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USA 1998
Originaltitel:Desperate Measures
Alternativtitel:Desperate Measures - Jede Stunde zählt
Länge:96:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Barbet Schroeder
Buch:David Klass
Kamera:Trevor Jones
Musik:Luciano Tovoli
SFX:Kelly Kerby
Darsteller:Michael Keaton, Andy Garcia, Brian Cox, Neal Matarazzo, Marcia Gay Harden, Erik King, Efrain Figueroa, Joseph Cross, Janel Moloney, Richard Riehle, Tracey Walter, Peter Weireter
Vertrieb:Constantin Film / Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:23.07.2009 (Kauf)
Specials:
  • Trailer bei DVD-Start: "Unbeugsam" (2:16 Min.)
  • Interviews:
    • Michael Keaton (1:53 Min.)
    • Andy Garcia (2:54 Min.)
    • Marcia Gay Harden (1:56 Min.)
    • Brian Cox (1:28 Min.)
    • Joseph Cross (1:07 Min.)
    • Barbet Schroeder (3:14 Min.)
    • Susan Hoffman (1:03 Min.)
  • Blick hinter die Kulissen (9:29 Min.)
  • Featurette (3:40 Min.)
  • Darstellerinfos:
    • Michael Keaton
    • Andy Garcia
    • Marcia Gay Harden
    • Brian Cox
    • Joseph Cross
  • DVD-Empfehlung: "Männersache" (1:48 Min.)
  • Trailershow:
    • War (1:28 Min.)
    • The Jacket (2:20 Min.)
    • Lucky # Slevin (2:24 Min.)
    • Milk (2:15 Min.)
    • D.O.A. - Dead or Alive (1:57 Min.)
    • Domino (2:10 Min.)
    • Das Ende (2:23 Min.)
    • How to Rob a Bank (1:34 Min.)
Um das Leben seines zehnjährigen Sohnes zu retten, der dringend eine Knochenmarkspende benötigt, macht ein Chicagoer Polizist in der Datenbank des FBI einen potentiellen Spender ausfindig. Dieser ist ein verurteilter Massenmörder, der nur einwilligt, um die Verlegung in ein Hospital zur Flucht zu benutzen. Der Polizist gerät in die widersprüchliche Situation, den Killer verfolgen und gleichzeitig vor dem tödlichen Zugriff seiner Kollegen retten zu müssen.
Sie gehören zu den überraschenden Vergnügen. Die kleinen Produktionen, die sich trotz ihrer Budgetbeschränktheit clever zu verkaufen wissen und dann als Geheimtipp hausieren dürfen. "Desperate Measures" sieht man offensichtlich seinen limitierten, finanziellen Rahmen an. Doch weil Regisseur Barbet Schroeder ("Kiss of Death", "Murder by Numbers") aus der Not eine Tugend macht und seinen Film inszenatorisch ganz an die Einfachheit der Achtziger anlehnt, kommt ein sehr charmantes Stück Thriller dabei heraus.


Die Prämisse gestaltet sich einfach wie spannend: Das Rückenmark des in Einzelhaft sitzenden und sein elendes Schicksal fristenden Psychopathen Peter McCabe (Michael Keaton, Interner Link"Batman") stellt die letzte Hoffnung für den Leukämie kranken Sohn von FBI-Agent Frank Conner (Andy Garcia, "The Untouchables", Interner Link"Black Rain") dar. Als er sich auf dem OP-Tisch befreit und die Flucht antritt, muss Frank darauf bedacht sein, McCabe wieder einzufangen und sich gleichzeitig darum bemühen, dass die schon Fährte aufgenommenen Polizisten ihn nicht über den Haufen knallen.
Ohne sich lange an der Vorgeschichte aufzuhalten, konfrontiert Schroeder die beiden fix eingeführten Hauptcharaktere und lässt sie sich in knisternden Dialogen aufeinander einschießen. Insbesondere Keaton tut sich dabei hervor, denn so eine schauspielerische Klasse sah man von ihm seit seinen beiden "Batman"-Auftritten nicht mehr. Skrupellos, hyperintelligent, unberechenbar und mit dem nötigen Knowhow ausgestattet, plant er bis ins Detail seinen Ausbruch vor, gewinnt der Figur nichtsdestotrotz auch gleichzeitig ihre positiven Seiten ab, weswegen Sympathien für den Bösewicht nicht ganz unangebracht sind. Wo war dieser Keaton all die Jahre?


Das anfängliche Psychoduell, aus dem der charismatische McCabe im übrigen als klarer Sieger hervorgeht, weicht ein physisches Duell, das sich über den gesamten Krankenhauskomplex und dessen Nebengebäude erstrecken soll. Die mit blutigen Shootouts und imposanten Explosionen versehene Jagd verläuft durch Lüftungs- und Fahrstuhlschächte, über einen, die beiden Gebäude verbindenden Korridor, diverse Stockwerke und schließlich das unterirdische Tunnelsystem ins Freie.
Dank der kurzweiligen Inszenierung kann "Desperate Measures" sein Spannungspotential voll ausschöpfen, drängt immer wieder Nebenfiguren in die Enge, bindet den Sohn, wie auch die fürsorgliche Ärztin Samantha Hawkins (Marcia Gay Harden, "Pollock") mit in das Geschehen ein und ringt Frank Conner Entscheidungen ab, die ihm seinen Job kosten dürften. Prominenz wie Brian Cox ("The Bourne Identity", Interner Link"X-Men 2") bleibt da nur die undankbare Nebenrolle, als überforderter Einsatzleiter.


Weil zum Großteil in der Nacht spielend, gestaltet sich das leere, weil bald evakuierte Krankenhaus als unangenehmer Schauplatz für die Beteiligten. Denn der unberechenbare McCabe ist schwer einzuschätzen und für seine Freiheit geht er ganz entschieden auch über Leichen. Also heißt es für die Protagonisten schleichen, beobachten, um die Ecke linsen und den nächsten Gang überprüfen. Irgendwo lauert er ...
Dass es nicht zum großen Wurf reichte, liegt an kleinen Schnitzern des Drehbuchs. Die gegenseitige Abhängigkeit hätte besser herausgearbeitet werden können und solche Kleinigkeiten, wie die Tatsache, dass man lediglich ein einzelnes S.W.A.T.–Mitglied schickt, um McCabe auszuschalten, ist doch etwas unglaubwürdig. Auch Trevor Jones (Interner Link"G.I. Jane", Interner Link"The League of Extraordinary Gentlemen") sehr uninspirierter und vor allem in den Actionszenen nie mitreißender Score, der im übrigen auch während der spannenden Szenen kaum punktet, trübt das Gesamtbild. Der Mann kann es wesentlich besser. Auf das Ende zulaufend springt der Film, obwohl Minuten vorher noch pechschwarze Nacht war, zwar abrupt zur Tagesordnung über, dafür gibt es dann zur Entschädigung jedoch nochmal eine packende Autoverfolgungsjagd mit letztlich schicksalhaftem Schluss inklusive eines eigentlich überflüssigen offenen Endes.


Die Neuauflage von Constantin Film überzeugt mit einer guten Schärfe, die allerdings kleinere Schwächen in der Detaildarstellung offenbart, was vor allem auf großen Betrachtungsflächen deutlich auffällt. Während Close-Ups von Gesichtern einige Details offenbaren, wirkt das Bild in Totalen deutlich zu weich. Die Kompression arbeitet ebenfalls nicht perfekt und zeigt immer wieder etwas Blockrauschen. Der Schwarzwert geht in Ordnung und der Kontrast arbeitet weitgehend ausgewogen. Die Farben wurden stilbedingt reduziert und sehr kühl gehalten. Zudem zeigt sich im Hintergrund leichtes Rauschen. Insgesamt ein solider, anamorph kodierter Transfer.
Beide Tonspuren liegen im 5.1-Mehrkanalton vor und leider klingen beide sehr frontlastig und wenig dynamisch. Lediglich für die Musik und einige wenige Umgebungsgeräusche werden die Rears etwas beansprucht. Wirklich räumlich wird es aber nicht. Dialoge sind in beiden Sprachfassungen gut zu verstehen, wobei der englische Mix etwas natürlicher klingt. Deutsche Untertitel lassen sich hinzuschalten.
Neben einigen kurzen Interview-Clips, welche allesamt sehr nichtssagend und werbelastig ausfallen, gibt es ein ebenso werbelastiges wie kurzes Featurette zum Film, sowie einen Blick hinter die Kulissen, der mit knapp 9 Minuten auch nicht sonderlich lang ausfällt, aber zumindest ein kleinen Einblick in die Produktion gewährt. Ansonsten gibt es nur noch Trailer weiterer Titel aus dem Hause Constantin Film, sowie Darstellerinfos in Form von Texttafeln und ein beiliegendes Booklet. Das FSK-Wendecover fehlt.


Trotz seiner Unbekanntheit stellt "Desperate Measures" einen sehr kurzweiligen Thriller mit souverän inszenierten Actioneinlagen dar, der über die volle Distanz überzeugen kann und überdies mit zwei gut aufgelegten Hauptdarstellern aufwartet. Die frische Prämisse, die ab und an sehr ehrlichen Aussagen seitens Keaton und das so von Zuschauerseite sicherlich nicht geplante Ende erledigen den Rest.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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