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IS 2009
Originaltitel:Reykjavik Whale Watching Massacre
Alternativtitel:Harpoon: Reykjavik Whale Watching Massacre
aka. R.W.W.M.
Länge:83:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Júlíus Kemp
Buch:Sjón Sigurdsson
Kamera:Jean Noel Mustonen
Musik:Hilmar Örn Hilmarsson
SFX:Haukur Karlsson
Darsteller:Pihla Viitala, Nae, Terence Anderson, Miranda Hennessy, Aymen Hamdouchi, Carlos Takeshi, Miwa Yanagizawa, Halldóra Geirharðsdóttir, Guðlaug Ólafsdóttir, Snorri Engilbertsson, Gunnar Hansen, Ragnhildur Steinunn Jónsdóttir
Vertrieb:Telepool / KNM
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover und Schuber
DVD-Start:28.09.2010 (Verleih) / 19.10.2010 (Kauf)
Specials:
  • Making of (15:53 Min.)
  • Originaltrailer (1:19 Min.)
  • Deutscher Trailer (1:19 Min.)
  • Trailer "Verso" (1:32 Min.)
  • Trailer "Hotte im Paradies" (0:36 Min.)
Eine Gruppe von Touristen trifft sich auf einem ehemaligen Walfängerschiff zum Whale-Watching in Island. Als durch einen schrägen Unfall der Kapitän ihres Schiffes tödlich verwundet wird und der erste Offizier mit dem Rettungsboot abhaut, sieht sich die kleine Touristengruppe gezwungen, Rettung auf einem vorbeikommenden Walfängerboot zu suchen, dessen Besatzung eine Familie von ehemaligen Walfängern ist, deren Jagdinstinkt nie erloschen ist. Whale-Watching steht nun nicht mehr auf der Tagesordnung, vielmehr werden die Touristen zum Spielball der Psychopathenfamilie und befinden sich bald unterwegs auf einem Meer aus Blut.
Zu Missverständnissen dürfte der Titel zweifelsohne sehr bewusst führen, denn auf den ersten Blick scheint es um das Abschlachten von Walen zu gehen und auf den zweiten schließlich um das Töten jener, die sie beobachten möchten. Da haben sich die Isländer um Regisseur Julius Kemp mal einen umweltkritischen als auch wirtschaftlichen Streitpunkt an Deck gezogen, damit ehemalige Walfänger auf hoher See zu Menschen am Haken umsteigen ...



Jene Wal-Beobachter setzen sich aus einer illustren Gruppe internationaler Klischees zusammen: Der abgeklärte Dunkelhäutige, der blonde naive Opfertyp (vor allem in sexueller Hinsicht), ein japanischer Pascha mit Anhang, ein stets betrunkener Franzose, ein kühles deutsches Damentrio und eine mutige Blonde, die eventuell ein wenig länger überleben könnte. Entsprechend filmt der Japaner, der Franzose pöbelt, die Deutschen lästern und die einzig Vernünftigen finden im sachlichen Gespräch zueinander.
Bei den Rednecks an Bord des schäbigen Zossen schippern hingegen nur eine alte Fregatte und ihre zwei ungleichen Söhne (der Bärtige ist einstiger Kapitän, der andere ein debiler Sabberkopf mit niederen Gelüsten). Rund zwanzig Minuten benötigt es, bis die Touristen an Bord des Redneck-Kutters stranden, zunächst in der Hoffnung an Land gebracht zu werden, nachdem sich die Wale rein gar nicht blicken ließen.



Nach dem ersten Wuhling, bei dem gleich mehrere Passagiere ins Gras beißen, herrscht an Deck wieder standesgemäße Ordnung, so dass der geneigte Zuschauer auch kaum mehr überrascht werden dürfte: Verstecksuche auf begrenztem Raum hat bei jedem oberste Priorität und wer zur falschen Zeit einen Blick durchs Bulleye wagt, oder das schützende Schott verlässt, kann nur auf einen dummen Zufall hoffen, der tatsächlich ab und an eintrifft. Anderweitig erstaunt es, wie sehr sich die potentiellen Fische an der Angel gegenseitig in die Scheiße reiten, indem sie häufig unüberlegt und egoistisch handeln. Spätestens beim Streit um eine Leuchtrakete in der wackeligen Rettungsinsel fasst man sich so richtig an den Dez.

Splattertechnisch kommt eine Durchschnittshärte ins Spiel, ohne sonderlich originelle Ableben oder gar hinausgezögertes Sterben. Hier mal der Treffer einer Harpune, dort eine Leuchtrakete im Auge, schwere Verbrennungen, ein Kehlenschnitt und ein paar abgetrennte oder zerschossene Köpfe bieten Genrefans solide Kost auf sauber inszeniertem Niveau.
Gleiches gilt für den Rest des Handwerks, bei dem Kamera, Ausstattung, Schnitt und musikalische Untermalung ebenso unauffällig bleiben, wie die Leistungen der unbekannten Darsteller (mal von Interner Link"TCM"-Leatherface Gunnar Hansen abgesehen, der nur eine Nebenrolle besitzt), die sich insgesamt auf akzeptabler Ebene bewegen. Einzig den kontrastreichen Song bei den End-Credits sollte man einmal auf sich wirken lassen.



Wir haben es also mit einer Interner Link"TCM"-Variante auf hoher See zu tun: Touristen bekommen statt Walgesängen die Todesschreie ihrer Mitreisenden zu hören und beim Kampf ums Überleben schimmert zumindest immer wieder schwarzer Humor durch, der zum Finale zynischere Töne anschlägt und gegen Ende gar einen netten Abschlussgag beinhaltet. Mal ein recht abwechslungsreiches Interieur, auch wenn die Kulisse des alten Kahn auf Dauer nicht viel hergibt und alle Möglichkeiten vom Verstecken bis zur Gegenwehr zügig durchexorziert werden - das ordentliche Tempo und die schnörkellos vorangetriebene Hatz mit kleinen makaberen Spitzen bieten genügend Futter für eine Sichtung. Und in welche Richtung man auch immer die unterschwellige Kritik am Walfang deuten mag: Am Ende bekommt doch jeder sein Fett weg ...

Die Bildqualität lässt kaum Wünsche offen und präsentiert den Film so, wie man es von einer aktuellen Produktion erwarten würde. Sicherlich ist nicht alles perfekt, allein schon weil es sich bei "Reykjavik Whale Watching Massacre" um eine kleine Produktion handelt, aber man befindet sich auf dem richtigen Weg. Nahaufnahmen weisen eine wirklich gute Durchzeichnung auf, Unschärfen treten kaum auf. Gleiches gilt für den Bildhintergrund. Auch hier bleiben Details sehr gut sichtbar. Trotz deutlichem Filmkorn, bleibt das Bild über die gesamte Laufzeit sehr angenehm und lässt das Rauschen niemals störend auftreten. Die Farbtemperatur wurde sehr kühl angesetzt, wodurch die Atmosphäre des Films treffend unterstützt wird. Durch leicht angehobene Kontrastwerte in Verbindung mit der dunklen Szenerie auf dem Schiff geht die Plastizität verloren, doch dem gegenüber steht ein gelungener Schwarzwert, der eine unproblematische Abbildung eben dieses Szenarios ermöglicht und kaum Details verschluckt.



Die DVD ist mit zwei Sprachen als Dolby Digital 5.1-Ton ausstaffiert, die beide überzeugend ausfallen und kaum Unterschiede zueinander besitzen. Zwar werden die Möglichkeiten dieser Kodierung nicht ausgeschöpft, weil besonders die Schiffszenerie mit unruhigem Seegang mehr ermöglich hätte, doch zumindest wird eine lebhafte Abmischung geboten. Der Film arbeitet mit einigen direktionalen Effekten, die relativ gut in Erscheinung treten, doch nicht immer ganz so differenziert klingen. Der Subwoofer kommt nur selten zur Geltung, was aber nicht bedeuten soll, dass die Abmischung flach klingt. Denn immer, wenn nötig unterstützt eine angenehme Dynamik das Geschehen, in dem Dialoge zu jeder Zeit klar verständlich bleiben. Lediglich in der englischen Sprachfassung fügen sich die Stimmen etwas natürlicher in den Mix ein. Optionale deutsche Untertitel sind keine vorhanden.

Dies gilt auch für die Special Features, die sich im Umfang in Grenzen halten. Neben zwei Trailervarianten des Films gibt es lediglich ein 16minütiges Making of zu sehen, das einen kleinen Einblick in die Produktion gibt, aber nur sehr oberflächige Hintergrundinformationen bereithält. Die Interviewsequenzen sind hauptsächlich auf Gunnar Hansen ausgelegt, der etwas zur Story erzählt und von seiner Überzeugung gegenüber dem Drehbuch. Zumindest wirken sich die kurzen Einschübe der entstehenden Effektsequenzen sehr positiv auf den Gesamteindruck aus. Mit zwei weiteren Trailern des Anbieters ist das Angebot an Extras auf dieser Scheibe letztlich erschöpft.


Regisseur Júlíus Kemp und Autor Sjón Sigurdsson setzen in ihrem "Reykjavik Whale Watching Massacre" auf bewährte Genre-Muster - nur eben vor ungewöhlichem Hintergrund. Die geradlinige und flott erzählte Inszenierung lässt Paralleln zu Interner Link"TCM" und stellenweise auch Interner Link"Muttertag" erkennen.
Technisch gibt es an der vorliegenden DVD nicht viel auszusetzen. Das Bild entspricht in fast jeder Hinsicht den Erwartungen einer aktuellen Kleinproduktion, während der Ton mit einigen gut genutzten Möglichkeiten im 5.1-Bereich aufwarten kann. Die Extras hätten allerdings etwas ausführlicher ausfallen können, da hat man sich vom ersten isländischen Horrorfilm doch mehr gewünscht.


Film++++--
Bild++++/-
Ton++++/-
Bonus+-----


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