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IT 1968
Originaltitel:Odia il prossimo tuo
Alternativtitel:Hate thy Neighbor
aka. Hate your Neighbor
Länge:85:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ferdinando Baldi
Buch:Luigi Angelo, Ferdinando Baldi, Roberto Natale
Kamera:Enzo Serafin
Musik:Robby Poitevin
Darsteller:Spiros Focás, George Eastman, Nicoletta Machiavelli, Ivy Holzer, Roberto Risso, Paolo Magalotti, Franco Fantasia, Claudio Castellani, Giovanni Ivan Scratuglia, Horst Frank, Remo De Angelis, Franco Gulà
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,37:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:DigiPack
DVD-Start:26.07.2009 (Kauf)
Specials:
  • Featurette "Hass und Rache" (22:02 Min.)
  • Englischer Trailer (3:10 Min.)
  • Bildergalerie (8 Bilder)
  • 3seitiger Text im Digipack von Oliver Bitzer
Bill, der Bruder von Ken Dakota, wurde auf brutalste Art und Weise vom Gunslinger Gary Stevens gejagt und getötet. Dafür möchte Ken nun eiskalte Rache nehmen, doch es geht um noch viel mehr. Sein Bruder hatte einen Plan bei sich, der den Weg zu einer versteckten Goldmine weist. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, in welchem auch der sinistere Bankier Malone die Karten mischt.
Mit diesem durchschnittlichen Italowestern outet sich Regisseur Ferdinando Baldi wieder als Mann vom Fach, der zwar handwerkliches Geschick besitzt, aber nie Kontinuität in seine Karriere bringen konnte und deswegen immer zwischen Genie (Interner Link"Django und die Bande der Gehenkten", Interner Link"Blindman, der Vollstrecker") und Wahnsinn (Interner Link"Django, der Rächer", "Blaue Bohnen für ein Halleluja") fleißig hin- und herpendelte.


"Hasse deinen Nächsten" gibt sich nach dem recht innovativ gestalteten Intro, nämlich einer Zeitung inklusive sich bewegender Bildern, mit den bekannten Standards des Genres zu erkennen. Ken Dakota, kaum einprägsam von Spiros Focás (Interner Link"The Jewel of the Nile". Interner Link"Rambo III") verkörpert, erfährt, dass sein Bruder und dessen Frau von einem Banditen namens Gary Stevens (George Eastman, Interner Link"Django und die Bande der Gehenkten", Interner Link"Antropophagus") umgebracht wurden. Das fordert natürlich Rache und weil der feige Sheriff lieber weggesehen hat, bekommt er zuerst paar Schläge in die Visage während seine Deputys gleich dran glauben dürfen.


In Folge gereicht das Drehbuch der vermeintlichen Sympathiefigur sehr zum Nachteil, weil es ihm kaum Auftritte gönnt und sich viel faszinierter von Chris Malone (Horst Frank, Interner Link"Django und die Bande der Gehenkten", Interner Link"Django - Die Totengräber warten schon") zeigt, der als dekadenter, reicher Rancher gemeinsame Sache mit Stevens macht, zur eigenen Belustigung mexikanische Sklaven für tödliche Gladiatorenkämpfe mit Eisenklauen heranzieht und dem Gewinner das Leben schenkt. In der Tat ist Malone auch eine ziemlich exzentrische Figur, die "Hasse deinen Nächsten" zumindest einen Stück weit aus der schnöden Gewöhnlichkeit heraushebt. Anderseits bringt er der Story nicht mehr als den gängigem Standardbösewicht mit dem dicken Portmonee. Schauspielerisch ist auch George Eastman mit seinem Maniac-Charme ein Geschenk, nur macht Baldi eben nicht viel daraus.


Dessen Filmemacher-Qualitäten beschränken sich nämlich auf die beiden Gladiatoren-Kämpfe und eine fiese Foltereinlage, bei der Stevens kopfüber in ein Klapperschlangennest zu plumpsen droht, sobald ein paar Ratten das honiggetränkte Seil zerfressen haben.
Abseits dessen regieren unmarkante Bilder und eine uninteressante Story, in der Ken in Aussicht einer Goldmine erst umswitcht und Stevens erst vor Gericht schleppt, sich vorübergehend ganz aus der Handlung abmeldet, damit sich die einstigen Partner Malone und Stevens endgültig um die beiden Hälften der Karte in die Wolle bekommen und gegenseitig schwächen, bevor er zum unspektakulären Finale mit etwas Dynamit überzeugende Argumente bereithält, der Rache genüge tut und selbst doch noch Milde walten lässt.


Zart einfließender Humor nimmt dem Stoff dabei leider seinen Ernst. Besonders der Spalier stehende Sargmacher mit seinen unlustigen Kommentaren erweist sich als Störfaktor während der Bub, nun Waise, als Fremdkörper in diesem maskulinen Streifen genauso negativ aus der Rolle fällt wie seine Tante. Bei dem ewigen Hin und Her um die Kartenhälften, die ständig den Besitzer wechseln, treten die beiden zwar nicht allzu häufig in Erscheinung, aber wenn sie dann zugegen sind, reicht das schon, um auf die Nerven zu gehen, zumal sie im Finale auch eine Rolle spielen.
Das Hauptproblem des Films ist dennoch sein stiefmütterlich behandelter Rächer, zu dem man nie einen Zugang erhält und der auch nie den Eindruck macht, er will gnadenlos vollziehen, sondern abwartend den letzten Zug machen. Spiros Focás spielt darüber hinaus auch nicht, als ob er sich mit seiner Rolle großartig identifiziert hätte.



"Hasse deinen Nächsten" gehört zu einer der besten Veröffentlichungen der Koch Media Western Collection, auch wenn der Film lediglich im Vollbildformat von 1,37:1 vorliegt. Das Ergebnis des Transfer dieses 40 Jahre alten Films ist mehr als gelungen. Zwar rauscht das Bild etwas, jedoch zeigen sich nur äußerst selten analoge Defekte und Verschmutzungen. Auch die Kompression arbeitet sehr ruhig und ausgewogen. Die Farbgebung fällt sehr kräftig aus und auch der Kontrast verschluckt dank guter Ausbalancierung keine Details. Hinzu kommt die außerordentlich gute Schärfe und Detailzeichnung, welche selbst auf großen Betrachtungsflächen keine sonderlichen Mängel aufzeigt.
Der Film enthält zudem drei Tonspuren, wovon die deutsche Monospur noch am besten klingt. Dialoge sind sehr klar und sauber zu verstehen und Nebengeräusche wurden klar abgemischt. Trotz des hohen Alters klingt die deutsche Tonspur sehr frisch und man merkt der Synchronfassung ihr Alter nur selten an. Der englische und italienische Mono-Mix sind nicht auf dem Cover aufgeführt und lassen sich nur im DVD-Menü anwählen. Die englische Synchronfassung klingt sehr blechern, kann sich in puncto Verständlichkeit jedoch gegenüber der italienischen Sprachfassung behaupten. Dialoge sind wesentlich schlechter zu verstehen, klingen dumpf und es lässt sich deutliches Hintergrundrauschen heraushören. Optional gibt es deutsche Untertitel.


Das 22minütige Featurette "Hass und Rache" wurde exklusiv für die DVD produziert und stellt ein sehr informatives Interview mit Regiesseur Ferdinando Baldi und Darsteller Gerorge Eastman dar, die beide sehr interessante Einblicke in die Produktionsgeschichte des Films geben. Hinzu kommt der Originaltrailer und eine Bildergalerie mit leider nur acht Fotos. Wie alle DVDs der Western Collection erscheint auch "Hasse deinen Nächsten" in einem DigiPack. Der Text mit den Hintergrundinfos ist wie immer auf den Seiten des DigiPacks vorhanden. Das neue FSK-Logo ist als Aufkleber auf der Hülle geklebt worden und lässt sich ohne Probleme entfernen.


Der Bodycount ist relativ hoch, denn ob Klauenhiebe, Messerwurf oder ganz traditionell die Bleikugel, allerhand Gerätschaft wühlt sich seine tödliche Bahn in die schuldigen, mal unschuldigen Körper oder sprengt ihn eben. Doch das kann "Hasse deinen Nächsten" nicht vor dem Absturz in die mittelmäßige Bedeutungslosigkeit retten. Ein Bedienen der Standards reicht eben nicht aus, auch wenn man sich hier ausnahmsweise mal intensiver mit den Halunken beschäftigt, die sich untereinander alles andere als grün sind und mit George Eastman wie Horst Frank dort auch eher die schauspielerische Klasse zu finden ist. Baldi kann das aber eigentlich besser.
Bildtechnisch eines der besten Veröffentlichungen der Western Collection. Auch wenn es der Film mit George Eastman nicht über den Durchschnitt hinwegschafft, ist die Veröffentlichung eine klare Empfehlung für Italo-Western-Fans.


Film+++---
Bild+++/--
Ton++----
Bonus------


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