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D 2003
Originaltitel:Bad End
Länge:85:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Axel Wittmann
Buch:Axel Wittmann
Kamera:Andreas Scholz
Musik:Dirk Wilhelm
Darsteller:Patrick Herion, Yvonne Wölke, Patrick Khatami, Colette Nussbaum
Vertrieb:Breitwand
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:28.01.2011 (Kauf)
Specials:
  • Intro (2:24 Min.)
  • Making Of (20:06 Min.)
  • Trailer (1:27 Min.)
  • Setfotos (10 Bilder)
  • Trailer:
    • Dead Past (1:00 Min.)
    • Tour De Force (1:32 Min.)
    • Instinkt (0:39 Min.)
    • City Kill (2:29 Min.)
    • Sounds of Fear (3:35 Min.)
  • DVD-ROM: Storyboard (133 Seiten)
Ein romantischer Ausflug sollte es werden. Ein Trip zu dem Ort, an dem ihre Liebe begann. Doch allein in der Natur kommen die Emotionen hoch, die lange, viel zu lange, unter der verbindenden Oberfläche brodelten. Schnell wird klar: Es ist nicht alles eitel Sonnenschein und die Pläne für die gemeinsame Zukunft drohen im reißenden Fluss ihrer Konfrontation zu versinken. Doch als die Gefühle verzehrend lodern, bemerken sie einen wahnsinnigen Killer und müssen nun um ihr Leben kämpfen. Oder ist alles ganz anders? Eine Intrige?
Viele deutsche Nachwuchsfilmer begnügen sich bei ihrem Debüt mit einem schlichten Zombiefilm, bei dem die meiste Kohle in die Effekte gesteckt wird, während die Story fast immer auf der Strecke bleibt. In diesem Fall ist es umgekehrt, denn Axel Wittmann ist mit seinem Erstling ein schlichter, aber recht ambitionierter Beitrag in Sachen Psycho-Thriller gelungen.

Raffael (Patrick Herion) hat die Versöhnung mit Freundin June (Yvonne Wölke) genau geplant. Lieblingsessen eingepackt, sich Worte zurecht gelegt und sogar eine Überraschung in Form von Verlobungsringen vorbereitet. Doch June hat sich ihrerseits bereits von Raffael getrennt und nutzt die Fahrt ins Grüne, damit Freunde ihre gemeinsame Wohnung ausräumen können und sie später im Wald aufgabeln. Doch es kommt alles ganz anders, als Raffael einen Toten in einem nahe gelegenen Auto entdeckt und der Killer nicht weit zu sein scheint ...



Der Streifen beginnt wie eine Romanze mit viel Gesäusel seitens des Liebhabers und wenig Begeisterung auf der Gegenseite. Lange Zeit steht das Paar im Vordergrund, der Wald erscheint austauschbar, die Farben leicht verwaschen, doch der Ton ist ausgezeichnet abgemischt. Raffael übertreibt zwar mit seinen Liebesbekundungen, doch als einfacher Mitarbeiter in einer Videothek genügt er mittlerweile nicht mehr den Ansprüchen seiner Freundin, die sich offenbar neu verliebt hat. Raffael wankt bestürzt in den Wald, bis er zu dem Auto mit der Leiche gelangt. Da June eine linke Masche vermutet, besteht sie darauf, die Leiche zu sehen, doch kurz darauf taucht ein Fremder mit einem Knüppel auf ...

Was folgt, sind verschiedene Verfolgungen, bei denen die Kamera saubere Arbeit leistet und ordentlich Drive vermittelt. Auch bei den Einstellungen zweier Keilereien ist man gut positioniert, auch wenn merkwürdigerweise keine Schläge ausgeteilt werden, sondern nur gezogen oder gedrückt wird. Darstellerisch wird in so mancher Szene ein wenig übertrieben oder unangemessen viel Gestik hinzugefügt, doch mit der Reduzierung auf zweieinhalb Hauptfiguren leisten die Mimen insgesamt ordentliche Arbeit.

Glücklicherweise beschränkt sich die Handlung nicht auf das simple Spiel zwischen Gut und Böse, sondern überspringt beinahe unmerklich kleinere Handlungspassagen, die im Nachhinein aus einer anderen Sicht erneut zu sehen sind und einige Sachverhalte in einem ganz anderen Licht und mit mehreren kleinen Twists angereichert erscheinen lassen. Aufgrund der wenigen Protagonisten überraschen diverse Wendungen zwar nicht allzu sehr und kleinere Hinweise geben im Vorfeld bereits etwas Aufschluss, doch immerhin ist man um eine ambivalente Sicht der Dinge bemüht.



Dabei macht sich das geringe Budget im Verlauf immer weniger bemerkbar. Die spärliche Ausstattung mit zwei Autos im Wald, nur wenigen Kostümen und kaum Requisiten fällt kaum negativ auf und auch die wenigen Bluteffekte wurden recht geschickt eingebaut, mehr oder minder im Eifer des Gefechts platziert. Gut ist noch der Score, welcher im Hauptthema die ersten Takte von Carpenters Interner Link"The Fog" kopiert, im Weiteren aber für viel Abwechslung sorgt.

Wie üblich für einen Indie enthält die DVD einiges an Bonusmaterial, welches die Filmentstehung dokumentiert. Unter "Intro" werden Langaufnahmen gezeigt, bei denen sich das Pärchen am See befindet, was zu Filmbeginn eingefügt wird. Das Making Of stellt alle Mitwirkenden mit Bildunterschriften vor und vermittelt Eindrücke vom Drehalltag mit allem, was dazu gehört. Die Darsteller werden in den Pausen gezeigt, es wird die Kamera positioniert, mit dem Regisseur geredet und sogar die Drehvorbereitungen (Stichwort: Catering) sind mit dabei. Der Trailer zum Film enthält keine fertige Tonspur, sondern nur Musik. Im DVD-ROM-Bereich befindet sich der komplette Film als Storyboard. Leider sind die Bilder der einzelnen JPEG-Dateien nicht sehr gut erkennbar, weil bei der Digitalisierung etwas schief lief. Lediglich die Dialoge und Anmerkungen sind gut erkennbar. Die Trailershow umfasst weitere Independentproduktionen, unter denen die 80er-Action-Trash-Parodie "City Kill" hervorsticht.



Je näher die Kamera am Geschehen dran ist, umso besser für die Bildqualität dieser DVD. Das Breitbild fängt zwar so einige schöne Landschaftsaufnahmen ein, verliert bei der Darstellung entfernter Inhalte aber Details. Die Schärfedarstellung ist dank durchgehend heller Aufnahmen ganz in Ordnung, aber doch deutlich ein Low Budget-Film. In langsamen Schwenks blockt die Kompression etwas, was hätte vermieden werden müssen. Die etwas gelblich, manchmal grünlichen Gesichtstönungen lassen digitale Aufnahmen vermuten, sind aber nicht schlimm. Eine sattere Farbgebung wäre natürlich schön gewesen, stört aber nicht. Der helle Himmel überstrahlt selten, nur Gesichter reflektieren manchmal etwas zu sehr die Sonne. Auch das mag produktionsbedingte Ursachen haben, die für einen Film dieser Art vernachlässigbar sind. Insgesamt sieht die DVD von "Bad End" doch besser aus als der typische deutsche Wald-und-Wiesen-Film, hat also stellenweise 4 Punkte verdient.

Die Dialoge sind manchmal etwas dumpf bzw. leise aus dem Center zu vernehmen. Die Dynamik wird erst durch die Musik erzeugt, bei der man allerdings auch klangliche Unterschiede feststellen kann. Das oft genutzte, mit Halleffekten versehene, galoppierende Gitarrenthema besitzt eine wuchtige Dynamik, einen hörbaren, sauberen Bassklang und bringt damit den Film klanglich ein Stück in eine bessere Qualitätsklasse. Das zwischenzeitliche Gitarrengeschwurbel ist dagegen kein besonderer Aufmacher. Auch hier wird es dann laut und die etwas wenig eingesetzten, hinteren Boxen bekommen zu tun, der Reißer ist es allerdings nicht. Der Film ist deswegen vergleichsweise Center orientiert, aber gut verständlich. Neben dem echten 5.1-Ton existiert eine bis auf das Raumklangverhältnis unveränderte Stereospur, allerdings keine Untertitel.


"Bad End" is natürlich kein Meilenstein deutscher Filmgeschichte, aber ein Beweis dafür, dass mit sehr geringen Mitteln und passablen Darstellern ein ordentlicher Streifen zustande kommen kann, der kein sonderliches Blutvergießen benötigt, sondern lediglich eine einfache Prämisse, die zum Ende mit kleinen Twists aufwartet. Und wer noch Zeit findet, mit den Genreklischees des gängigen Slashers zu spielen, hat auf jeden Fall erkannt, worauf es in der Quintessenz ankommt.


Film++++--
Bild+++/--
Ton+++/--
Bonus++/---


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