wir befinden uns irgendwo in Texas auf einem endlosen Highway, der trostloser kaum sein könnte. Ausgerechnet hier fabriziert Polizeipsychologin Karen (Kylie Travis) vor Übermüdung fast einen Unfall und lässt sich von einem eigenartigen Pärchen mitnehmen - nicht ahnend, dass Frank (James Belushi) ordentlich Dreck am Stecken hat und sie bald in den größten Schlamassel geraten wird. Nicht nur, dass es bald Tote gibt, ganz in der Nähe flüchtet sie auch noch auf ein Gelände, wo ein zurückgezogener Wissenschaftler Zeitexperimente durchführt und sie zurück in die Vergangenheit reisen lässt, wo sie nun erneut die Chance bekommt, dem wahnsinnigen Treiben Franks ein Ende zu bereiten.

Großartig hinterfragen sollte man die Prämisse besonders hinsichtlich der Zeitmaschine, ihrer Entstehung und dem Verbrauch von Computerchips sicher nicht, sondern sich einfach Morneaus toller Inszenierung hingeben. Das Skript hat zwar gerade mal die Substanz einer "Outer Limits"-Folge, aber das macht Morneau mit reichlich Action wieder wett. Ob Verfolgungsjagden, explodierende Autos, Schießereien - man kann sich an der spektakulären, mit vielen Stunts und Pyrotechnik versehen, Inszenierung kaum satt sehen.



Der Witz dabei ist, dass Karen bei all ihren Bemühungen die Katastrophe zu verhindern bei erneuten Versuchen die Lage nur verschlimmert, so dass es noch mehr Tote und Zerstörung gibt, bis Frank irgendwann dahinter kommt, warum sein vermeintliches Opfer so viel von ihm weiß. Das Ausbügeln von Fehlern führt nur zu neuen Problemen. Gerade so, als würde sich der Verlauf der Zeit nur negativ beeinflussen lassen.

James Belushi, der sich nun schon seit etlichen Jahren mit Rollen der B-Klasse abgeben muss, hat zwar Übergewicht, gibt den durchgeknallten Killer aber mit sehr viel Hingabe. Während M. Emmet Walsh als Tankstellenbesitzer fast nur eine nette Dreingabe ist, kann Kylie Travis als ambitionierte Retterin überzeugen. Die fehlende Überraschung nach ihrer ersten Reise ist ein Mangel des Drehbuchs und sollten keinesfalls ihr zugeschoben werden.



Je länger die Zeit voran schreitet, desto besser kommt "Retroactive" in Fahrt. Die Action wird besser und nimmt an Häufigkeit zu, wird durch eine tolle Kameraarbeit und Zeitlupenaufnahmen unterstützt. Der Gewaltfaktor bleibt auf einem natürlichen Level und so gibt es bis auf semiblutige Shootouts auch keine unappetitlichen Szenen. Die Tricksereien um die Zeitmaschine sind zwar eher simpler Natur, doch legt Morneau eindeutig mehr Wert auf das Geschehen auf dem Highway.

Stetig wird die Spannungsschraube angezogen, nimmt die Handlung, trotz verzweifelter Versuche Karens, einen immer tragischeren Verlauf, in den schließlich auch völlig Unbeteiligte tödlich verwickelt werden und Frank schließlich hinter das Geheimnis der Zeitmaschine kommt. Als die Chose dann das Finale ansteuert und des Rätsels Lösung doch so einfach erscheint, fragt man sich letztlich: Warum nicht gleich so?



Der Transfer von "Retroactive" fällt durchgehend positiv auf. Das Bild glänzt mit hohem Kontrastumfang und angenehmer Farbgebung. Bei der Schärfe hätte es an ein paar Stellen noch ein wenig der Einstellung bedurft, allerdings betrifft dies hauptsächlich schnelle Szenen, wo ein paar Bewegungsunschärfen kaum auffallen. In Nahaufnahmen sind dafür viele Details zu erkennen. Minimales Bildrauschen tritt gelegentlich auf, doch hier gilt dasselbe wie schon für den Schärfebereich, da es eher unauffällig als störend ist. Das Bild wirkt ansonsten sehr ruhig und selbst in feinen Details sind keinerlei Artefakte zu erkennen.

Der deutsche 5.1-Mix ist eine kleine Mogelpackung: Wer eine räumliche Klangkulisse erwartet, dürfte etwas enttäuscht werden. Man bekommt lediglich einen, wenn auch guten Upmix der ebenfalls vorhandenen Dolby Surround-Spur geboten. Diese klingt im Vergleich deutlich kräftiger und kann besonders in den actionlastigen Szenen punkten. Leider spiegeln die Rears lediglich die vordere Klangkulisse wieder und bieten daher keinen Raumklang. Wer auf Raumklang jedoch nicht verzichten möchte, muss auf den englischsprachigen Originalton umschalten. Die Dynamik ist hier ebenfalls gelungen und bietet eine sehr atmosphärische und räumliche Kulisse. Da stellt sich das Fehlen deutscher Untertitel als ein echtes Manko dar. Zumindest bieten alle drei Tonspuren stets gut verständliche Dialoge und eine fehlerfreie Abmischung ohne Überlagerungen. Für den deutschen 5.1-Mix gilt: kein guter 5.1-Klang, aber ein guter Upmix.


Mit zwei Trailervarianten fällt der Bonusbereich allerdings sehr mickrig aus. Da es bei ausländischen DVD-Auflagen des Films aber ebenso mau aussieht, darf man wohl davon ausgehen, dass es außer den Trailern nichts weiteres gibt. Aus filmischer Sicht ist dies wiederum schade.

Louis Morneau schuf ein ziemlich beeindruckendes Kleinod, das man im B-Sektor nicht alle Tage findet. Die actionreiche, spannende Inszenierung ist weit über Genredurchschnitt, die Schauspieler gut und das Skript erfrischend anders. Ein echter Geheimtipp, der zudem noch in einer tollen Qualität von Imperial Pictures auf DVD veröffentlicht wurde.


Film++++/-
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus/-----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.