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SE 2009
Originaltitel:Insane
Länge:87:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Anders Jacobsson, Tomas Sandquist
Buch:Anders Jacobsson, Tomas Sandquist, Henrik Koelman, Nathan Berry
Kamera:Anders Jacobsson
Musik:Göran Florén
SFX:Ulf Lundgren
Darsteller:Lars Bethke, Sanna Messo, Alida Morberg, Johanna Leamo, David Lenneman, Tommy Hall, Jacobsson Anton, Lennart Ström, Maria Litorell
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt., Engl.), Dolby Digital 2.0 (Dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:24.02.2011 (Verleih) / 10.03.2011 (Kauf)
Specials:
  • Making of (45:10 Min.)
  • Galerie (3:45 Min.)
  • Trailershow:
    • Paranormal Investigation 2 (1:05 Min.)
    • The Dead Outside (2:13 Min.)
    • Seventy Five (1:21 Min.)
Ein einsames Hotel in einer gottverlassenen Gegend. Sarah (Johanna Leamo) ist auf der Suche nach ihrer Schwester, die seit zwei Wochen vermisst wird. Sie ist müde und braucht unbedingt einen Platz zum Schlafen. Auf großen Leuchtbuchstaben am Straßenrand ist "The Bridgeburn Hotel" zu lesen. Beim Näherkommen wirkt das Haus leer und verlassen. Dennoch steigt sie aus, um sich genauer umzusehen. Ein fataler Fehler, denn damit beginnt der schlimmste Albtraum ihres Lebens, und mit dem Check-In löst sie gleichzeitig das Ticket direkt in die Hölle ...
Bei diesem schwedischen Horror-Thriller kann man einige Parallelen zu Hitchcocks Interner Link"Psycho" erkennen: Ein einsam gelegenes Hotel, ein sonderbarer Eigenbrödler von Besitzer, eine Reisende mit Geheimnis und anschließend ihre nachforschende Schwester - sogar das Gewässer hinter dem Gebäude ist vorhanden. In Sachen Originalität setzt der Streifen zwar keine Maßstäbe, doch aufgrund der merkwürdig kühlen Stimmung und einer ungeahnten Härte zieht die Handlung rasch in ihren Bann.



Jenny befindet sich auf der Durchreise und hat sich verfahren, als sie beim Bridgeborn Hotel landet. David, der Hotelmanager, erweist sich als entgegenkommend und bereitet ihr ein Abendessen mit anschließenden Cocktails an der Bar. Jene Nacht soll allerdings ihre letzte sein, denn ein Unbekannter mit Gasmaske trachtet ihr mit Erfolg nach dem Leben. Kurze Zeit später sucht ihre ältere Schwester Sarah nach Jenny und strandet ebenfalls in dem Hotel ...

Im Grunde stellt sich von Beginn an die Frage, ob es sich bei David um den Killer handelt, oder ob es noch eine zweite Figur gibt, von der der Hotelmann womöglich gar nichts weiß. Sollte David der Killer sein, kann er seine Lederkluft und die Gasmaske unwahrscheinlich schnell ablegen und binnen weniger Sekunden von einem Ort zum nächsten eilen, um den Ahnungslosen zu mimen. Ist David nicht der Killer, muss er reichlich tumb sein, um dessen Treiben nicht wahrzunehmen, es sei denn, er duldet die Aktionen. Wie auch immer tun sich diesbezüglich bereits kleine Logiklöcher auf.

Das ist jedoch nicht weiter tragisch, da man insbesondere wegen der überzeugenden und nuanciert spielenden Darsteller schnell in die Geschichte findet und der minimale Score, zunächst nur aus ruhigen Pianoklängen bestehend, sehr zur verloren wirkenden Stimmung beiträgt. Besonders die Ambivalenz von David gestaltet die Sache recht unterhaltsam, da er einerseits einsam und unsicher wirkt, andererseits eine recht bestimmende Art an sich hat und durch die merkwürdige Körperhaltung eine Mischung aus Kind und Kellner vermittelt.
Zunächst ist das Tempo gemächlich und stark auf die beiden Figuren fokussiert, denen eine ordentliche Etablierung ihrer Eigenheiten gestattet wird.



Erst als Sarah an dem Hotel ankommt und erste Nachforschungen anstellt, indem sie sich etwa heimlich ins Gästebuch einzuloggen versucht, nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Zwischenzeitlich kommen noch zwei eher Unbeteiligte ums Leben und da wird man schlagartig aus der Ruhe gerissen, wenn ein Haken im Mund gleich den halben Kiefer zerfetzt oder ein Metallrohr einen halben Schädel plättet. Ferner sind einige Stichwunden mit langem Messer auszumachen, die ebenfalls kurz und derb in Szene gesetzt sind.

Leider birgt der Verlauf nur wenige Überraschungen. Die Identität des Schlächters wird natürlich aufgedeckt, ebenso wird das Motiv in Form eines Flashbacks geliefert und auch einige körperliche Auseinandersetzungen gesellen sich hinzu, denn der Bösewicht bleibt nach dem ersten Niederschlag natürlich nicht leblos am Boden liegen. Der Showdown konzentriert sich an einer Kiesmulde schließlich auf das Duell zwischen Gut und Böse, wobei das Ende eher unerwartet kommt und nicht unbedingt zufrieden stellt. Da rettet auch der zynisch gemeinte Abschluss kaum etwas.


Dennoch bietet "Insane" einen in sich runden Streifen mit grundsolider Kamera, gut getimten Schnitt und überzeugenden Darstellern. Die Reduktion auf nur wenige Protagonisten ermöglicht einen intimen Blick in die Privatsphäre einiger Beteiligter und man ist schlicht neugierig, welche Facetten von einer undurchsichtigen Figur wie der von David noch ins Spiel kommen. Zwar arg vom oben genannten Vorbild abgekupfert und im Verlauf auch nicht wirklich originell, doch spannend genug gestaltet, um für eine Sichtung empfohlen zu werden.

Das große Problem des Bildes von "Insane" ist, dass es deutlich zu dunkel geraten ist. Besonders in dunklen Passagen sorgt der ansonsten gute Schwarzwert für ein enormes Absaufen von Details. So geht die Pointe am Ende auch im wahrsten Sinn des Wortes völlig in den Tiefen des Sees unter, was der Vergleich mit ebenjener Szene im Making of beweist. Dies zieht sich über die gesamte Laufzeit, da auch Szenen bei Tageslicht sehr dunkel wirken und dem Kontrast zusetzen. Positiv ist hingegen, dass trotz dieses Mankos die Farbgebung immer noch einen kräftigen und natürlichen Eindruck hinterlässt. Jedoch gibt es auch Sequenzen, in denen Verfälschungen zu sehen sind. Rauschen ist mit unterschiedlicher Intensität vorhanden, schadet der Schärfe aber kaum. Besonders Tageslichtszenen besitzen eine gute Detailzeichnung mit einer ordentlichen Plastizität, während dunkle Passagen wie bereits angesprochen deutliche Verluste darstellen. In schnellen Bewegungen machen sich zudem leichte Unschärfen bemerkbar. kompressionsbedingte Unruhen lassen sich geringfügig auf homogenen Flächen erkennen. Damit erreicht das Bild zwar gute Werte, doch ist das Ergebnis durch das zu dunkle Bild etwas enttäuschend.
Raumklang bietet die beiden Dolby Digital 5.1-Mixe leider nur wenig. Nur ab und zu, durch die eingesetzte Musik und wenige Effektszenen, kommt etwas räumliches Gefühl auf. Die Dialoge werden sehr klar und deutlich über den Center wiedergegeben und fügen sich gut in den Mix ein. Die englische Sprachfassung klingt allerdings natürlicher, da die Dialoge im Deutschen etwas dominanter als Musik und Effekte eingebracht sind. Der Subwoofer kommt nur selten richtig zum Einsatz, meist bei Musikeinlagen und bei paar dezent eingesetzten Schockmomenten. Generell bleiben beide Tonspuren aber zu frontlastig, hier wäre mehr zugunsten der Atmosphäre möglich gewesen. Wie bei MIG üblich gibt es neben der deutschen 5.1-Version noch eine Dolby Digital 2.0-Fassung, die weniger kräftig klingt, aber zumindest sauber abgemischt wurde. Deutsche Untertitel sind ebenfalls vorhanden.
Wäre die Sprachbarriere nicht, könnte man sich über ein vermutlich sehr informatives Making of als Bonus freuen. So können in der schwedisch gehaltenen, nicht deutsch untertitelbaren Dokumentation lediglich die Bilder sprechen. Die Erstellung der Spezialeffekte als auch die Aufnahmen vor Green Screen vermitteln einen interessanten Eindruck. Weiterhin befindet sich eine Galerie mit Filmszenen und Pressefotos und drei Werbetrailer zu weiteren Veröffentlichungen auf der Scheibe.

Spannender Horror-Thriller, der zwar deutliche Anleihen an Hitchcocks Meisterwerk Interner Link"Psycho" nimmt, diesen aber auch einen eigenen Stempel aufdrücken kann. Technisch wird eine gute DVD geboten, der einige Mankos einer höheren Bewertung entgegenstehen.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++----


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