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IT, ESP 1965
Originaltitel:Ritorno di Ringo, Il
Alternativtitel:Ringo kehrt zurück
aka. Gnade spricht Gott - Amen mein Colt
aka. Return of Ringo
Länge:92:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Duccio Tessari
Buch:Duccio Tessari, Fernando Di Leo, Alfonso Balcázar
Kamera:Francisco Marín
Musik:Ennio Morricone
SFX:Antonio Molina
Darsteller:Giuliano Gemma, Fernando Sancho, Lorella De Luca, Nieves Navarro, Antonio Casas, Manuel Muñiz, Mónica Sugranes, Víctor Bayo, Tunet Vila, Juan Torres, Jose Halufi, George Martin, Fernando Di Leo
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Deutsch (zweitsynchro), Italienisch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:DigiPack
DVD-Start:27.03.2009 (Kauf)
Specials:
  • Filmtext auf DigiPack (1 Seite)
  • A Western Greek Tragedy (25:27 Min.)
  • Ital. Trailer (3:16 Min.)
  • Engl. Trailer (3:16 Min.)
  • Engl. Vorspann (2:12 Min.)
  • Bildergalerie (43 Bilder)
  • DVD-Credits (3 Seiten)
Schon vor den Toren seiner Heimatstadt muss der heimgekehrte Bürgerkriegsveteran Ringo (Giuliano Gemma) feststellen, dass sich einiges geändert hat. Großgrundbesitzer Esteban Fuentes und sein Sohn Paco haben die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht und terrorisieren die Einwohner. Ringo wurde von ihnen für tot erklärt, damit Paco Ringos Frau heiraten und den Besitz der Familie Brown übernehmen kann. Getarnt als mexikanischer Arbeiter schleicht sich Ringo in die Stadt und beginnt seinen Rachefeldzug gegen die Fuentes-Bande.
Auch wenn bei "Ringo kommt zurück" ein paar wirklich erfahrene und fähige Männer am Werk waren, kommt er nicht über einen soliden Genrebeitrag hinaus. Die spanisch-italienische Koproduktion wurde vom späteren "Zorro"-Regisseur Duccio Tessari, der im gleichen Jahr mit identischer Crew auch "Eine Pistole für Ringo" herunterkurbelte, routiniert inszeniert, verdient seine Aufmerksamkeit jedoch eher durch Ennio Morricones (Interner Link"Spiel mir das Lied vom Tod", Interner Link"The Thing") eindringlichen, später leider nachlassenden Score, der zwar nicht zu seinen Glanzkompositionen zählt, jedoch trotzdem immer noch in seiner eigenen Welt spielt und selbstverständlich Italo-Ikone Giuliano Gemma. Nach etlichen Abenteuerfilmen war "Ringo kommt zurück" eine seiner ersten Westernstationen. Der später als Terence Hills Ersatz an der Seite von Bud Spencer scheiternde Schauspieler, verfügt hier über das nötige Charisma, um den einsamen, schweigsamen Rächer glaubhaft zu verkörpern.



Denn der kehrt, und damit reiht sich der Film in die unendliche Reihe ähnlich gestrickter Spaghettiwestern ein, in seine Heimatstadt zurück und findet diese reichlich verändert fort. Immerhin variierten die Autoren das Thema etwas, indem sie Ringo (muss nach Django der beliebteste Männername damals gewesen sein) inkognito zurück reisen lassen. Der nach dem Ende des Bürgerkriegs für tot gehaltene Ehemann und Soldat will sich zunächst einen Überblick der Lage verschaffen und kehrt deswegen als verlumpter Mexikaner mit schwarz gefärbten Haaren ein.

Wer hätte es anders erwartet, das texanische Kaff liegt nah an der mexikanischen Grenze, hat gewaltig unter den sich dort breit machenden und die Bewohner unter ihre Knute zwingenden Paco Fuentes (George Martin) und Esteban (Fernando Sancho, auch ein im Genre groß gewordener Darsteller, u.a. Interner Link"Der Gehetzte der Sierra Madre") zu leiden, weil im ausgedünnten Ort aufgrund des Krieges niemand zurückgeblieben ist, der ihrem Treiben Einhalt gebieten könnte. Bleibt die Drecksarbeit also an Ringo hängen.



Bis der nun aber losschlägt, vergeht fast eine Stunde, doch die ist mit Abstrichen überraschend genießbar. Der die schiefe Lage peilende Tarnmexikaner, kommt als Helfer des kauzigen Blumenverkäufers unter und muss feststellen, dass der Sheriff ein kranker Säufer ist und zu allem Überfluss seine Frau nebst Nachwuchs inzwischen bei den tyrannischen Mexikanern eingezogen ist - allerdings glücklicherweise nur unter Zwang. Zwar hegt das tyrannische Duo schon bald Verdacht, dass mit dem Fremden etwas nicht stimmt, begnügen sich jedoch damit ihn als Dieb abstempeln, verprügeln und -stümmeln zu können.

Die ersten zwei Drittel gleichem eher einem Westerndrama, geschossen wird nicht, dafür muss der durch den Krieg ohnehin nicht im besten Gemütszustand befindliche Ringo eine Hiobsbotschaft nach der anderen hinnehmen - unterstrichen von den tollen, chorälen Klängen Morricones. Auffällig ist hier mehrmals die vorzügliche Kameraarbeit mit langen Takes und einer sehr dynamischen Kameraführung.



Erst als sich Ringo seiner Frau offenbart, die ihn dann ins Gewissen redet, dass er die Stadt doch retten möge - ich hätte mit meiner Familie wohl eher das Weite gesucht, aber die Italohelden sind ja auch aus anderem Holz geschnitzt -, kommt im wahrsten Sinn der Wörter frischer Wind in die Angelegenheit. Mit Ringos Neuanordnung seiner Ziele wird der Film symbolisch von einem sandigen Wüstensturm heimgesucht, der Tessari auf ein paar exzellente Ideen (der in der Kirchentür nur als schattige Kontur zu sehende Ringo) bringt.

Der Rest ist dann wieder Standardware. Die vorher kennen gelernten, wenn auch nicht unbedingt brauchbaren Figuren wie Sheriff und Blumenhändler ziehen mit ihm gegen die zahlenmäßig klar überlegende Mexikanerbande, rehabilitieren sich oder sterben den Heldentod, jagen das Gesindel jedoch aus der Stadt.
Damit verläuft "Ringo kommt zurück" in geordneten Bahnen, ohne einen Ausfall darzustellen oder zu einem Highlight zu gereichen. Dafür hat man dieses Konstrukt einfach schon zu oft in der Genreverwandtschaft bewundern dürfen. Einen Pluspunkt heimst aber Duccio Tessari für seine mitunter wirklich tolle und alles andere als dem Durchschnitt entsprechende Inszenierung ein.



Für die Kinoauswertung wurde damals eine deutsche Synchronisation erstellt, die als erste Tonspur auf der DVD vertreten ist und den Charme dieses Klassikers sehr gut widerspiegelt. Die etwa 10 Jahre später entstandene Neusynchronisation mit neuen Sprechern ist etwas kerniger, hochfrequenter und lässt die Hintergrundgeräusche deutlicher durch. Trotzdem gefällt mir der Erstling besser, vermutlich nur, weil er besser zum Film passt. Das italienische Original ist ebenso auf der DVD vertreten wie eine englische Version, die beide eine ähnlich gute Qualität besitzen wie deutschen Monotonspuren. Die etwas zu laute Abmischung des italienischen Tons fördert lediglich ein paar Übersteuerungen an einigen Stellen, z.B. während der Filmmusik (Bläser), zutage und ein etwas blecherner Klang besitzt sie ebenso wie das Englische. Deutsche Untertitel liegen bei, was es mal wieder möglich macht, jede der Sprachen "auszuprobieren".

Der Film bekommt in seiner Zweitauswertung auf DVD endlich das korrekte Bildformat von 2,35:1 mitgegeben. Das Ergebnis der Vorlage ist sehr ordentlich, wenn auch das Filmalter den Bemühungen ein wenig einen Strich durch die Rechnung macht. Denn während man kaum auf Kratzer oder anderweitige Defekte trifft, ist die Rauschfilterung bzw. jener verbleibende Rauschteppich etwas übertrieben. Ein Bild dieses Genres und Alters darf ruhig körnig sein. So verschenkt die DVD nicht nur in ruhigen Szenen Detailschärfe, sondern vor allem in langsamen Schwenks, wenn Szenen dezent zu verschmieren beginnen. Die Farben besitzen eine grundlegend satte Basis, die vom Alter bereits etwas abgetragen wurde, so dass einige Szenen etwas zu blass aussehen mögen. Insgesamt ist dieser Bereich aber ausgewogen. Nachbesserung hätte der Kontrast vertragen können, der in vielen Szenen noch etwas undurchdringlich aussieht. Aber auch das sieht wesentlich besser als beispielsweise eine Videokassette aus. Der Eindruck, dass sich das Bild in diesem Qualitätsbereich bewegen würde, möchte ich auch klar widersprechen, allerdings ist man mittlerweile ein wenig von den tollen Western-Aufarbeitungen von Koch Media verwöhnt und weiß deswegen, was möglich ist.


Das Herzstück der Extras ist erfreulicherweise ein weiteres, selbst produziertes Making Of, in welchem Kameramann Sergio D'Offizi und Darstellerin Lorella De Luca ihre Erinnerungen an den Dreh und die Menschen, die daran beteiligt waren, hervorkramen. Die 25-minütigen Interviews werden mit etwas Bildmaterial aufgelockert und vermitteln den Eindruck, dass das Drehteam damals eine große Familie gewesen sein muss. De Luca als Witwe des Regisseurs Duccio Tessari hat natürlich einiges über ihren Mann zu erzählen, während Sergio D'Offizi sich in einer amüsante Anekdote als Warmduscher outet. Neben Trailern in zwei Sprachen und den Titeleinblendungen der englischen Version hat man Zugriff auf eine ausführliche Bildergalerie mit jeder Menge Plakaten, Aushangmaterial und Presseheften, die allerdings nicht leserlich abgebildet sind. Im DigiPack befindet sich noch ein aufgedruckter Text zum Film.



Ordentlicher Genrebeitrag, der innerhalb des Italowesterns mit seinem einfach zu oft präsentem Thema zu kämpfen hat, ansonsten jedoch dank seiner ungewohnten Ruhe (bis zur 60. Minute gibt es eigentlich keine ernsthafte Schießerei) auf sich aufmerksam macht. Weil hier vor und hinter der Kamera zudem etablierte Kräfte beteiligt waren, kann der Westernfan durchaus einen Blick riskieren, denn auch in diesem Genre waren solide Beiträge längst keine Selbstverständlichkeit.


Film+++/--
Bild+++/--
Ton++/---
Bonus+++---


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Ringo kommt zurück
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