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USA 1987
Originaltitel:Blood Diner
Länge:84:11 Min. (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jackie Kong
Buch:Michael Sonye
Kamera:Jürg V. Walther
Musik:Don Preston
SFX:Bruce Zahlava
Darsteller:Rick Burks, Carl Crew, Roger Dauer, LaNette La France, Max Morris, Roxanne Cybelle, Alisa Álvarez, Brad Biggart, Cynthia Baker, Jane Cantillion, Drew Godderis, Steve Donmyer, John Randall, Eric Williams
Vertrieb:Epix
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 (Englisch)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:26.02.2010 (Kauf)
Specials:
  • Trailershow:
    • Blutige Hochzeit (1:26 Min.)
    • Fürsten der Dunkelheit (1:41 Min.)
    • Invasion - Angriff der Körperfresser (1:09 Min.)
    • The Shunned House (0:45 Min.)
    • I Am The Ripper (1:26 Min.)
    • Dark Hunters (1:28 Min.)
    • Freak Out (1:40 Min.)
    • Blood and Donuts (1:38 Min.)
    • Vampire Hunter (1:09 Min.)
Die Brüder Michael und George wollen die ägyptische Göttin Sheetar zum Leben erwecken. Dazu brauchen sie viele Körperteile von hübschen Mädchen. Mit Unterstützung durch das wiedererweckte Gehirn ihres verrückten Onkels Anwar verfüttern sie, alles was sie nicht gebrauchen können, sehr erfolgreich an die Gäste ihres vegetarischen Restaurants. Ziel ist, die Göttin auf einem furiosen Fest auferstehen zu lassen.
1963 war Herschell Gordon Lewis mit Interner Link"Blood Feast" der Wegbereiter für Gorefilme. Er gehörte zu den ersten Regisseuren, die mit der Kamera ausgiebig draufhielten, wenn Sex und Gewalt im Spiel waren, so dass der eigentlich schnarchige Streifen rasch zum Kultfilm avancierte. Offenbar auch bei Jackie Kong, die mit "Blood Diner" nicht nur inhaltliche Reminiszenzen liefert, sondern überdies einen flockigen, manchmal etwas albernen Fun-Splatter-Beitrag.



War es in Interner Link"Blood Feast" noch ein durchgeknallter Ägypter, der zur Wiederauferstehung seiner Göttin Frauen mordete, sind es hier aus demselben Grund zwei durchgeknallte Brüder. Vor 20 Jahren wurde ihr Onkel von den Cops erschossen, jetzt wollen die beiden sein Werk vollenden. Dazu buddelt man natürlich die Leiche aus, entwendet Augen und Gehirn, um es in ein Einmachglas zu stopfen und lässt sich so vom Onkel beraten, der auch ohne Mund und Stimmbänder sprechen kann.
Das ist so eine typisch trashige Begebenheit, von denen im Verlauf weitere auftauchen und die durchaus zum Schmunzeln auf Pille-Palle-Niveau einladen.

Inhaltlich ist das Ganze natürlich recht dünn. Zur Tarnung arbeiten die beiden in einem vegetarischem Restaurant, bringen für die Auferstehung der Göttin Sheetar reihenweise Jungfrauen um und mischen Körperteile der Opfer unter ihre Snacks (fällt natürlich keinem Vegetarier auf). Zudem mischt noch ein Copduo mit, bestehend aus einer toughen Schwarzen und einem trotteligen Schönling, das den beiden Unholden zum Finale auf die Spur kommt, bei dem eine Jungfrau während einer Feier geopfert werden soll, während Partygäste zu Zombies mutieren.
Besonders während der letzten Viertelstunde ist ordentlich Wumms drin, da verzeiht man auch einen unnötigen Ringkampf und ein paar musikalische Laufzeitstrecker.



Spannend gestaltet sich das jedoch selten, da der komödiantische Grundton auch während der Mordszenen deutlich im Vordergrund steht. Da rollt man mit dem Auto eben gleich fünfmal über einen Biker, wenn der immer wieder aufsteht. Es reicht auch ein Besen aus, um einem Opfer den Kopf abzuschlagen und bei einem Hieb mit einer Schaufel kullern auch schon mal beide Augen raus. Ja, das Blut fließt ordentlich, ständig liegen irgendwo Körperteile herum, doch innerhalb der überdrehten Darstellung von Gewalt wirken auch drastische Szenen nie abstoßend, zumal die Effekte an sich häufiger Gummirequisiten zum Vorschein kommen lassen.

Hier steht der Spaß im Mittelpunkt, tiefschwarzer Humor, vermengt mit etwas Slapstick und natürlich auch etwas nackter Haut. Denn es erscheint völlig sinnfrei, dass die beiden Brüder eine probende Nackt-Aerobic-Tanzgruppe überfallen (einer der Attentäter trägt eine Ronald Reagan-Maske), um nach dem Massaker zu sehen, wer denn Vegetarierin war.
Besser durchdacht sind da Elemente wie der dicke Burger-Kenner, der ständig Kloppe bezieht, sich aber nie beschwert und immer wieder ins Lokal kommt. Oder der Typ, der mit frisch abgetrennten Händen sein Auto zu lenken versucht. In lichteren Momenten erinnert die Form des Humors schon fast an Interner Link"Nackte Kanone", nur ist hier die Gagdichte vergleichsweise niedrig und auch nicht alle Witzchen zünden.



Hach, eine weitere Auflage dieses tollen Films, die nicht vom Hocker haut. Die billige Aufmachung der Reihe verfolgt auch diesen Titel, wenn das Bild auch ganz solide, für einen Titel dieses Schlags sogar sehr annehmlich ist. Die hohe Farbfreude wird nur in wenigen Momenten durch etwas abflachende Aufnahmen (z.B. im Inneren von dunklen Gebäuden) etwas geschwächt und macht das bunte Treiben sehr sehenswert. Auch die Schärfe stimmt, wenn auch der Detailgrad insgesamt etwas einbricht. Das Rauschen wurde eingedämmt, was anhand einiger nicht ganz sauberer Schwenks sichtbar wird. Kratzer sind dafür selten, die Kompression vergleichsweise sauber. Also ein gutes Bild für einen 80er Jahre-Film. Gegenüber der Dragon-Auflage scheint sich nichts Wesentliches geändert zu haben, denn selbiges ist dort im Technik-Review vermerkt.

Leider wurde auch der Ton direkt übernommen. Der deutsche Dolby Digital 5.1-Modus ist eine ziemliche Sauerei, denn offensichtlich ein Upmix. Das kann ziemlich nervig werden, wurden doch die Dialoge auf der Front aufgetrennt (Center + Stereo-Lautsprecher). Die Rear Speaker werden allerdings nicht genutzt - hat man etwa was anderes erwartet? Die Eindeutschung verliert zusätzlich an Boden, weil sie vergleichsweise billig über der lautstarken Musik liegt und immer wieder (vgl. 18. Minute) einen sehr schlechte, VHS-typischen Klang besitzt. Mehr als einmal bricht der Ton zusammen, wird unverständlich oder stark verrauscht. Das englische Original macht einen besseren Eindruck und besitzt auch eine homogenere, wenn auch nicht vollständig saubere Abmischung. Leider fehlen deutsche Untertitel.



Der Film ist eben etwas für Trashfans, vielleicht für solche, denen typische Troma-Beiträge zu schräg sind. Er ist aber sicherlich als Anheizer für einen Partyabend tauglich: Für gute Laune beim angemessenen Overacting der Darsteller, Grölen bei den übertriebenen Gewaltdarstellungen und einem zwischenzeitlichen sich vor die Stirn hauen und "ohh nöö" ausstoßen, weil alles in so herrlich poppiges 80er Jahre-Mode verpackt wurde. Schön anspruchslos, aber durchweg unterhaltsam - doch, das hat meinen Trash-Nerv getroffen.


Film++++/-
Bild+++/--
Ton++/---
Bonus------


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Blood Diner
Blood Diner
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