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CAN 2000
Originaltitel:Friday Night Date, A
Alternativtitel:Fast and the Fury, The
aka. Road Rage
aka. Road Rage - Die Angst im Nacken
Länge:92:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Sidney J. Furie
Buch:Greg Mellott
Kamera:Curtis Petersen
Musik:Robert Carli
SFX:Ron Craig
Darsteller:Danielle Brett, Chuck Byrn, Joseph Griffin, James Millington, Anthone Tullo, Casper Van Dien, Catherine Oxenberg, James Binkley, Wayne Lam
Vertrieb:epiX
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:16.04.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (0:50 Min.)
  • Trailershow:
    • Fire Power (1:12 Min.)
    • Unter Wölfen (1:46 Min.)
    • Saat des Bösen (1:23 Min.)
    • Eugenie (1:35 Min.)
    • How To Sell A Titwonder (1:58 Min.)
    • Swingers (1:36 Min.)
    • Apocalypse 2024 (1:45 Min.)
    • Sleepwalker (1:44 Min.)
    • The Intruder (1:40 Min.)
Alles fängt ganz harmlos an, als Sonja nach einem heftigen Streit mit ihrem Noch-Freund Bo ihren Kommilitonen Jim bittet, sie nach Hause zu fahren. Auf der Autobahn werden die beiden von einem mysteriösen Truck bedroht und fast von der Straße abgedrängt. Auf der nächsten Polizeiwache kann ihnen niemand helfen: Durch die verdunkelten Scheiben des Trucks konnte man keinen Fahrer erkennen, ein Nummernschild hatten sich die beiden auch nicht notiert, und die Polizei will die ganze Geschichte nicht so recht glauben. Auf der Weiterfahrt ist der Truck plötzlich wieder direkt hinter ihnen. Eine nervenzerreibende Hetzjagd beginnt! Jim und Sonja versuchen alles, um ihren skrupellosen Verfolger abzuschütteln, aber langsam wird das Benzin knapp ...
Für Altmeister Sidney J. Furie ("Iron Eagle", "Direct Action"), der immerhin einige der besten Autoverfolgungsjagden im B-Segment inszeniert hat, könnte die Prämisse von "A Friday Night Date" eigentlich nicht idealer sein, gestaltet er sich doch als eine nicht ganz 90 Minuten lange Verfolgungsjagd, die in etwa der Tradition von Interner Link"The Hitcher", "Joyride" oder Interner Link"Highwaymen" daherkommt. Ich bin drauf und dran den kurzweiligen Film als DTV-Geheimtipp abzustempeln, wenn da nicht die schwachen Dialoge und die unsympathischen Darsteller wären.


Denn ausgerechnet B-Suppenkasper Casper Van Dien (Interner Link"Starship Troopers", Interner Link"Modern Vampires"), der es nun wirklich nicht verdient hat in diesem Film mitzuspielen, ergattert die Rolle des ritterlichen Jim Travis, der auf dem Campus dazwischen geht, als der fremdgehende Star-Quarterback Bo Taylor (Joseph Griffin) die Abfuhr seiner Ex-Freundin Sonia Walker (besonders nervtötend: Danielle Brett, "Jill Rips") nicht wahrhaben will und handgreiflich wird. Als Dankeschön gibt es einen brummenden Schädel und immerhin die Chance Sonia vom Campus karren zu dürfen. Auf dem Highway, versunken in Dialogen über Astronomie (!!), schneidet Jim aber unaufmerksam einen schwarzen Pickup-Truck mit getönten Scheiben, der sich an ihre Fersen heftet und sie abzudrängen versucht. Die Rettung ist vorübergehend die nächste Polizeidienststelle. Doch als sie abends von dort wieder wegfahren, klebt er bald wieder an ihrem Heck. Und so geht es dann auch weiter. Raus geht es aus der Stadt in den Wald und die ländlichen Gefilde. Man entkommt dem mysteriösen, aggressiven Fahrer ein ums andere Mal, doch der taucht wie aus dem Nichts immer wieder auf.


Weil Furie seine Verfolgungsjagd früh aus der Stadt verlegt und vornehmlich auf nicht ganz so rege befahrenen Wald und Wiesen aufzieht, inszeniert er vornehmlich nur die beiden Fahrzeuge, was zur Folge hat, dass der Zuschauer nur anfangs eine spektakuläre Massenkarambolage mit Feuerbällen und durch die Luft segelnden Autos zu sehen bekommt und "A Friday Night Date" ansonsten unspektakulär aber nicht ineffektiv bleibt. Allein der wüste Tankstellenbesuch, aus dem der Verfolger fackelnd hervorgeht und die wilde Hatz trotzdem fortsetzt, ist ein leckeres, optisches Schmankerl.
Zusammen mit Kamera-Ass Curtis Petersen ("No Contest", Interner Link"Sabotage") bleibt Furie stets am Ball und gestaltet eine temporeiche Dauerverfolgungsjagd mit ganz wenigen Pausen und das ist auch besser so, denn sobald das Pärchen den Mund aufmacht, sinkt das Unterhaltungsbarometer. Die Autos werden zusehends ramponiert - auch wenn sich da ein paar Kontinuitätsfehler einschleichen -, die Kamera ist stets nah am Geschehen und das Szenario spannend, bis das Drehbuch seinen größten Fehler begeht und die Identität des Verfolgers preisgibt. Gut, so eine Megaauswahl hat man als Zuschauer nicht, aber von nun an ist jede Bedrohlichkeit, die vom Pickup ausging annulliert und der Spannungspegel sinkt bedenklich.


Ob die unübersichtliche Nacht, der brachiale Einbruch in eine Garage mitten im Wald, die Rasereien auf durchnässten Wiesen mit reichlich durchdrehenden Reifen oder später die Jagd durch enge Waldwege mit einem riskanten Fahrmanöver, der beide Autos einen steilen Hang hinterführt, auf Furie ist Verlass.
Was man hingegen nicht von den Darstellern behaupten kann. Van Dien bleibt total profillos und ist sichtlich von Kollegin Danielle Brett genervt, die je nach Gemütsphase mal heulend in der Ecke liegt, dann wieder seine Nähe sucht, Aufmerksamkeit will, hysterische Anfälle bekommt, plötzlich die Klappe groß aufreißt und dann doch wieder kuscht, als hätte sie einen an der Waffel. Auf jeden Fall geht die Dame gewaltig auf den Sender und die Dialoge mit Van Dien zu Themen, die im Kampf um Leben und Tod nicht unbedingt angebracht sind, sorgen weiter für Missgunst.


Erträglich sind ihre Momente insgesamt jedoch noch, weil Furie sofort wieder einen Gang höher schaltet, das Pärchen notfalls mit dem nächsten Vehikel ausstattet und die Jagd daraufhin fortsetzt. Dennoch, mit besseren Darstellern, die dem Zuschauer sympathisch sind, ausgearbeiteteren Charakteren, mit denen man fiebert, und besseren Dialogen wäre hieraus ein Kleinod geworden. Aber es sollte nicht sein, weswegen man "A Friday Night Date" längst nicht zu verteufeln braucht, allerdings der verpassten Chance hinterherweinen kann, denn für Furie gibt es kaum einen besseren Stoff und das zeigt er soweit er kann und darf auch. Der Look stimmt, die Technik befindet sich auf einem guten Niveau und die Dauerverfolgungsjagd ist wirklich attraktiv umgesetzt. Die Kamera bewegt sich immer nah am Reifen oder den Scheinwerfern, ist selten zu wackelig und hat Zeit für schnieke Aufnahmen aus der Totalen.


epiX veröffentlicht mit "Road Rage" die Nummer 12 der "Twillight Classics" und verzichtet bis auf den Original-Trailer und zwei Trailer weiterer Titel des Label auf deutsche Untertitel für den Hauptfilm. Dafür wird die DVD mit einem FSK-Wendecover veröffentlicht, wobei auch diesmal wieder gesagt werden muss, dass die Coverauswahl katastrophal ist.
Die DVD selbst bietet eine durchaus annehmbare Bildqualität, zumindest für einen 10 Jahre alten Film und der Tatsache, dass es sich um eine Direct-to-Video-Produktion handelt. Anamorph kodiert, arbeitet die Kompression sehr sauber und auch die Schärfe ist gut ausgefallen und bietet einige Details unabhängig von der Betrachtungsfläche. Der Kontrast neigt leider zu leichten Überstrahlungen in hellen Bildbereichen und wirkt insgesamt etwas steil. Dafür sind die Farben sehr natürlich ausgefallen und der Schwarzwert ist in Ordnung. Störend fällt allerdings das teilweise extreme Bildrauschen auf, welches das Bild oftmals sehr grob und körnig aussehen lässt, was zum Glück nicht immer der Fall ist.
Beim Tonformat fällt direkt auf, dass die deutsche Stereospur im Vergleich zur englischsprachigen Steroavariante ein wenig lauter, aber auch dumpfer klingt, während der englische Mix nicht nur natürlicher, sondern insgesamt harmonischer ausfällt. Die Dialogwiedergabe klingt beim englischsprachigen Pendant etwas besser, wobei die deutsche Synchronfassung alles andere als schlecht ausgefallen ist. Deutsche Untertitel gibt es nicht.


Sidney J. Furie darf sich hier einer Prämisse annehmen, die für ihn kaum idealer angenommen werden könnte. Das Asphaltdauerduell hat zwar nur zwei wirklich spektakuläre Momente, die dann auch für Qualität bürgen, doch auch ansonsten bleibt er kurzweilig, actionreich und ohne größere Pausen in Fahrt. Nur schade, dass das inkompetente Drehbuch erstens die Identität des Geheimnisvollen zu früh lüftet und zweitens das Publikum mit zwei so unsympathischen Knallchargen als Fluchtopfer konfrontiert. Mensch, da war mehr drin und trotzdem bleibt "A Friday Night Date" noch knapp über dem Durchschnitt hängen.


Film+++/--
Bild+++---
Ton+++---
Bonus------


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