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MEX, USA 1986
Originaltitel:Radioactive Dreams
Länge:94:08 Minuten (ungekürzt) + 89:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Albert Pyun
Buch:Albert Pyun
Kamera:Charles Minsky
Musik:Peter Manning Robinson
SFX:R.J. Hohman
Darsteller:Christian Andrews, Lisa Blount, Michael Dudikoff, Glory Fioramonti, Paul Keller Galan, George Kennedy, Michele Little, Don Murray, Hilary Shepard, Demian Slade, John Stockwell, Norbert Weisser
Vertrieb:JAM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:27.05.2011 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Videotrailer (1:59 Min.)
  • Alternativer Vorspann (3:09 Min.)
  • Aushangfotos (1:22 Min.)
  • Storyboard-Zeichnungen (0:45 Min.)
  • Bildergalerie (1:59 Min.)
  • Trailershow:
    • Das grüne Ding aus dem Sumpf (1:35 Min.)
    • Crazy Ski (1:54 Min.)
    • North Shore (1:34 Min.)
    • Night (2:01 Min.)
    • Equinox (2:33 Min.)
    • Lose Control - Jungs außer Kontrolle (1:50 Min.)
    • Marilyn Monroe (1:51 Min.)
    • Metal Skin (1:31 Min.)
    • Celia - Eine Welt zerbricht (1:55 Min.)
    • Ritter der Zeit (2:12 Min.)
    • Martians!!! (1:59 Min.)
Es ist 1988. Der große Atomschlag passiert, doch zwei Kids überleben im Bunker. Dort verbringen sie, völlig eingeschlossen und isoliert, 15 Jahre in der Vergangenheit. Um sie herum nur Gegenstände und Andenken der 40er Jahre, ihre Bildung ziehen sie aus den Detektiv-Romanen dieser Zeit. Sie nennen sich Phillip Hammer (John Stockwell) und Marlowe Chandler (Michael Dudikoff) und kleiden sich wie Humphrey Bogart. Das Jahr 2001. Die Gegenwart. Jetzt ist es an der Zeit, den Bunker zu verlassen. Aber die Welt sieht auf einmal ganz anders aus. Sie treffen auf Freaks, Mutanten, Kannibalen, Monster, Rocker und natürlich auf schöne und gefährliche Frauen. Alle lauern ihnen auf und wollen sie vernichten. Doch sie sind immer etwas schneller, härter, rockiger und raffinierter.
Aus dem B-Actionerbereich der 1980er bis 1990er ist der Name Albert Pyun kaum wegzudenken. Sowohl die Interner Link"Nemesis"-Reihe als auch das Jean Claude van Damme-Darkfuture-Szenario Interner Link"Cyborg besitzen unter Fans Kultcharakter. Ein weiterer Film, neben Pyuns ansonsten kaum nennenswerten Arbeiten, ist der trashige Zukunftsausflug "Radioactive Dreams" mit einem damals noch unverbrauchten Michael Dudikoff. Nun hat es auch dieses Pyunsche Werk (dank JAM) auf DVD geschafft und sorgt dafür, dass sich der Kreis um die drei besten Arbeiten des Regisseurs auf digitalem Medium schließt.



In "Radioactive Dreams" geht es mal wieder um den atomaren Knall, der die Welt in Schutt und Asche legte. Übrig blieben nur Degenerierte und Mutanten. Zwei von ihren Vätern in einem Bunker eingeschlossene, junge Männer können sich aus eben diesem gut 15 Jahre später befreien. Eine lange Zeit, welche die beiden vor allem mit Detektivromanen verbrachten. Kaum das Licht der Sonne erblickt, geraten sie auch schon in turbulente Situationen, die sie in den Besitz zweier Schlüssel bringen, welche den letzten atomaren Sprengkopf zur endgültigen Zerstörung der Erde zünden könnten. Von nun an gilt es, die Schlüssel zu verteidigen, da beide Helden noch immer das Gute auf Erden sehen und sich gegen diverse Banden als auch gegen ihre mutmaßlichen Väter zur Wehr setzen müssen.

Eins muss man Albert Pyun und seinem Drehbuchtautor lassen: An Ideen mangelt es den beiden nicht. "Radioactive Dreams" ist eine interessante Verquickung aus Science Fiction und Film-Noir-Detektivgeschichte, die tief nach Humphrey Bogart riecht, geworden. Aufgrund mangelnden Budgets (und vermutlich auch wegen mangelnder Regiequalität) hat es für "Radioactive Dreams" allerdings, wie schon zahlreiche Vor- und Nachfolgefilme Pyuns bewiesen, nicht zum Klassiker gereicht, wenn auch Potential erkennbar ist. Pyun schöpft das postapokalyptische Zukunftsszenario viel zu wenig aus. Gerade einmal die erste Hälfte des Films offenbart die Missstände nach dem großen Knall. In der zweiten Hälfte dominieren die Szenenabfolgen in heruntergekommenen dunklen Gebäudekomplexen, die nicht unbedingt futuristisch anmuten, sondern auch schon zum Entstehungszeitraum des Films hätten so existieren können. Zwar gibt es ein knallbuntes Mutantensammelsurium zu bestaunen, doch wird einfach zu viel davon auf den Zuschauer losgelassen. Die auftauchenden Banden sind ohne Frage gut in Szene gesetzt, doch bestehen personelle Mängel, denn die Gang-Mitglieder lassen sich stets an einer Hand abzählen.



Des Weiteren fehlt es "Radioactive Dreams" an klar erkennbaren Strukturen. Der grundlegende Gedanke des Endzeitfilms gemischt mit dem Film Noir wird thematisch immer nur angeschnitten und wieder fallengelassen, um ihn im weiteren Handlungsverlauf an meist unpassender Stelle wieder aufzunehmen. Auch der Filmschnitt wirkt oftmals abgehackt und lässt Anschlussfehler vermuten. Besonders die zweite Hälfte gerät zuweilen langatmig und lässt den Ideenreichtum des Beginns vermissen. Lediglich derart krude Ideen wie die überdimensionale Kanalratte und der Musikvideoclip lenken vom dahinplätschernden Handlungsverlauf ab, der zudem auf ein vorhersehbares Ende ohne große Überraschungen hinarbeitet. Wäre Pyun seiner Grundidee treu geblieben, "Radioactive Dreams" wäre sicherlich ein Titel geworden, der aus den 1980ern nicht wegzudenken gewesen wäre. So bleibt ein mittelprächtiges Sci-Fi-Trashspektakel mit gelungenem Eighties Soundtrack, teils sehr ambitionierten Darstellern und besonders in der ersten Hälfte einigen guten Szenen - die Rockerbräute mit ihren roten "Haaren" sind beispielsweise klasse! Schade allerdings, dass es dem gelegentlich ambitioniert arbeitenden Pyun abermals nicht gelingt, einen echten Kultfilm auf sein Konto zu verbuchen. Die Chance hatte er mit "Radioactive Dreams" definitiv.

Die deutsche als auch englische Stereospur bieten neben gut verständlichen Dialogen eine ordentliche Abmischung zwischen Sprache und Musik. Auch in Sachen Sauberkeit kann man ihnen nichts vorwerfen. In den etwas ruhigeren Passagen des Films ist zwar ein dezentes Rauschen in beiden Tonspuren zu vernehmen, störend tritt es jedoch nicht in Erscheinung. Im direkten Vergleich besitzt der Originalton etwas mehr Natürlichkeit. Zuschaltbare Untertitel gibt es allerdings nicht. Deswegen sollte man gute Englischkenntnisse besitzen, wenn man dem O-Ton den Vorzug geben möchte.


Das anamorphe Bild erinnert an das Videozeitalter, was zwar irgendwie zum trashigen Film passt, doch angesichts der Möglichkeiten des Mediums deutlich hinter den Erwartungen bleibt. Zu verantworten hat dies der Schärfebereich, weil deutlich nachgeschärft wurde, was wiederum zu starken Doppelkonturen führt. Das Bild wirkt nicht matschig, was die Frage aufwirft, wie das Ergebnis wohl ohne den Schärfefilter ausgesehen hätte. Ich meine, etwas weniger hätte auch ein solides Ergebnis erbracht, da ein Film wie "Radioactive Dreams" aufgrund des Flairs nicht perfekt aussehen muss. Die Farbgebung wirkt etwas verwaschen, u.a. weil der Schwarzwert nicht optimal ausfällt und ins Gräuliche geht. Zumindest kann der Kontrast überzeugt, der trotz der vielen dunklen Szenen kaum Details verschluckt. Kleine Unreinheiten sind ebenso Bestandteil der Vorlage wie geringfügige Kompressionsschwierigkeiten. Etwas störend ist die Streifenbildung an den Seiten. Damit wird es zwar nur ein durchschnittliches Ergebnis, für diesen Streifen geht das allerdings völlig in Ordnung.

Das Bonusmaterial besteht aus dem deutschen Videotrailer, einem alternativen Vorspann und diversen Bildergalerien mit Aushangfotos, Storyboard-Zeichnungen und Filmszenen. Innerhalb einer Trailershow kann man sich noch weitere Anregungen aus dem Programm des Anbieters holen.


JAM veröffentlicht "Radioactive Dreams" in zwei Auflagen. Zur normalen DVD erscheint die limitierte Ausgabe, welche den Soundtrack enthält. Wer auf Eighties-Mucke steht, sollte hier zugreifen. Technisch gelangt die DVD nur ins Mittelmaß, weil die Bildqualität hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ansonsten wird neben etwas Bonusmaterial noch ein Wendecover geboten. Weltweit stand kein besseres Master zur Verfügung und der Film ist derzeit lediglich in Deutschland auf DVD erhältlich, so dass man mit dem Gebotenen zufrieden sein darf. Die deutsche Fassung läuft übrigens knapp 4 Minuten länger, was daran liegt, dass die Texteinblendungen zu Beginn des Films unterschiedlich angeordnet und in jeweiliger Landessprache vorhanden sind. Qualitativ fallen diese deutschen Texteinblendungen ab, vermutlich weil sie von einer Videokassette stammen.


Film+++/--
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus+/----


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