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USA 1987
Originaltitel:Angel Heart
Länge:108:19 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre (DVD: ab 18 Jahre)
Regie:Alan Parker
Buch:William Hjortsberg (Roman), Alan Parker (Drehbuch)
Kamera:Michael Seresin
Musik:Trevor Jones, Abe Lyman
SFX:J.C. Brotherhood
Darsteller:Mickey Rourke, Robert de Niro, Lisa Bonet, Charlotte Rampling, Brownie McGhee, Michael Higgins, Elisabeth Whitcraft, Stocker Fontelieu
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Holländisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:27.12.2000 (Kauf)
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Audiokommentar
  • Trailer (2:34 Min.)
  • Making Of:
    • The Reality Of Voodoo (2:37 Min.)
    • Creating "The Look" (2:06 Min.)
    • Choreographing A Voodoo Ritual (2:01 Min.)
  • Interview mit Alan Parker (5:01 Min.)
  • Starinfos:
    • Mickey Rourke (3:28 Min.)
    • Lisa Bonet (3:34 Min.)
    • Alan Parker (3:06 Min.)
  • Behind The Scenes (1:31 Min.)
  • Fotogalerie (22 Bilder)
New York 1955: Harry Angel (Mickey Rourke) ist ein heruntergekommener Privatdetektiv, der sich eigentlich nur mit Scheidungsfällen oder Versicherungsschwindel beschäftigt und sich nach eigener Aussage so weit wie möglich von Mordfällen und Leichen fernhält. Doch ausgerechnet er wird von dem mysteriösen Mr. Cyphre (Robert De Niro) beauftragt, einen Schnulzensänger namens Johnny Favorite aufzuspüren. Favorite hat noch Schulden bei Cyphre, doch seine Spur verliert sich, als er schwer verwundet aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrt und plötzlich aus dem Lazarett verschwindet. Kaum macht sich Angel auf die Suche, sieht er sich bereits seiner ersten Leiche gegenüber. Seine Nachforschungen führen ihn nach New Orleans, wo er es nicht nur mit weiteren Todesfällen, sondern auch mit okkulten Voodoo-Ritualen zu tun bekommt.
- "Sie wissen doch mehr als ich, also weswegen sagen sie mir nicht ehrlich, was hier in Wirklichkeit abläuft?" (Harry Angel)
- "Nichts. Johnny Favourite ist mir was schuldig geblieben, Mr. Angel. Ich habe altmodische Vorstellungen von Ehre. Sie wissen schon: Auge um Auge und dergleichen." (Mr. Cyphre)


"Angel Heart" darf man ohne Bedenken zu den am meisten unterschätzten Filmen überhaupt zählen. Dies spiegelt sich auf eine seltsame Art und Weise auch in weiten Teilen der Crew wider. Klammert man Robert de Niro einmal aus, so muss man feststellen, dass die Hauptdarsteller ihre Leistungen später niemals wieder bestätigen konnten - sondern, ganz im Gegenteil, sich ihre Karrieren eher nach unten entwickelten.
Da wäre zunächst einmal Lisa Bonet, die in der zweiten Hälfte der 80er Jahre durch ihre Rolle in der "Bill Cosby Show" bekannt wurde und hier eine wirklich makellose Vorstellung abliefert. Sie passt perfekt in ihre Rolle und spielt sie mit sichtlicher Leidenschaft - und Körpereinsatz. Letzterer soll Gerüchten zu Folge das Ende ihrer Cosby-Karriere beschleunigt haben. Und neben ihrer Scheidung von Rock-Schnuckel Lenny Kravitz gab es nach "Angel Heart" lediglich zwei relevante Eckdaten, nämlich das Mitwirken in den beiden Streifen "Der Staatsfeind Nr. 1" und "High Fidelity".

Doch auch Filmpartner Mickey Rourke erging es nach "Angel Heart" nicht viel besser. Nach seiner Rolle in "9 ½ Wochen" ein Jahr zuvor hätte der Film sein Sprungbrett für eine steile Karriere sein können. Schließlich ist seine schauspielerische Leistung hier einfach grandios und qualitative Unterschiede zu dem wie immer perfekten de Niro sind, wenn überhaupt, nur in Nuancen erkennbar. Und trotzdem zeigte Rourkes Werdegang danach konstant nach unten. Zu filmischen Klogriffen wie Interner Link"Wilde Orchidee" oder "9 ½ Wochen in Paris" gesellten sich private Unannehmlichkeiten wie Alkoholexzesse mit anschließenden Kneipenschlägereien. In den letzten Jahren hat Rourke wieder Fuß gefasst und konnte nach "Once Upon A Time In Mexico" vor allem in Interner Link"Sin City" überzeugen.


Als Genre-Fan mag man sogar Regisseur Alan Parker in die Reihe derer platzieren, die nach "Angel Heart" in ihrem Schaffen eher abgesunken sind. Einen gewissen Erfolg kann man Parker jedoch keinesfalls absprechen, zumal er gleich nach "Angel Heart" den wirklich guten "Mississippi Burning" gedreht hat. Allerdings widmete er sich danach in erster Linie Musik-Filmen ("The Commitments" - 1991, "Evita" - 1996) und Dramen ("Come See The Paradise", "Die Asche meiner Mutter"), was ihm durchaus gelungen sein mag, jedoch wünschte man sich einen weiteren Ausflug in spannendere Gefilde.
Immerhin kam dieser im Jahre 2003 mit "Das Leben des David Gale" - der zwar kein schlechter Film wurde, aber in Anbetracht einer Tatsache doch enttäuschte: Während "Angel Heart" bis zum Ende spannend und mystisch bleibt, weiß der (halbwegs erfahrene) Zuschauer beim Leben von David Gale schon nach weit weniger als der halben Spielzeit, worauf das Ganze hinauslaufen wird.
Einen echten Genre-Beitrag von Parker sehnt man demnach immer noch herbei, erst recht, betrachtet man viele sogenannte Mystery-Thriller der letzten Jahre.


Denn "Angel Heart" hat einfach alles, was man sich von einem solchen Film erwartet. Man darf keinesfalls zuviel verraten, denn die Story entwickelt sich konstant weiter und stößt gen Ende in nahezu ungeahnte Gefilde vor. Beinahe jedes unscheinbar wirkende Detail, welches man womöglich bereits in den ersten Minuten verdrängt oder übersehen hat, springt einem am Ende doch wieder ins Gesicht.
Keinen - und wirklich keinen - Charakter sieht man schlussendlich mit denselben Augen wie bei der ersten Begegnung. Nachdem das Ganze als fast harmlose Detektivgeschichte beginnt, begleitet man Harry Angel auf seinem Weg in eine Welt, auf die er nicht vorbereitet ist. Eine Welt, die von Mord und Voodoo geprägt ist und in die Angel nach und nach immer tiefer hineingesogen wird ...


Jene Entwicklung wird innerhalb des Films nicht zuletzt durch die Schauplätze visualisiert. Auch hier findet eine unterschwellige Bewegung statt, die im verschneiten New York ihren Anfang nimmt, um im schwül-heißen Louisiana ihrem Höhepunkt entgegenzugehen.
Besonders auf die Ausstattung wurde merklich viel Wert gelegt und in Kombination mit der oft genialen Kameraarbeit von Michael Seresin ("Harry Potter und der Gefangene von Askaban") entsteht eine beeindruckende Vision der 50er Jahre. Vor allem aber die ständig steigende Temperatur, welche besonders zum Ende hin förmlich spürbar wird, schafft eine geradezu bedrückende Atmosphäre.
Neben diesen impliziten Elementen sorgen auch einige deftige Schock-Sequenzen für Unbehagen beim Zuschauer. Überhaupt wird hier nicht gerade zimperlich zur Sache gegangen, neben den gezielt eingestreuten Gore-Einlagen dürften so manchem auch die teils unangenehm schonungslos präsentierten Voodoo-Rituale sauer aufstoßen.


Nicht nur aufgrund dieser okkulten Thematik steckt "Angel Heart" voller Symbolik, die aber niemals aufgesetzt wirkt, wie es bei so vielen Filmen dieser Art der Fall ist. Vielmehr ordnet sie sich hier völlig der Geschichte unter und hat - wenn sich alle Kreise schließen und schlussendlich ein Bild ergeben - ihre absolute Daseinsberechtigung.
Ähnlich steht es mit den zahllosen Andeutungen und Anspielungen. Deren Bedeutung offenbart sich zumeist nicht beim ersten Betrachten des Films, was aber zu keiner Zeit störend wirkt. Das zweite Ansehen allerdings wird durch sie auf eine zynische Art und Weise um eine ganze Spur amüsanter.


Die DVD-Hülle, die noch ein Booklet mit Werbung, Darstellerinfos und Kapitelübersicht enthält, spricht es nur kurz an und das Extras-Menu verrät es gar nicht: Der Film besitzt einen Audiokommentar des Regisseurs. Parker sieht den Film nach einiger Zeit wieder und trägt sein Wissen zur Produktion mit einem leicht nuschelnden britischen Slang vor, so dass diese Extra für viele nicht viel Wert sein wird, denn es gibt keinerlei Untertitel dafür. Alle weiteren Extras, meist kurze Blöcke, sind deutsch untertitelt wurden. Neben dem Trailer hat man Zugriff auf drei kleinere Making Ofs, die sich mit dem Setdesign und der Woodoo-Thematik befassen und auf ein kurzes Interview mit dem Regisseur. Auch die Starinfos, die kurze Filmchen darstellen, entstammen der damaligen Produktionszeit des Filmes und sind mitunter als kleinere Teaser für den Filmstart aufgemacht. So gibt es ausschließlich Szenen aus "Angel Heart", nicht aber aus anderen Projekten der vorgestellten Personen, und einige Interviewsequenzen überschneiden sich mit denen aus vorangegangenen Featurettes. Interessant wird es dann kurzzeitig noch einmal beim Blick hinter die Kulissen und den sehr progessionellen Bildern der Fotogalerie.


Wirklich schade, dass es den deutschen Ton nicht auch im Dolby Surround gibt. Der Originalton zeigt, dass die Rears bei eingeschaltetem Dolby Pro Logic 2 eine gute Ergänzung zum Klang sind, denn sie sind mit einigen merklichen Effekten beladen, die sich dann auch deutlich über die Stereofront erheben und somit bemerkbar machen. Besonders Actionszenen profitieren dann von der Fülligkeit des Scores, der sich im gesamten Raum zu verteilen scheint, sich im Deutschen aber nur als breites Stereosignal äußert. Nur ein leichtes Rauschen stört hier, die Dialoge sind aber fein und gut verständlich, sogar noch eine ganze Spur authentischer als im Deutschen. Hier ragt die Synchronisation etwas heraus, das feine Rascheln, wenn sich ein Darsteller von der Kamera wegbewegt, fehlt da etwas und nicht selten glaubt man, gegenüber dem Originalton ein etwas steriles Klanggebilde vorgesetzt bekommen zu haben. Nichtsdestotrotz ein guter Stereoton, der stellenweise leicht stumpf erklingt, für sein Alter aber akzeptabel ist. Weitere Sprachen und die verschiedensten Untertitel lassen sich während des Films oder über das Hauptmenu anwählen.


Das anamorphe Bild ist trotz seriöser Herkunft (sowohl Film als auch Kinowelt als Label, die meist ansprechbare Bildqualität produzieren) eine ganze Ecke zu weich ausgefallen. In Nahaufnahmen fällt es nicht sonderlich auf, sind aber Details im Hintergrund gefragt, wird das Geschehen schon deutlich unschärfer. Der Grund liegt in der Bearbeitung des Bildrauschens, welches erfolgreich eingedämmt wurde, dafür aber auch ein wenig Zähigkeit im Bild hinterlässt und die Details glatt schmirgelt, was sogar bis zu sehr deutlichen Nachzieheffekten geht. So kann man trotz dessen, dass das Bild wegen der Zeit, in der der Film spielt, vielleicht nie hochgestochen aussehen möchte, nicht von einem wirklich überzeugenden Aussehen sprechen. Die Farben sind dabei oft etwas kühl (rotfarbige Gesichter) und es wurde ihnen von Haus aus die Sättigung genommen, um laut Parkers Aussagen beinahe ein monochromes Bild zu erzeugen, was aber gut zum sehr düsteren Look past. Insgesamt lebt "Angel Heart" von den vielen dunklen Nischen, der undurchdringlichen Finsternis und den leicht verrauchten Settings, der Kontrast ist daher auf entsprechendem Niveau und kaum vergleichbar mit anderen Filmen. Leider ist es neben der Schärfe aber auch der unruhige Bildstand, der immer wieder das Sehvergnügen schmälert. Zusätzliche Bildunruhe, bei der Teile leicht verwackeln oder in Bewegungen durch die stehenden Rauschmuster nicht mehr natürlich erscheinen, sind in sehr vielen Szenen zu betrachten und erwecken keinen guten Eindruck mehr. So mögen sich nur 3 Punkte bei der Bildbewertung zwar recht hart anhören, zum "gut" hin reicht es aber noch nicht ganz.


Auch wenn "Angel Heart" einer der Filme ist die sich beim zweiten Durchlauf eher verbessern als verschlechtern, bleiben auch schon beim ersten Mal kaum Wünsche offen. Grandiose Schauspieler in einer ungewöhnlichen Geschichte, die bis zum Schluss (und darüber hinaus) spannend bleibt und nebenbei noch in faszinierenden Kulissen spielt ...
...und wenn sich dann am Ende alle Wege kreuzen, offenbart sich die Bedeutung aller Symbole und Anspielungen und die Reise erhält endlich ein Ziel. Die deutsche DVD von Kinowelt ist zum einen mit einer Freigabe ab 18 Jahren und einer ab 16 Jahren freigegebenen Neuauflage erhältlich. Beide Fassungen sind identisch und ungekürzt, da der Film nach einer Neuprüfung auf das 16er Siegel heruntergestuft wurde.


Film++++++
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++----


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NewsKinowelt bringt "Angel Heart" 2-DVD SE im Januar
Angel Heart
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