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USA 2000
Originaltitel:Scream 3
Länge:112:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Wes Craven
Buch:Kevin Williamson, Ehren Kruger
Kamera:Peter Deming
Musik:Marco Beltrami, Staind, Creed, Slipknot u.a.
SFX:Jake Garber, Ron Bolanowski, Kevin Pike, Gene Warren III
Darsteller:David Arquette, Neve Campbell, Courteney Cox, Patrick Dempsey, Parker Posey, Scott Foley, Deon Richmond, Emily Mortimer, Lance Henriksen, Jenny McCarthy, Matt Keeslar, Patrick Warburton, Liev Schreiber, Kelly Rutherford, Jamie Kennedy, Carrie Fisher, Kevin Smith, Jason Mewes
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Audiokommentar
  • Trailer:
    • Trailer dt. (1:33 Min.)
    • Trailer engl. (1:34 Min.)
    • TV-Spots dt. (2:30 Min.)
    • TV-Spots engl. (8:04 Min.)
  • Geschnittene Szenen mit opt. Audiokommentar (13:32 Min.)
  • Alternatives Ende mit opt. Audiokommentar (9:35 Min.)
  • Outtakes (6:32 Min.)
  • Interview:
    • Wes Craven (8:47 Min.)
    • Neve Campbell (3:15 Min.)
    • Courteney Cox Arquette (3:37 Min.)
    • David Arquette (3:40 Min.)
    • Jenny McCarthy (3:12 Min.)
    • Parker Posey (2:16 Min.)
    • Emily Mortimer (2:43 Min.)
    • Patrick Dempsey (1:53 Min.)
    • Carrie Fisher (1:27 Min.)
    • Cathy Conrad (3:03 Min.)
    • Marianne Maddalena (1:11 Min.)
  • Musikvideo: Creed "What If" (4:43 Min.)
  • Behind The Scenes:
  • Behind The Scenes Of Scream 3 (7:05 Min.)
  • Behind The Scenes Of The Scream-Trilogy (6:19 Min.)
  • Viergeteilt im Morgengrauen:
    • Kurzfilm (14:30 Min.)
    • Making Of (21:06 Min.)
    • Audiokommentare:
      • Regisseur Norbert Keil & Produzent Roland Lippoldmueller
      • Schauspieler Minh Khai Phan-Thi & F. Wagner
      • Filmkomponist Philipp Koelmel & Sound Designer Wolfgang Lachenmayr
    • Filmmusik:
      • Main Title - Viergeteilt (3:39 Min.)
      • Im Morgengrauen (2:59 Min.)
      • End Credits - Ouch, That Hurts! (1:26 Min.)
      • Viergeteilt im Morgengrauen - Remix (5:19 Min.)
Dreieinhalb Jahre sind seit den letzten grauenhaften Morden vergangen. Sidney Prescott versucht, ein ganz normales Leben zu führen. Inzwischen beginnen in Hollywood die Dreharbeiten zu "Stab 3", einem Film über die Woodsboro-Morde. Aber auf dem Set schlägt der maskierte Killer wieder zu. Er hat es auf Sidney abgesehen. Diesmal endgültig. Sidneys Albträume werden wahr. Um sie aus ihrem Versteck zu locken, legt er eine blutige Spur. Doch ihre alten Freunde Dewey und die Sensations-Journalistin Gale Weathers sind zur Stelle. Der brutale Killer hält sich jedoch nicht an das Drehbuch ...
Drei sind einer zuviel, zumindest in diesem Fall.
Der dritte Auftritt des Killers in der Munch-Maske gerät leider zu einer nicht so spannenden Angelegenheit, die mit den zwei starken ersten Teilen leider nicht mithalten kann. Dabei hatten die Macher mit der Doppelbödigkeit der Killerjagd am Filmset der Woodsboro-Serie durchaus alle Trümpfe in der Hand, doch irgendwie will keiner von ihnen treffen.



Zunächst reduziert sich der Humor des Geschehens leider auf ein laues Lüftchen, geboren aus ein paar harmlosen Zwistigkeiten zwischen Ex-Hilfssheriff und Reporterin. Dann erfolgen die Morde mit ermüdender Gleichheit, zu oft mit dem Messer und ohne Finesse und Einfallsreichtum. Die Idee, dass der Killer nach dem Drehbuch für "Stab 3" vorgeht, ist dabei zwar reizvoll, aber soll nur den Bodycount hochhalten. Seltsamerweise wirkt auch der Blutfluss wie abgeschnürt, als seien plötzlich alle wahnsinnig anämisch geworden.
Die Darsteller der Filmserie kommen in keiner Szene an die Begleitfiguren aus den ersten Filmen heran, allen voran die Gale Weathers-Parodie Parker Posey, die einiges an Screentime erhält, aber damit leider nur nervt, anstatt zu unterhalten. Als hätten das die Verantwortlichen gemerkt, wird sie dann auch sang- und klanglos abserviert, gerade als sie interessant zu werden droht. Die übrigen Nicht-Gesichter dürften auch in "Düstere Legenden 5" nicht schlecht aufgehoben sein.


Ferner wirken die Überlebenden der ersten Teile leider stark isoliert, es gibt kaum noch knüpfbare Fäden zur Originalstory, so dass man einfach nicht glauben will, dass unsere Lieblinge dann im dritten Teil dran glauben müssen, wenn sie 2 Filme überlebt haben. Und so ist es dann auch, ihnen wird kaum ein Haar gekrümmt. So fällt denn auch die Enttarnung des Killers unangenehm auf, hanebüchen konstruiert und ohne Verknüpfung im logischen Geschehen des Films. Als Krönung gibt es dann auch keine Überraschung zum Showdown, sondern der Film läuft einfach langsam aus. Immerhin verbindet man die Auflösung mit den übrigen zwei Filmen, aber dennoch wirkt die ganze Storykonstruktion angestrengt und die Schauspieler lustlos, als müssten sie es hinter sich bringen.
Vielleicht war es falsch, nicht noch einige Figuren aus dem zweiten Film mitzunehmen, denn so blieben den Filmemachern kaum Möglichkeiten übrig. Wie niedrig man den Originalitätslevel angesetzt hat, beweist die Tatsache, dass die beste Szene das Wiederauftauchen des ermordeten Randy per Video-Testament ist. Er gibt zum dritten Mal ein paar Regeln mit auf den Weg, die aber leider längst nicht so wichtig sind und das Geschehen im Nachhinein entwerten. In diesem Zusammenhang muss ich noch erwähnen, dass Ehren Kruger (der Autor) eben doch kein Kevin Williamson ist, der die ersten Teile sicher in der Hand hatte.


Die deutsche DVD-Auswertung des Filmes ist natürlich mit einer ansprechenden Bildqualität ausgestattet, man hätte auch kaum was anderes erwartet. Es sind aber die Feinheiten, die dem farbkräftigen, fehlerfreien und detaillierten Bild von sehr guten 5 Punkten trennen. Deutlich wird das beispielsweise von Beginn an in leicht flimmernden, oft auch treppenförmigen Kanten, wodurch die Augen von Courteney Cox Arquette deutlich übernatürlich funkeln, was nicht unbedingt schön aussieht. Die Tiefenschärfe ist zweifellos sehr brauchbar, im Detail fehlt es aber an Informationen im Detail. Die Kompression arbeitet soweit fehlerfrei und auch die dunklen Bereiche des Bildes werden durch einen hervorragenden Kontrast gestützt, insgesamt aber nur ein gut, denn hier bestehen noch deutliche Möglichkeiten, das Bild harmonischer zu gestalten.


Egal, ob Deutsch oder englisch, die Tonumsetzung entspricht den technischen Möglichkeiten des Filmes und kommt sehr nah an das Erlebnis ran, welches man im Kino hatte. Glasklare Dialoge bilden auf der Front das Fundament des Tones, im Originalton etwas natürlich und klarer als in der Synchro, aber auch die Effektpalette bedient sich reichlich der Rear Speaker. Positiv fallen vor allem die auf den Effektlautsprechern auftretenden Wortfetzen und Stimmen auf, die im Falle einer Attacke vom Mörder für zusätzliche Spannung sorgen, aber auch die Musik beschränkt sich nicht auf die Front und setzt nebenbei noch ordentlich den Subwoofer ein, der im DTS-Ton etwas mehr zur Geltung kommt. Den intensivsten Eindruck vermittelt übrigens der englische DTS-Track, obwohl auch hier die Unterschiede meist nur in der erhöhten Lautstärke liegen, aber er wirkt auch in den Effekten etwas präziser. Die zuschaltbaren deutschen Untertitel orientieren sich in der Übersetzung an die Dialoge des O-Tons.


Das Bonusmaterial dieser 2DVD ist beeindruckender als der Hauptfilm. Auf der Film-DVD befindet sich zwar nur ein Audiokommentar mit Regisseur Wes Craven, Produzentin Marianne Maddalena und Cutter Patrick Lussier und dieser ist in einem sehr ruhigen Tonfall vorgetragen, die drei erweisen sich aber als eingespieltes (bzw. abgesprochenes) Team, dass sich gegenseitig zur Diskussion über den Film anregt. Zwar nicht tiefgreifend, aber hörenswert!
Auf DVD gibt es viel Videomaterial, zwar meist nur in Englisch, dafür aber stets deutsch untertitelt. Sowohl für die geschnittenen Szenen als auch das alternative Ende, die leider nur in einer sehr dürftigen Bildqualität vorliegen, lässt sich ein Audiokommentar zuschalten. Weiterhin existieren Trailer und diverse TV-Spots, Outtakes, ein Musikvideo von Creed und zwei Behind The Scenes-Specials, die sich als tatsächlich als Blick hinter die Kulissen (meist: Darsteller während des Drehs) erweist. Das richtige Making Of bleibt zwar aus, in den 11 Interviews erfährt man aber das, was sonst meist in einem Making Of zwischen die besten Szenen geschnitten wird. Einziger Kritikpunkt hier: Die Übersetzung (nur dt. Untertitel) erfolgt sehr freizügig. Kommen wir nun zum Highlight dieser DVD: "Viergeteilt im Morgengrauen" wurde als Vorfilm zu "Scream 3" im Kino vorgeführt und ist eine eiskalte, blutige, tragische Liebesgeschichte, bei der sich ein Pärchen im winterlichen Hinterland in einem Auto vergnügt, während sich in ihrer Umgebung ein brutaler Überlebenskampf abspielt, von dem sie zunächst aber nur wenig mitbekommen. Aber weniger die Handlung interessiert hier, die ist eigentlich nur sehr grob umrissen, sondern die Umsetzung mit ihren technischen Raffinessen. Jede der experimentellen Kameraeinstellungen (der Film beginnt beispielsweise mit einer ungewöhnlichen, langsamen 180°-Drehung) scheint genaustens choreografiert und wurde ideenreich zu einem vergnüglichen, aber auch harten Werk zusammengeschnitten. Nähere Informationen zum Werk werden in einem längeren Making Of und drei Audiokommentaren gegeben, wobei jedes Feature davon absolut hörens- bzw. sehenswert ist. Außerdem finden sich 4 Stücke vom Soundtrack auf der DVD - für einen Kurzfilm, der als Bonusmaterial gedacht ist, eine ganze Menge Zusatzmaterial.


Ein zwar nicht vollständig langweiliger, aber dafür extrem ernster und bemühter dritter Teil mit niedrigem Gore-Faktor und ohne den nötigen Spaß dabei. "Scream 3" ist eindeutig ein reines Kommerzprodukt und sollte den Sargdeckel über Woodsboro doch bitte schließen. Für Unentwegte und Vollständigkeitsfanatiker ganz schön, für Horror-Fans mit Anspruch ein herber Reinfall. Das Bild hätte noch einen Tick besser ausfallen können, insgesamt aber eine sehr ansehnliche Doppel-DVD mit einem tollen Ton und sehr viel Bonusmaterial.


Film+++---
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus+++++-


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... von wegen! - Die Wahrheit ist auch nicht mehr das was sie einmal war
IMDb.com OFDb.de (Scream 3)
IMDb.com OFDb.de (Viergeteilt im Morgengrauen)







 
 
Rajko Burchardt am 29.10.2005
Bewertung:

Frisch geschoren und abgemolken - Der Schlitzödie dritter Teil
Entgegen den im Allgemeinen eher durchschnittlich-negativen Bewertungen des Films sehe ich in "Scream 3" den konsequenten Abschluss der witzigsten und vielschichtigsten Horror-Trilogie der 90er. Während das erste Sequel einfach zu sehr im Schatten des genialen Erstlings stand und sich dadurch zwangsläufig als genau in jene Fallen tappendes Filmchen erwies, welche in "Scream – Schrei!" persifliert wurden, wenn der Einsatz der Horrorklischees streckenweise den distanzierten Humor des Vorgängers vermissen ließ. "Scream 3" allerdings bedeutet von der ersten Minute an puren Spaß, der sich um Konventionen grundlegend nicht scheren möchte – so stirbt der eigentliche Held des Vorgängers, Cotton Weary, bereits in der Eingangssequenz (welche zugegeben die schwächste aller drei Teile ist). Das Spiel mit den Film-im-Film-Motiven beherrscht Wes Craven wie fast kein zweiter, denn es ist eine wahre Freude, die Schauspieler der "Stab"-Fortsetzung den Charakteren der "Wirklichkeit" zuzuordnen. Dabei geht der Film liebevoll mit dem ersten Teil um und enthält spannungstechnisch grandiose Momente, wenn sich in den Filmsettings parallel zum Original jene Hetzjagden von einst wiederholen. Die vielen Seitenhiebe auf vermeintliche Hollywood-Hintergründe sorgen für viele Schmunzle und unterstützen die lockere, extrem unterhaltsame Grundstimmung des Films. Die Abrechnung Cravens mit der Traumfabrik (man denke nur an Lance Henriksons Charakter!) ist herrlich zynisch und scheint fast die Hauptmotivation des Streifens zu sein.
"Scream 3" ist ein Generationsfilm. Ich habe ihn mit 15 im Kino gesehen und es kann gut sein, dass dies das perfekte Alter für das Wirken eines solchen Films war. Möglicherweise erschließt sich den jüngeren Zuschauern die ironische Teilaussage, dass Fortsetzungen schlicht erzählen was sie wollen und sich an keinerlei Regeln zu halten haben, nicht, aber auch als reiner Partyfilm mit modernen Horror-Momenten erfüllt er alle Erwartungen.
Insgesamt lockerer, etwas selbstgefälliger, aber ungemein spannender dritter Teil der Erfolgstrilogie auf der Höhe der Zeit, ergänzt mit höllisch guten Momenten und sympathischen, etablierten Darstellern, die wie alle Beteiligten einen Riesenspaß gehabt haben müssen – so wie der Zuschauer auch.



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