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IT 1967
Originaltitel:Cjamango
Länge:82:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Edoardo Mulargia
Buch:Vincenzo Musolino, Fabio Piccioni
Kamera:Vitaliano Natalucci
Musik:Felice Di Stefano
Darsteller:Ivan Rassimov, Mickey Hargitay, Hélène Chanel, Livio Lorenzon, Ignazio Spalla, Piero Lulli, Federico Boido, Nino Musco, Giorgio Sabbatini, Giusva Fioravanti, Gino Buzzanca, Fred Coplan
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Italienisch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:DigiPack
DVD-Start:26.07.2009 (Kauf)
Specials:
  • Featurette "Ein Kreuz für Django" (16:00 Min.)
  • Deutscher Trailer (2:46 Min.)
  • Englischer Trailer (2:01 Min.)
  • Bildergalerie (32 Bilder)
  • Liner-Notes von Christian Keßler
Endlich hat Django einmal Glück im Spiel: Beim Pokern gewinnt er zwei Satteltaschen gefüllt mit Dollars! Doch seine Freude währt nur kurz, denn eine Gruppe Ganoven um die beiden Banditen El Tigre und Don Pablo jagen ihm den Mammon wieder ab. Keine gute Idee, denn Django hat immer noch ein Ass im Ärmel.
Den eher typischen Italowestern drehte Routinier Edoardo Mulargia ("Django - Dein Henker wartet", Interner Link"Ein Fressen für Django") mit "Django – Kreuze im blutigen Sand", der erst in Deutschland zu einem Django-Imitat umfunktioniert wurde, während der Originaltitel "Cjamango" auch den Namen der Hauptfigur trägt. Darüber hinaus saß Rainer Brandt mal wieder der Schalk im Nacken, weswegen man sich konträr zu den Bildern mit einer stark kalauerhaltigen Synchronisierung anfreunden muss. Ich persönlich habe als erklärter Brandt-Fan Spaß an solchen Auswüchsen, jedermanns Sache sind diese Verfälschungen aber mit Sicherheit nicht. Bei meiner subjektiven Bewertung erntet der Film dafür allerdings einen Bonuspunkt.



Das muss aber nicht viel heißen, denn abseits dessen bleibt der Italowestern in hinlänglich erforschten Pfaden. Django wird nach einem gewonnenen Pokerspiel seit gesamtes Gold abgenommen. Man schießt ihn nieder und hält ihn für tot. Doch wenig später putzmunter, setzt er alles daran seinen wertvollen Besitz zurückzubekommen und spielt dafür zwei Parteien gegeneinander aus, um als lachender Dritter aus dem geschickt herbeimanipulierten Konflikt hervorzugehen.
Die altbewährte Prämisse verfolgt dabei natürlich keine Innovationen und setzt auf die bewährten Elemente. Leider ist Ivan Rassimov ("Andere beten – Django schießt", "Django – Dein Henker wartet") mal wieder nur ein höchst ausstrahlungsarmes Eastwood-Imitat, das verzweifelt dessen Gestik und Mimik zu kopieren versucht, dabei aber hoffnungslos scheitert und doch sehr von der deutschen Witzsynchronisation abhängig ist.


Das Sammeln von Informationen, zunächst in einem verschlafenen, ausgestorbenen Mexikanernest, nachdem dort der große Exodus angetreten wurde, erfolgt dann nach dem standesgemäßen Prinzip: Der schweigsame Fremde reitet in die Stadt, erschießt flugs ein paar ungehobelte Schergen und stellt die richtigen Fragen, um mit den Antworten abzuziehen und sich seinen Plan zu schmieden. Als sehr nervig erweist sich dabei ein kleiner, zerlumpter, mexikanischer Bengel mit seinen regelmäßigen Heulattacken, dessen Vater verbrannt wurde und den Django sich, aus welchem Grund auch immer, ans Bein heftet. Letztlich nötigt der kleine Kerl ihm zwar einen dezenten Hauch von Menschlichkeit ab, zwingend notwendig ist das Balg aber keinesfalls. Ganz im Gegenteil, das zarte Bürschlein stört in dieser rauen Männerwelt des einfachsten Gesetzes – der Schnellere setzt sich durch.


Edoardo Mulargia bleibt dabei soweit souverän. Ihm gelingen sogar ein paar stilsichere Aufnahmen, die u.a. aus Django eine heroische Figur kreieren sollen. Doch auch bei den zahlreichen Shootouts beweist er Qualitäten und rettet die trotz des Schlusstwists sehr durchsichtige Geschichte damit ins Mittelmaß. Felice Di Stefanos ("Django - Dein Henker wartet", "Django - Den Colt an der Kehle") aufdringlicher Score erweist sich für seine Bilder aber öfter als kontraproduktiv als ihm lieb ist, schlägt er doch oftmals Töne an, die sich eher in einem Thriller und weniger in einem Italowestern zuhause fühlen. Da passt die Musik mehrmals schlicht nicht gänzlich zur Situation.
Der Genrefan kann sich derweil jedoch immerhin über die Auftritte der bekannten Genregesichter Ignazio Spalla und Livio Lorenzon in Nebenrollen freuen, auch wenn sie nicht weiter auffallen. In so einem arg gewöhnlichen Western klammert man sich aber an jeden Strohhalm, zumal so viel Aufgeregtheit gar nicht beschworen wird und ein paar Kulissen, wie die irgendwie unfertig ausschauende Ranch mit dem Schutzwall eines Forts, wie kurz vorher angemietet und schnell zweckdienlich umgestaltet ausschauen.


Aufgrund einiger dramaturgischer Durchhänger, besonders zur Filmmitte, wo Django eben beide Parteien gegeneinander geschickt aufhetzt, heimlich das Gold stiehlt und, wie es die Formel erfordert, schnell doch den Kürzeren zieht, um mit Glück und Können sich zum Finale zurückzumelden, reicht der Film dann nur ins Mittelmaß hinein. Wieder ist's nur ein Genrebeitrag für die Masse anstatt Klasse geworden. Das erkennt man schon an der Prämisse, die grundlegend von Interner Link"Für eine Handvoll Dollar" kopiert wurde und auch finessenarm inszeniert wurde. Wobei der Einstieg im verrauchten Saloon noch einiges verspricht.


Einer der ältesten Titel aus der Western Collection von Koch Media liegt leider in einer mäßigen Bildqualität vor. Trotz anamorpher Abtastung wirkt das Bild durchweg weich und über weite Strecken pixelig und unscharf, was vor allem auf größeren Betrachtungsflächen sehr auffällig wird. Hier hätte man sich eine deutlich bessere Schärfe und Detailzeichnung gewünscht. Der Kontrast ist äußerst steil und das Bild überstrahlt oftmals stark. Hinzu kommen unnatürliche und viel zu grelle Farben. Details werden somit in dunklen Szenen verschluckt. Zudem erweist sich das Bild als sehr grobkörnig und eine Vielzahl von analogen Defekten und Schmutz lässt sich erkennen. Die Kompression arbeitet dafür jedoch sehr ruhig. Trotzdem lediglich ein unterdurchschnittlicher Transfer.
Der deutschen Monospur merkt man ihr hohes Alter deutlich an. Auch wenn die Dialoge gut zu verstehen sind, klingt der Mix kaum natürlich. Die Stimmenwiedergabe bleibt dumpf und blechern, selbst die Musik klingt gedrungen und zudem ist leichtes Rauschen im Hintergrund herauszuhören. Ähnlich verhält es sich mit dem englischen Mix. Die italienische Tonspur ist insgesamt etwas zu leise, bietet aber eine klarere Dialogwiedergabe. Die ausländische Tonspuren sind nicht auf dem Cover vermerkt. Neben zwei Trailer und einer Bildergalerie enthält die DVD ein 16minütiges Featurette, welches exklusiv für die DVD produziert wurde und Filmhistoriker Antonio Bruschini zu Wort kommen lässt. Bruschini geht sehr ausführlich auf den Regisseur und die Darsteller ein und weiß auch viel Wissenswertes über die gesamte Filmproduktion zu berichten.


Der geneigte Italowestern-Fan kann sich "Django - Kreuze im blutigen Sand" ruhigen Gewissens mal einflößen, wenn er seinen Horizont erweitern möchte. Großartige Genrebeiträge sehen allerdings anders aus. Nach bewährtem Prinzip geht hier eben der bestohlene Fremde ohne viele Worte (Wobei er in der deutschen Fassung offensichtlich mehr spricht ...) seiner Ziele nach und legt sich zwei Parteien zurecht, über die man als Zuschauer auch herzlich wenig erfährt. Sie sind halt da, haben Heimtückisches im Sinn und können sich gegenseitig nicht riechen. Edoardo Mulargia leiert den Film souverän in den Kasten, der Junge ging mir aber ständig mit seinem Geflenne auf den Wecker und Ivan Rassimov ist einfach eine schwache Besetzung. Man kann ihn drehen und wenden soviel man will, aus ihm ist nie ein cooler Typ geworden.
Wie alle DVDs der Western Collection erscheint auch "Django - Kreuze im blutigen Sand" in einem DigiPack. Der Text mit den Hintergrundinfos ist auf den Seiten des DigiPacks vorhanden. Das FSK-Logo ist als Aufkleber auf der Hülle geklebt worden und lässt sich ohne Probleme entfernen. Bildtechnisch eine für die Collection eher unwürdige Veröffentlichung, bei der man nicht viel vom "digital remastered" erkennen kann.


Film+++---
Bild++/---
Ton++----
Bonus++----


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