Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
UK 2009
Originaltitel:Salvage
Länge:75:26 Minuten (ungekürtzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Lawrence Gough
Buch:Lawrence Gough, Colin O'Donnell, Alan Pattison
Kamera:Simon Tindall
Musik:Stephen Hilton
SFX:David Jones, Olivia Jones, Emma Cowen
Darsteller:Neve McIntosh, Shaun Dooley, Linzey Cocker, Dean Andrews, Paul Opacic, Shahid Ahmed, Ben Batt, Sufian Ashraf, Trevor Hancock, Kevin Harvey, Paul Howell, Ray Nicholas, Jake Norton, Paul Opacic, Alan Pattison, Martin Pemberton, Debbie Rush
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.,Engl.), Dolby Digital 2.0 (Dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:10.02.2011 (Verleih) / 10.03.2011 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar
  • Originaltrailer (1:51 Min.)
  • Behind The Scenes (10:08 Min.)
  • Interviews (44:36 Min.)
  • Trailershow:
    • The Dead Outside (2:12 Min.)
    • Apocalypse of the Living Dead (1:41 Min.)
    • Hitler geht kaputt! (2:49 Min.)
    • Jackie Chan - The Kung Fu Master (0:58 Min.)
    • Dark Island (1:44 Min.)
    • Lightning Strikes (1:14 Min.)
    • Days of the Dead 3 - Evilution (1:22 Min.)
    • Paragraph 78 (2:30 Min.)
Es ist Weihnachten. Die Bewohner einer kleinen, ruhigen Straße in einer kleinen ruhigen britischen Stadt freuen sich auf das Fest im Kreise ihrer Familien, als sie sich plötzlich in einer Welt aus Gewalt, Terror und Paranoia wiederfinden. Eine Gruppe schwerbewaffneter Soldaten stürmt die Straße, und bedroht die Menschen mit vorgehaltenen Waffen in deren eigenen Häusern. Sind es wirklich Soldaten oder Terroristen - oder noch schlimmer, durch und durch von Paranoia getriebene Killer? Mit wachsender Furcht wird den Bewohnern klar, dass die Bedrohung weit größer ist als sie es je erahnen konnten. Der Kampf ums nackte Überleben hat begonnen.
Vom Gefühl her lässt sich das Langfilm-Debüt des Briten Lawrence Gough am ehesten als Endzeit-Schocker einordnen, obgleich sich die Szenerie auf ein paar Häuser innerhalb einer durchschnittlichen Vorstadt beschränkt. Dabei bezieht er seine Spannungsmomente vor allem aus der Ungewissheit der Protagonisten und der latent beklemmenden Atmosphäre.


Es ist Heiligabend und Dad fährt die vierzehnjährige Jodie (Linzey Cocker) zu ihrer Mom Beth (Neve McIntosh). Der Kontakt war noch nie sonderlich gut, doch als sie ihre Mutter beim Poppen erwischt, flieht Jodie ins Nachbarhaus. Kurz darauf geht alles sehr schnell, denn eine Einheit bewaffneter Soldaten gibt strikte Anweisung, die Häuser nicht mehr zu verlassen und sich in selbigen zu verbarrikadieren. Beth macht jedoch die Ungewissheit zu schaffen und gemeinsam mit dem One-Night-Stand Kieran (Shaun Dooley) macht sich auf den lebensgefährlichen Weg ...
Das Geschehen punktet insofern, als dass authentische Figuren ins Spiel geworfen werden, weitab von weich gezeichneten Hochglanzklischees. Beth wird direkt als Schlampe und Rabenmutter eingeführt, die mit der unbarmherzigen Kurzschlussreaktion ihrer Tochter zu kämpfen hat und innerhalb der prekären Situation vermehrt ihren Kampfgeist und ihren Mut unter Beweis stellen muss. Ihr kurzfristiger Liebhaber entpuppt sich hingegen als Familienvater, der den Seitensprung zwar bereut, jedoch Stärke beweist, indem er sich den unbekannten Gefahren stellt und für eine ihm fast fremde Person eintritt.


Über weite Teile lässt sich nur erahnen, was zum Ausnahmezustand führte, wobei anfangs noch von einem Terroranschlag ausgegangen wird. Erst später kommen Details über einen abgestürzten Helikopter und einen geheimen Container ans Licht, was die letzten TV-News andeuten. Auch das Verhalten einiger Soldaten erscheint zwiespältig, da einige Zivilisten kurzerhand ermordet werden und Gründe hierfür nicht gleich klar auf der Hand liegen. Erst im letzten Drittel zeigt die Bedrohung ihr Gesicht, zwar insgesamt nicht häufig, dafür aber lautstark, wenn es denn in Erscheinung tritt.

Die Nachvollziehbarkeit der ungewissen Situation wird von dichter Atmosphäre begleitet, die vor allem aus dem zurückhaltenden Score herrührt, der Platz für Hüllkurven und primär Geräusche von außen macht. Jedes Knacken, jedes kurze Pochen wird mit Argwohn registriert und wenn auf dem Dachboden etwas klappert, greift man schon mal unkontrolliert zum nächsten Fleischermesser. Die Kulisse beschränkt sich auf nur wenige Stationen und auch wenn es kurzfristig zur Hatz im Wald kommt, klappert man die Schauplätze phasenweise Zentimeter für Zentimeter ab, was nicht nur dem klaustrophobischen Element, sondern auch der Spannung im Allgemeinen zugute kommt.
Auch den hervorragenden Darstellungen der wenigen Beteiligten ist es zu verdanken, dass die Chose eine realitätsnahe Wirkung entfalten kann. Neve McIntosh liefert als kämpfende Mutter eine beeindruckende Leistung voller Inbrunst ab, während Filmtochter Linzey Cocker in ihren wenigen Momenten (sie verschwindet im Mittelteil gänzlich) besonders gegen Ende herausragend performt. Dagegen kommt Shaun Dooley als Beiwerk und Helfer kaum an, jedoch ist seine Figur auch nicht so facettenreich angelegt.


Rasch vergehen die gerade einmal 72 Minuten bevor der Abspann einsetzt, obgleich es im Mittelteil einige Passagen gibt, die weniger der Spannung, denn der Tiefe der Charaktere dienen. Erst zum Finale wird dramaturgisch noch einer draufgesetzt, wenn der überzeugende, leicht vorhersehbare Ausgang, der dennoch einen bitteren Kloß im Hals zurücklässt, stattfindet. Ein schlichter, aber dennoch effektiver Streifen mit viel Suspense, Nervenkitzel und einer beklemmenden Ungewissheit, die sich innerhalb weniger Momente auf den Betrachter überträgt. Nicht vordergründig schockierend, sondern schleichend und langsam zuschnürend.
Der spannenden Handlung steht ein nur durchschnittlicher Bildtransfer der DVD gegenüber, welcher vermutlich dem begrenzten Budget zu schulden ist. Das anamophe Bild wird von einem stetigen Rauschen begleitet, welches gerade in dunklen Szenen deutlich zunimmt. Hierdurch wird auch das Schärfeverhalten beeinträchtigt, denn als übermäßig scharf ist das Bild nicht zu bezeichnen. Der Kontrast arbeitet meistens ausgewogen, wenngleich der Schwarzwert etwas mehr Sättigung vertragen könnte. Positiv fällt der Detailgrad aus, denn alle nötigen Feinheiten sind erkennbar. Auch die Farbgn sind überwiegend natürlich, nur in dunklen Szenen könnte die Farbgebung etwas kräftiger ausfallen. Wäre nicht das Bildrauschen und die daraus resultierenden Muster könnte man das Bild dieses englischen Low Budget-Film als ordentlich bezeichnen, auch weil die Kompression gute Werte abliefert und ansonsten keine Defekte oder Störungen zu beklagen sind. So siedelt sich das Bild zumindest aber im Mittelfeld an.
Dies gilt auch für den Ton, der trotz Dolby Digital 5.1 weder in der deutschen Sprachversion noch im Original sonderlich überzeugen kann. Das liegt vor allem an der sehr frontalen Abmischung, denn die hinteren Effektlautsprecher werden kaum angesprochen. Lediglich einige Musikstücke heben sich etwas von der Front ab. Das geschieht allerdings zu selten und erzeugt keine wirkliche Räumlichkeit. Hier wird eindeutig Potential verschenkt, denn immer dann, wenn die Bedrohung noch nicht sichtbar ist, hätten direktionale Effekte für Gänsehautstimmung sorgen können, sei es auf dem Dachboden oder während der Szenen im Wald. Die Hetzjagd der Geschichte wird akustisch einfach nicht zufriedenstellend wiedergegeben. Zumindest die Dialoge klingen sauber und in der deutschen Fassung sogar besser als im Original, welches für meinen Geschmack etwas dumpf ausgefallen ist. Alternativ befindet sich auch eine Stereovariante der Synchronfassung auf der Disk, die Unterschiede zum 5.1-Mix sind jedoch nur sehr gering. Zusätzlich sind begleitende, deutsche Untertitel vorhanden.
Einige Extras sorgen auch nach dem Film für interessante Hintergrundinformationen. Besonders der Audiokommentar des Regisseurs, Autors und weiterer Beteiligten bietet Unmengen an Details zur Produktion. Auch die knapp 40 Minuten an Interviews präsentieren zum Großteil wissenswertes Hintergundmaterial. Werbeaussagen sind zwar ebenso vertreten, doch halten sich diese in Grenzen und trüben den Gesamteindruck überhaupt nicht. Man erfährt viel über den Kampf mit dem geringen Budgets genaue Charakterisierungen der gespielten Rollen als auch Erklärungen zu Szenenabläufen und Spezialeffekten. Das Fehlen von deutschen Untertiteln ist allerdings sehr schade. Ein kleiner, aber nicht sonderlich ernst gemeinter Blick hinter die Kulissen als auch der Originaltrailer runden das filmspezifische Bonusprogramm ab. Außerdem bietet die DVD eine Trailershow.

Mit der Veröffentlichung "Salvage - Die Epidemie" beweist MIG wieder einmal guten Geschmack, denn der Film ist eine kurzweilige, zum Mitfiebern einladende Überraschung.


Film++++--
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++/---


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.