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USA 1990-1991
Originaltitel:Simpsons, The
Alternativtitel:Simpson, Los
aka. Simpsonovi
Länge:488:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:David Silverman, Rich Moore, Wesley Archer, Mark Kirkland, Jim Reardon
Buch:David M. Stern, Jon Vitti, John Swartzwelder, Jay Kogen, Wallace Wolodarsky, Edgar Allan Poe, Sam Simon, Kev Levine, David Isaacs, Jeff Martin, George Meyer, Neil Scovell, Al Jean, Mike Reiss, Steve Pepoon, Brian K. Roberts
Musik:Danny Elfman, Alf Clausen, Richard Gibbs, Arthur B. Rubinstein
Darsteller:(Originalstimmen) Dan Castellaneta, Julie Kavner, Nancy Cartwright, Yeardley Smith, Harry Shearer, Marcia Wallace, Jo Ann Harris, Pamela Hayden, Russi Taylor, Harvey Fierstein, Hank Azaria, James Earl Jones, Maggie Roswell, Tony Benett, Ton Poston, Daryl Coley, Ken Levine, Greg Berg, Alex Rocco, Doris Grau, Phil Hartman, Joey Miyashima, Diana Tanaka, Larry King, Sab Shimono, George Takei, Tress MacNeille, Jon Lovitz, Deborah Ludwig Davis, Danny DeVito, Frank Welker, Tracey Ullman, Audrey Meadows, Ringo Starr, Dustin Hoffman, Cloris Leachman, Daniel Stern
Vertrieb:20th Century Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:KeepCases in Pappschuber
DVD-Start:06.06.2002 (Kauf)
Specials:
  • 12seitiges Booklet
Disc 1:
  • Audiokommentar zu jeder Episode
  • Hidden Feature
Disc 2:
  • Audiokommentar zu jeder Episode
Disc 3:
  • Audiokommentar zu jeder Episode
  • Hidden Feature
Disc 4:
  • American Musik Awards (opt. Audiokommentar, 2:22 Min.)
  • Musikvideo "Deep Deep Trouble" (opt. Audiokommentar, 5:02 Min.)
  • "Do The Bartman" Director's Cut (6:03 Min.)
  • Butterfinger-Werbung (1:27 Min.)
  • David Silverman bei "Creation of an Episode" (6:14 Min.)
  • Emmy Awards-Verleihung (2:59 Min.)
  • Interview mit James L. Brooks und Matt Groening (10:16 Min.)
  • Simpsons Kunstgalerie:
    • "Der Musterschüler" Storyboards (20 Seiten)
    • "Bart bleibt hart" Storyboards (4 Seiten)
    • Erste Skizzen und Zeichnungen (39 Seiten)
    • Zeitschriften-Titelseiten (18 Seiten)
  • Hidden Features
Der Musterschüler / Bart Gets An F (22:13 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 20.12.1991
US-Erstausstrahlung: 11.10.1990


Inhalt: Bart Simpson ist der geborene Klassenclown: frech, unaufmerksam und stinkend faul. Darunter leiden auch seine Zensuren. Statt hin und wieder zu lernen, vergnügt er sich lieber bei sinnlosen Computerspielen und brutalen Trickfilmen. Der Rabauke treibt es so weit, dass schließlich seine Versetzung in die vierte Klasse auf dem Spiel steht.


Karriere mit Köpfchen / Simpson and Delilah (22:13 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 10.01.1992
US-Erstausstrahlung: 18.10.1990


Inhalt: Der gestresste Homer Simpson hat schon lange ein haariges Problem: eine dicke, leuchtend gelbe Glatze. Im Fernsehen wird ein neues Wundermittel gegen Haarausfall angepriesen - Homer ist sofort Feuer und Flamme. Doch leider kann er sich die teure Medizin nicht leisten. Um an das Ziel seiner Träume zu gelangen, hilft nur ein handfester Versicherungsbetrug ...


Horror frei Haus / Treehouse of Horror (22:18 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 17.01.1992
US-Erstausstrahlung: 24.10.1990


Inhalt: Das ist nichts für empfindsame Nerven. Die Simpsons laden herzlichst ein zum schlimmsten Fest des Jahres: Halloween! Der gelbe Simpsons-Clan betätigt sich als Alptraum für jeden Hausgeist und macht vor keiner Spukgeschichte halt. Halloween hat erheblich mehr zu bieten als nur ein paar ausgehöhlte Kürbisse ...


Frische Fische mit drei Augen / Two Cars in Every Garage and Three Eyes on Every Fish (22:17 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 24.01.1992
US-Erstausstrahlung: 01.11.1990


Inhalt: Beim Angeln macht Bart Simpson einen unverhofften Fang. In der Nähe des Springfielder Atomkraftwerkes holt er einen ekligen dreiäugigen Fisch aus dem Wasser. Die Sensation geistert durch alle Zeitungen und bald muss Mr. Burns, der Besitzer des altersschwachen Kraftwerkes, gegen die Schließung seiner geliebten Dreckschleuder kämpfen. Als alle Bestechungsversuche scheitern, will Burns sich kurzerhand zum Gouverneur wählen lassen.


Das Maskottchen / Dancin' Homer (22:16 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 31.01.1992
US-Erstausstrahlung: 08.11.1990


Inhalt: Der sonst so geizige Mr. Burns sponsert für seine Mitarbeiter den Besuch eines Baseballspiels. Mit von der Partie ist auch die komplette Simpson-Familie. Als sich Homer ein paar Bier genehmigt hat, tanzt er angesäuselt vor den Zuschauern herum. Tatsächlich gewinnen die Springfielder an diesem Tag ein Spiel. Für den korpulenten Homer Simpson beginnt nun eine steile Karriere als Maskottchen für die glücklose Baseballmannschaft seiner Heimatstadt.


Der Wettkampf / Dead Putting Society (22:15 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 07.02.1992
US-Erstausstrahlung: 15.11.1990


Inhalt: Ned Flanders ist der perfekte Nachbar: hilfsbereit und bis zur Dummheit gutmütig. Homer Simpson ist davon ständig genervt. Keine Gelegenheit lässt er aus, um sich mit Flanders zu streiten oder ihm eins reinzuwürgen. Ein harmloses Minigolfturnier bietet Homer einen Anlass, sich an seinem frommen Nachbarn zu rächen.


Bart bleibt hart / Bart vs. Thanksgiving (22:15 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 14.02.1992
US-Erstausstrahlung: 22.11.1990


Inhalt: Thanksgiving im Hause Simpson, das heißt Familienwahnsinn! Marges garstige Schwestern und ihre nörgelige Mutter gehören genauso auf die Gästeliste wie Homers seniler Vater. Nach alter Tradition vermasselt Bart das Fest auch diesmal. Kurz vor dem Truthahnessen zerstört er eine Bastelarbeit seiner Schwester. Natürlich verlangt Marge, dass er sich bei Lisa entschuldigt. Doch Bart bleibt hart und mischt sich lieber unter die Springfielder Pennergemeinde.


Der Teufelssprung / Bart the Daredevil (21:55 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 28.02.1992
US-Erstausstrahlung: 06.12.1990


Inhalt: Es geht doch nichts über das laute Getöse von Motoren und das Krachen demolierter Autos: Zumindest in diesem Punkt sind sich Bart Simpson und sein Vater Homer einig. Als sich in Springfield eine Monster-Truck-Rallye ankündigt, sind die beiden sofort begeistert - umso mehr, als auch ein todesmutiger Stuntman dort sein Können zeigt. Als Bart später zu Hause das gleiche mit seinem Skateboard probiert, landet er prompt im Krankenhaus. Doch von ein paar blauen Flecken lässt er sich nicht von seiner Zukunft als Stuntman abbringen.


Das Fernsehen ist an allem Schuld / Itchy & Scratchy & Marge (22:16 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 08.05.1992
US-Erstausstrahlung: 20.12.1990


Inhalt: Die beiden Trickfilm-Helden Itchy und Scratchy sind die unangefochtenen Stars im Fernsehen. Mit unglaublicher Brutalität und sadistischen Einfällen führen sie durch das Kinderprogramm. Sogar die kleine Maggie Simpson ist von so viel Gewalt beeindruckt. Erst schlägt der jüngste Simpson-Sprössling Vater Homer mit einem Hammer nieder, dann versucht sie ihn mit einem Bleistift zu erstechen. Für Marge ist die Schmerzgrenze erreicht. Kurz entschlossen sagt sie dem Fernsehen den Kampf an.


Bart kommt unter die Räder / Bart Gets Hit by a Car (22:18 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 06.03.1992
US-Erstausstrahlung: 10.01.1991


Inhalt: Bei einem Streifzug mit dem Skateboard wird Bart von Mr. Burns angefahren. Mit ein paar Schrammen landet er im Krankenhaus. Dort überredet ein gewiefter Anwalt Homer, seinen Chef zu verklagen und einen schönen Batzen Geld abzuräumen. Klar, dass von nun an jede Menge Betrug und Bestechung im Spiel ist.


Die 24-Stunden-Frist / One Fish, Two Fish, Blowfish, Blue Fish (22:15 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 13.03.1992
US-Erstausstrahlung: 24.01.1991


Inhalt: Um aus dem täglichen Einerlei auszubrechen, besuchen die Simpsons ein japanisches Restaurant. Obwohl Homer anfangs sehr skeptisch ist, bestellt er die Speisekarte rauf und runter. Unter den ausgesuchten Spezialitäten befindet sich auch eine sehr gefährliche Mahlzeit: Kugelfisch. Schneidet man die falschen Teile des Fisches ab, hat das tödliche Folgen. Klar, dass sowas nur Homer Simpson passieren kann! Nach dem japanischen Gaumenschmaus hat er noch einen Tag zu leben...


Wie alles begann / The Way We Was (22:11 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 20.03.1992
US-Erstausstrahlung: 31.01.1991


Inhalt: Panik bei den Simpsons - der Fernseher ist kaputt. In diesem Ausnahmezustand kommt man auf die sonderbarsten Einfälle. Zum Beispiel erzählt man sich alte Familiengeschichten. So erfahren wir, wie der tollpatschige Homer seine geliebte Marge beim Nachsitzen in der Schule kennen lernte.


Das Achte Gebot / Homer vs. Lisa and the 8th Commandment (22:13 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 27.03.1992
US-Erstausstrahlung: 07.02.1991


Inhalt: Homer hat ein unglaubliches Schnäppchen gemacht: Für ganze 50 Dollar hat er sich einen gebührenfreien Kabelanschluss besorgt - natürlich illegal. Seitdem hockt er vor der Flimmerkiste und genießt die Programmvielfalt. Der Kabelklau bereitet aber bald der kleinen Lisa Gewissensbisse. Sie ist überzeugt davon, dass ihre Familie für dieses horrende Verbrechen in der Hölle schmoren wird.


Der Heiratskandidat / Principal Charming (22:17 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 03.04.1992
US-Erstausstrahlung: 14.02.1991


Inhalt: Torschlusspanik bei Marges Schwester Selma: Sie ist 40 Jahre alt und immer noch ledig! Verzweifelt sucht sie einen Mann. In dieser schwierigen Situation soll ihr verhasster Schwager einen Heiratskandidaten herbeischaffen. Doch wer will schon einen nikotinsüchtigen Drachen mit Haaren auf den Zähnen? Für Homer beginnt eine fast aussichtslose Suche...


Ein Bruder für Homer / O Brother, Where Art Thou? (22:10 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 10.04.1992
US-Erstausstrahlung: 21.02.1991


Inhalt: Opa Simpson trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum: Nach einem Herzinfarkt offenbart er seinem Sohn, dass er noch ein zweites Kind gezeugt hat. Voller Neugier beginnt Homer sofort nach seinem verschollenen Halbbruder zu forschen. Und welche Überraschung: Der bis dahin unbekannte Simpson-Spross ist kein typischer Versager, sondern ein schwerreicher Konzernchef!


Betragen mangelhaft / Bart's Dog Gets an F (22:19 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 24.04.1992
US-Erstausstrahlung: 07.03.1991


Inhalt: Der schlimmste Teufelsbraten in der Familie Simpson ist eigentlich Bart, aber auch der Hund Knecht Ruprecht richtet jede Menge Schaden an. Nachdem das liebe Tier Homers überteure Markenschuhe zerkaut hat, wird es kurzerhand in eine Hundeschule geschickt, um das "ABC des guten Benehmens" zu lernen. Ob sich da noch was machen lässt...?


Die Erbschaft / Old Money (22:02 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 22.05.1992
US-Erstausstrahlung: 28.03.1991


Inhalt: Homer gehört nicht gerade zur Sorte "treusorgender Sohn": Sein Vater darf im Altersheim vor sich hin schmoren. Doch für den gelangweilten Opa Simpson ändert sich alles, als er die bezaubernde Bea kennen lernt. Der alte Herr ist sofort verliebt. Das langweilige Dasein im Seniorensitz scheint ein Ende zu haben - für den greisen Charmeur beginnt ein zweiter Frühling.


Marges Meisterwerk / Brush With Greatness (22:04 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 29.05.1992
US-Erstausstrahlung: 11.04.1991


Inhalt: Ein Ausflug in einen Vergnügungspark offenbart Homer die bittere Wahrheit. Er ist zu fett. Von da an will er mit der Fresserei aufhören. Auch für Marge beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Die ewige Hausfrau entdeckt ein altes Hobby wieder: Die Malerei. Was keiner glaubte (besonders ihr Mann nicht!), wird wahr: Marge gewinnt einen Künstlerpreis! Und schon flattert der erste Auftrag ins Haus. Mr. Burns will sich verewigen lassen und sucht einen talentierten Künstler.


Der Aushilfslehrer / Lisa's Substitute (22:04 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 12.06.1992
US-Erstausstrahlung: 25.04.1991


Inhalt: Lisas Lehrerin Mrs. Hoover ist krank. Für sie springt der dynamische Mr. Bergstrom ein. Er ist jung und attraktiv - und er hat einen ganz anderen Lehrstil als die fantasielose Klassenlehrerin. Lisa ist Feuer und Flamme und verliebt sich unsterblich. Auch in Barts Klasse ist schwer was los. Der Satansbraten will für das Amt des Klassensprechers kandidieren. Der Kampf um diesen Posten wird mit harten Bandagen geführt.


Kampf dem Ehekrieg / The War of the Simpsons (22:03 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 31.12.1991
US-Erstausstrahlung: 02.05.1991


Inhalt: Die Simpsons veranstalten eine Party. Natürlich benimmt Homer sich wieder mal total daneben: Sturzbetrunken torkelt er durch die Zimmer und beleidigt den größten Teil seiner Gäste. Die Feier endet mit einem handfesten Ehekrach. Um ihre Beziehung zu retten, nehmen die Simpsons an einem Eheseminar teil. Doch Homer hat Wichtigeres im Sinn als seine Eheprobleme zu lösen.


Drei Freunde und eine Comic-Heft / Three Men and a Comic Book (22:02 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 15.05.1992
US-Erstausstrahlung: 09.05.1991


Inhalt: Eine Comic-Messe in Springfield heizt die Sucht der Kleinstadtrabauken nach den bunten Heften so richtig an. Bart will sich die Erstausgabe des legendären Helden "Radioactive Man" zulegen. Doch er hat nicht genügend Geld für das wertvolle Exemplar. Um die nötige Kohle zu beschaffen, schuftet er bei einer alten Dame. Die psychopathische Alte haut ihn auch gleich gehörig übers Ohr.


Der Lebensretter / Blood Feud (22:04 Min.)
Deutsche Erstausstrahlung: 19.06.1992
US-Erstausstrahlung: 11.08.1991


Inhalt: Der Kraftwerksbesitzer und unverbesserliche Geizkragen Mr. Burns ist dem Tode nahe. Nur eine Blutspende kann ihn jetzt noch retten. Leider hat der tyrannische Millionär eine sehr seltene Blutgruppe und in ganz Springfield scheint es keinen Spender für ihn zu geben. Da lächelt den Simpsons das Glück: Homer erfährt, dass Bart die entsprechende Blutgruppe besitzt! Kommt jetzt endlich der lang ersehnte Reichtum?


- "Wenn ich daran denke, dass ich mein Leben in Sitzungsräumen und Aktionärsversammlungen vergeudet habe, anstatt mir Zeichentrickfilme anzusehen! Ich alter Narr habe nicht gelebt." (Herbert, Homers Halbbruder)

Sie sind wieder zurück - mit vollen 22 neuen Abenteuern! Neun mal mehr Simpsons als im ersten Jahr ... das Zeichen für die endgültige Etablierung eines Kultes der Neunziger Jahre? Sollte man fast meinen, wenn man sich die Entwicklung ansieht. Schon die erste Staffel war ja nicht gerade ein Sorgenkind von Fox und letztendlich der Garant dafür, dass eine Serie entstand, die heute den Rekord für die am längsten laufende TV-Serie aller Zeiten hält.
Und tatsächlich gingen die Simpsons im zweiten Jahr deutlich Richtung Mainstream. Beinahe reaktionär war die Strategie der Macher, in der Season 2-Premiere Bart zur Hauptfigur zu machen, denn er war damals der unumstrittene Publikumsliebling der Show und wurde erst nach und nach von Homer abgelöst. Fox tat sein übriges und setzte bei der Vergabe der Sendetermine voll auf Angriff: Sonntag, Prime Time, in direkter Konkurrenz zum bis dato unumstrittenen König der Familienunterhaltung, Sitcom-Star Bill Cosby. Und ja, das Konzept schien wahrhaftig aufzugehen! "Der Musterschüler" schlug die "Bill Cosby Show" bei den Quoten deutlich, was den Zeitungen des Landes große Schlagzeilen wert war. Es entbrannte ein Zweikampf. Da war plötzlich diese kleine Zeichentrickserie, die dem großen Bill Cosby zu schaffen machte.
Die Ernüchterung kam aber schnell. Woche für Woche holten die Cosbys auf und gewannen letztendlich doch recht schnell wieder die Überhand. Es wäre vielleicht auch etwas unheimlich gewesen; so aber hatten Groening & Co. die Möglichkeit, sich ganz in Ruhe zu entfalten - was der Serie sichtbar gut tat.
Was bringen also nun die 22 Episoden der zweiten Staffel Neues mit? Welche Erkenntnisse hatte man aus der ersten Staffel gezogen, was wurde eingeschränkt oder gar aufgehoben, und was wurde weiterhin gehütet und zum dauerhaften Gegenstand der Serie gemacht? Man merkt bereits, die zweite Staffel steht voll und ganz im Dienste der Etablierung und der Festigung der eingeschlagenen Richtung - was sich in diesen Folgen wiederspiegeln sollte:


Der Musterschüler

Ja, man ist geneigt zu verstehen, weshalb "Der Musterschüler" Bill Cosby schlagen konnte. Wo natürlich auch der Hype darum eine Rolle spielte, wie sich die Abenteuer um die gelbe Familie nach der Pause fortsetzen würde, war die erste Folge aber auch strategisch klug ausgewählt und vermutlich von Fox im Vorfeld ausgiebig beworben worden. Was sich nämlich zunächst auf dem Papier - und wohl auch in den Vorab-Trailern - wie eine Neuauflage der recht guten Episode "Bart wird ein Genie" (102) las, war im Endeffekt ein geschicktes Spiel mit dem Bekannten zum Aufbereiten von etwas Neuem. Die Zuschauer waren neugierig, ob sich die Originalität der Macher halten konnte. Und das war durchaus der Fall. Bart bekam als Figur vollkommen neue Züge ab, und der Plot erwies sich als überraschend ausgebufft. Da fiel die Tatsache, dass einmal mehr die Schulprobleme thematisiert wurden, gar nicht weiter ins Gewicht.
Und tatsächlich ist man schnell soweit, über fehlende Originalität überhaupt nicht nachzudenken. Der Rollentausch zwischen Bart und Schulstreber Martin erweist sich als höchst interessantes Szenario mit nicht zu verachtenden soziologischen Grundfragen. Welcher Lebensstil ist besser? Der theoretische, mit all den Formeln und dem Bücherwissen, zu Lasten der fehlenden menschlichen Kontakte, oder lieber der pragmatische, einfach zu tun, was man will, wobei allerdings die Bildung zu kurz kommt und sich die Optionen in der Zukunft vermindern?
Recht schnell verabschiedet sich doch jener Ansatz, wenn Martin in seiner neu entdeckten Leidenschaft, Unsinn zu stiften, plötzlich auf den Pakt pfeift und Bart auf sich alleine gestellt ist. Anstatt hier aber einen Bruch zu erleiden, steigert sich die Episode nur, und zwar in dem Moment, als Gott persönlich eingreift und Bart eine Chance gibt, das Schuljahr zu überstehen, ohne sitzen zu bleiben. Lisa macht sozusagen als Gottes Sprachrohr die Situation deutlich, wenn Bart vor der Entscheidung steht, die sein Leben bestimmen könnte: Die glückliche Fügung Gottes nutzen, um das Leben zu genießen, oder um zu büffeln.
Diese wertvolle und zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt wirkende Botschaft wird geschickt kombiniert mit einem Traum, mit einer dieser zeichnerischen Delikatessen der Serie, die ursprünglich überhaupt nicht eingebaut werden sollten, bis man dann die Möglichkeiten der Serie entdeckte. Erstmals mischen sich hier auch historische Bezüge mit ein, was gerade zuletzt bei den Simpsons wieder beliebt geworden ist.
So bietet diese erste Folge all das, was zum Auftakt nötig gewesen ist, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Man war nicht mehr darauf angewiesen, wie in der ersten Staffel eine Familiengeschichte zu konstruieren und sich somit eher allgemeinen Problemen zu widmen, sondern konnte gleich in die Vollen gehen. Und diese Konsequenz gefällt ganz einfach - und macht Lust auf mehr.

Karriere mit Köpfchen

Erstmals werden wir Deutschen persönlich angesprochen. In einer Quiz-Show im Fernsehen fragt der Moderator: "Welcher berühmte Deutsche ..." und Homer ruft: "Hitler!" Aber das nur am Rande, denn eigentlich geht es um ein Thema, das auch schon bei den Bundys verhackstückt wurde: Die Definition der Männlichkeit über die Haarpracht.
Nun mag man die Sache mit Hitler tatsächlich als geschickten Hinweis aufnehmen - einen Hinweis darauf, wie die äußere Erscheinung ein trauriges Männchen mit Schnauzerstummel und Seitenscheitel zum Massenhypnotiseur machen kann - und wie eben volle Haarpracht dafür sorgt, dass das Umfeld bei deren Träger Dynamik bemerkt. Aber sind wir Menschen tatsächlich so beeinflussbar, dass Haare den Erfolg ausmachen und nicht etwa das Hirn darunter? Nun, immerhin sagt Groening selbst, als er seine Schaffung mit wallendem Haar betrachtet, ganz verblüfft: "It really does make a difference." Das ist der Punkt, weshalb auch diese Folge so gut funktioniert: Homer sieht mit seinen ständig wechselnden Frisuren deutlich jünger aus als mit seinem üblichen Bowlingkugelkopf. Wir glauben seinem Umfeld, dass es einen ganz anderen Mann vor sich hat.
Damit wir aber immer noch in der Gewissheit bleiben, dass Homer trotz der Haare noch der Alte ist, muss für uns Zuschauer immer noch der alte Glatzkopf erkennbar bleiben. Umso wichtiger wird Dan Castellaneta, Homers Stimme, die sich über die gesamten 20 Minuten kein Stück ändert und verrät, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt. Und jener Aspekt ist ausgesprochen gut gelungen, denn der Zuschauer wird damit automatisch in die richtige Ausgangsposition versetzt, um die Botschaft problemlos aufzunehmen.
Sicherlich auch für einen Lacher gut ist die seltsame, unbekannte Figur, die Homer zur Seite gestellt wird. Ein mysteriöser Fremder namens Karl mit undurchsichtigen Absichten, bei dem es so scheint, als wolle er Homer helfen, wobei allerdings auch amouröse, homoerotische Gefühle durchscheinen - das erste, aber beileibe nicht letzte Mal, dass Homer auf mutmaßlich schwule Männer einen attraktiven Eindruck macht.
Und wie würde man nun die Moral der Geschicht' in Kurzform ausdrücken?
(Marge) "You are so beautiful ... to me!"
(Homer) "I am so beautiful ... to you!"


Horror frei Haus

Premiere! Die Simpsons etablieren eine Tradition. Vermutlich, um einen Ausgleich zu den regulären Alltagsepisoden zu schaffen, machte man sich einmal jährlich jeweils zu Halloween einen Spaß daraus, die Simpsons in absurde Situationen zu verfrachten, die so im normalen Kleinstadtleben nicht möglich gewesen wären.
Man sollte nun meinen, die ganze Angelegenheit sei wie eine Befreiung für die Macher, und so sieht es auch aus, denn den Storywritern und Animatoren sind wahrlich keine Grenzen gesetzt. Die Halloween-Shows gehören deswegen auch bis heute zu den großen Momenten jeder Season und haben tatsächlich bis heute im Gegensatz zu den restlichen Folgen kaum an Qualität verloren. Zu groß scheinen die Möglichkeiten zu sein, mit den Gesetzen der Serie zu spielen und sie für die Welt des Horrors zu modifizieren. Und das ist für die Macher dann auch das große Problem, das es schwierig macht, von einer "Befreiung" zu sprechen: Es gibt derart viele neue Charaktere und ungewohnte Effekte, dass man sich irgendwann dazu entschloss, die Stories bereits auf Vorrat zu schreiben, damit die Zeichner mehr Zeit hatten, die Drehbücher in Bilder umzusetzen.
Für die erste Folge nahm man sich drei sehr unterschiedlicher Geschichten an, welche mit einem "realen" Rahmengerüst verbunden wurden, in dem sich Bart und Lisa in der Halloween-Nacht im Baumhaus Geschichten erzählen und Homer von außen mithorcht. Zuvor gibt es eine von Marge moderierte Einleitung vor einem roten Vorhang sowie erstmals ein vollkommen anderer Abspann mit einer Kamerafahrt über den Springfielder Friedhof (auf dessen Grabsteinen dann berühmte Figuren verewigt wurden). Deutlich angelehnt an die alten Universal-Klassiker aus den Dreißigern und Vierzigern und deren dramatischer Präsentation in den Kinos, kann man sich gerade als Freund alter Horrorklassiker in Nostalgie suhlen und sich sicher sein, dass die Halloween-Shows auch inhaltlich stets voller Anspielungen gespickt waren.
Los geht's mit einer Verulkung der Haunted House-Thematik, im Speziellen angelehnt an Interner Link"Poltergeist" und Interner Link"Amityville Horror". Mit unglaublicher Experimentierfreudigkeit zeigt sich das Innenleben des verwunschenen Hauses und glänzt mit atmenden und blutenden Wänden, sich wandelnden Farben und Perspektivenwechseln. Atmosphärisch wandelt dieser Teil zwischen richtig subtiler Horroratmosphäre und dem auflockernden Simpsons-Humor, wenn das Haus von den Simpsons zur Rede gestellt und daraufhin analysiert wird, dass es möglicherweise ganz einsam ist und niemanden an sich heranlassen will. Das ist eine absolut hochklassige Persiflage, die auch letzte Konsequenz zeigt, weshalb man sich sogar schon im Vorfeld Sorgen darum machte, ob ein kleines Baby mit einem Messer in der Hand bei den Zensoren durchkommen würde. Tatsächlich ist die komplette Folge sehr erwachsen und sicherlich nicht für kleinere Kinder geeignet.
Etwas lockerer, aber nichtsdestotrotz sehr morbide geht es auch im zweiten Teil zu, wo wir zum ersten Mal auf alte Bekannte treffen: Kang und Kodos, die zwei schleimigen Außerirdischen, die nicht zum letzten Mal Springfield besuchten. Der Gag mit dem "How to cook humans"-Buch ist einer Episode aus "Twilight Zone" entlehnt. Der Sinn der Entführung der Simpsons durch Kang und Kodos wird zum Ende hin nicht so ganz klar, was aber umso mehr das Subtile betont.
Zuletzt ließ man sich mit der Adaption von Edgar Allen Poes "The Raven" auf einen Rasierklingentanz ein, denn ob sich der gemächliche, ruhige Spannungsaufbau Poes mit den überdrehten Simpsons vereinbaren ließ, war vorher nicht klar. Jetzt aber schon: "The Raven" gehört mit zum Anspruchsvollsten, was die Simpsons je hervorgebracht haben. Es gelang wahrhaftig, die Poe-Atmosphäre in diese Zeichentrickwelt zu übertragen. Sinnvoll war es schon, die intelligente Lisa diese Geschichte erzählen zu lassen. In der Story selbst übernimmt dann Gaststar James Earl Jones, bekannt vor allem als Darth Vaders Stimme, den Off-Erzähler und seine gereimten Hinweise auf die unbehagliche Situation, in der sich unser Homer befindet. Die erstklassige musikalische Untermalung übernahm erstmals Alf Clausen, der anschließend noch mehrfach den Simpsons-Score übernahm, was nach der Leistung hier kein Wunder mehr war. Auch Dan Castellaneta machte langsam eine Art "Stimmbruch" durch und fand zu seiner wahren Gabe. Nachdem er in der ersten Staffel noch seinen Weg finden musste, stabilisierte sich seine Leistung im zweiten Jahr schon sehr schnell, und hier führt er den Tanz auf der Klinge aus wie ein Balletttänzer, denn der schmale Grat zwischen Poescher Poesie und Homerschen Wahnsinns war ein großer, und Castellaneta vermochte es, ihn zu überschreiten. Die deutsche Stimme Norbert Gastell mochte da nicht ganz mithalten, doch hielt er sich mehr als wacker. Zuletzt erwähnenswert ist die mehr als erstklassige Regie, denn die verschrobenen Kamerawinkel, die den Raum dimensional unwirklich erscheinen lassen, können sich mehr als sehen lassen und sind ein erster größerer Höhepunkt in der Simpsons-Geschichte - wie auch letztlich die komplette Episode, die vor lauter visuellen Einfällen nur so strotzt und drei höchst atmosphärische Kurzgeschichten auch noch in eine Rahmenhandlung zu integrieren vermag - ein 22-minütiges Kunstwerk.


Frische Fische mit drei Augen

"Jim Brooks says, when you steal from a black-white-movie, it's an hommage."
So heißt es im Audiokommentar. Und "Frische Fische mit drei Augen" ist so eine "Hommage" - an das Lieblingsangriffsziel "Citizen Kane". Im Mittelpunkt steht daher auch zum ersten Mal Mr. Burns, der sich bei einer Kane-Hommage natürlich besonders anbietet, die Hauptfigur zu spielen. Dementsprechend geht es auch um Wahlkampf, der letztendlich durch das Atomkraftwerk selbst entschieden wird - beziehungsweise durch das, was es hervorgebracht hat, nämlich eine Fischmutation.
Das Wahlkampftheater zwischen den Gouverneursanwärtern Montgomery Burns und Mary Bailey erweist sich nicht zuletzt durch die Anleihen bei Orwells Film als grandios inszeniert. Noch viel grandioser jedoch ist die Übertragung dieses Zweikampfes auf der großen Bühne ins Haus der Simpsons, wo Homer und Marge verschiedene Vorstellungen davon haben, wer das Gouverneursamt bekleiden soll. Ein Clou ist der finale Storytwist mit dem servierten Fisch, ausgehend davon, dass Marge einen beiläufigen und unüberlegten Satz Homers nach ihren Vorstellungen definiert. "Citizen Kane" ging vor allem für seine revolutionäre Filmstruktur in die Geschichte ein, und jener Aspekt ist es auch, der in dieser Folge herausragt: "Fische Fische mit drei Augen" ist vor allem vom strukturellen Aufbau her ein Highlight der zweiten Staffel.


Das Maskottchen

"Das Maskottchen" ist als eine dieser Legendenbildungen in Kombination mit dem Sport zu verstehen, wie es sie schon oft in Filmen gab, jedoch auch immer wieder bei älteren Menschen im realen Alltag vorkommt, die über ein Ereignis berichten, das einst das ganze Land bewegt hat.
Der Sport - hier mit Baseball eine der drei US-Nationalsportarten - bietet dafür ausreichend Grund und Boden, denn das Einheitsgefühl, das man in einer gigantischen Masse aus fanatischen Menschen mit nur einem einzigen Ziel hat, muss man selbst erlebt haben, um es zu verstehen. Dementsprechend wird die Episode durch Rückblenden aufgezogen, die Homer in der Kneipe seinen Saufkumpanen erzählt. Die folgenden Bilder werden somit zu einem Mythos, zu einer längst vergangenen Zeit aus Ruhm und Einsamkeit, eingebettet in beinahe phantomesker Dramatik.
Natürlich ist Homer unser gefallener Held, ein kleiner, kahlköpfiger Mann, der in seinem Teich der große Wels ist, im Meer jedoch nur ein kleiner Fisch. Darum geht es - Relativität, die Dimensionen der eigenen Identität, die Breitengerade einer Millionenmetropole im Kontrast zu dem kleinen Vorhof der eigenen Heimat.
Grandios ist nun vor allem wieder die musikalische Untermalung von Alf Clausen, der es versteht, die kleinen Momente des Erfolges von "Atoms"-Maskottchen Homer in hypnotischen Klangspiralen einzufangen, die das Retro-Feeling perfekt wiedergeben. Unterstützt wird dieses Gefühl durch eingespielte Zeitlupen in Schlüsselmomenten und dem Wechsel zwischen Nahaufnahmen und Weitwinkelaufnahmen, um so jene Relativität zwischen Individualismus und breiter Masse darzustellen. Der Humor steht durch diese Geschichte von bedeutenderen Ausmaßen etwas im Hintergrund, ist zumindest jederzeit von der fühlbaren Melancholie verdeckt. Erinnert wird man oftmals an "Good Will Hunting", wenn Homer merkt, dass er zu groß für das kleine Springfield ist; auch an "Rock Star", wenn er in seinem Hotelzimmer die einzelnen Schritte probt.
"Capital City" schließlich wird als Inbegriff des Glamours und der Oberflächlichkeit eingeführt, eine Stadt, die deutlich an New York und an den Broadway angelehnt ist; nicht zuletzt, weil bei der Fahrt der Simpsons durch den bunten Schilderwald ein "Capital City"-Song (geschrieben von Jeff Martin) ertönt, der deutlich an Frank Sinatras "New York, New York" erinnert.
Es ist schließlich eine Episode, die ein wenig aus der Reihe tanzt, die auch das Alltagsmuster der Serie bricht, um ihr so etwas Epik zu verleihen. "Das Maskottchen" zeigte, dass die Macher sich auch vom konventionellen Storygerüst entfernen konnten und mehr denn je die Momentaufnahme einer Sitcom verließen, um in das Essenzielle vorzustoßen.


Der Wettkampf

Yeah, rock on! Wettstreits sind natürlich immer eine knallige Angelegenheit. Al Bundy machte es vor, als er etwa zusammen mit Peggy gegen Marcy und Jefferson im Schnell-Einkaufen antrat mit seinem aufgemotzten Einkaufswagen; oder auch Tim Taylor, der seinen größten Konkurrenten Bob Wheeler mehr als einmal zu einem Kräftemessen mit seinem Hot Rod herausforderte. Und jetzt? Homer gegen Flanders, der fette, glatzköpfige Neider gegen den frommen, liebenswerten Nachbarn. Da muss doch einfach ein Brüller bei rauskommen.
So ist es auch.
Homer läuft von Beginn an zu Hochform auf, wenn er sich nahezu grundlos über Flanders aufregt, als der ihm seinen prachtvoll ausgestatteten Hobbykeller zeigt. Und den ersten Super-Knaller der Staffel gibt's auch zu vermelden: Wenn Homer vor seiner Familie den Entschuldigungsbrief Flanders vorliest, dann liegt man wahrhaftig mit am Boden - ich meine, wenn selbst Marge sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann, wie soll man als Zuschauer da widerstehen? Ich sag nur: "Busen!"
Man sagt, im Wettkampf offenbare sich das wahre Wesen eines Menschen. Wenn das stimmt, dürfen wir uns darüber freuen, sowohl die Flanders als auch die Simpsons von ihrer ungeschminkten Seite her kennen zu lernen. Und ja - wer hätte gedacht, dass Homer ein solcher Ehrgeizling sein kann? Natürlich nur, wenn nicht er sich anstrengen muss, sondern sein Sohn. Im Kontrast stehen da die Flanders, die eine derartige Familieneinheit demonstrieren, dass Homer nicht anders kann, als dies als Heuchelei zu interpretieren. Die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Turnier - einerseits zwischen den Simpsons und den Flanders, andererseits zwischen Barts Lehrmeistern Homer und Lisa, beinhalten die Spannungsmomente der Folge, die dann letztendlich noch einige Lachkrämpfe verursachen, wie etwa Flanders absoluter Ausraster, wenn er derart aus der Haut fährt, dass er Homer tatsächlich als "Einfaltspinsel" bezeichnet.
Insgesamt handelt es sich nach dem melancholischen "Maskottchen" wieder um eine absolut ausgelassene Folge, die vom reinen Humor her zur oberen Spitze gehört. Denn wer wollte freiwillig darauf verzichten, Flanders und Homer im Sonntagskleid ihrer Ehefrauen den Rasen mähen zu sehen?


Bart bleibt hart

Thanksgiving-Zeit - Familienzeit. Wäre dies die erste Staffel, wäre "Bart bleibt hart" womöglich zur Season-Premiere auserkoren. Auch wenn bei näherer Betrachtung Bart die Hauptrolle spielt - am Ende ist es eine Geschichte über Familiensinn.
Was bedeutet das für uns? Nun, wir lernen die bislang höchstens provisorisch auftretenden Grampa Simpson sowie Marges Mutter und ihre Schwestern Patty und Selma besser kennen. Zunächst wird dabei sehr gemütlich eine Fest-Vorbereitungsatmosphäre aufgebaut, wie man sie vielleicht auch aus der eigenen Kindheit kennt - Marge steht in der Küche, sie wird von Bart genervt, er will unbedingt was machen, Homer sitzt im Wohnzimmer und schaut Fernsehen, als plötzlich die Tür klingelt und die ersten Verwandten eintreffen. Den ersten richtigen Auftritt dürfte auch das Altersheim haben, welches stets ein Sammelsurium an tollen Gags auf Kosten der älteren Mitmenschen war. Hach, wat hett wi lacht (nie vergessen: auch wir sind irgendwann mal alt! Hihi!). Insgesamt ist die erste Filmhälfte die wirklich bemerkenswerte, weil sie sich ausgiebig Zeit lässt für Belanglosigkeiten, welche die Story nicht wirklich vorantreiben. Wenn man an heutige Folgen denkt, sind jene Momente, die sich Zeit nehmen für Belangloses, genau das, was man heute vermisst. Oft sind die neueren Folgen ganz einfach zu schnell, zu abgedreht und zu verrückt. Man würde was dafür geben, einfach nur zu sehen, wie Marge zweimal durchs Bild läuft, ohne etwas zu sagen, während Maggie auf der Couch sitzt und fernsieht. Auch deswegen glaubt man, in den aktuellen Staffeln eine Erzwungenheit zu erkennen, an deren Stelle zu Anfang der Serie noch Ausgelassenheit und Lockerheit thronte.
Um die Handlung zu rechtfertigen, muss es natürlich letztendlich doch noch eine Story geben. Die ist diesmal eher konventionell, wie man es vor einem Thanksgiving-Hintergrund erwartet, aber nichtsdestotrotz interessant. Die Versöhnungsszene zwischen Bruder und Schwester am Ende auf dem Dach ist geradezu rührend, und bis dahin hat man von Burns bis zu den Springfielder Pennern viele Orte, Arten und soziale Schichten gesehen, wie man in den USA Thanksgiving feiert.
Optisch gibt es eine (übrigens von Eric Stefani von No Doubt gelayoutete) Traumsequenz zu bestaunen, als Bart sich vorstellt, wie seine Familie auf seine Rückkehr reagieren würde. Mit den gewagten roten Schattierungen wagte man sich an die seit den ersten nachcolorierten Schwarzweißfilmen existierenden Farbfilmregeln heran (Rot = Gefahr) und baute den optischen Experimentalismus weiter aus.


Der Teufelssprung

Evil Knievel war Vorbild für diese Folge - und ich sage nicht umsonst Vorbild, denn genau darum geht es. Verlieren Eltern ihre Vorbildfunktion an irgendwelche dahergelaufenen Medienstars, die coole Sachen machen? Eine Frage, die besonders seit dem vermehrten Aufkommen von Fernsehern in Privathaushalten in den 50ern exponentiell zugenommen haben dürfte. So ist es sicherlich kein Zufall, dass Homer und Bart über den Fernseher vom Truck-A-Saurus erfahren und damit auch in Verbindung kommen mit dem wagemutigen Stuntman Murdock, den Bart fortan zu seinem Vorbild erklärt. Lisa fristet mal wieder ein unzufriedenes Schattendasein mit ihrer Muse, der Musik, während ihr Bruder gleichzeitig damit beschäftigt ist, sich in den Vordergrund zu spielen und bei seinen Freunden in den Mittelpunkt zu rücken.
"Marihuana is the Gateway to Heroine"
Aber nicht nur um die Vorbildfunktion dreht sich diese Folge, es geht auch um die Spirale, in der sich jene Menschen befinden, die ein Extrem nach dem anderen ausloten und sich schließlich so weit vorwagen, dass sie ihr Leben gefährden - seien das nun Geschwindigkeits-Freaks oder Drogenabhängige. In "Der Teufelssprung" stellt sich der "goldene Schuss" als der fast unbezwingbare Sprung über die "Teufelsschlucht" heraus, ein Wagnis, das Bart wohl das Leben kostete, würde er es wagen. Zum Glück, so viel Gespoilere muss sein, taucht Homer auf und bewahrt seinen Sohn vor dem Untergang, um dem Zuschauer eine Slapstickshow erster Güte zu liefern, die in diversen "Best Of"-Shows wieder aufgegriffen und sogar weitergeführt wurde. Sein "I'm the King of the World" bleibt als einer dieser Magic Moments zurück, und die komplette "Teufelsschlucht"-Szene mit ihrem markanten Steinschlucht-Design bleibt als verschrobene Parallelwelt der Willie Coyote-Abenteuer im Gedächtnis.


Das Fernsehen ist an allem schuld

Ein bezüglich Film und Fernsehen stets kontroverses Thema ist die Zensur. Zu diesem Zwecke entwickelte man bei den Simpsons schon früh die "Itchy & Scratchy Show", in erster Linie ein auf die Spitze getriebenes "Tom & Jerry"-Plagiat, das die sinnlose Gewalt im Fernsehen repräsentiert. Der Gag ist folgender: zwar ist die Show für sich betrachtet durchaus versetzt mit sinnloser Gewalt, die eben keinen anderen Zweck hat, als sich selbst zu repräsentieren, aber im Rahmen der Simpsons-Folgen werden sie stets zu einer Metapher für die Handlung - und dadurch mit Sinn gefüllt. Das ist paradox, denn dieser brutalen Show wird damit eine wertvolle Botschaft zuteil, die Sittenwächter etwas verwirren dürfte.
Nun ist es aber soweit: "Sauberfrau" Marge hat endlich mitbekommen, was ihre Kinder da konsumieren und geht auf die Barrikaden. In einer späteren Folge erfahren wir, dass sie schon in ihrer Jugend die Tendenz zur Rebellion hatte, und hier tritt es erstmals hervor. Schlichtweg genial ist die perfekt eingebundene Interner Link"Psycho"-Hommage, als Homer erstmals von seiner kleinen Tochter Maggie in der Garage mit einem Messer attackiert wird, hinfällt, einen Topf roter Farbe mitreißt und diese langsam in den Ausfluss gluckert.
Man hütet sich nun davor, eine spezielle Position einzunehmen, denn Sender wie Sittenwächter bekommen gleichermaßen ihr Fett weg. Dass Maggie die Inhalte des Fernsehens kopiert - und dass sie überhaupt eine liebevolle Beziehung zum Fernseher hat, haben wir in der Episode 1-13 "Der Babysitter ist los" bereits gesehen - ist ganz klar deutlich, denn nachdem sie ihren armen Vater zuerst mit einem Messer attackiert, bietet sie ihm nach der Änderung der Handlung eine Limonade an. Kurz vor Ende gibt es sogar eine überaus harmonische Sequenz, in der alle Kinder wieder die Natur genießen und ihre Freizeit an die frische Luft verlegen (inklusive Huckleberry Finn-Hommage). Andererseits - die "bereinigte" Itchy & Scratchy-Show sieht aus wie eine Zombie-Show, der jegliches Leben ausgesaugt wurde, und am Ende wird eine aufgebrachte Meute gezeigt, die um jeden Preis alles mögliche zensieren will und dabei vergisst, was künstlerischen Wert hat und was nicht. Man wählt also den diplomatischen Weg, der besagt, dass Zensur zwar sein muss, aber durch sie die künstlerische Freiheit nicht eingeschränkt werden darf.
Rein stimmungsmäßig gehen Zeichentrickserien über Cartoons und ihre Produktion, ähnlich wie beispielsweise ein Roman über einen Romanautoren, in die selbstreferenzielle Richtung. Über Hintergründe der Thematik ist man in einem solchen Fall natürlich bestens informiert, man kann mit Fachwissen glänzen und von der Darstellungsweise her aus dem Vollen schöpfen. Das wird hier auch voll ausgenutzt. So sehen wir tatsächlich Rich Moore, David Silverman und Wes Archer als Karikaturen ihrer selbst in den Produktionsstudios von "Itchy & Scratchy", als der Vorsitzende Marge um Rat bittet, wie man denn eine Episode inszenieren soll, ohne Gewalt zu integrieren. Und da schwingt dann natürlich immer etwas Selbstironie mit, die grundsätzlich zu gefallen weiß, so auch hier - zumal die Gelegenheit geboten wird, so viele Itchy & Scratchy-Episoden zu sehen wie in keiner anderen Folge.


Bart kommt unter die Räder

Bart fährt zur Hölle! Yeah, woohooo! Die identifikationswürdigen Alltagsabenteuer können noch so gut sein, ohne die gelegentlichen Ausflüge ins Über- bzw. Unterirdische wären sie es nur zur Hälfte. Und dabei ist das hier nur der Aufhänger, denn Bart wurde überfahren, glitt die Rolltreppe zum Himmel hinauf, spuckte auf die Erde, fiel in die Hölle, unterhielt sich mit dem Teufel über seine Zukunft und schwebte wieder in seinen irdischen Körper, nachdem gerade mal eine Minute Laufzeit vergangen war.
Eigentlich ist das hier nämlich eines der Gerichtsverfahren, die bei den Machern speziell vor ein, zwei Jahren wieder in Mode gekommen sind. Schmuddelanwalt Lionel Hutz bekommt seinen großen Auftritt in der Vermittlung zwischen den Simpsons, deren Junge angefahren wurde, und dem millionenschweren Burns, der mit seinen Staranwälten Justitia auf die Probe stellt und zudem noch Homers Boss ist. Ja, da ist Pfeffer in der Bude. Es wird mit harten Bandagen gekämpft, durch den Schmuddel-Hutz wird der Schmuddel-Arzt Dr. Nick Riviera erstmals eingeführt, das schlampige Pendant zum Simpsons-Hausarzt Dr. Julius Hibbert (der auf Sitcom-Arzt Heathcliff Huxtable aka Bill Cosby basiert). Die in Match Cuts aufgezogene Handlung entpuppt sich als Schlammschlacht erster Güte, deren Resultate vor dem Gericht aufbereitet werden zu einem Ergebnis, das dem ursprünglichen Sinn nach Gerechtigkeit herbeiführen soll. Dass dem nicht immer so ist, dass Gesetze vom Menschen gemacht sind und der Mensch fehlbar ist, soll hier unter Beweis gestellt werden. Herausragend sind die unterschiedlichen Berichterstattungen des Unfallhergangs von Bart und Burns. In Barts Erzählung ist der Himmel grau, das Burns-Auto hat eine hässliche Monsterfratze, und Burns steuert mit einem Zielfernrohr auf den flüchtenden Jungen zu, um ihn absichtlich zu überfahren. Dem Kraftwerksbesitzer zufolge schien die Sonne, es war ein herrlicher Tag, das Auto war ein Hippie-Beetle und der kleine Skateboard-Rowdy stürzte sich absichtlich in den Wagen.
Wieder wird schließlich Marge Simpson als die Vernünftige dargestellt und der Episodeninhalt wendet sich einmal mehr, um zuletzt wieder die Beziehung zwischen Homer und Marge auf die Probe zu stellen. Es geht nicht mehr darum, das Justizsystem der USA zu kritisieren, sondern darum, wie jeder einzelne Mensch damit umgeht und wie man sich selbst verhält, wenn es um Rechtsfragen geht. Es ist eine Frage dessen, ob man selbst auch etwas dafür tun will, um das Rechtssystem zu verbessern, oder ob man absichtlich die Lücken des Systems ausnutzt, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen. Die Grundsätze von Marge sind natürlich sattelfest und moralisch unangreifbar; es geht um Homer, der beginnt sich zu fragen, ob er seine Frau noch liebt, nachdem sie ihm seinen durch unfaire Mittel geerbten Reichtum vermasselt hat. Und Homer wird damit letztendlich wieder zur entscheidenden Identifikationsfigur für den Zuschauer.


Die 24-Stunden-Frist

Oha - Jetzt wird's ernst. Der Tod war in Sitcoms und Familienserien schon immer ein schweres Thema, mit dem sich nur wenige Serien wie "Roseanne" wirklich ausgiebig beschäftigten. Auch die Simpsons glitten oft an dem Thema vorbei - hier jedoch kommt es zur Sprache. Ob aktuelle Bezüge der Auslöser waren, ist nicht ganz klar, auch wenn die Episode unmittelbar vor dem Golfkrieg ausgestrahlt wurde. Die düstere Grundstimmung mit dem typischen Humor zu verbinden, war das größte Problem, und wenn man der Folge etwas vorwerfen will, dann dies, denn irgendwie vermögen sich beide Komponenten in dieser Folge nicht so recht vermischen.
Dabei geht's sehr lustig los: Beim Besuch in dem japanischen Restaurant performen Bart und Lisa auf der Karaoke-Bühne Isaac Hayes' "Shaft"-Theme. Das gab übrigens ziemliche Probleme mit den Zensoren, die sich scheuten, zwei Kinder einen derart schlüpfrigen Song singen zu lassen; man musste sogar ein Video von Hayes' Performance bei der Oscar-Verleihung einreichen, um letztendlich die Erlaubnis zu bekommen.
Dann aber kommt die Nachricht, dass Homer nur noch einen Tag zu leben hat, und das Geschehen verdunkelt sich trotz Homers lapidarem Umgang mit der Situation. Strukturell kann der Plot mit einer Liste des Todgeweihten überzeugen, was am letzten Tag auf Erden noch alles zu erledigen ist. Die letzten Ratschläge an seine Kinder sind rührend (Bart zeigt er, wie man sich rasiert, Lisa hört er beim Saxophonspielen zu und für Lisa nimmt er ein Video auf), und bei anderen Dingen zeigt er, dass er sogar über seinen eigenen Tod noch Witze reißen kann - so verspricht er Flanders, am nächsten Tag an der Grillparty teilzunehmen, und seinem Boss ruft er obszöne Dinge hinterher - er kann ja auch nicht ahnen, dass er alles überleben wird ...
Der Effekt der Episode ist der, dass wir als Zuschauer dem dickbäuchigen Glatzkopf noch näher kommen. War Bart zu Beginn dieser Staffel noch der Star, könnte diese Folge dazu beigetragen haben, dass irgendwann Homer zum Publikumsliebling wurde.


Wie alles begann

Die Simpsons gewinnen an Epik und nabeln sich noch weiter von der Konkurrenz ab, denn dass eine Zeichentrickserie sich in die Vergangenheit wagt und mit derartigen Referenzen an eine bestimmte Zeitepoche - hier die 70er - um sich schlägt, hat man auch noch nicht oft gesehen.
In gewisser Weise stellt dies natürlich einen Widerspruch zu den Gesetzen der Serie dar, denn wo die Simpsons in all den Jahren seit 1989 dem Zahn der Zeit widerstanden haben und kein bisschen gealtert sind, haben sie doch eine Vergangenheit, in der sie sich entwickelt haben - fast so, als sei Springfield im Jahre 1989 in einer interstellaren Zeitspirale gefangen worden und von der Weiterentwicklung der restlichen Welt ausgeschlossen. Man dachte zwar anfangs darüber nach, ob man die Simpsons altern lassen wolle, verwarf das aber schnell in dem Wissen, dass das Altern der Figuren für viele Real-Sitcoms den Tod bedeutete - und die lange Laufzeit der Serie gibt ihren Schaffern Recht.
Offenbar hat man sich ein wenig von der eigenen Jugend beeinflussen lassen, denn die Abenteuer des Teenie-Homer und seiner Angebeteten kommt unglaublich authentisch rüber. Optisch in verwaschenen Farben von der Gegenwart abgetrennt, schafften die Animatoren es, die komplette Umgebung inklusive Autos und Mode in die Siebziger zu versetzen. Schlaghosen, Plateaus, Demos, freie Liebe und Barry White - wenn ich es nicht besser wüsste (was ich als 81er-Jahrgang leider nicht tue), würde ich sagen: Yip, Seventies.
Die Story um das Kennenlernen zwischen Homer und Marge entwickelt sich zu einer Highschool-Teenie-Komödie, die in der zeitgenössischen Ära nicht besser hätte inszeniert werden können. Marge ist mit ihrem fallenden Haar wirklich attraktiv und Homer bietet sich mit seinen zahlreichen Schwächen perfekt zur Identifikation an.
Als schnöseliger Gegenspieler dient Artie Ziff, der erinnerungswürdig von Comedian Jon Lovitz eingesprochen wurde. Es wird wirklich kein Klischee ausgelassen, von den missgünstigen Schwestern über den "Flitzer" Barney und den Ratschläge verteilenden Chauffeur bis hin zum prüden Rektor ist wirklich alles dabei. Die Simpsons schaffen es also, sich erfolgreich von der Gegenwart zu lösen und das erste Kapitel der Simpsons-Historie aufzuschlagen, welche in den weiteren Staffeln noch um einige Kapitel bereichert wurde.


Das Achte Gebot

"Das Achte Gebot" holte den insgesamt zweiten Emmy für die Serie in der Sparte "beste Zeichentrickserie". Die Simpsons zeigen sich religiös tief verwurzelt, indem sie die zehn Gebote zu den Grundsätzen des Zusammenlebens erklären. Natürlich muss der Film Interner Link"Die Zehn Gebote" als Vorlagengeber herhalten, was speziell in dem historisch aufbereiteten Prolog deutlich gemacht wird, wenn der berühmte Auftritt Charlton Hestons als Moses quasi wieder neuaufgeführt wird.
Die Probleme sind dabei modernerer und weltlicherer Natur: Homer stiehlt Kabelfernsehen und verstößt damit gegen das achte Gebot. Es ist diesmal nur bedingt Marge, die sich dagegenstellt; vielmehr gerät Homer diesmal mit seiner Tochter Lisa in Konflikt. Die kann es nicht ertragen, dass ihr Vater - und letztlich, wie sie feststellen muss, ihr gesamtes Umfeld - nicht mehr nach den zehn Geboten lebt.
Das Skript ist nun damit beschäftigt, Lisa von ihrer Umgebung zu isolieren und sie mit ihrem unbehaglichen Gefühl alleine zu lassen, während alle anderen um sie herum bei ihren Taten nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben, sondern sie als selbstverständlich betrachten. Selbst von ihrer Mutter wird sie abgetrennt, als die im Supermarkt einzelne Weintrauben isst, ohne sie zu bezahlen. Es gibt nach "Bart kommt unter die Räder" zudem die nächste Höllensequenz zu bestaunen, als sich das Simpson-Wohnzimmer in die Hölle verwandelt und der Teufel mit Lisas Familie fernsieht.
In Nebenwirkungen wird der Effekt des Kabelfernsehens dargestellt. Bart sieht sich nachts Pornos an und veranstaltet für seine Freunde gegen Bezahlung eine Vorstellung, und beim anstehenden Boxkampf füllt sich das Haus mit Schnorrern. Die Medienkritik gegen die Inhalte der ausgestrahlten Sendungen hält sich dagegen in Grenzen, auch wenn ein- zweimal ein paar sinnlose Kanäle wie der Shopping-Kanal eingeblendet werden. Vielmehr konzentriert sich das Geschehen gemäß seinem Titel wirklich auf die moralische Komponente, die dann in einer Zweiteilung der Familie aufgelöst wird, denn während Homer und Bart mit ganz Springfield im Wohnzimmer den Boxkampf ansehen, sitzen Lisa, Maggie und Marge vor dem Haus und legen stillen Protest ein. Dass Homer mal wieder gerade noch rechtzeitig die Wende hinbekommt, dürfte klar sein - wie dies aber dargestellt wurde, hat durchaus Klasse, womit der Emmy sicherlich in Ordnung geht.


Der Heiratskandidat

Frisch zum Valentinstag gibt's eine Show über die Liebe, und die Gelegenheit verwendete man, um drei Charaktere zu vertiefen: Patty, Selma und Skinner. Aber zunächst mal, die Zeit muss sein, zu einer meiner Lieblingsfiguren, die hier als Fahranfänger ihren Einstand feiert: Hans Maulwurf. Dieser unsägliche Schrumpelkopf, dieses erbärmliche, vergessene Relikt einer Gesellschaft - die meisten Figuren definieren sich über reale Vorbilder aus der Realität. So wie ich selbst haben auch schon viele andere Simpsons-Gucker einen Skinner, einen Comicbuchladen-Verkäufer oder einen Nelson kennen gelernt. Aber Hans Maulwurf ... der Typ ist eine solche Überspitzung in einer einzigen Figur, dass es eine wahre Freude ist. Musste einfach mal gesagt werden - um ihn einmal in den Mittelpunkt zu rücken.
Denn um ihn geht es in dieser Geschichte natürlich nicht, mit Patty und Selma allerdings um zwei andere Mauerblümchen der Serie. Beide galten stets als die sarkastischen, überheblichen großen Schwestern, die Marge in ihrer Kindheit herumschubsten, heute aber im Gegensatz zu Marge einsam sind - ein Paradoxon in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um Zwillinge handelt.
Damit wird auch das Zwillingswesen unter die Lupe genommen. Patty und Selma, die in der Serie stets als eine Figur auftraten, immer gleich handelten und sich optisch nur durch eine minimal andere Frisur und unterschiedliche Ohrringe unterschieden, werden hier so weit analysiert, dass sich wesentliche Unterschiede auftun, und zwar in der Form, dass sich "Der Heiratskandidat" schließlich zu einer dramatischen Geschichte entwickelt. Man kann es auch als Analyse des Inneren eines Menschen verstehen und als Aufforderung, einen Menschen nicht nach dem Äußeren zu beurteilen. Mit Skinner wird diese Botschaft klar, denn er verliebt sich nur in eine der beiden fast monoton gleichen Schwestern, während er die andere ignoriert - was beweist, dass er in Patty etwas sieht, das er in Selma nicht sieht. Dass es sich hier zudem um ein Verwechslungsszenario handelt und eigentlich Selma diejenige ist, die sich nach einem Mann sehnt, verstärkt die Dramaturgie nur.
Darüber hinaus hat die Folge einiges an Filmanspielungen zu bieten. Als Skinner den Turm hinaufläuft, wird genussvoll Hitchcocks Interner Link"Vertigo" referiert, bei Homers analytischer Suche nach einem geeigneten Mann für Selma sucht er mit einem Fadenkreuz-Blick, was eine intelligente Anspielung auf Interner Link"The Terminator" ist. Insgesamt gelingt die Verbindung zwischen Drama und Komödie hier etwas besser als in "Die 24-Stunden-Frist" - der Gesamteindruck ist jedenfalls überaus positiv.


Ein Bruder für Homer

In den Achtzigern gab's da mal so einen ominösen Film ... "Twins" oder so ... da gab es ein Zwillingspaar bestehend aus einem österreichischen Muskelberg, der es inzwischen zum Gouverneur gebracht hat, und einem kleinen Wicht namens Danny DeVito. Und jener Danny DeVito wurde auserkoren, um erneut einen Zwillingsbruder zu spielen - diesmal den von Homer.
Wenn man so will, kommt auch Schwarzenegger in der Folge vor, denn sie beginnt mit einem McBain-Film, und McBain ist ein Zerrbild des hirnlosen Action-Typus, wie ihn in der realen Welt vor allem Schwarzenegger darstellte.
Und nun ist es nach "Der Heiratskandidat" schon die zweite Zwillingsfolge hintereinander. Wieder geht es darum, die Unterschiede zwischen beiden herauszufinden, diesmal jedoch deutlich weniger subtil - immerhin handelt es sich um Homer. Und das hat nun folgenschwere Auswirkungen auf seinen Charakter. Um nämlich die Welten darzustellen, die zwischen Homer und Herbert liegen, musste Herbert ein ausgesprochen kluger, reicher und gewitzter Geschäftsmann werden; und Homer musste dümmer werden. Wir wissen ja, wie das inzwischen ausgegangen ist ... (nicht dass ich das beklagen würde ... ganz im Gegenteil).
Ziel ist zu zeigen, was wahrer Reichtum ist. Homer ist dumm, aber glücklich, denn er hat eine Familie; Herbert ist reich, aber unglücklich, denn er hat keine. Indem sich nun die Brüder treffen, werden jene Verhältnisse durcheinandergeworfen, und nur das kann erklären, was da im folgenden abgeht.
Die Tatsache, dass nicht etwa Herman nach Springfield kommt, sondern die Simpsons zu Herman, sorgt zunächst für etwas Abwechslung von den üblichen Kulissen, zumal Herbert (bis dato) schwerreich ist und sich in Luxus suhlt. Das hat man bisher nur bei Mr. Burns in diesen Ausmaßen gesehen. Das große Areal sorgt nun auch dafür, dass die komplette Familie auseinanderdriftet und jeder die Übersicht darüber verliert, was der andere macht. Nur so wird die Auflösung des Plots überhaupt einigermaßen nachvollziehbar, denn dass sich ein Millionär von seinem Bruder so bereitwillig zum Bettler machen lässt, muss erst einmal logisch nachvollziehbar gemacht werden.
Auf jeden Fall bietet der Ausflug zu "Onkie Herb" jede Menge Gelegenheiten für allerfeinsten Slapstick. Homer dummer denn je darzustellen, funktionierte auf Anhieb; Gags der Güteklasse A sprudelten plötzlich aus allen Richtungen hervor. Sei es nun der Scherz mit dem verlorenen Halbbruder von Hibbert und Homers Unfähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen; sei es seine Art, die Aufsicht über den Bau des Autos zu führen oder was auch immer - jeder Gag sitzt hundertprozentig, was man auch an dem ausgelassenen Audiokommentar merkt. "Ein Bruder für Homer" mauserte sich recht schnell zum Publikumserfolg und zog kurze Zeit später ein "Sequel" nach sich, das die Bruder-Story zu einem denkwürdigen Zweiteiler komplementierte.


Betragen mangelhaft

Nachdem man langsam die wichtigsten Charaktere durchhatte, ging man wieder zurück an den Anfang - zu Knecht Ruprecht, der in der allerersten Episode feierlich zu Weihnachten in die Familie aufgenommen wurde. Zum ersten Mal steht also nun ein Tier im Mittelpunkt, was gewaltige Auswirkungen auf die Art der Inszenierung hatte. Es galt schließlich, die Geschichte mehr oder weniger aus dem Blickwinkel eines Tieres zu erzählen. Ähnlich wie in der Literatur - unter anderem hat Stephen King in einigen seiner Romane aus der Perspektive eines Hundes, eines Pumas oder einer Schlange geschrieben - führt das einen komplett anderen Rhythmus mit sich.
Stilistisch macht sich das schon schnell bemerkbar, denn der Regisseur Jim Reardon verwendet eine "Hundeperspektive", die ausgesprochen gut gelungen ist und das visualisiert, was man bei Kings Beschreibungen heraushören konnte. Schwarzweiße, verzerrte Wahrnehmung der Umwelt, die Dialoge der Menschen erklingen in undefinierbarem Kauderwelsch und wichtige Dinge rücken automatisch ins Zentrum des Blickfeldes. Die Bedürfnisse des Hundes werden damit nachvollziehbar gemacht, weshalb sich das "Dog-Vision" im Nachhinein bei den Fans größter Beliebtheit erfreute (ich find's auch klasse!). Damit wird der Grundstein gelegt für die schwierige Aufgabe, den Zuschauer auf die Seite des Hundes zu ziehen, denn wir sind nun mal Menschen und denken eben auch wie solche. Dass wir trotzdem dem Hund beistehen, ist der erstklassigen Regie zu verdanken. In kleineren Subplots werden geschickt die neuen Besitztümer der Simpson-Familie (z.B. Homers neue Schuhe oder Marges und Lisas traditionelle Stickdecke) eingeführt, und als Knecht Ruprecht sie zerreißt, sind wir tatsächlich auf der Seite des Hundes.
Ansonsten sticht in dieser Folge erstmals so richtig die erfreuliche Tatsache hervor, dass bei den Simpsons die Tiere nicht allegorisiert werden, sondern wirklich Tiere bleiben. In der späteren Folge mit Homer und seinem Riesenfisch gab es eine Szene, in welcher der Fisch - quasi wie ein Mensch - in die Kamera blinzelt und wegschwimmt. Und diejenigen, die schon bei Disney die singenden Tiere nicht ausstehen konnten, dürfen sich dafür glücklich schätzen, denn selten wurden Comic-Tiere so realistisch umgesetzt.


Die Erbschaft

Eine schöne Folge, die David Silverman da abgeliefert hat. Witze über Alte gehören aber ja sowieso zu den Highlights bei den Simpsons; zumindest ich persönlich darf Grampa Simpson zu meinen Lieblingscharakteren zählen. Dahinter steht natürlich sozialkritische Essenz, denn während die Japaner dafür bekannt sind, ihre Alten zu ehren, ist es im Westen umgekehrt, und ganz besonders die USA machen da keine Ausnahme.
In dieser Folge zeigt sich das durch die eher oberflächliche Beschäftigung mit dem alten Herrn, denn in dem Glauben, ihm eine Freude zu machen, nehmen die Simpsons Grampa mit auf eine Safari. Sein Widerstand, sein Wunsch, lieber im Altenheim mit der neuen Liebe Bea zu verbringen, wird als Spinnerei abgetan - und zack, gibt Bea den Löffel ab. Und Homer ist bei seinem Vater untendurch.
Nachdem Abe von der Erbschaft erfährt, isoliert uns die Regie von den Simpsons und lässt uns alleine mit dem Innenleben des traurigen alten Mannes, der keine Freude mehr an dem Geld hat ohne die Frau, der er den Reichtum verdankt. Dieser Kniff erlaubt es, Abe einen Geist erscheinen zu lassen, denn wo die Serie allgemein sehr realistisch ist und nicht einfach Geister auftauchen, sind wir hier mitten in dem inneren Gedankenmonolog Abes, und das Auftauchen des Geistes ist eine Symbolisierung seines Innenlebens. Wir erleben also mit, wie ein alter Mann nach einem neuen Sinn im Leben sucht und ihn findet. Als Nebeneffekt erweisen sich die Einwohner Springfields mal wieder als Schmarotzer, die alles tun, um an das Geld zu kommen - solche "Vorsprechen" kamen immer mal wieder in der Serie vor, meistens, wenn Burns etwas anzubieten hatte - hier jedoch setzt sich auch Burns auf Grampas Schoß, um eine Chance auf das Geld zu erhalten, was bei seinem Reichtum schon ein Knaller ist.
Ansonsten scheint uns der Plot am Ende wieder was von ausgleichender Gerechtigkeit ins Ohr zu flüstern - denn wo Pech in der Liebe, da Glück im Spiel. Ob man das nun als Moral der Geschichte nimmt, muss man wohl für sich entscheiden ...


Marges Meisterwerk

Tja, was soll ich da viel sagen? Ein Klassiker! Aus der Grundidee heraus, die innere Schönheit eines Menschen hervorzuheben und den guten Funken in jedem einzelnen menschlichen Wesen zu erkennen, entsprang eine absolut bizarre Folge mit einem nackten Mr. Burns. Auch sonst werden hässliche Menschen in hässlichen Situationen gezeigt, sozusagen ein "Carnival of Ugliness", und die Groeningschen Figuren gewinnen an Absurdität. Das beginnt mit dem fetten Homer, der mit einem höchst unvorteilhaften Unterhemd gekleidet* in der Wasserrutsche eines Erlebnisparks steckenbleibt und endet mit dem knochigen Mr. Burns, der von Marge unter der Dusche überrascht wird. Über Marge erfahren wir zudem, dass sie künstlerisch begabt ist - dass jene Gabe stets unterdrückt blieb und vor der Hausfrau kapitulieren musste, wird in einer späteren Folge noch ausgiebig behandelt. Die Kunstfertigkeit der Marge bringt aber den Expressionismus ins Spiel, und auch die Folge selbst ist in gewisser Weise expressionistisch, was gerade in dem Dreieck Marge-Homer-Burns deutlich wird. Eine sehr schöne Folge, über die eigentlich keine weiteren Worte verloren werden müssen. Lieber noch einmal ansehen.
* (Wobei das eigentlich kein Unterhemd darstellen sollte, sondern Homers vom Tragen eines Unterhemdes bleiche Haut)

Der Aushilfslehrer

Hach ... eine Episode zum Dahinschmelzen vor lauter emotionaler Dichte. Aber das ist in Lisa-Folgen ja sowieso immer der Fall.
Der unverstandenen Schülerin für eine Folge einen Seelenpartner zur Seite zu stellen, lag nahe, zumal man sich ja sicher sein konnte, dass sich nichts ändern würde und Lisa immer die unverstandene Einzelgängerin bliebe, denn bekanntlich ist am Anfang jeder neuen Episode wieder alles so, wie es früher war - ein Punkt, der bei den "Simpsons" und "Futurama" inzwischen schon ausgiebig satirisch aufbereitet wurde.
Beim Seelenpartner handelt es sich bezeichnenderweise nur um eine provisorische Vertretung für Mrs. Hoover, die ansonsten ebenfalls bezeichnenderweise kaum Interesse für ihre Schüler aufbringt, schon gar nicht für Lisa. Der neue Lehrer, Mr. Bergstrom (ein Name, der ironischerweise für die Ewigkeit steht, für den immer währenden Fluss eines Stroms, der seit Jahrtausenden den gleichen Berg hinunterläuft ... so viel zur Namenssymbolik) wird gesprochen von keinem geringeren als Dustin Hoffman, der in den Credits allerdings als "Sam Etic" auftaucht. Aufwand war dazu gegeben, denn ein Teil des Sprecher-Casts musste extra zu ihm fliegen, um einen halben Tag lang mit ihm die Aufnahmen zu erstellen. Aber zumindest anfangs lohnte dieser Aufwand durchaus. Drängen sich die Stars inzwischen, um auch mal als Simpsons-Figur verarbeitet zu werden und verkommen infolgedessen zum Selbstzweck, waren Gaststars anfangs noch etwas Besonderes und vor allem waren sie durchdacht eingesetzt. Ob der Star nun einer fremden Figur oder sich selbst die Stimme lieh, stets wurde der Charakter des Schauspielers oder seine Biografie sinnvoll in das Ambiente eingeflochten.
Das intellektuelle Verhältnis zwischen Lisa und Mr. Bergstrom funktioniert gerade vor dem Hintergrund der Dummköpfe Bart und Homer, die in ihrem Unverständnis die Sensibilität des neuen Lehrers ins Profane ziehen. Wie schon bei Flanders Entschuldigungsbrief in der Golfturnierepisode gibt es wieder Gelegenheit, Homer und Bart dabei zuzusehen, wie sie sich über das innere Gefühlsleben eines anderen Menschen lustig machen - und es ist immer wieder ein Brüller.
Wenn Homer dann in den näheren Kontakt mit Mr. Bergstrom kommt, wird natürlich auch er selbst wieder kritisch unter die Lupe genommen; dafür bietet er aber auch einfach Angriffsfläche. Schließlich wird er mal wieder mit seinen prähistorischen Vorfahren in Verbindung gebracht, wenn er von Lisa als "Baboon" (bzw. "Affenarsch") bezeichnet wird - und auf seine Weise löst sich das Verhältnis zwischen Homer und Lisa wieder in Frieden auf. Vorher aber noch überreicht Mr. Bergstrom in einer rührenden Abschiedsszene Lisa eine Notiz: "Du bist Lisa Simpson." Das bot viel Gesprächsstoff. Think about it.


Kampf dem Ehekrieg

Die Ärzte bedienten sich aus dieser Folge für einen ihrer Songs mit einem Zitat. Das aber nur nebenbei, denn die Umgebung, aus der dieses Zitat gezogen wurde, ist mal wieder eine dieser spitzenmäßigen surrealen Sequenzen, die diesmal aus Homers lückenhaftem Gedächtnis entspringen. Wir bekommen Einblick in das verworrene Gedankenkonstrukt des Homer Simpson, das sich einmal mehr als expressionistisches Szenario entpuppt (welches inspiriert war durch Al Hirschfield). Und wichtig ist es für den Inhalt, denn es geht erneut um Differenzen in der Ehe. Die biblischen Grundsätze des Lebens, die in der Episode "Das achte Gebot" ihre Uraufführung bekam, wird weitergeführt, Im Kontrast gibt es eine Anspielung auf Interner Link"Das Omen", wenn eine Rückblende zeigt, wie Satansbraten Bart seine Babysitterin zur Verzweiflung bringt. Gleich darauf gibt's noch einen Trunk-Shot à la Tarantino, und vorher sah man bereits Adolf Hitler in der Springfielder Kirche sitzen (Aha, da steckt er also). Wie man sieht, eine Episode voller kleiner Anspielungen. Ansonsten gibt es eine nette Parallelmontage, in der wir zum einen sehen, wie Homer und Marge in dem Ehe-Auffrischungs-Seminar ihre Ehe wieder auf Trab bringen (und Homer durch seine Anglerleidenschaft in Versuchung gebracht wird), zum anderen die Simpsons-Kinder, wie sie Babysitter-Ersatz Grampa Simpson ausnutzen. Bart mit einer Zigarre im Mund zu zeigen, war schon ein starkes Stück.
In jenem Parallelschnitt und der zusätzlichen Komplexität des Homer-Marge-Teils liegt auch die Stärke der Folge, die ein sehr hohes Tempo aufweist, was noch durch furiose Actionsequenzen auf dem Teich verstärkt wird. Die Auflösung folgt dem "Opfere-entweder-dies-oder-das-beides-zusammen-geht-nicht"-Prinzip. Und wenn auch letztendlich die beiden Handlungsstränge eher autark vonstatten gehen und kaum aufeinander einwirken, so bleibt doch alles sehr stimmig.


Drei Freunde und ein Comic-Heft

Wenn man einen Apfel hat, und drei Leute haben Hunger, wie muss man den Apfel aufteilen, damit jeder satt wird? Reine Mathematik? Nicht unbedingt, denn kann es nicht auch sein, dass drei Leute von einem Apfel gar nicht satt werden?
Diese Frage muss viele Leute beschäftigt haben, denn erstmals nach langer Zeit schlugen die Simpsons die "Bill Cosby Show" wieder ganz knapp in den Quoten.
Thematisch ging's mir persönlich so wie den Machern: Ich gehe auf in der Comic-Thematik, liebe die vielen kleinen Referenzen an diverse Verlage, studiere mit Freuden die überproportionale Detailverliebtheit, zu der es im ersten Akt auf der Comicmesse kommt und später auch im Comicladen. Comics sind nur eben nichts für jeden, aber die Detailliertheit schien angekommen zu sein.
Aber auch inhaltlich gab es viel Anklang, denn es geht um die unvergesslichen Momente in der Jugend. Klar, wen parodiert man da? "Die wunderbaren Jahre". Daniel Stern (Interner Link"Kevin - Allein zu Haus"), den Original-Off-Sprecher der erfolgreichen Jugendserie mit Fred Savage, konnte man dafür sogar gewinnen (obwohl der Audiokommentar irgendwie etwas anderes verlauten lässt, aber im Abspann ist er gelistet). Im Deutschen durfte Bart-Sprecherin Sandra Schwittau dafür mal mit fast unveränderter Stimme sprechen, wodurch die gedankenverlorene Szene im Krusty Burger im Deutschen fast noch einen Tick effektiver ist.
Ansonsten zeigt die Folge erinnerungswürdige Momente, die so oder ähnlich auch in der eigenen Kindheit hätten passiert sein können. Bart, wie er bei einer alten Frau hart arbeitet, die jeglichen Bezug dazu verloren hat, welchen Wert Geld hat; oder auch Bart, Milhouse und Martin, wie sie im Comicladen stehen und sich zu einer Zwangsgemeinschaft zusammenschließen, um endlich das sonst unerreichbare "Radioactive Man Nr. 1" zu erwerben. Höchst atmosphärisch ist das alles auch noch, denn die Szenen im Baumhaus arbeiten mit Schatteneffekten, ungewöhnlichen Kameraeinstellungen und rasanten Kamerafahrten (der 360°-Schwenk durch das Innere des Baumhauses).
Dem Comic selbst wird schließlich symbolische Aussagekraft über die Welt und das Leben zugesprochen, was speziell bei dem abschließenden Zoom auf das letzte übriggebliebene Stück des Comics deutlich wird, dessen finaler Satz auch auf die Geschichte und nicht zuletzt auf die komplette Serie übertragen werden kann, denn "Well, the world is safe again ... but ... for how long?" kann man auch daraufhin münzen, dass wieder eine neue Geschichte beendet wurde, dass es aber nicht lange dauern wird, bis sich das nächste Abenteuer ergibt. Und eines sollte in dieser Season tatsächlich noch folgen ...


Der Lebensretter

Die letzte Folge, und der Zuschauer kann sich zufrieden zurücklehnen. Wieder steht Burns im Vordergrund, wieder wird "Citizen Kane" zitiert, diesmal bei der Nachstellung des Raumes, in dem Burns hilflos auf dem Boden liegt. Gezeigt wird eine Verdickung des (Miss)Verhältnisses zwischen Homer und Burns - der eine agiert aus purer Habgier, der andere aus purer Selbstsucht; beides keine christlichen Einstellungen. Es entbrennt ein Zweikampf, der, einmal entbrannt, von niemandem mehr gestoppt werden kann. Zum Abschluss der Staffel bildet sich nochmals eine richtige Slapstick-Schlacht, welche die Situationskomik in den Vordergrund schiebt. Das sehr seltsame Verhältnis zwischen diesem Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird gefestigt; ein Verhältnis des ewigen Kleinkrieges, der aber mit der seltsamen Eigenschaft von Burns gewürzt wird, immer alles zu vergessen. Das hat Smithers oftmals an den Rand der Verzweiflung gebracht, weil er Homer am liebsten aus dem Kraftwerk werfen würde; hier jedoch ist es umgekehrt, denn diesmal hat Homer dafür gesorgt, dass Burns am Leben blieb, und Smithers bekommt Gewissensbisse. Letztendlich ist es also auch eine Charakterisierung der Beziehung zwischen Burns und seinem Assistenten. Dass der schwul ist und in Burns verliebt, war zu dem Zeitpunkt noch nicht klar; hier wird aber deutlich gemacht, dass ihm viel an seinem Chef liegt, und dass er deswegen manchmal als schlichtende Kraft eingreift, um Burns vor sich selbst zu schützen. Das Geschenk, das den Simpsons schließlich doch noch gemacht wurde, verfolgte die Serie in Zukunft noch; immer mal wieder war dieses riesige Ungetüm olmekischer Architektur im Keller der Simpsons zu sehen. Eine der immer wieder auftauchenden Referenzen an frühere Folgen, die mit zunehmender Staffelanzahl auftauchten.



So richtig Freude kommt bei der Bildqualität in der zweiten Staffel nicht auf. Während die Erste noch mit dem Zeichenstil zu kämpfen hatte, ist es hier nur das sehr nach TV-Aufnahme aussehende Master, welches die niedrige Wertung sorgt. So kann man des Öfteren nur eine durchschnittliche Schärfe beobachten, die Kompression ist nach wie vor auf geringem Niveau, was zu ner Menge ausgefransten Konturen und Blockrauschen en masse führt, und die Vorlage hat manchmal so ihre Macken. Z.B. kann man sehr gut in der Episode "Bart bleibt hart", aber auch später immer wieder, in Lisas Zimmer das extreme Kantenspringen erkennen. Farblich ist man nun eher auf der sicheren Seite als noch bei der Vorgängerstaffel, aber wiederum hat man den Eindruck, dass alles noch etwas frischer sein könnte. Dazu kommen noch, zwar nur gelegentlich, etwas Schmutz und das beliebte NTSC-Ghosting, was alles nach einem Remastering schreit.

Während das Bild also deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, dürfte man sich beim Ton auf das durchschnittliche Niveau schon eingeschossen haben. 1990 bzw. 1991 war die Zeit einfach noch nicht reif für Dolby Digital 5.1, weswegen man mit einem guten, Stereo ähnlichen Klang zufrieden sein darf. Die Stimmen klingen sehr frisch, in beiden Sprachen, und wer wieder Vorlieb mit dem O-Ton nimmt, der kann sich Untertitel in beiden Sprachen hinzuwählen. Die Rears sind weitestgehend still, werden nur dezent durch die Musik beauftragt, was dann kaum zu einem räumlichen Klang heranreicht. Trotzdem, die 3 Punkte sind sehr sicher und wenn man noch etwas mehr an echtem 5.1 arbeitet, ist die nächst höhere Wertung nicht weit. Dann müssen aber noch solche Patzer wie die leiernde Intromusik der ersten Episode ausgemerzt werden.



Juchhe, der Audiokommtar zu jeder einzelnen Episode wird fortgeführt und ist nun auch etwas wohlklingender. Simpsons-Fans sollten natürlich jede Folge zweimal anschauen, einmal mit und einmal ohne den Kommentar, denn die Sprecher machen ihren Job mal wieder zur kurzweiligen, interessanten Angelegenheit. Das gesammelte Bonusmaterial befindet sich auf Disc 4 und beginnt mit einem kurzen Clip, in welchem Bart-Sprecherin Nancy Cartwright im dicken Kostüm die American Music Awards auflockert. Das gibts wie auch die folgenden 2 Musik-Clips mit optionalem Audiokommentar. Ersterer ist ein fürs TV produziertes Musikvideo und Letzterer die verlängerte Version des "Do The Bartman"-Raps, die laut Audiokommentar durch Michael Jackson inspiriert wurde. Es folgen 3 Werbespots zum Butterfinger-Snack, in denen Bart die Hauptrolle spielt und ein kurzes Making Of zur Halloween-Episode. Hier erklärt David Silverman auf kompakte Art und Weise, wie eine Episode von der Idee bis zu fertigen Animation mit Ton bearbeitet wird. Der ganze Prozess nimmt etwa 5 bis 7 Monate in Anspruch und man wird erstaunt sein, wieviel Aufwand dahinter steckt nur eine einzelne Aufnahme zu bearbeiten. Weiter geht's mit einem Interview mit den beiden Hauptverantwortlichen hinter der Serie, die kurz die Geschichte der Serie und ihrer Protagonisten anreißen. Nach den Bildergalerien, die Konzeptzeichnungen, Storyboard-Auszüge und Titelseiten amerikanischer Zeitschriften abbilden, lohnt es sich noch auf Suche nach Hidden Features zu gehen.
Die Verpackung ist diesmal schlichter als die der Staffel 1. Hier muss man sich mit einem soliden Pappschuber zufrieden geben, der zwei Doppel-KeepCases enthält. Ob es an den Verkaufszahlen gelegen hat, dass man nicht zum aufwendigeren DigiPack griff? Zumindest mit der nächsten Staffel wird sich das wieder bessern. Die schriftliche Einleitung von Matt Groening zur Staffel 2 ist deswegen auch auf der Rückseite der Verpackung von DVD 1 und DVD 2 zu finden.



Blickt man nun zurück, wähnt sich die Serie nach ihrer zweiten Staffel dem Ziel nahe, ein etabliertes Format zu werden. Was sich nach dem ersten Jahr noch alles etwas provisorisch und durcheinandergewürfelt konsumieren ließ, erhält nun Stabilität. Beinahe schon ein Quantensprung ist gerade in der Animationsarbeit zu verzeichnen. Wirkte die erste Staffel wie ein geschliffener Rohdiamant, der vor lauter potenzieller Innovation nur so strotzte, schaffte man es in den neuen 22 Folgen, dieses Potenzial in den Griff zu bekommen und zu perfektionieren. Natürlich war immer noch nicht der Höhepunkt des zeichnerischen Schaffens erreicht, der sollte erst in etwa ab der vierten Staffel erfolgen; das Gröbste jedoch war geleistet, und während die Simpsons aus ihren Kinderschuhen stiegen, etablierte man sie derart konkurrenzfähig im Sender, dass selbst die "Bill Cosby Show" plötzlich die Gelblinge registrierte.
Ansonsten galt es vor allem, das Universum auszuweiten. Unweigerlich wird man an die biblische Schaffung der Erde erinnert (womit jetzt allerdings keine Gleichstellung Groenings mit Gott erfolgen soll); Groening wird ebenfalls zum Gott seines eigenen kleinen Universums (Nein, ich bleibe dabei: Keine Gleichstellung Groenings mit Gott). Was sich schon im Vorspann zeigt. Fast unbemerkt wurde nämlich auch dieser minimal vermindert, um seinen eigentlichen Zweck hervorzuheben. Die einleitende Wolkensequenz nämlich sollte eine Sphäre durchdringen und in ein kleines Universum durchstoßen, wie durch einen undurchsichtigen Schleier, der in eine alternative Welt führt.
Die zweite Staffel war daher auch eine Staffel der ausführlichen Präsentation von Nebencharakteren, denen in den ersten Folgen nur ein Schattendasein gewährleistet war. Mr. Burns; Ned Flanders; Itchy & Scratchy; Patty und Selma; Herbert Powell; Knecht Ruprecht; Abraham Simpson; Martin und Milhouse; Smithers. All diese Figuren stießen ins Rampenlicht und machten auf den hinteren Plätzen Platz für neue Figuren. Eine Entwicklung, die sich noch fortsetzen sollte und immer weitere Themenfelder eröffnete.
Es ist also nicht übertrieben, die zweite Staffel als diejenige zu bezeichnen, die den Durchbruch schaffte.


Film++++++
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++++--


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