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USA 2008
Originaltitel:Audie & the Wolf
Länge:76:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:B. Scott O'Malley
Buch:Frank Kowal, B. Scott O'Malley
Kamera:Kenneth Yeung
Musik:Karl Preusser
SFX:Vincent J. Guastini
Darsteller:Derek Hughes, Tara Price, Christa Campbell, Rance Howard, Richard Riehle, Alex Alexander, Annabelle Milne, Atticus Todd, Elana Krausz, Laura Lance, Christo Dimassis, Tom Carey, Frank Kowal
Vertrieb:WGF / Schröder Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Dt.), Dolby Digital 2.0 (Engl.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:09.09.2010 (Verleih) / 07.10.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:45 Min.)
  • Erweiterte / Alternative Szenen:
    • Partyszene (2:41 Min.)
    • John und Jane (3:46 Min.)
    • Rachel und Rina (0:55 Min.)
    • John im Wandschrank (0:52 Min.)
    • Audie und Father Bailay Endszene (1:30 Min.)
  • Trailershow:
    • Nine Dead (1:33 Min.)
    • The Final (2:08 Min.)
    • Todesritt nach Jericho (1:46 Min.)
    • The Investigator (1:56 Min.)
    • Everyman's War (1:52 Min.)
    • The Spiral (2:02 Min.)
    • Cornered! (1:41 Min.)
    • Mirage Man (1:12 Min.)
Jeder kennt die Sage vom verfluchten Menschen, der sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt. Aber haben Sie schon einmal vom Fluch des Menschen gehört? Bei jedem Vollmond verwandelt sich ein ganz normaler, freundlicher Wolf in einen blutrünstigen und wilden Menschen, der nach frischem Fleisch giert und ohne jeden Skrupel tötet.
Er ist John Doe, ein Mensch, der für jeden in seiner Umgebung zur tödlichen Gefahr wird. Aber John Doe liebt die junge Frau Audie, die alles daran setzt, ihn davon zu überzeugen, dass er kein Werwolf ist. Kann die Liebe den Fluch ein für allemal brechen ...?
Der Sprung von "Rotkäppchen" zur klassischen Horrorgestalt des Werwolfs scheint nicht sonderlich groß: Gab es mit "Zeit der Wölfe" doch bereits eine wunderbar verträumte Parabel, während die Reihe um Interner Link"Ginger Snaps" eher den Teenie-Horrorfilm bediente, dabei aber ebenso das Thema der Unschuld und der verführenden Sexualität hervorhob.
Die wesentlich schlichtere Variante bringt der Debütant B. Scott O'Malley ins Spiel, in der es um einen Werwolf in Menschengestalt geht, dessen Fluch von seinem leicht ausgeflippten Love Interest gebrochen werden könnte.



Der Wolf in Menschengestalt leidet scheinbar unter Amnesie, als er in der Villa der Schauspielerin Rachel erwacht, die er in der vorherigen Vollmondnacht gebissen hat. Über Umwege landet das flippige Punk-Girl Audie als Fleischlieferantin in der Villa und versucht dem Mann, den sie fortan John Doe nennt, an seine Wurzeln heranzuführen. Dabei erkennt John, dass die Frau, die er zu lieben beginnt, in höchster Lebensgefahr schwebt ...

Schade, dass der Streifen als Horror-Komödie angepriesen wird, denn als reiner Werwolf-Trash hätte er fast schon funktionieren können. Doch die bemühte Art, dumme Grimassen und alberne Verhaltensweisen witzig erscheinen zu lassen, erstickt das Vorhaben im Keim. Schon allein, weil die Figuren keinerlei Sympathiepunkte einfahren können, das Hundeverhalten von Joe mit Kratzen, in die Ecke pinkeln und Verzehr rohen Fleisches auf Dauer ermüdend albern wirkt und das Treiben im Haus zur reinen Einfältigkeit verkommt.

Der stets unsicher agierende John weilt in der Villa, nach und nach klingeln Bekannte der Schauspielerin an der Tür oder Typen, die irgendwie als Opfer dienen könnten, wie ein versoffener Arzt oder ein schwarzmagisches Exorzistenpaar. Die Besucher werden gebissen, was in seiner Darstellung meistens nicht allzu explizit ausfällt und anschließend landen sie im Keller des Hauses, wo sie als Untote ab und an gegen die Tür hämmern.
Dazwischen lernt John durch Audie ein wenig vom wahren Leben kennen. Doch die Villa wird infolgedessen nicht verlassen, was der Abwechslung nicht gerade dienlich ist. Opfer kommt, wird niedergestreckt und anschließend versteckt, während Audie etwaigen Hilferufen zu keiner Zeit nachgeht: Überraschungsfrei und altbacken aufgebaut bis zum Ende.



Dazu passen auch irgendwie die billig klingenden Songs Richtung 80s Pop und die biedere Inszenierung, die sich zu keiner Zeit traut, auch mal brachiale Szenen einzubinden oder zumindest auf Dialogwitz zu setzen, welcher allenfalls ein bis zwei Mal zündet. Dadurch resultiert im Gesamtbild vor allem Bewegungsarmut, mangelnde Spannung und ausbleibende Originalität, während die wenigen Splatterszenen zwar passabel gestaltet wurden, über Bisswunden, vorzugsweise in der Halsgegend, jedoch kaum hinauskommen.

So besucht man einen katholischen Priester am Tropf hängend, entdeckt ein schützendes Amulett, schickt die Geliebte mehrfach aus dem Haus, wischt das Blut vom Boden, versucht durch TV Erinnerungen hervorzurufen und empfängt einen Indianer, der zumindest noch einen halbwegs originellen Hintergrund zum Werwolf-Fluch liefert. Ansonsten kommt der Stoff kaum in die Gänge und ermüdet primär mit seinem überraschungsfreien und eindimensionalen Ablauf.
Eine derart angelegte Horror-Komödie hätte eventuell noch in den Sechzigern begeistert, doch die Sehgewohnheiten erwarten letztlich doch etwas mehr als einen Typen im Haus, der seine Triebe nicht unter Kontrolle halten kann und ein paar Leute relativ unspektakulär um die Ecke bringt. Zumal: Von einer Verwandlung zur Bestie sind wir bei diesem Streifen so weit entfernt wie Rotkäppchen vom Puff und somit bedarf es schon einer Menge Wohlwollen, der uninspirierten Geschichte auf Dauer etwas Positives abzugewinnen.


Dafür kann die Bildqualität des Low Budget-Films punkten. Eine Entschädigung für das verschenkte Drehbuch ist es zwar nicht, aber zumindest aus technischer Sicht bekommt man etwas geboten. Kleinere Probleme sind bedingt durch die digitale Aufnahmetechnik zu vermelden, beschränken sich aber auf dunkle, etwas unzureichend ausgeleuchtete Szenen, wo die ansonsten gute Schärfe nachlässt, Farben an Intensität verlieren und auch ein deutliches Bildrauschen auszumachen ist. Diese Szenen halten sich aber in Grenzen und somit wird über einem Großteil der Laufzeit ein ordentliches Bild präsentiert. Sehr schön gibt sich ansonsten die Farbgebung, die mit kräftigen und stets natürlichen Tönen gefällt. Auch der Kontrast ist ausbalanciert und kann sowohl in hellen als auch dunklen Szenen überzeugen. Bildfehler sind nicht vorhanden und auch die Kompression macht nur selten auf sich aufmerksam.

Auch auf akustischer Seite hinterlässt die DVD aus dem Hause WGF einen guten Eindruck. Neben der guten deutschen Synchronisation erfreut der Dolby Digital 5.1-Mix mit einem gelungenen Klangspektrum, das handlungsbedingt zwar keine brachialen Ausbrüche besitzt, aber mit schön platzierten direktionalen Effekten aufwarten kann. So zum Beispiel, wenn John erstmalig das Haus in Menschengestalt verlässt und förmlich von der belebten Stadt erschlagen wird. Da wird das heimische Wohnzimmer zu einem kleinen Hexenkessel. Leider gibt es von diesen Szenen nicht allzu viele. Wenn, dann wird aber eine tolle Atmosphäre dank Raumklang kreiert. Zumindest verteilt sich die übrige Zeit der Score als auch Soundeffekte auf die hinteren Boxen, die jedoch ruhig etwas dynamischer hätte klingen dürfen. Dialoge werden stets frontbasiert, sehr sauber und gut verständlich wiedergegeben. Den Originalton gibt es hingegen nur in Stereo und bietet für diese Tonart ein durchschnittliches Ergebnis. Dialoge sind auch in dieser Fassung gut verständlich, wirken jedoch nicht ganz so natürlich, was wohl den Produktionsumständen zu schulden ist. Somit ist man mit der deutschen Sprachfassung deutlich besser bedient.


Die Extras sind mager ausgefallen, wenn auch mehr als auf dem Cover angegeben, und bestehen neben dem Trailer zum Film noch aus erweiterten bzw. alternativen Szenen. Diese sind aber kaum der Rede wert, weil sie verständlicherweise aus dem Endschnitt flogen. Weitere Trailer des Labels nutzen den noch übrigen Platz der DVD.

Thematisch hätte "Audie und der Wolf" eine nette Horrorkomödie werden können, da die Geschichte nicht uninteressant ist. Geworden ist es weniger, weil zu viel Potential verschenkt wurde, um gegen die zahlreiche Konkurrenz bestehn zu können. Es bleibt eine unkonventionelle und wenig aussagekräftige Horrorkomödie, die bei Freunden von Trashfilmen ohne allzu großen Anspruch aber ein Publikum finden wird.


Film++----
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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Audie und der Wolf
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