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UK 2008
Originaltitel:Knife Edge
Länge:90:44 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Anthony Hickox
Buch:Fiona Combe, Anthony Hickox, Robb Squire
Kamera:Daniel Bronks
Musik:Guy Farley
SFX:Lip Sync Post
Darsteller:Tamsin Egerton, Hugh Bonneville, Joan Plowright, Natalie Press, Jamie Harris, Lorcan O'Toole, Nina Muschallik, Mark Holden, Matthieu Boujenah, Peter Rnic, Karen Ferrari, Jennifer Munby, Miles Ronayne
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:09.04.2010 (Verleih) / 27.05.2010 (Kauf)
Specials:
  • Trailer bei DVD-Start:
    • Coffin Rock (1:45 Min.)
    • Ohne Schuld (1:47 Min.)
    • In The Electric Mist (2:03 Min.)
  • Trailer "Knife Edge" (2:04 Min.)
Das perfekte Haus, die perfekte Familie ... und der perfekte Mord! Emma ist eine erfolgreiche US-Brokerin, die zusammen mit ihrem Kind und dem zweiten Ehemann in ein herrschaftliches Anwesen nach England übersiedelt. Das neue Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn in den dunklen, verschlungenen Korridoren des Hauses lauern blutgetränkte Visionen grausamer Morde. Umhüllt tatsächlich ein grausames Verbrechen die gotische Kälte, die über den altehrwürdigen Mauern und den verfallenden Parkanlagen liegt ... oder ist Emmas zweites Gesicht in Wirklichkeit die Fratze aufkeimenden Wahnsinns?
In vielleicht nicht ganz weiser Voraussicht, weil Anthony Hickox definitiv die Gabe des zweiten Gesichts fehlt, dachte sich selbiger, dass das Sujet mit dem alten Landhaus und dem dunklen Geheimnis vergangener Tage eventuell zu wenig sei und konstruierte mal direkt noch ein paar Twists hinterher. So zwischen Drama, "haunted house" und Krimi geht auf Dauer allerdings mehr als nur die Glaubwürdigkeit flöten.



Obgleich sich die Geschichte überwiegend wie der Aufbau eines klassisch angelegten Gruselhausstreifens anhört: Börsenmaklerin Emma, ihr fünfjähriger Sohn Thomas und der französische Lover Henri ziehen von New York in ein üppiges Landhaus kurz vor London. Nach kurzer Zeit mehren sich mysteriöse Vorkommnisse, Emma wird von Visionen heimgesucht und Söhnchen Thomas findet eine dreckige Puppe, mit der er sich rege auszutauschen scheint. Blockt Henri indes ab, weil er womöglich selbst in die Vergangenheit des Hauses involviert ist?

Einem Film kann nur schwerlich die Puste ausgehen, wenn man ihn von Beginn an kaum atmen hört. Etwas behäbig und langatmig werden die klischeebeladenen Figuren eingeführt. Die Patchwork-Familie wirkt zwar nicht unsympathisch, doch zuviel Beziehungsgelaber zur Einführung stellt die Geduld des Zuschauers auf eine harte Probe, während man auf die ersten Zeichen übersinnlichen Treibens wartet.



Als Emma schließlich unerklärliche Bilder vergangener (möglicherweise auch zukünftiger) Tage durchs Bewusstsein knallen, die eher verschlossene ältere Nanny mehr zu wissen scheint als sie offen kundtut und ein hohler Baum ein kurzfristiges Eigenleben entwickelt, ereilt einen rasch der Eindruck, einem Sammelsurium bereits bekannter Zutaten ohne einen Funken Originalität ausgesetzt zu sein.
Das schaut inszenatorisch nicht gänzlich schlecht aus, weil zumindest Kamera, Sound und Score auf ordentlichem Niveau arbeiten, doch stellen sich dabei weder Schock- noch Spannungsmomente ein. Einzig der ins Haus eindringende Rabe sorgt einige Sekunden für Wirbel, doch was der mit der eigentlichen Handlung zu tun hat, erschließt sich bis zuletzt nicht.

In dieser Hinsicht ist das gut gemeinte Drehbuch leider auch der auffälligste Schwachpunkt. Es ist immer löblich, einige Storywendungen einzubauen, aber wenn dadurch Vorangegangenes mehr als fragwürdig und voller Logiklöcher erscheint, bringen etwaige Überraschungen herzlich wenig. Denn Hickox konnte sich offenbar nicht zwischen einer rationalen und übersinnlichen Marschrichtung entscheiden und bricht beide Elemente dermaßen übers Knie, dass man am Ende nur noch von einer komplett hanebüchenen Konstruktion sprechen kann. Die Vorgeschichte des Landhauses spielt zwar eine nicht unerhebliche und durchaus interessante Rolle, doch die Ereignisse der letzten zwanzig Minuten brechen wie eine Klischeelawine des Fließbandthrillers über einen herein und jegliche Originalität bleibt außen vor, wodurch der Unterhaltungswert deutlich in Richtung unteres Mittelmaß tendiert.



Dazu tragen letztlich auch die wenig glaubwürdigen Darsteller bei, die in mancher Szene wie unbeholfene Anfänger wirken, was primär auf Hauptdarstellerin Natalie Press zutrifft, welche während der Dreharbeiten mehrfach ihre Haare gefärbt hat, was Hickox offenbar nicht aufgefallen ist und nur einen von unzähligen Regiefehlern darstellt.

Der krude Genremix weiß also schlichtweg nicht wohin. Das bis auf eine Schlüsselszene komplett blutleere Treiben beinhaltet weder dramaturgische Höhepunkte, noch gelingt es Hickox, seiner doppelbödig angesetzten Geschichte ein glaubhaftes Fundament zu verpassen. Hier und da mal ein Schauermoment auf Sparflamme und dazwischen Fehleinschätzungen zwischenmenschlicher Konstellationen auf dem darstellerischem Niveau einer Seifenoper: Das wirkt zwar bemüht, bringt im Endeffekt jedoch nicht mehr als einen ansatzweise unterhaltsamen Streifen, der in seiner angestaubten Form und dem Ausbleiben fesselnder Momente genauso gut als reine Geräuschkulisse beim Bügeln verwendet werden kann, aber leider zu keinem Zeitpunkt zum Mitfiebern anregt.

Sonderlich überzeugend ist das Bild nicht geworden. Es entspricht zwar den Anforderungen an eine moderne Produktion, sieht aber deutlich danach aus, als ob es aus dem B-Segment kommen würde. Als wenig überzeugende Entscheidung entpuppt sich der sehr harte, düstere Kontrast. Das ist zwar üblich, hier aber zu sehr überzogen dargestellt. Demnach ertrinkt der Film sehr oft in Schatten. Auch die Farben sind sehr zurückhaltend gestaltet, was beispielsweise an der eigentlich roten Frisur der Protagonistin erkennbar ist, die etwas zu bleich gerät. Die Bildschärfe ist in Ordnung, offenbart aber keine feinen Details oder sonderlich stark herausgearbeitete Konturen. Im Hintergrund befindet sih immer wieder ein feines Rauschen, das allerdings nicht stört. 4 Punkte sind somit eine knappe Entscheidung, denn eigentlich hatte ich ein wenig mehr vom anamorphen Bild erwartet.

Wie so oft bietet Koch Media auch diese DVD inklusive einem DTS-Ton an, der allerdings keinen klanglichen Mehrwert gegenüber der sonst rundum gelungenen Dolby Digital 5.1-Variante bietet. Während der Großteil des Filmes aus Dialogen und einem angenehm voll klingenden Musikanteil besteht, gehen die Gruselszenen leiser, aber effektiver vor. Die Einsätze auf den hinteren Boxen mischen das Geschehen ganz ordentlich auf und klingen wohldosiert. Der englische Originalton ist auch mit auf der DVD und kann deutsch untertitelt werden. Der englische Ton ist ein wenig zurückhaltender bei der Lautstärke, aber kann ebenso gute Werte vorweisen.



Drei Trailer werden automatisch beim Einlegen der DVD abgespielt, der Trailer zum Film ist im Hauptmenu abgelegt. Warum werden dort nicht alle Trailer untergebracht? Regisseur Hickox, der sich einst einen Namen mit Fortsetzungen beliebter Horror-Filme (Interner Link"Hellraiser 3", Interner Link"Waxwork 2") machte, inszeniert seinen etwas spannungsarmen Mystery-Thriller leider etwas zu sehr auf TV-Niveau, hat allerdings ein paar nette Gruseleffekte und eine tolle Kulisse auf seiner Seite. Die Zeiten des kruden Gemetzels sind allerdings vorbei.


Film++----
Bild++++--
Ton++++/-
Bonus/-----


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NewsAnthony Hickox dreht "Knife Edge" (Update)
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