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UK 1973
Originaltitel:Horror Hospital
Alternativtitel:Computer Killers
aka. Doctor Bloodbath
aka. Frankensteins Horrorklinik
aka. Madhouse
Länge:86:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Antony Balch
Buch:Antony Balch, Alan Watson
Kamera:David McDonald
Musik:DeWolfe
SFX:Colin Arthur
Darsteller:Michael Gough, Robin Askwith, Vanessa Shaw, Ellen Pollock, Dennis Price, Skip Martin, Kurt Christian, Barbara Wendy, Kenneth Benda, Martin Grace, Colin Skeaping, George Herbert
Vertrieb:Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,79:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Mediabook
DVD-Start:15.04.2011 (Kauf)
Specials:
  • 20seitiges Booklet
Disc 1:
  • Audiokommentar von Richard Gordon und Tom Weaver
  • Deutscher Trailer (2:57 Min.)
  • UK-Double Feature Trailer (1:01 Min.)
  • Bildergalerie (27 Bilder)
  • Werberatschlag (1:15 Min.)
  • Filmografie Michael Gough (79 Texttafeln)
Disc 2:
  • Bühneninterview mit Robin Askwith und Richard Gordon (49:16 Min.)
  • Super 8-Fassung (26:24 Min.)
  • Credits
  • Hidden Feature
Als der junge und erfolglose Musiker Jason Jones Erholung in einer Klinik sucht, ahnt er nicht, dass er schon bald um sein Leben bangen muss. Der leitende Arzt hat weniger das Wohlergehen seiner Gäste im Sinn und ist vielmehr daran interessiert, sie zu willenlosen Robotern umzufunktionieren.
Wer flüchten will, wird gnadenlos von seinen Wachen auf Motorrädern zu Tode gehetzt und wer sich dem Doktor in den Weg stellt, kann auch schon einmal den Kopf verlieren. Wird es Jason gelingen, sich und seine Freundin zu retten?
Seit Mary Shelleys "Frankenstein" steht dieser Name grundlegend für einen irren Wissenschaftler, der mit Menschen experimentiert, um sich willenlose Geschöpfe Untertan zu machen. Folgerichtig bietet dieser 70er Trash aus England nichts anderes. Mal ein bisschen schnarchig, mal humorvoll, nur leider selten überraschend.
Idyllisch liegt es da, das Schloss des irren Wissenschaftlers, doch der äußere Schein trügt. Innerhalb der alten Gemäuer experimentiert Dr. Storm (Michael Gough, Interner Link"Der kleine Vampir", Interner Link"Batman") mit jungen Menschen und entfernt operativ ihr Unterbewusstsein. Dieses Schicksal soll auch dem Hippie Jason widerfahren, der eigentlich eine Erholung auf einer "Bumsfarm" angestrebt hatte. An seiner Seite befindet sich die hübsche Judy (Vanessa Shaw), die Nichte einer auf dem Schloss ansässigen Helferin, die er zufällig im Zug trifft. Gemeinsam versuchen sie der Hölle zu entkommen.
Man bekommt die Siebziger vom ersten Augenblick an voll reingedrückt, da die deutsche Synchro deutlich an eine "Lass jucken Kumpel"-Ausgabe erinnert und für heutige Verhältnisse ein eher ungewöhnliches Vokabular verwendet. Besser aber noch unser Held, der als tölpelhafter, notgeiler Schmierhippie durch die Gegend latscht. Unter dessen Haupthaar lässt sich gewiss noch die Wollmütze vom vorletzten Winter entdecken.




Auf inhaltlicher Ebene bewegt sich allerdings recht wenig. Das Paar kommt im Schloss an, beim Abendessen an langer Tafel sitzt eine Truppe kalkbleicher Typen, die allesamt starr geradeaus blicken und eine Narbe auf der Stirn haben. Als den beiden die Situation merkwürdig vorkommt, werden sie eben eingesperrt. Es folgen diverse Fluchtversuche, die von den Schergen des Arztes – Typen in kompletter Motorradkluft – unterbunden werden. Ein Liliputaner mit zweifelhaftem Charakter mischt auch mit und später trudelt noch ein weiterer Hippie ein, der seine Freundin sucht. So will man sich schließlich zu dritt gegen das Chaos behaupten.
Für eine schwarze Komödie birgt das Geschehen allerdings zu wenige Gags, lediglich der Held findet während eines Großbrandes noch Zeit, um Kuchen zu mampfen, haut ansonsten aber nur hohle Phrasen raus. Spannend gestaltet sich das ebenfalls kaum, direkte Konfrontationen beschränken sich auf kleine Kloppereien zwischen Helden und Motorradleuten. Eine ganz nette Idee bildet noch ein Auto mit ausfahrbarer Klinge, die zum Köpfen von Flüchtigen eingesetzt wird. Es ist allerdings fraglich, ob diese auch höhenverstellbar ist, da sämtlichen Opfern der Kopf recht sauber abgetrennt wird. Sehen kann man von diesen Vorgängen ohnehin recht wenig, man sieht nur, wie ein rundes Etwas in einem Korb landet (wo auch immer der herkommt) und anschließend die kopflosen Körper auf dem Boden liegen.




Ergo ist der Streifen in Sachen Gewaltdarstellung ziemlich zurückhaltend. Neben den Enthauptungen gibt es eine Axt im Motorradhelm und ein Erwürgen. Obgleich die Story recht einfältig daherkommt, ist immerhin genügend Bewegung im Spiel, was zum Finale hin noch einmal gesteigert werden kann. Nur manchmal nehmen ein paar überlange Szenen das Tempo raus, wie ein Zwerg, der in aller Seelenruhe ein paar Drinks vorbereitet. Ansonsten bietet der Film Stoff für absurde Momente, die ihn letztlich auch sympathisch erscheinen lassen. Allein die Szene, in der die Helferin ein Pult mit Knöpfen bedient, woraufhin die willenlosen Geschöpfe disziplinierte Turnübungen gekonnt ausüben, lässt Trashfreunde applaudieren. Dazu Michael Gough, der über seine göttliche Bestimmung sinniert, ein Flashback mit kuriosem Werdegang und ein quaddeliges Monster. Die Zutaten stimmen, sie benötigen nur ein wenig Warmlaufzeit. Alsdann werden Trashfreunde und Liebhaber leicht angestaubter Horrorfilme ihren Spaß finden können.




e-m-s brachte "Frankensteins Horrorklinik" 2002 bereits auf DVD heraus. Damals wurde der Film noch im Letterbox-Format angeboten und indiziert. 2009 wurde die Indizierung des Films aufgehoben und Anolis ließ "Horror Hospital", so der Originaltitel, neu prüfen. Herausgekommen ist eine Freigabe ab 16 Jahren, die aber nicht für eine billige Kaufhausfassung genutzt wurde, sondern für eine Neuveröffentlichung im Originalbildformat von 1,79:1, anamorph kodiert und in einer beachtlichen Bildqualität im hübschen Mediabook mit 20seitigem Booklet und Bonus-DVD.
Zuerst zum Bild. Mit heutigen Produktionen darf die Bildqualität natürlich nicht verglichen werden. Dennoch bekommen wir es bei dieser Produktion aus dem Jahre 1973 mit einem überzeugenden Transfer zu tun, der sich sehen lassen kann. Die Schärfe ist weitgehend hervorragend ausgefallen und überzeugt mit einem großen Detailumfang, der selbst auf großen Betrachtungsflächen nicht verloren geht. Da stört die Wechselhaftigkeit der Detailzeichnung kaum, da es hin und wieder Szenen gibt die deutlich abfallen. Für einen fast 40 Jahre alten, britischen B-Movie sicherlich verschmerzlich. Überraschend fällt auch der gut ausbalancierte Kontrast aus, der eine gute Durchzeichnung und einen ordentlich Schwarzwert zu bieten hat, wodurch das Bild sehr knackig und frisch wirkt. Hinzu kommen die natürlichen und durchweg kräftigen Farben, die man meist bei einer Produktion dieses Alters schmerzlich vermisst.
Wenn man wirklich etwas kritisieren will, dann die leichten Treppeneffekte in wenigen Szenen, sowie den etwas unruhigen Bildstand. Bildrauschen ist nur geringfügig zu bemerken und Defekte huschen auch nur vereinzelt durch das Bild. Ein sehr guter Transfer ohne sichtbare Kompressionsprobleme.



Die deutsche und englische Sprachfassung liegen jeweils in Dolby Digital 2.0 Mono vor. Sie unterscheiden sich recht deutlich voneinander: Die deutsche Tonspur klingt im Bereich Musik und Nebengeräusche sehr dumpf und es fehlt an Dynamik. Hier punktet der englische Mono-Mix, der deutlich frischer und bei weiten nicht so flach wie die deutsche Fassung klingt. Die ist wiederum im Dialogbereich etwas besser geworden, wobei beide Synchronfassungen einen deutlich dumpfen und dennoch verständlichen Eindruck hinterlassen. Allerdings merkt man den Stimmen im englischen Original das Alter des Films deutlicher an. Dort klingen sie sehr spitz und zischeln etwas. Hintergrundrauschen und Defekte sind in beiden Tonspuren zwar vorhanden, aber kaum präsent. In Anbetracht des Alters als gut zu bezeichnen. Optional gibt es deutsche Untertitel.



Beim Bonusmaterial macht Anolis keine halben Sachen. Wie bereits erwähnt wird "Frankensteins Horror-Klinik" unter dem Banner der "British Splatter Classics" in einem aufwendig gestalteten Mediabook veröffentlicht. Das 20seitige Booklet beinhaltet Hintergrundinfos von Ingo Strecker, sowie Bilder zum Film, Kapitelindex und Credits. Auf der Hauptfilm-Disc befindet sich ein deutsch untertitelter Audiokommentar mit Richard Gordon und Tom Weaver, die einiges zum Film, Darstellern und der Produktion im Allgemeinen zu erzählen wissen. Desweiteren befindet sich auf der DVD ein deutscher Trailer, der deutsche Werberatschlag, eine Bildergalerie, der englische "Double-Feature" Trailer, sowie eine umfangreiche Filmografie von Michael Gough in Form von Texttafeln. Einzig das Menü ist diesmal nicht so schön animiert.
Der limitierten Erstauflage, deren Limitierungshöhe nicht bekannt ist, liegt zudem eine Bonus-DVD bei. Diese beinhaltet neben der deutschen Super8-Fassung des Films noch ein 49minütiges Bühneninterview mit Hauptdarsteller Robin Askwith und Produzent Richard Gordon, welches auf dem 16. Festival Of Fantasic Film Manchester 2005 aufgezeichnet wurde. Beide liefern sehr viele Informationen rund um die Entstehung des Films. Robin Askwith gibt sich sehr gelassen und gut gelaunt, ist sich nie zu schade, auch mal etwas herum zu albern. Absolut sehenswert und deutsch untertitelt. In den Credits zur DVD-Produktion hat Anolis wieder einen Trailer versteckt: diesmal zur Trash-Granate "Queen Kong" - ebenfalls mit Robin Askwith in der Hauptrolle.

Absolute Top-Veröffentlichung von Anolis die ihren hohen Preis rechtfertigt. Es gibt im übrigen kein störendes FSK-Logo und zudem kann "Frankensteins Horror-Klinik" auch portofrei bei Amazon bestellt werden.


Film+++/--
Bild++++/-
Ton++/---
Bonus+++++-


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