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NL 2010
Originaltitel:Zwart Water
Alternativtitel:Two Eyes Staring
aka. Diabolique, La
Länge:107:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Elbert van Strien
Buch:Paulo van Vliet, Elbert van Strien
Kamera:Guido van Gennep
Musik:Maurits Overdulve, Han Otten
SFX:Harrie Wiessenhaan
Darsteller:Barry Atsma, Hadewych Minis, Isabelle Stokel, Charlotte Arnoldy, Bart Slegers, Warre Borgmans, Philippe Colpaert, Els Dottermans, Marc Lauwrys, Viviane de Muynck, Tibo Vandenborre
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.,NL), Dolby Digital 2.0 (Dt.)
Sprache:Deutsch, Niederländisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:19.01.2012 (Verleih) / 09.02.2012 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:56 Min.)
  • Making of (22:58 Min.)
  • Trailershow:
    • Basement (2:01 Min.)
    • Noise 2:12 Min.)
    • Psalm 21 (0:29 Min.)
    • How to Make Love to a Woman (2:30 Min.)
    • Gunblast Vodka (1:17 Min.)
    • Killer Pad (1:44 Min.)
    • Nosedive (1:48 Min.)
    • Frankenstein Syndrome (1:42 Min.)
    • Last Day of Summer (1:51 Min.)
    • Driller Killer (0:29 Min.)
Die neunjährige Lisa (Isabelle Stokkel) zieht mit ihren Eltern (Hadewych Minis, Barry Atsma) von den Niederlanden nach Belgien in das Haus der kürzlich verstorbenen Großmutter. Da die Kleine schon früher zum Fantasieren neigte, beunruhigen ihre treuherzigen Geschichten von der neuen - nur für sie sichtbaren - Freundin zunächst niemanden. Doch das Gespenst namens Karen (Charlotte Arnoldy) hütet ein Geheimnis: Es gibt vor, die tote Zwillingsschwester von Lisas Mama zu sein. Und diese verhält sich, hin- und hergerissen von heftigen Stimmungsschwankungen, zunehmend eigenartig in dem maroden Gemäuer ihrer Geburtsstätte. Bald mehren sich unheilvolle Ereignisse, eine Katastrophe bahnt sich an.
Holland ist nicht Hollywood, doch auch dort werden ab und an salonfähige Grusler fabriziert, die sich zumindest vom Klischeebrei der üblichen Rachegeschichten und Dämonen-Erscheinungen abzugrenzen wissen. Regisseur und Autor Elbert van Strien entwirft eine interessante Melange aus Mystery, Grusel und Familiendrama, welche erst zum finalen Twist seinen wahren Schwerpunkt aufdeckt.

Die neunjährige Lisa zieht mit ihren Eltern Paul und Christine widerwillig von Holland nach Belgien, wo sie eine heruntergekommene Villa von Christines Oma geerbt haben. Als Lisa ein Tagebuch entdeckt und ein wenig im Keller herumstöbert, erscheint ihr der Geist von Karen, der verstorbenen Zwillingsschwester ihrer Mutter und scheint sie auf einen Umstand aus der Vergangenheit hinweisen zu wollen...



Dass Lisa, welche die eigentliche Hauptfigur des Streifens verkörpert, einerseits recht einsam ist und andererseits nach Nähe und Geborgenheit sucht, offenbart sich recht früh, denn mit jedem kleinen Entgegenkommen ihrer vielbeschäftigten Eltern wird für einen Moment ein Lächeln in das ansonsten so traurig dreinblickende Gesicht des Kindes gezaubert. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass sämtliche Darsteller, allen voran Isabelle Stokkel als Lisa, hervorragende Leistungen abliefern und das Familienleben recht glaubhaft transportieren können, was der Authentizität, zumindest bezüglich der zwischenmenschlichen Belange, durchaus förderlich ist.

Die Komponenten des Gruselns funktionieren hingegen nur leidlich, zumal sich besonders im Mittelteil, aber auch im finalen Part einige Längen einstellen und Schockmomente komplette Mangelware darstellen. Hier mal ein unnatürlicher Laut im Haus, ein fremdes Auto in der Hofeinfahrt oder eben Geist Karen, welcher mit den schwarzen Klüsen und dem Uraltkleidchen in Altrosa nur allzu selten für spannende Momente sorgt, auch wenn er geballt und in regelmäßigen Abständen erscheint.



Interessanter gestaltet sich eher das Treiben zwischen den Zeilen, die Beziehung zwischen Lisa und ihrer Mutter beispielsweise, denn Christine verleumdet ihre Tochter gar während eines Vorstellungsgespräches, während sie lauwarme Versprechen tätigt und sie anschließend nicht einhält, woraufhin sich Lisa immer weiter abkapselt und empfänglicher für die zweifelhaften Impulse des Geistes Karen wird, was sich primär gegen Ende abzeichnet.

Auf atmosphärischer Ebene sorgt vor allem die souveräne Kamera für stilvolle Kompositionen, wobei die Wendeltreppe aus der Vogelperspektive ein Faible des Regisseurs sein muss. Aber auch der klassisch gehaltene Score mit vollen Streichern ist gefällig, obgleich er passagenweise etwas zu impulsiv und dramatisch aufträgt, sorgt er ebenfalls zum Ende für eine angemessen stilvolle Untermalung.



Im Endeffekt bietet der Streifen eine erfrischende, wenn auch nicht gänzlich innovative Mischung aus Mystery und familiär angelegter Sozialkritik. Handwerklich sauber und darstellerisch grundsolide hapert es zwar zuweilen am Erzähltempo, so dass sich kleine Längen einstellen und erwartete Schockeffekte eher ausbleiben, doch schlussendlich hält ein leichtes Mitraten ebenso bei Laune, wie auf atmosphärischer Ebene latent gepunktet werden kann. Definitiv eine Abwechslung gegenüber den gängigen Geisterkindern aus Asien und den stets starr am Treppenabsatz kauernden Blagen üblicher US-Produktionen - etwas Geduld aufgrund der zuweilen leicht schwerfälligen Erzählweise sollte man allerdings mitbringen.

Auf dem ersten Blick enttäuscht die Bildqualität ein wenig, da es an Brillanz aktueller Produktionen mangelt. Doch ist dies noch kein Grund, die Bildqualität der DVD zu verdammen, sind doch einige der Minuspunkte, wie zum Beispiel die reduzierte, kühle Farbgebung oder das zum Teil sehr weiche Bild Bestandteile des künstlerischen Konzepts des Regisseurs, der viel mit visuellen Bildkompositionen arbeitet. Allerdings ist sicherlich nicht alles gewollt, und dazu gehören leicht ausgefranste Konturen und ein leichtes Bildrauschen. Desweiteren macht die Kompression in dezenter Form innerhalb homogener Flächen auf sich aufmerksam. Unproblematisch gestaltet sic hingegen der Kontrast, der selbst in dunklen Bereichen alle nötigen Information liefert.



Filme über Geister und Spukhäuser besitzen immer ein hohes Potential mittels einer ordentlichen Soundkulisse für Gänsehautmomente zu sorgen. Auch "Two Eyes Staring" nutzt seine Möglichkeiten mit beiden Dolby Digital 5.1-Spuren in Deutsch oder Niederländisch. Die deutsche Synchronisation wirkt in Anbetracht der Sprecher allerdings zu aufgesetzt und die Dialoge rücken zu sehr in den Vordergrund. Den hinteren Boxen wird kontinuierlich der Score zugespielt, während die Dialoge sauber innerhalb der Front wiedergegeben werden. In Spannungsmomenten verteilen sich die Effekte auch auf den hinteren Bereich und werden zudem vom Subwoofer unterstützt. Potential nach ist aber noch vorhanden. Immerhin wird eine schaurige Kulisse geschaffen. Alternativ gibt es noch eine deutsche Stereospur, die im Vergleich zum 5.1-Pendant im Bereich Räumlichkeit und Tiefe abfällt. Deutsche Untertitel sind vorhanden.

Die Extras bestehen aus dem Originaltrailer sowie einem rund 20minütigen Making of, das neben einem Blick hinter die Kulissen noch einige Interviews mit den Beteiligten und dem Regisseur bereithält. Es wurde aber an begleitenden Untertiteln gespart, was die niederländischen Kommentare unverständlich macht. Schaut man sich aber die Gesichter der Interviewten an, scheint es sich um typisches PR-Gerede zu handeln. Weitere Trailer beenden schließlich den Bonusbereich.


"Two Eyes Staring" stellt im Ergebnis eine etwas andere Art von Geister- und Spukhausfilm dar mit Blick auf den Schicksalsweg einer Familie. Über weite Strecken sehr spannend inszeniert, kann er in letzter Instanz jedoch nicht völlig überzeugen. Doch wird eine gute Alternative zu asiatischen und amerikanischen Vertretern dieser Filmgattung geboten. Technisch ist die DVD bedingt durch die Stilmittel gut umgesetzt worden.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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