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ESP 1982
Originaltitel:Mansión de los muertos vivientes, La
Alternativtitel:Auferstehung der reitenden Leichen, Die
aka. Residenz der reitenden Leichen, Die
aka. Schloss der reitenden Leichen, Das
Länge:92:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:SPIO/JK geprüft
Regie:Jesus Franco
Buch:Jesus Franco
Kamera:Joan Almirall (Jesus Franco)
Musik:Pablo Villa (Jesus Franco)
Darsteller:Lina Romay, Antonio Mayans, Mabel Escaño, Albino Graziani, Mari Carmen Nieto, Elisa Vela, Eva León
Vertrieb:Laser Paradise
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.), Dolby Digital 2.0 (Sp.)
Sprache:Deutsch, Spanisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit Schuber
DVD-Start:09.11.2007 (Kauf)
Specials:
Film-DVD:
  • Interview mit Jess Franco und Lina Romay (19:12 Min.)
  • Fotogalerie (2:24 Min.)
  • Trailershow:
    • Womb Raider (3:12 Min.)
    • Beyond the Limits (2:32 Min.)
    • Day of the Dead (1:40 Min.)
    • Garden of Love (1:55 Min.)
    • Vampiros (2:37 Min.)
Bonus-DVD:
  • Deutsche Kinotrailer:
    • Die Rückkehr der reitenden Leichen (1:54 Min.)
    • Das Blutgericht der reitenden Leichen (1:50 Min.)
  • Slideshows:
    • Die Nacht der reitenden Leichen (10:41 Min.)
    • Die Rückkehr der reitenden Leichen (15:29 Min.)
    • Das Geisterschiff der reitenden Leichen (7:38 Min.)
    • Das Blutgericht der reitenden Leichen (7:38 Min.)
  • Restored Uncut-Szenes - Die Rückkehr der reitenden Leichen (5:37 Min.)
  • Splitscenes-Featurette - Geisterschiff Restauration (4:56 Min.)
Als vier Kellnerinnen gemeinsam in den Urlaub auf die Canary Islands fahren, um mal richtig Spaß zu haben und zu relaxen, ahnen sie nicht was ihnen bevorsteht. Ihr Aufenthalt entwickelt sich schon bald zu einer kleinen Orgie, bis es kaum noch wilder zu treiben geht. Plötzlich klopfen die wiedererwachten Leichname der Templer an ihre Tür, mit dem unbändigen Verlangen nach Jungfrauen.
Mit "Mansion of the Living Dead" veröffentlicht Laser Paradise den inoffiziellen 5. Teil der Interner Link"Reitenden Leichen"-Saga. "Inoffiziell", weil dieser Wiederbelebungsversuch der verrottenden Templer nicht wie die vier Teile zuvor auf das Konto von Amando de Ossorio geht, sondern sein Landsmann Jess Franco das Regieszepter übernahm. Herausgekommen ist wie bei Franco üblich ein "spaltenfreudiger" Softsexstreifen, der mit den eigentlichen Absichten Ossorios kaum Gemeinsamkeiten besitzt. Das mag Fans der reitenden Leichen erschüttern, Franco-Fans dürfen bei diesem seltenen Film vor Freude juchzen.



Die Unterschiede machen sich sehr schnell bemerkbar: Auf berittene Pferde muss ebenso verzichtet werden wie auf ein durchdachtes Drehbuch. Stattdessen reiten bzw. reiben sich die vier weiblichen Hauptpersonen lieber an sich selbst und den anwesenden Herren. Gerade in der Anfangsphase des Films scheint Franco mehr Wert auf seine gut proportionierten Darstellerinnen gelegt zu haben, als eine Geschichte erzählen zu wollen. Und trotz der ständigen Softsexeinlagen gelingt es ihm, Atmosphäre zu schaffen. Hierfür sorgen ein geisterhaft anmutende Hotel und ein heruntergekommenes Kloster. Die Umgebung der scheinbar menschenleeren Insel mit ihren im Wind wehenden Palmen wurde zudem sehr stimmig eingefangen und mit einer passende Geräuschkulisse ergänzt.

Bleibt eigentlich nur die Frage, wo der Flughafen sein mag, der dafür sorgte, dass die vier Hauptdarstellerinnen an diesen verlassenen Ort gelangen, handelt es sich bei dem Quartett doch um deutsche Touristinnen aus München, die ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbringen. Franco berichtet übrigens in einem Interview (als Bonus auf der DVD enthalten) vom Drehort: Der Film entstand auf Gran Canaria, was man kaum glauben kann. Die Insel ist allerdings aufgrund ihrer Vegetation der richtige Drehort für seine Interpretation der untoten Templer. Gerade der windreiche Inselbereich zwischen Punta de Gando und Las Palmas, also die Nordseite der Insel, ist das genaue Gegenteil des touristischen Südens. Falls man also mal Urlaub dort machen sollte, bietet es sich an, nach den Drehorten Ausschau zu halten.



Aber zurück zum Film, der nach der ersten Hälfte mit seinen stimmigen Landschaftsaufnahmen und ansprechenden Brüsten der Darstellerinnen endlich auch die Templer zu bieten hat, die leider nicht mit Ossorios Templern mithalten können. Die skelettierten Gesichter entpuppen sich als billige Maskerade, und wer keine Maske abbekommen hat, muss mit einem weißgeschminkten Gesicht vorlieb nehmen. Förderlich für die Grundstimmung ist das zwar nicht, doch die Damenwelt lenkt dank Zeigefreudigkeit etwas davon und vom billigen Produktionsstandard ab.

Bei den angeblichen Templern handelt es sich zudem um eine altertümliche Sekte, die zu ewigem Leben verdammt ist. In grauer Vorzeit wurden die Mönche eines Klosters aufgrund ihres unchristlichen Lebens von einem ihrer Opfer verflucht. Demnach ist es auch nicht verwunderlich, wenn ausgerechnet eine der vier Hauptdarstellerinnen die Reinkarnation darstellt. Doch bevor der erlösende Sex mit den Untoten geschieht, dürfen sich auch ihre drei Begleiterinnen der Fleischeslust der sexgierigen Mönche gezwungenermaßen hingeben und danach unblutig das Zeitliche segnen. Von mehr Handlung muss man Abstand nehmen, außer vielleicht noch, dass der Hotelbesitzer und sein degenerierter Gärtner die heimlichen Anführer der Sekte sind und sich in einem Hotelzimmer eine in Ketten gelegte Frau zum Zeitvertreib halten.



In der Hauptrolle platzierte Franco wieder einmal seine Lebensgefährtin Lina Romay, der die blonde Perücke allerdings nicht sonderlich gut steht. Der Grund für dieses fehlgeleitete Modestück ist ihr für den Film verwendetes Pseudonym "Candy Coster". Trotzdem fällt es nicht schwer, Lina sofort darunter zu erkennen. Der männliche Protagonist wird von "Robert Foster" alias Antonio Mayans verkörpert und erinnert in seiner Darstellung etwas an Kieran Canter in Joe D'Amatos Interner Link"Sado", wenn es hier auch deutlich harmloser zugeht. Die restlichen Darsteller liefern für die Filmverhältnisse eine solide Arbeit ab, wobei ihre Leistung oft auf Brüste bzw. Schambereich reduziert wird. Franco selbst übernahm neben der Regie auch alle anderen erdenklichen Arbeiten hinter der Kamera, wodurch er sein "Mansion of the Living Dead" quasi im völligen Alleingang erschaffen hat. Für den Mainstream-Konsumenten dürfte dieses Werk absolut unbrauchbar sein, während Franco- und Sexploitation-Fans auf ihre Kosten kommen, denn mit wenig Aufwand schuf Franco einen netten und atmosphärischen, mit viel nackter Haut angereicherten, kleinen Horrorfilm.

"Mansion of the Living Dead" wird in Deutschland durch Laser Paradise erstveröffentlicht. Freudentänze sollte man trotzdem nicht aufführen, denn das Bild besitzt einige Probleme, die besonders Billigproduktionen der 1980er Jahre anhaften. Heute mehr Aufwand und Kosten in die Nachproduktion der DVD zu stecken, macht deswegen wenig Sinn. Das sahen übrigens auch die Amerikaner so, denn die DVD von Severin sieht nicht besser aus als das deutsche Pendant. Die Farbgebung ist insgesamt etwas dunkel ausgefallen, meistens aber noch ausdrucksstark. Zwar kann man bemängeln, dass Tönungen nicht stimmen und sich auch immer wieder mal Verfälschungen einschleichen, aber zumindest werden keine allzu blassen Farben geboten. Der Kontrast zieht, abgesehen von seiner für die Filmart typisch finsteren Kalibrierung, mit. Es gibt genügend Szenen, die eine verhältnismäßig gute Auflösung besitzen und damit 3 Punkte in der Bewertung ermöglichen. Andererseits verschenkt die Vorlage und ihre Umsetzung viele Möglichkeiten. Analoge Defekte als auch Verschmutzungen halten sich zwar zurück, doch die Schärfe lässt kaum eine ordentliche Detailzeichnung zu und auch die Kompression leistet sich einige Ausfälle.



Man merkt, dass es sich bei der deutschen Fassung um eine Neusynchronisation handelt, aber der Zeitgeist wird gekonnt eingefangen und die Sprecher geben sich Mühe bei ihrer Arbeit. Dafür kann der Dolby Digital 5.1-Mix überhaupt nicht überzeugen, was daran liegt, dass die hinteren Boxen stumm bleiben und das Geschehen nur von der Front wiedergegeben wird. Ansonsten gibt es klare und sehr saubere Dialoge zu hören, die eine etwas dominierende Position einnehmen, sich aber in den Mix gut integrieren. Auch bei der Musik und den Effekte gibt es keinen Grund zur Kritik, weil der Klang kräftig wiedergegeben und nicht von Störungen begleitet wird. Demnach ein guter Stereoklang, der sich leider "Dolby Digital 5.1" nennt. Die spanische Originalfassung gibt es gleich nur in Stereo. Zwar fügen sich die Dialoge etwas natürlicher in den Mix ein, dafür wirken sie auch etwas dumpfer und zischeln etwas. Nennenswerte Unterschiede sind sonst keine auszumachen. Schade ist das Ausbleiben deutscher Untertitel.

Die Extras befinden sich auf zwei DVDs verteilt, wobei die Bonus-DVD die Zugabe der vier "Reitenden Leichen"-Filme ist, die ebenfalls von Laser Paradise veröffentlicht wurden, und den Titel "Die Legende der reitenden Leichen" trägt. Vier Menüpunkte sorgen für eine geordnete Übersicht und beinhalten die alten deutschen Kinotrailer von Interner Link"Die Rückkehr der reitenden Leichen" und Interner Link"Das Blutgericht der reitenden Leichen". Zu beiden Filmen als auch zu Interner Link"Die Nacht der reitenden Leichen" und Interner Link"Das Geisterschiff der reitenden Leichen" gibt es noch umfangreiche Bildergalerien mit Aushangfotos und Filmplakaten. Hinzu kommen restaurierte ungekürzte Szenen zu Interner Link"Die Rückkehr der reitenden Leichen", welche aus einer spanischen TV-Ausstrahlung stammen und bei denen das Sendelogo mit einem dicken roten Hinweis überdeckt wurde. Den Abschluss bildet ein tonloser Vergleich zur Restauration von Interner Link"Das Geisterschiff der reitenden Leichen". Die filmspezifischen Extras befinden sich auf der Film-DVD und bestehen aus einer Bildergalerie, einer Trailershow mit weiteren Titeln sowie einem sehr interessanten, deutsch untertitelten Interview mit Jess Franco und Lina Romay. In knapp 20 Minuten geben sich beide sehr offenherzig und berichten über die Dreharbeiten und die Darsteller. Beide lassen auch viel Privates in dem Interview einfließen: So wird auf die zahlreichen Pseudonyme eingegangen und woher die Inspirationen zu diesen Namen stammen. Leider vergehen die 20 Minuten viel zu schnell.


Der 5. Film um die reitenden Leichen, der in Wirklichkeit gar keiner ist, wird von Laser Paradise in passabler Bild- und Tonqualität als deutsche Premiere völlig unzensiert veröffentlicht. Das 2-DVD-Set besticht durch einen chicen Schuber und eine Bonus-DVD, die aber schon Bestandteil der ursprünglichen Filmreihe gewesen ist. Besonders für Franco-Fans als auch für Freunde des Sexpolitationfilms dürfte dieses eher unbekanntere Werk eine kleine Bereicherung darstellen.


Film+++/--
Bild+++---
Ton+++/--
Bonus++----


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