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FR 2011
Originaltitel:Last Caress
Länge:71:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:François Gaillard, Christophe Robin
Buch:François Gaillard
Kamera:Anna Naigeon
Musik:Double Dragon
SFX:Leo Leroyer
Darsteller:Julie Baron, Guillaume Beylard, Elina Calmels, Antony Cinturino, Michel Coste, Agathe Daviron, Yannis El Hadji, Aurélie Godefroy, Ioanna Imbert, Marina Kolesnikova, Anna Naigeon, Stéphane Plubel
Vertrieb:8-Films
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Französisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Verpackung:Mediabook
DVD-Start:06.03.2012 (Kauf)
Specials:
  • Vorwort von den Regisseuren (0:44 Min.)
  • Kurzfilm: Under The Blade (4:22 Min.)
  • Originaltrailer (1:51 Min.)
  • Teaser (1:24 Min.)
  • Trailer: Blackaria (1:49 Min.)
  • Deleted Scene (3:10 Min.)
  • Bildergalerie
  • Hidden Feature
  • Soundtrack-CD
  • 24-seitiges Fan Booklet
Eine kleine Gruppe verbringt ein Lust-orientiertes Wochenende in einem vom Familienfluch gesegnetem Herrenhaus, in dem sich ein sadistischer, rücksichtsloser Killer aufhält. Sie ahnen nicht, welch grausame Welle verstümmelnder Gewalt dort auf sie lauert ...
Großspurig wird dieser französische Film als Reinkarnation des italienischen Giallos im Internet beworben. Ähnlichkeiten sind bereits zu Beginn nicht zu bestreiten, wenn bereits nach wenigen Minuten eine schwarz gekleidete Person den ersten Mord begeht. Einzig der optische Eindruck ist auf den ersten Blick etwas merkwürdig und wirkt wegen der Weichzeichnung eher wie ein Film David Hamiltons ("Zärtliche Cousinen") als ein Vertreter des Giallos. Andererseits hebt das Spiel mit Farben und derer Intensität den Film wieder ins nahe Giallo-Umfeld. So wirkt das weich gestaltete Bild wie ein farbenprächtiges und verträumtes Märchen.



Handlungstechnisch kommt jedoch schnell Ernüchterung auf, weil außer Mord und Totschlag kaum etwas passiert. Ist der erste Mord geschehen, wird der Mörder demaskiert, um selbst getötet zu werden. Bis dahin erfährt man lediglich von einem unsagbar wertvollen Bild, das jeder der Täter in seinen Besitz bringen möchte. Doch wie es das Drehbuch will, erscheinen noch ein paar Freunde des ersten Opfers, nun noch schnell die Leichen beseitigen und sich auf die Lauer legen, um auch die Neuankömmlinge schnellstmöglich auf brutale Art aus dem Leben scheiden zu lassen.

Die Geschichte entwickelt sich zügig zu einem allseits bekannten Katz- und Mausspiel, das lediglich gegen Ende den mystischen Stil der frühen Argentos findet, wenn eine Hexe in Erscheinung tritt. Weil man sehr schnell weiß, bei wem es sich um den Mörder handelt, fällt die Spannung mager aus. Wohl auch, weil die Darsteller zwar eine solide Leistung abliefern, ihren Rollen jedoch kaum Eigenständigkeit gegeben wurde und alles nach einem sehr zweidimensionalen Schema abläuft. Des Weiteren üebrzeugt die Handlung nicht wirklich, da einziger Beweggrund für die Morde das wertvolle Bild zu sein scheint, was im Schlussteil sogar etwas deplaziert anmutet. Zwar ist es im Genre nicht unüblich, dass die Handlung auf einem Bierdeckel Platz findet, aber etwas mehr hätte man vom Regieduo doch erwartet. Dem Film kommen allerdings die Farbgebung und die Kameraarbeit von Anna Naigeon zu gute. Die enorme Dominanz von Rot-, Gelb-, und Blautönen weckt Erinnerungen an die guten alten Zeiten Dario Argentos oder Mario Bavas und deren Weggefährten. Dazu gehört auch ein altes und imposantes Herrenhaus, welches atmosphärisch in Szene gesetzt wurde und ein teils eindringlicher Soundtrack der Gruppe Double Dragon, der oftmals an die Stücke von Goblin erinnert. Leider passt gelegentlich der Soundtrack nicht zum Visuellen, weil die manchmal poppigen Synthieklänge der Erzeugung von Atmosphäre im Wege stehen können.



Die Darstellung der Morde ist sehr brutal ausgefallen, weswegen sich der Vertrieb den Gang zur FSK sparte und "Glam Gore" lieber gleich in Österreich veröffentlichte. Schaut man sich diverse aktuelle Beschlagnahmungen und Zensurmaßnahmen an, mag man 8-Films recht geben, denn für die kurze Laufzeit von gerade mal 71 Minuten gibt es einiges, was den deutschen Moralaposteln nicht gefallen dürfte. Ein Großteil des Budgets steckt vermutlich in den Effekten, die in Anbetracht eines Independentfilms einiges bieten. Zwar muss man bemerken, dass nicht jeder Effekt völlig überzeugt und manchmal auch leicht als solcher zu durchschauen ist. Dem Gorehound wird dies aber nicht wirklich etwas ausmachen, denn der bekommt bereits mit der anfänglichen Gewaltorgie ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Die DVD von 8-Films besitzt einer gemischte Bildqualität: Zum einen erreicht der Transfer HD-Qualität und bietet eine überzeugende Schärfe und Detailzeichnung, wodurch ein gelungener, plastischerer Eindruck entsteht. Dann wiederum wirkt das Bild sehr weich mit einer deutlich überzogenen Farbgebung und sehr steilem Kontrast. Das mag von den beiden Regisseuren beabsichtigt sein, doch diese Schwankungen sind nicht unbedingt jedermanns Ding. Der Schwarzwert wird optimal dargestellt, so dass keine Details verschwinden, was den zahlreichen Szenen im Dunkeln zugute kommt. Etwas Rauschen ist vorhanden, tritt jedoch nicht störend in Erscheinung. Schlimmer ist das zum Teil auffällige Ruckeln, das den ganzen Film über begleitet. Irgendetwas muss bei der Normwandlung falsch gelaufen sein, was dem ansonsten guten, wenn auch stilbedingt eigenwilligen Bild Punktabzug kostet.



Die beiden 5.1-Tonspuren offenbaren ihre Vorzüge gegenüber den ebenfalls vorhandenen Stereospuren. Man bekommt eine sehr dynamische Abmischung präsentiert, die besonders den Soundtrack sehr kräftig und räumlich auf die hinteren Boxen verteilt. Aber auch mit Effekten wird nicht gegeizt, denn der Hintergrund wird häufig ins Geschehen einbezogen. Dialoge sind gut verständlich, wobei die deutsche Synchronisation nur semi-professionelle Sprecher geboten bekommt. Man gewöhnt sich trotzdem schnell daran, schließlich ist es keine Pornosynchronisation. Wer den Film dennoch lieber im französischen Original ansehen möchte, der darf sich über deutsche als auch englische Untertitel freuen.



Die filmbezogenen Extras sind kaum der Rede wert. Zwar wird einiges geboten, doch kaum wirklich interessantes Material. Begonnen wird mit einem nicht ganz ernst zu nehmenden Vorwort der Regisseure, das man bei Filmstart auswählen kann. Wer sich fragt, auf welcher Veranstaltung das erste Mordopfer zusammenbrach, wird die Antwort in der Deleted Scene zu sehen bekommen. An sich ist diese Szene stimmig, wirkt aber als Eröffnungsszene unpassend und ist demnach aus dem Film geflogen. Neben Originaltrialer, Teaser und Bildergalerie gibt es noch den Kurzfilm "Under the Blade", der ebenfalls eine Hommage an den Giallo darstellt, aber keine richtige Handlung vorweist und lediglich auf blutige Momentaufnahmen setzt. Kein Wunder, ist der Regisseur doch David Scherer, der bei "Glam Gore" für die Effekte verantwortlich war. Neben dem Trailer zu Interner Link"Blackaria" ist noch ein Hidden Feature vorhanden, das es auf jeden Fall wert ist gesucht zu werden. Einen deutlichen Mehrwert erreicht das wertig verarbeitete und auf 2000 Stück limitierte Mediabook durch die Dreingabe des Soundtracks der Gruppe Double Dragon. Zudem gibt es noch ein 24seitiges Booklet mit zahlreichen blutigen Abbildungen und einem Interview mit dem Regisseur François Gaillard.


Was soll man nun von "Glam Gore" halten? Es ist ein Film, der von technischer Seite trotz seines geringen Budgets ein Eyecatcher geworden ist und ebenso im Bereich Effekte und Musik zu überzeugen vermag, dessen Drehbuch jedoch kaum der Rede wert ist und diesbezüglich mangels stetiger Spannungskurve nur solide zu unterhalten vermag.
Die DVD-Umsetzung von "Glam Gore" hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck, das Bild ruckelt leicht - was auf dauer etwas nervt - und die deutsche Synchronisation überzeugt nicht unbedingt durch ihre Sprecher. Wer damit leben kann, der sollte dem Film allerdings eine Chance geben.


Film+++/--
Bild++++--
Ton++++/-
Bonus+++---


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Glam Gore
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