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USA 1977
Originaltitel:Mr. Billion
Alternativtitel:Mister Billion
aka. Windfall, The
Länge:88:56 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahren
Regie:Jonathan Kaplan
Buch:Ken Friedman, Jonathan Kaplan
Kamera:Matthew F. Leonetti
Musik:Dave Grusin
SFX:Paul Stewart
Darsteller:Terence Hill, Valerie Perrine, Jackie Gleason, Slim Pickens, William Redfield, Chill Wills, Dick Miller, R.G. Armstrong, Eric Barnes, Frank Barone, Paul Bartel, Helen Bentley
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel:Italienisch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:28.05.2010 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Trailer (2:00 Min.)
  • US-Trailer (2:04 Min.)
  • Super-8-Fassung (16:03 Min.)
  • Bildergalerie mit Werbematerial (69 Bilder)
Ein italienischer Automechaniker erbt von seinem amerikanischen Onkel dessen riesiges Finanzimperium. Bedingung: Er muss sein Erbe bis Montag 12:00 Uhr in San Francisco angetreten haben. Da der Generalmanager der Firma aber lieber selbst kassieren möchte, entwickelt sich eine halsbrecherische und aberwitzige Verfolgungsjagd quer durch den Kontinent. Als dann noch eine Entführerbande auftaucht, ist das Chaos perfekt. Da das alles recht unsanft zugeht, hagelt es blaue Flecken und ramponierte Gliedmaßen für die Verfolger. Hubschrauber und Streifenwagen gehen zu Bruch ...
"Mr. Billion" ist nach dem vorjährigen "Marschier oder Stirb" der zweite Hollywood-Ausflug von Mr. Blauauge, der hierbei sogar die Hauptrolle ergattert und für seine Darstellung einen besseren Rahmen als die Fremdenlegion geliefert bekommt. Verantwortlich für den kurzen Ausflug in die amerikanische Actionkomödie ist dabei kein Geringerer als Jonathan Kaplan ("Angeklagt", "Fatale Begierde", "Brokedown Palace"), der für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnet. Nun hatte dieser zuvor und interessanterweise danach so keinerlei Erfahrungen mit lustigeren Werken gemacht, sondern eher mit Actionreißern bzw. Dramen (Interner Link"Chicago Poker" und "The Slams") und erweist sich hier auch nicht wirklich als Naturtalent. Demzufolge kann man den Film als typischen Hill in mehreren Punkten abschreiben, sowohl für das Subgenre als auch den Darsteller selber.


Dieser bekommt zwar genug unterstützenden Hintergrund verliehen - spielt einen Landsmann, spricht anfangs italienisch, darf Western nachahmen - aber wirkt dennoch leicht fehl am Platze. Hat die gleiche "Ist smarter, als er aussieht" Figur wie sonst auch, ist aber nicht präsent genug und wirkt etwas unsicher, was er überhaupt hier soll. Zudem kappt man mit der blitzflinken Lovestory auf den ersten Blick sowohl seine sonstige Souveränität als auch Spontanität und degradiert den guten Mann einzig zum relativ passiven Spielball. Weit und breit kaum was zu sehen von seinem patentierten "hinterfotzig durch die kalte Küche kommen". Ehrlich: Da hätten sie auch jeden anderen besetzen können. Kein Wunder also, dass es nicht mit der Karriere klappte. Nichtsdestotrotz ist Hill noch heute das einzige gute Verkaufsargument, ansonsten würde nämlich kein Hahn mehr danach krähen. Und das tun so schon nicht viele: Der Film ist weitgehend unbekannt.


Offensichtlich für die 70er und frühen 80er Jahre bewegt sich der Handlungsrahmen rein auf der Straße, gibt nur ein Ziel und eine Frist vor und lässt sich dann treiben. Das war in den Interner Link"Cannonball"-Filmen ebenso wie bei den Interner Link"Ausgekochtes Schlitzohr"-Teilen. Möglichst kaum inhaltliche Substanz für das zahlende Publikum, dafür umso mehr Spektakel und etwas Humor drübergestrichen - zumeist auch lauten. "Mr. Billion" folgt diesem Konzept, vernachlässigt dabei aber Tempo und Aufregung. Das begrenzte Zeitschema wird nur hier und da mal eingeblendet; auch ein Sprung von Mittwoch auf Sonnabend gemacht, ohne zu zeigen, was dazwischen passiert ist. Dass Montag schon der letzte Tag ist, bekommt man auch nur nebenbei mit und richtig zu beeilen scheint sich auch niemand. Vor allem nicht der Erbe selber. Dass er statt das Flugzeug zuerst mit der Bahn reist, wird auch nicht so richtig erklärt - Skript drückt sich um so Einiges - und die verschiedenen Stolpersteine auf dem Weg sind zumeist selbst verursacht. Da lässt er sich betrunken machen und ausrauben, in den Knast versetzen und natürlich auch dem Amor hingeben. Normale Menschen hätten bei der Aussicht auf soviel Geld wahrscheinlich andere Dinge zu tun, als durch die Gegend zu gondeln. Die Hindernisse selber wechseln dann ab: Die anfänglichen Entführer kutschieren sich nach einer Verfolgungsjagd in einen Polizeibus hinein und ihr Oberhaupt überlebt gar nur mühsam eine Hubschrauberexplosion. Die Plotoption hat man also nur kurz für etwas Radau genutzt. Schadet zumindest nicht, zumal die beiden quasselnden Geiselnehmer (u.a. Leo Rossi) einem schnell auf die Nerven gingen. Wie gesagt, der "Humor" ...


Unverständlich in der Geschichte bleibt auch die Handlungsweise vom alten Cutler. Da verhält sich die Gegenseite ähnlich unlogisch wie der Protagonist, denn es wird erst im letzten Moment zu gewissen Mitteln gegriffen und vorher dem Schicksal seinen Lauf gelassen bzw. auf gut Glück gespielt. Jackie Gleason ist natürlich kein überzeugender Bad Guy, aber die Rolle selbst tut bis auf die letztliche, zweite Entführung auch nicht wirklich Böses - vielleicht wegen der Altersfreigabe. Aber Lustiges tut er auch nicht. Ein Jammer! Erst am Ende kommt etwas Schwung in die ganze Angelegenheit, denn für zwei Minuten wird ein Thriller mit sofort anderer Wirkung draus und man eifert doch tatsächlich noch mit dem so oft Geprellten mit. Ein bisschen spät nur. Und zuguterletzt die Botschaft: Wer anderen Gutes tut, wird belohnt. Und hierbei tun das vor allem die eh schon Hilfsbedürftigen und Mittellosen. Westliche Humanität wird mit der Lehre vom Karma verknüpft um Nächstenliebe und Philanthropie zu würdigen. Das ist edel, aber leider zu dick mit der Moralkeule.


Koch Media veröffentlicht "Mr. Billion" digital aufgearbeitet und in einer durchaus soliden Bildqualität, zumindest wenn man sich den Film nicht auf großen Betrachtungsflächen wie z.B. einer Leinwand anschaut. Das Bild ist auffällig weich und gibt deutlich zu wenig Details preis. Der Kontrast ist sehr steil ausgefallen und neigt in hellen Flächen zu starkem Überstrahlen. Dafür sind die Farben sehr kräftig und trotzdem natürlich ausgefallen, wobei der Schwarzwert für nur eine mittelmäßige Durchzeichnung sorgt. Das starke Bildrauschen und die zahlreichen Defekte sorgen dafür, dass der anamorph kodierte Transfer nicht über den Durchschnitt hinaus kommt.
Der DVD liegen drei Sprachfassungen bei. Neben der deutschen Fassung, die altersbedingt ein wenig dumpf klingt, dafür aber mit einer ordentlichen Sprachverständlichkeit aufwarten, gibt es noch die italienische Fassung, welche deutlich dumpfer und blecherner klingt und zudem etwas verzerrt, aber dennoch absolut zufriedenstellend ist. Die dritte Sprachfassung ist dann auch die beste: Der englische Mono-Mix besitzt zwar etwas Hintergrundrauschen, dafür aber eine sehr natürlich Sprachwiedergabe ohne große Verzerrungen. Auch die Nebengeräusche klingen weniger dumpf als bei den anderen beiden Fassung. Deutsche Untertitel gibt es nicht, dafür aber italienische ... warum auch immer das so ist. Als Bonus gibt es eine Super 8-Fassung des Films, sowie einen deutschen und englischen Trailer und eine Bildergalerie. Die DVD selbst wird mit einem Wendecover ausgeliefert, bei dem sich die Motive leicht voneinander unterscheiden.

"Mr. Billion" gehört nicht zu den Highlights in Terence Hills Filmografie und bildtechnisch gab es schon deutlich bessere 1970er Jahre Filme zu sehen. Für Fans dennoch sehenswert.


Film+++---
Bild+++---
Ton++----
Bonus+/----


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