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USA 2002
Originaltitel:Impostor
Alternativtitel:Impostor - Der Replikant
Länge:91:59 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Gary Fleder
Buch:Philip K. Dick, Scott Rosenberg, Caroline Case, Ehren Kruger, David Twohy
Kamera:Robert Elswit
Musik:Mark Isham
SFX:Industrial Light & Magic, Threshold Digital Research Labs, MastersFX
Darsteller:Gary Sinise, Madeleine Stowe, Vincent D'Onofrio, Tony Shalhoub, Mekhi Phifer, Tim Guinee, Gary Dourdan, Lindsay Crouse, Elizabeth Peña
Vertrieb:Constantin / Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:12.01.2012 (Kauf)
Specials:
  • 4-seitiges Booklet
  • Trailer bei DVD-Start: "Sanctum" (2:21 Min.)
  • Making Of (11:53 Min.)
  • Darstellerinfos:
    • Gary Sinise (1 Seite)
    • Madeleine Stowe (1 Seite)
    • Vincent D'Onofrio (1 Seite)
    • Tony Shalhoub (2 Seiten)
  • DVD-Empfehlung "Sennentuntschi" (2:04 Min.)
  • Trailershow:
    • Solomon Kane (1:59 Min.)
    • Centurion (2:04 Min.)
    • Resident Evil - Afterlife (1:57 Min.)
    • Gesetz der Rache (2:24 Min.)
Unsere Erde in einer fernen Zukunft: Außerirdische Intelligenzen aus dem Sternensystem Alpha Centauri bedrohen mittlerweile unseren Planeten. Längst schützen sich die irdischen Großstädte durch rieisige Energieschilde und zahlreiche Überwachungs- und Sicherheitsmaßnahmen. Dr. Spencer Olham, ein genialer Wissenschaftler, arbeitet im Auftrag der Regierung bereits seit geraumer Zeit an der ultimativen Waffe gegen die außerirdische Bedrohung. Auf ihm ruhen nun die letzten Hoffnungen der Menschheit. Doch Olham gerät plötzlich selbst ins Visier der Behörden. Er wird verdächtigt, in Wahrheit ein manipuliertes Alien zu sein, das den echten Olham getötet und nun seinen Platz eingenommen hat. Doch Olham entkommt den Behörden und schafft die Flucht aus der streng bewachten Megacity.
Außerhalb der Schutzschilde, in den Ruinen der alten Städte, trifft er schließlich den Gauner Cale. Nur er kann ihn zurück in die Stadt schmuggeln, um seine Unschuld zu beweisen und seine wahre Identität zu klären - und die Welt in letzter Sekunde vor dem Untergang retten.
Als echter Geheimtipp für Science-Fiction-Fans stellt sich der viel zu unbekannte "Impostor" heraus. Der auf einer Kurzgeschichte von Kultautor Philip K. Dick (Interner Link"Blade Runner", Interner Link"Total Recall") basierende Film war ursprünglich im Rahmen einer dreiteiligen Sci-Fi-Kurzfilmreihe geplant. Doch die Produzenten waren von dem 37minütigen Ergebnis so begeistert, dass sie sich entschlossen weitere finanzielle Mittel zu Verfügung zu stellen, um Regisseur Gary Fleder (Interner Link"Kiss the Girls", "Runaway Jury") nach etlichen Verzögerungen den Nachdreh zu ermöglichen. Final gestaltet sich, zumindest hierzulande, "Impostor" damit als ein 86 Minuten langer, fesselnder Genrefilm. Leider wurde der Film zwecks Kinoauswertung für ein PG-13-Rating umgeschnitten. Zwar veröffentliche man die R-Rated-Fassung später in den USA auf DVD, wir müssen uns allerdings leider mit einer gekürzten DVD-Auswertung begnügen. Eine Neuveröffentlichung wäre zwar wünschenswert, angesichts des niedrigen Bekanntheitsgrads des Films allerdings unwahrscheinlich. Die Kürzungen merkt man übrigens deutlich anhand hektisch geschnittener Shootouts, aus denen blutige Einschüsse getilgt wurden.



Nichtsdestotrotz bleibt "Impostor" auch in dieser Fassung sehr spannende Unterhaltung, die er neben seiner flott erzählten Story vor allem der tollen Atmosphäre zu verdanken hat. Zwar waren die finanziellen Mittel begrenzt (geringfügiger Footage-Einsatz von Interner Link"Starship Troopers" und Interner Link"Armageddon" bei einem Budget von 40 Millionen Dollar), was auch Requisitenplünderung (die Polizei trägt die Uniformen der Soldaten aus Interner Link"Starship Troopers") beweist, dennoch holte Fleder das Maximale aus dem nicht unähnlich der "Outer Limits" angelegten Szenario heraus.

2079 liegt die Menschheit mit den Centauris, einer überlegenen Alienrasse, im Krieg. Auf der Erde herrscht mittlerweile Endzeitstimmung und um die wichtigsten Städte wurden undurchdringliche Schutzschilde errichtet. Während in den außerhalb dieser Schilder liegenden Zonen arme Menschen ihr elendiges Dasein fristen, findet innerhalb der Metropolen ein nahezu normales Leben statt. Der Konflikt selbst wird nur anhand einiger qualitativ so in etwa auf "2063: Space and Beyond"-Niveau angesiedelter CGI-Sequenzen gezeigt.

Während sich Fleder in den Randzonen ganz auf bewährte Elemente, nämlich eine durch den Krieg zerstörte Welt mit zerfallenen Gebäuden, einer nicht mehr vorhandenen Infrastruktur, zerlumpten Menschen (Albert Pyun hätte hier seinen Spaß gehabt ...), Nahrungsknappheit und Krankheit verlässt, wertet er das städtische Leben mit dezenten CGI-Verzierungen auf. Schaut insgesamt wirklich nicht schlecht aus, was er sich da ausgemalt hat und ist weitaus atmosphärischer, als es aktuell gängige Science-Fiction-Filme hinbekommen.


Der Plot selbst beinhaltet im Kern Dicks Lieblingsmotive: Die Suche nach der Identität und die Flucht des in Ungnade Gefallenden vor dem System.
Spencer Olham (Gary Sinise, Interner Link"Forrest Gump", "Snake Eyes") scheint die Wende in dem Konflikt mit den Aliens herbeiführen zu können, war er doch an einer neuen Wunderwaffe beteiligt. Doch plötzlich wird er von der ESA, einer futuristischen Polizeispezialeinheit, festgenommen, gefoltert und verhört. Major D.H. Hathaway (Vincent D'Onofrio, "Strange Days", "The Thirteenth Floor") wirft ihm vor ein Replikant zu sein. Von den Außerirdischen geklont und gegen sein wirkliches Ich ausgetauscht, soll er mit einer Bombe im Brustkorb die Kanzlerin, die Anführerin der Menschheit, töten. Olham, der das alles nicht glaubt, befreit sich in letzter Sekunde und flüchtet in die Zone ...

Der Rest gestaltet sich als eine Dauerflucht vor Hathaway und seinen Männern. Untergetaucht unter den Ausgestoßenen, wird ihm nicht nur ein Ortungschip wegoperiert, sondern er findet in Cale ("ER"–Doc Mekhi Phifer, Interner Link"Dawn of the Dead") auch einen Mitstreiter, der ihn, wenn auch eigene Ziele verfolgend, wieder in die Stadt lotst, damit sich Olham mithilfe seiner Frau Maya (Madeleine Stowe, Interner Link"We Were Soldiers", "Avenging Angelo") einer klärenden, medizinischen Untersuchung unterziehen kann.


Die Auflösung soll reichlich überraschend sein und hält noch einen cleveren Doppeltwist parat. Bis dahin bleibt "Impostor" durchweg spannend, was er nicht zuletzt Gary Fleder zu verdanken hat. Mit einfachsten Mitteln wie Ausleuchtung, Nebel und Farbfiltern kreiert er hier eine absolut überzeugende, stellenweise urbane Science-Fiction-Welt, die Fans von Interner Link"Blade Runner" und Co. begeistern wird.
Das Tempo hält er hoch. Immer wieder gibt es kleinere Gefechte, weil die Polizei oder andere zwielichtige Gesellen ihn aufspüren. Auch Mark Isham ("Timecop", Interner Link"Blade") trägt mit seinem Score einiges zu der fesselnden Atmosphäre bei. Flucht nach vorn heißt das Rezept, obwohl seine Häscher ihm auf den Fersen sind. Mehr als nur einmal fühlt man sich dabei übrigens hinsichtlich der Grundstimmung an Interner Link"Equilibrium" erinnert.

Der wegweisende Science-Fiction-Film kommt selbstverständlich nicht dabei heraus. Zur Klasse von Interner Link"Blade Runner" oder Interner Link"Total Recall" fehlt dann doch noch einiges – vor allem spektakuläre Effekte und Bilder. Einen kleiner, intelligenter und bisher viel zu wenig beachteter und allemal eine Alternative zu seinen großen Brüdern darstellender Genrebeitrag darf "Impostor" dennoch genannt werden.
Der mit bekannten Gesichtern gespickten Darstellerriege kann eine solide Leistung attestiert werden. Ich fand Gary Sinise, der besser in die unsympathischen Rollen passt, etwas unglücklich in die Hauptrolle gecastet, Vincent D'Onofrio als Jäger hingegen toll (erinnert sehr an Michael Rooker). Madeleine Stowe hat als Ehefrau nur wenig zu tun und Mekhi Phifer ist auch besser, wenn er den aufmüpfigen Nachwuchsdoktor spielen darf, denn hier verkauft er sich unter Wert.



Die, im übrigen von David Twohy (Interner Link"G.I. Jane", Interner Link"Pitch Black"), Scott Rosenberg (Interner Link"Con Air", "Gone in Sixty Seconds") und Ehren Kruger ("Arlington Road", Interner Link"The Ring") adaptierte Romanverfilmung hält letztlich, was sie zu Beginn verspricht. Die Effekte sind nicht spektakulär, wohl aber unaufdringlich und ökonomisch in den Film eingebunden, das Tempo bleibt bis zum Schluss hoch und die Actioneinlagen sind ebenfalls durchaus sehenswert. Zusammen mit der wirklich immens düsteren und packenden Atmosphäre kann, unter diesen finanziellen Umständen, Gary Fleder nur gratuliert werden.

Der Film hat bereits einige Auflagen erfahren, der nun von Constantin eine weitere hinzugefügt wurde. In vielen Szenen macht die DVD einen so guten Eindruck, dass man sich kaum nach einer Blu-ray sehnt: Das Geschehen wird absolut sauber, fein aufgelöst und plastisch dargestellt, wie man es nicht unbedingt von einem etwas in Vergessenheit geratenen Film erwartet. Der sehr düstere Film hat allerdings auch ein paar Probleme bei der Darstellung von Schatten. In diesen verliert sich die Detailschärfe gegenüber den Konturen. Kontrastreich abgegrenzte Elemente zeigen einen dezenten Heiligenschein, der von einer Nachschärfung stammt. Diese wirkt in dunklen Bildteilen natürlich nicht so gut wie in hellen. Auch die ohnehin auf futuristisch-kühle Tönungen reduzierte Farbpalette verliert dort noch etwas Kraft, ebenso wie der Schwarzwert ein wenig absackt, weil der Kontrast steiler sein könnte. Nichtsdestotrotz macht "Impostor" in dieser Auflage einen sehr guten Eindruck.


Der Ton überzeugt mich noch ein wenig mehr, denn er ist durchgängig mit aufregenden Momenten gefüllt. Wie für einen Science-Fiction-Film üblich wird das hochtechnologische Ambiente mit jeder Menge künstlicher Geräusche aufbereitet. Dazu gehören sehr schön auf alle Lautsprecher gelegte Surround-Effekte, die sich gut hörbar von einem Ort zum nächsten bewegen. Häufig sind das Geräusche von Raumschiffen, aber auch dass die Musik langsam aus dem hinteren Bereich erwächst, macht einen sehr guten Eindruck. In vielen Szenen werden überraschende Klangeinlagen platziert, bei denen die Dialoge nie ihre centerbasierte Verständlichkeit verlieren. Der Basseinsatz ist markant, aber nie übertrieben. Die Stärke des Films liegt vielmehr darin, ihn gerade so einzusetzen, dass er die Szenen unterstützt, sie aber nicht zerrüttet. Ob man nun DTS oder Dolby Digital wählt, ist relativ egal. Beim englischen Ton kommt mehr Lebendigkeit in den Stimmen mit. Deutsche Synchro klingen eben immer etwas zu sehr nach Studio. Leider fehlen Untertitel.

Das sehr überschaubare Bonusmaterial der vorangegangenen Auflagen wurde leider nicht aufgestockt. Das beigelegte Making Of entschädigt dafür etwas, denn trotz der kurzen Laufzeit geben Regisseur, Darsteller und Produzenten jede Menge interessante Kommentare zu ihrem Werk ab. Filmszenen werden nur eingespielt, wenn es der Anschauung dient. Die Filmografien sind etwas schlicht und lieblos aufgestellt und befinden sich so auch im Booklet, welches außerdem die Kapitelauflistung enthält. Dazu gibt es Trailer aus dem Constantin-Programm.

Kleiner, atmosphärischer Science-Fiction-Geheimtipp ohne weiteren Tiefgang, wohl aber einer spannenden Prämisse, viel Tempo und ordentlichen Effekten. Die Darsteller geben solide Leistungen ab und die Optik bleibt bis zum Schluss stimmig. Da beschwert man sich auch nicht mehr so großartig über die Kürzungen. Mit mehr Budget wäre hier vielleicht der Genreolymp drin gewesen, denn die Querelen der Produktion sieht man dem fertigen Film nie an. Wie bei Constantin-Veröffentlichungen üblich gibt es kein FSK-Logo-freies Cover, dafür aber einen überflüssigen Kopierschutz. Die Disc sollte demanch vorab vom Käufer auf Abspielbarkeit getestest werden.


Film++++--
Bild++++/-
Ton+++++-
Bonus++----


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